Vice - Der zweite Mann - Blu-ray

Blu-ray Start: 28.06.2019
Digital VoD: 28.06.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 133 min

Vice - Der zweite Mann Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Er gilt als einer der mächtigsten US-Vizepräsidenten aller Zeiten: Dick Cheney. VICE - DER ZWEITE MANN beleuchtet die sagenhafte Karriere des Bürokraten und Washington-Insiders, der an der Seite von George W. Bush zum einflussreichsten Politiker der Welt wurde und seine Macht zu nutzten wusste: Cheneys Entscheidungen prägen das Land noch immer, sein außenpolitisches Wirken ist bis heute spürbar.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Deleted Scenes, Gaming The System: the Making of Vice, The Music of Power

DVD und Blu-ray | Vice - Der zweite Mann

Blu-ray
Vice - Der zweite Mann Vice - Der zweite Mann
Blu-ray Start:
28.06.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 133 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Vice - Der zweite Mann Vice - Der zweite Mann
DVD Start:
28.06.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 128 min.

Blu-ray Kritik - Vice - Der zweite Mann

Blu-ray Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 8/10
Ton: | 9/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 9/10


Manchmal weiß ich gar nicht wie ich eine Filmkritik beginnen soll, da mir manchmal die Worte fehlen. Nach so einem Film wie VICE - DER ZWEITE MANN passiert mir das schon mal schnell, da ich zunächst sprachlos auf den Bildschirm starre und versuche meine Gedanken zu sammeln, was da zur Hölle gerade auf mich eingeprasselt ist. Wo soll ich anfangen? Ich versuche es einfach mal mit den ersten drei Worten, die mir wiederholt durch den Kopf gehen: Alter – Wow – heftig.
Ungefähr so beginnt dann auch der Film und startet wie in einem Rausch, auf den erstmal ein Zeitsprung folgt.


Im innersten Zirkel Washingtons angekommen: Dick (Christian Bale) und Lynne (Amy Adams) Cheney mit Donald Rumsfeld (Steve Carrell)
Im innersten Zirkel Washingtons angekommen: Dick (Christian Bale) und Lynne (Amy Adams) Cheney mit Donald Rumsfeld (Steve Carrell) © Universum Film
Regisseur, Produzent und Drehbuchautor Adam McKay („Die etwas anderen Cops“) produzierte erneut unter anderem mit Brad Pitt einen Film (Zuvor „The Big Short“) und holte noch seinen alten Weggefährten Will Ferrell („Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy“) als Geldgeber mit ins Boot.
McKay vermittelte schon bei „The Big Short“ dem Publikum ein wahres und ernstes Thema mit schwarzem Humor. Das ist einerseits unterhaltsam und auf der anderen Seite vor allem informativ. Für diesen innovativen Ablauf gab es 2015 zurecht den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch.
Mit VICE – DER ZWEITE MANN gelang ihm nun ein ähnliches Kunststück. Die Geschichte von Richard Bruce, bekannt als Dick, Cheney ist erstmal einfach nur interessant und zunehmend amüsant, da der satirische Ansatz immer wieder witzige Situationen generiert. Diesen Situationen spielt der auffallend starbesetzte Cast hervorragend in die Karten.



Dick (Christian Bale) und Lynne (Amy Adams) Cheney
Dick (Christian Bale) und Lynne (Amy Adams) Cheney © Universum Film
Zum einen ist da die Hauptfigur des Dick Cheney, für die Oscargewinner Christian Bale (Oscar als bester Nebendarsteller in „The Fighter“) sich eine weitere Oscarnominierung regelrecht verdient hat. Dank einer weiteren seiner gewaltigen Körpertransformationen (knapp 20kg nahm er für die Rolle zu) und des Oscar prämierten Make-ups konnte er alles aus der Figur herausholen, was er im Repertoire hatte. Zu Beginn des Films steht kurz geschrieben, dass Dick Cheney zu den verschlossensten Politiker der Welt zählt, und Bale und das Drehbuch, das ebenfalls von McKay geschrieben wurde, schaffen es mit weniger Worten als mehr mit Mimik und den Taten zu zeigen, was Cheney unbemerkt für eine Macht generiert hat.
Neben Bale sind in den weiteren Rollen zum einen Amy Adams („Arrival“) als Lynne Cheney, die nicht die kleine Politiker-Ehefrau, sondern viel mehr eine dermaßen große Stärke ausstrahlt und zum größten Teil als die Tongeberin in der Cheney Familie in Erscheinung tritt, und Oscargewinner Sam Rockwell („Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“) , der Präsident George W. Bush ebenfalls dank der ausgezeichneten Maskerade bis in die kleinste Mimik perfekt spielt. Es ist wirklich ein Heidenspaß, wenn Bale und Rockwell bzw. Cheney und Bush im Dialog sind und Cheney den einfältig wirkenden Bush aufs feinste manipuliert. Garniert wird das Ganze dann noch durch Steve Carell („Willkommen in Marwen“) als Donald Rumsfeld oder Jesse Plemons („Game Night“) als Erzähler, was McKay schon mit anderen Darstellern in „The Big Short“ genutzt hatte. Gelegentlich erscheint dieser im Bild und lotst den Zuschauer durch den Film, wobei er hin und wieder diverse politische Fachbegriffe oder Theorien erklärt, damit auch der weniger politisch interessierte bzw. informierte Zuschauer einen besseren Zugang zu dem Film bekommt; besser gesagt, versteht was gerade vor seinen Augen passiert ist.

 Vizepräsident Dick Cheney (Christian Bale) im Gespräch mit Präsident George W. Bush (Sam Rockwell)
Vizepräsident Dick Cheney (Christian Bale) im Gespräch mit Präsident George W. Bush (Sam Rockwell) © Universum Film
Auch wenn der Film ganz klar auf Unterhaltung setzt und einen schwarzhumorigen und satirischen Leitfaden verfolgt, darf man nicht vergessen, dass es sich um ein, wenn auch etwas Ungewöhnliches, Biopic handelt. Wegen der teilweise überspitzten Darstellung der Entscheidungen, ist es manchmal schwierig zu glauben, dass diese Dinge tatsächlich so geschehen sein sollen, aber Tatsache ist: Die Ereignisse in dem Film sind real und inzwischen Teil der Geschichte der USA und der Welt. Wenn man sich dies konstant vor Augen hält, werden die Vorgänge der Machtinhaber äußerst dramatisch und man muss schon mal kurz durchatmen - teilweise verursachen manche dieser Begebenheiten sogar da

s Gefühl eines Tiefschlags in die Magengrube.

Dem folgt zwar gerne mal wieder eine erheiternde Szene, bei der man ins Lachen verfällt, aber die Ereignisse zuvor nicht vergessen lassen. Immer wieder lässt McKay reale Aufnahmen und Bilder aus der Zeitlinie einfließen, um die Folgen der Handlungen dem Publikum nochmal vor Augen zu führen.
Zumal man viele dieser politischen Ereignisse hier in Deutschland nur bedingt mitbekommen hat, wenn man sich entweder zu wenig für Politik interessiert oder einfach der Tatsache geschuldet, dass man eben nicht innerhalb der USA lebt und somit keinen Bezug dazu hat. Aber nach dem Film merkt man wie viel Bezug man zu dem Geschehenen hat und welche Folgen es für uns und den Rest der Welt hatte und noch hat.

 Ein eingespieltes Team: Lynne (Amy Adams) und Dick Cheney (Christian Bale)
Ein eingespieltes Team: Lynne (Amy Adams) und Dick Cheney (Christian Bale) © Universum Film
Bild:
Immer wieder nutzt man bei den Rückblicken ein kriselndes, wenn auch nicht unscharfes und mit Filter durchgezogenes Bild während man in der Gegenwart wieder auf ein hell-natürliches und gestochen scharfes Bild wechselt, was äußerst hilfreich bei den Zeitsprüngen ist.

Ton:
Da häufiger mal blitzartig von einem ruhigen Dialog in ein Kriegsgebiet gewechselt wird, kann es passieren, dass einem plötzlich die Ohren klingeln. Aber der Ton ist sehr gut ausbalanciert und funktioniert sehr gut, ohne die Lautstärke zu regulieren.

Extras:
Die Extras sind zunächst überschaubar. Neben einem Trailer gibt es drei „Deleted Scenes“ von zehn, vier und drei Minuten. Außerdem gibt es ein ausführliches Making Of von knapp 36 Minuten - eine Sache, die von mir zuletzt bei Filmen, die ich rezensiert habe, stark vermisst wurde.
Zuletzt ein Extra, dass sich „The Music of Power“ und knapp 5 Minuten geht. Dieses ist allerdings vollkommen uninteressant, da man, wenn man die „Deleted Scenes“ schaut feststellt, dass diese Szene aus dem Film geschnitten wurde.
Kleiner Hinweis am Rande: Man hat leider keine Möglichkeit bei den Extras einen Untertitel zu nutzen, weder auf Englisch noch auf Deutsch.


Fazit:
VICE – DER ZWEITE MANN ist eine innovative Mischung aus Drama und Comedy und bietet dadurch einen ungewöhnlichen Einblick in das Leben des Politikers Dick Cheney. Dank eines fabelhaften Ensembles ist VICE – DER ZWEITE MANN eine absolute Empfehlung für jeden der bereits „The Big Short“ mochte und der Fan von Schauspielern wie Christian Bale, Sam Rockwell und jedem anderen dieser unfassbar guten Darsteller ist.

by Christian Willach
Bilder © Universum Film