Volcano - Blu-ray

Blu-ray Start: 30.09.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 100 min

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Inhalt

In Los Angeles ist eigentlich von Erdbeben über Unruhen und Straßenschlachten oder gar Überschwemmungen mit Schlammlawinen schon alles passiert. Auf einmal beginnt es allerdings unter dem bekannten Wilshire Boulevard zu brodeln: Ein Vulkan, heißer als die Hölle, bricht aus, und dessen glühende Lava fließt unaufhaltsam los. Vulkan und Stadt verschmelzen zu einem brennenden Feuerball. Die Stadt der Träume wird zu einem furchtbaren Albtraum.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: FilmConfect Home Entertainment GmbH
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Lentikularbild-­Cover

DVD und Blu-ray | Volcano

Blu-ray
Volcano Volcano
Blu-ray Start:
30.09.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 100 min.

zur Blu-ray Kritik

Blu-ray Kritik - Volcano

Blu-ray Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 6/10


Die Neunzigerjahre erlebten eine Renaissance des Katastrophenfilms, ein Subgenre, das zuletzt in den Siebzigern noch einige recht populäre Blockbuster wie „Erdbeben“ oder „Das Poseidon Inferno“ hervorbrachte. So folgten 1997 nach dem Stallone-Vehikel „Daylight“ zwei konkurrierende Vulkanausbruch-Streifen, bei dem Universals “Dante’s Peak“ als klarer Gewinner an den Kassen hervorging. Volcano SzenenbildDer Verlierer, der bei einem Budget von 90 Millionen Dollar weltweit nur 130 Millionen einspielte, war der von Fox produzierte „Volcano“, der nun erstmalig in Deutschland von Filmconfect auf Blu-ray veröffentlicht wird. Für Katastrophenfilm-Fans, die jeden Hauch von Anspruch an der Tür lassen und sich einfach nur von einer hemmungslosen Special-Effects-Orgie berieselt werden wollen, könnte „Volcano“ genau der richtige Film sein.

Man wird sich schwer tun, einen Film zu finden, der derart randgefüllt mit Logiklöchern und wissenschaftlichem Unsinn ist. Doch wer überhaupt einen Film namens „Volcano“ mit der Tagline „The Coast is Roast“ unter dem Anspruch ansieht, hier auch nur ansatzweise einen logisch durchdachten Film zu sehen, hat natürlich schon verloren. Wie auch bei den zahlreichen Katastrophenfilmen der Siebziger eines Irwin Allen („Flammendes Inferno“, „Der tödliche Schwarm“) ist auch „Volcano“ als augenzwinkernder B-Movie-Spaß angelegt, der ganz bestimmt nicht die Ambition hat, ernst genommen zu werden. Das wird schon in den ersten Momenten deutlich, wenn Regisseur Mick Jackson Los Angeles mit seinem Beautywahn auf die Schippe nimmt. Oder da wäre ein Moment, in dem zwei Männer ausgerechnet Gemälde von Hieronymus Bosch aus einer Galerie tragen und über ihre Bedeutung philosophieren. Fabelhaft auch die Szene, in der ein Mann einen Kollegen aus einer brennenden U-Bahn trägt und ihn in einem selbstlosen Akt über die Flammen wirft, während er selbst langsam in der Lava untergeht. Während „Dante’s Peak“ und auch andere gelungene Beispiele des Genres zwar durchaus primär am Spektakel interessiert sind, haben sich diese Filme zumindest bemüht, Charaktere aufzubauen, für deren Überleben das Publikum auch ein echtes Interesse hat. Neben aller offen vorgetragenen Dämlichkeit, die entscheidend für den zweifelhaften Charme von „Volcano“ ist, mangelt es dem Film leider an einem emotionalen Kern, der aus dem Film etwas mehr macht als eine monotone Zerstörungsflut.

Volcano Szenenbild Im Zentrum steht Mike Roark (Tommy Lee Jones), der das Los Angeles County Office of Emergency Management leitet. Im Falle einer Katastrophe ist er quasi die machthabende Person in der Stadt und in der Tat lässt sich „Volcano“ nicht allzu lange Zeit, bis es zu einer kommt. Nach einem ersten Erdbeben, das Roarks gemeinsame Ferien mit seiner 13-jährigen Tochter Kelly (Gaby Hoffman) unterbricht, versucht er dem scheinbaren Routine-Ereignis auf den Grund zu gehen. Im McArthur Park, wo gerade eine neue U-Bahnlinie gebaut wird, treten bei Kanalarbeiten Risse auf, aus denen kochend heißer Dampf hervorkommt und ein erstes Arbeiterleben gefordert hat. Das lässt auch Geologin Amy Barnes (Anne Heche) aufhorchen, die Roark als erste von der Möglichkeit von einem Magma-Austritt durch Verschiebung der tektonischen Platten informiert. Und tatsächlich, nach einem weiteren, noch stärkeren Beben bricht an den La Brea Teergruben ein Vulkan aus, der langsam aber sicher Los Angeles zu konsumieren scheint…

Eine knappe halbe Stunde verbringt der britische Regie-Routinier und „Bodyguard“-Macher Mick Jackson mit dem Einführen der Figuren und Situationen, ab dann lässt er die Bombe platzen und bietet den Rest des Films reinen Überlebenskampf. Hierbei muss man nahezu jeden Sinn für Realismus außen vor lassen und sich durch kratergroße Logiklöcher, geringfügiges Verständnis für Wissenschaft und wenig sinnvolle Handlungen der Figuren kämpfen, was aber auch wieder irgendwie Spaß macht. Die Spezial- und visuellen Effekte schwanken in ihrer Glaubwürdigkeit, am effektivsten ist „Volcano“ aber bei seiner überaus aufwändigen praktischen Effektarbeit. Hier wurden ganze Straßenzüge auf gigantischen Sets maßstabgetreu nachgebaut, auch für die Lava fand man ein gutes Rezept, das eine realistisch wirkende Darstellung ermöglichte (Grundlage war hier Methyl-Zellstoff). CGI-Effekte sind jedoch immer als solche erkennbar und wirken insgesamt eher billig, weshalb der Film mit anderen Genrevertretern seiner Zeit (siehe „Independence Day“, „Deep Impact“, „Armageddon“) eher den Kürzeren ziehen muss.

Volcano Szenenbild Neben dem recht monotonen, aber nett anzusehenden Spektakel versucht „Volcano“ auch immer wieder zahleiche plumpe soziale Botschaften einzubauen, so etwa in Form von ständigem Insistieren einer Gleichstellung aller Kulturen, die hier gemeinsam anpacken und gegen den drohenden Untergang kämpfen. Hier arbeiten afroamerikanische Ghetto-Bewohner nach ersten Anfangsschwierigkeiten schließlich mit zunächst rassistischen weißen Cops zusammen, die schließlich doch ein Herz haben. Anspielungen auf rassistische Unruhen in L.A. der Neunziger (siehe Rodney King) wurden von den Autoren Jerome Armstrong und Billy Ray so zuhauf eingebaut. Höhepunkt ist der Spruch „Schaut, alle sehen gleich aus“, als eine Figur am Ende in die Menge von in Asche getauchten Gesichter blickt. Das soziale Bewusstsein von „Volcano“ ist fast ebenso hoch wie der beträchtliche Action-Quotient, der Film tut niemandem weh und funktioniert am Ende wohl am ehesten als nostalgischer und zerstörungsfreudiger Blick zurück in die Neunzigerjahre, als harmloses Spektakel für zwischendurch, das niemandem so richtig weh tut.

Bild
Beim Ansehen von „Volcano“ wird direkt deutlich, dass man sich beim Bildtransfer große Mühe gegeben hat. Das Bild ist befreit von jeglichen Verschmutzungen oder sonstigen Beeinträchtigungen und präsentiert sich in strahlender Klarheit. Besonders in Nahaufnahmen von Gesichtern zeigen sich eine bestechende Schärfe und ein herausragender Detailumfang, wodurch der Film fast wie neu aussieht. Die Farben sind natürlich, aber kraftvoll, auch die Kontraste sind mit sehr wenigen Ausnahmen auf einem hohen Niveau. Schwarzwerte sind ebenfalls stark, nur in manchen Momenten zeigt sich hier leichte Blässe. Insgesamt ein durchweg hochwertiges Bilderlebnis.

Volcano Szenenbild Ton
Auf akustischer Ebene erfreut die Blu-ray mit überaus aktiven und präsent abgemischten Surround-Lautsprechern und einem wuchtig und kraftvoll eingesetzten Subwoofer, der hier quasi auf Dauerbetrieb läuft und ständig vor sich hin grummelt. Dialoge und Stimmen könnten eine Spur präsenter und deutlicher sein, insgesamt hat man den Eindruck, dass die Original-Tonspur etwas dumpf klingt und an Klarheit einbüßt. Dennoch eine überzeugende akustische Umsetzung.

Extras
Leider hat man dem an sich ganz netten Digibook keinerlei Bonusmaterial spendiert. Man kann sich immerhin an dem 3D-Lentikularcover mit ausbrechendem Vulkan erfreuen, ein Booklet wurde leider auch nicht beigelegt.


Fazit:
„Volcano“ ist im Vergleich zu „Dante’s Peak“ der schwächere Ableger der 97er-Vulkanausbruchsfilme, der aber Fans von Katastrophenfilmen durchaus ein Lächeln aufs Gesicht zaubern kann. Hier trifft solide Effektarbeit auf konsequenten Verzicht auf Logik und wenig interessante Figuren, der Unterhaltungslevel ist aber dennoch durchweg anständig.

by Florian Hoffmann
Bilder © FilmConfect Home Entertainment GmbH