Väter und Töchter - Ein ganzes Leben - Blu-ray

Blu-ray Start: 27.10.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 16 min

Väter und Töchter - Ein ganzes Leben Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

New York, 1989. Bestsellerautor Jake Davis (Russell Crowe) ist nach dem Unfalltod seiner Frau alleine für seine kleine Tochter Katie (Kylie Rogers) verantwortlich. Doch der Verlust setzt ihm psychisch und physisch stark zu. Als er für eine Weile in einer Klinik behandelt wird, kommt Katie zu ihrer Tante Elizabeth (Diane Kruger) und ihrem Onkel William (Bruce Greenwood), die sich kaum um das Mädchen kümmern, aber bald mit Jake um das Fürsorgerecht streiten. Dabei wäre Katie viel lieber bei ihrem Vater, der trotz seiner Erkrankung alles versucht, seiner geliebten Tochter ein gutes Leben zu bieten. Sein größter Liebesbeweis wird der Roman „Väter und Töchter“ – seit Jahren sein erster Bestseller.

25 Jahre später. Katie (Amanda Seyfried) ist inzwischen ausgebildete Psychologin und Sozialarbeiterin, die sich rührend um ein Waisenmädchen kümmert, das nach dem Tod ihrer Eltern aufgehört hat zu sprechen. Auch Katie hadert noch immer mit ihrer Kindheit. Sie hat Probleme, sich zu binden und ihr Privatleben besteht aus durchfeierten Nächten. Bis sie den charmanten Nachwuchsautor Cameron (Aaron Paul) kennenlernt und zum ersten Mal versucht, sich auf jemanden wirklich einzulassen...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Eurovideo
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Behind the Scenes

DVD und Blu-ray | Väter und Töchter - Ein ganzes Leben

Blu-ray
Väter und Töchter - Ein ganzes Leben Väter und Töchter - Ein ganzes Leben
Blu-ray Start:
27.10.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 16 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Väter und Töchter - Ein ganzes Leben Väter und Töchter - Ein ganzes Leben
DVD Start:
27.10.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 112 min.

Blu-ray Kritik - Väter und Töchter - Ein ganzes Leben

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 7/10


Filme wie „Väter und Töchter“ kann man bei oberflächlicher Betrachtungsweise leicht als melodramatisch oder schmalzig abtun. Der Italiener Gabriele Muccino, der sich in den letzten zehn Jahren mit Filmen wie „Der letzte Kuss“, „Das Streben nach Glück“ oder „Sieben Leben“ als Experte des Herzschmerz-Kinos etabliert hat, gelingt es aber seine Sentimentalität ehrlich und gelegentlich einsichtsreich zu erarbeiten. Väter und Töchter - Ein ganzes Leben Szenenbild„Väter und Töchter“ ist ein bewegender und oft rührender Film, der zwar nicht fehlerfrei ist, aber dennoch mit überraschender Wahrhaftigkeit und teils hervorragenden Schauspielleistungen punkten kann. Hier geht es um Ursache und Wirkung, um eine Erforschung der Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern, genauer gesagt darum, wie Kinder von der Erziehung ihrer Eltern geprägt werden. Russell Crowe begeistert hier in seiner bislang vielleicht sensibelsten und liebenswertesten Rolle als fürsorglicher Vater, der alles für seine Tochter tun würde, Amanda Seyfried spielt groß als eben diese Tochter auf. In weiteren Nebenrollen wissen vor allem Aaron Paul und Newcomerin Kylie Rogers zu gefallen, zusätzlich wird die stark besetzte Schauspielerriege noch von Bruce Greenwood, Diane Kruger, Octavia Spencer, Quevenzhané Wallis, Janet McTeer und Jane Fonda abgerundet.

„Väter und Töchter“ wird in zwei Handlungssträngen erzählt. Der erste spielt im Jahr 1989: Jake Davis (Russell Crowe) ist ein erfolgreicher Schriftsteller, der vor kurzem in einem tragischen Autounfall seine Frau Tricia (Jenny Vos) verloren hat. Jake geht schwer traumatisiert aus dem Unfall hervor, denn er trug dabei nicht nur eine Teilschuld, sondern muss seither auch mit medizinischen Folgen in Form von möglicherweise chronischen Nervenschäden leben. Jake bleibt nichts anderes übrig als seine geliebte Tochter Katie (Kylie Rogers) für sieben Monate bei ihrer reichen Tante Elizabeth (Diane Kruger) und ihrem Onkel William (Bruce Greenwood) unterzubringen, während er in einer Nervenheilanstalt in Kur geht. Als er zurückkehrt, trifft er allerdings auf wenig Verständnis bei Elizabeth und William, die Katie wegen Jakes Krankheit am liebsten adoptieren wollen. Jake geht überhaupt nicht auf den Vorschlag ein und versucht Katie alleine großzuziehen. Doch auch wenn ihre Beziehung von großer gegenseitlicher Liebe geprägt ist, wird Jake nicht nur von epileptischen Anfällen geplagt, sondern auch von finanziellen Problemen und den nicht aufhörenden Fürsorgeansprach von Elizabeth und William… Väter und Töchter - Ein ganzes Leben Szenenbild

Der zweite Handlungsstrang spielt dann 25 Jahre später: Katie (Amanda Seyfried) arbeitet nun als Sozialarbeiterin und versucht verzweifelt an das Waisenkind Lucy (Quevenzhané Wallis) heranzukommen. Zugleich hat sie aber auch mit ernsthaften emotionalen Problemen zu kämpfen, denn ihre Einsamkeit, Bindungsprobleme und ständig wechselnden Sexualpartner führen sie auf einen möglicherweise selbstzerstörerischen Weg. Das scheint sich alles zu ändern, als sie mit Cameron (Aaron Paul) zum ersten Mal auf jemanden zu treffen scheint, für den sie echte Gefühle hegt. Doch auch der fürsorgliche Cameron kann Katies fragiles Innenleben nur bedingt bestärken.

Zunächst wirkt die fragmentierte Erzählweise leicht verwirrend, doch es dauert nicht lange, bis sich Klarheit und eine stark und kraftvoll erzählte Geschichte herauskristallisiert. Keine Frage, „Väter und Töchter“ ist klassisches Gefühlskino wie es im Buche steht, doch Muccinos Ernsthaftigkeit und Brad Deschs Black List-Drehbuch erschaffen in Kombination mit aufrichtig aufspielenden Akteuren einen überzeugenden und zutiefst menschlichen Film. Emotional offene Zuschauer, die eine Schwäche für diese Art von Film haben, sollten hier schnell gepackt werden. Es gelingt Muccino sehr gut trotz zweier Erzählstränge ein homogenes Ganzes zu erzeugen, was sich gerade in solchen Fällen oft als problematisch erweist. Hier erweisen sich beide Zeitebenen als gleich stark inszeniert und erzählt, wobei sicher auch an den hervorragenden Darstellern liegt, die spürbar an den Film glauben. Russell Crowe durfte man mit Ausnahme von seinem Regiedebüt „Das Versprechen eines Lebens“ bislang noch nie in einer liebenswerten Vaterrolle bewundern, hier blüht er in einer subtil bewegenden und angenehm zurückhaltenden Performance überraschend auf. Er verkauft seine tiefgehende Beziehung zu Katie voll und ganz, wird hier aber auch von einer bemerkenswert aufspielenden Kylie Rogers ergänzt, die einen glaubwürdigen tiefemotionalen Moment an den anderen reiht.

Zugegebenermaßen greifen Muccino und Desch gelegentlich auf Schwarz-Weiß-Zeichnung zurück, was gerade bei der Darstellung von William und Kate deutlich wird, die hier die Antagonisten geben dürfen. Väter und Töchter - Ein ganzes Leben SzenenbildAuch wenn die Beziehung zwischen den beiden Parteien nicht gerade subtil gezeichnet ist und gerade Krugers Darstellung überzeichnet wirkt, tut das der emotionalen Wirkung des Films aber keinerlei Abbruch. Wenn etwas an dem Film über die genannten Probleme hinaus bitter aufstößt, dann ist es eine überraschend oberflächliche und irritierende Plattitüde über das unterschiedliche Bedürfnis nach Liebe von Männern und Frauen, die Elizabeth gegen Ende des Films loslässt. Hier droht der Film viel von seinem Kredit zu verspielen.

Neben Crowe und Rogers glänzt in der namhaften Besetzung auf jeden Fall Amanda Seyfried am meisten, die hier vielleicht ihre bisher beste Darbietung liefert. Seyfried wird hier eins mit ihrer sehr emotionalen und schwierigen Rolle und spielt sich an manchen Stellen regelrecht die Seele aus dem Leib – ohne aber jemals zu dick aufzutragen und unglaubwürdig zu werden. Aaron Pauls Rolle wirkt zwar etwas auf den einfühlsamen und fürsorglichen Partner reduziert, jedoch gibt auch er seinem Part mit aufrichtiger Emotion die Dimensionalität, die vielleicht auf dem Papier gefehlt hat. Das Zusammenspiel und die Chemie mit Seyfried passen in jedem Fall, wodurch ihre Beziehung in emotionaler Hinsicht sehr effektiv ist. In diesem Erzählstrang geht es primär darum, dass Katie ihre Vergangenheit bewältigt und endlich zu sich selbst findet.

Es gelingt Muccino über die gesamte Laufzeit die Spannung aufrechtzuerhalten und zumindest das Gefühl von Unvorhersehbarkeit zu erzeugen. Ob der Film zufriedenstellende Antworten liefert, warum Katie in der Gegenwart derartige emotionale Probleme entwickelt hat, darf jeder für sich selbst beantworten. Am Ende bleibt jedoch ein alles in allem gefühlsreicher und zufriedenstellender Film, der in psychologischer Hinsicht zwar nicht viele tiefgreifende Einsichten liefert, aber dennoch das Herz gewinnt – wenn auch mit wenig subtiler Sentimentalität. Väter und Töchter - Ein ganzes Leben Szenenbild

Bild
„Väter und Töchter“ wurde von Kameramann Shane Hurlbut auf Red Epic und Canon EOS C300 aufgezeichnet und verfügt über ein sehr ausgewogenes Bild, das häufig in sehr warme Farbtöne getaucht ist. Der Film sieht sehr angenehm aus, die Farbpalette wirkt natürlich, gelegentlich wirkt die fast schon gelblich wirkende Colorierung aber etwas dick aufgetragen. Ansonsten überzeugt hier ein scharfes und detailreiches Bild mit sehr guten Kontrast- und Schwarzwerten, das sich keine nennenswerten Schwächen leistet.

Ton
Grundsätzlich ist „Väter und Töchter“ die erwartungsgemäß dialog- und damit frontlastige Angelegenheit, dennoch gibt es immer wieder Raum für subtile Surroundklänge in Form von Umgebungsgeräuschen und Musik. An wenigen Stellen, etwa in einem Club, wird auch der Subwoofer effektiv eingesetzt. Die Klangwiedergabe von Verständlichkeit, gerade von Dialogen ist tadellos.

Extras
Beim Bonusmaterial muss man sich mit einem kurzen, aber soliden Making-of begnügen. Hinzu kommt nur der deutsche Trailer.
Behind the Scenes (15:06 Min.)
Trailer (01:57 Min.)


Fazit:
„Väter und Töchter“ ist sentimentales Herzschmerz-Kino wie es im Buche steht, das aber mit Aufrichtigkeit und sehr gut aufspielenden Darstellern punktet. Gerade für Freunde von melodramatischen, auf die Tränendrüse drückenden Familiendramen werden hier sicher eine sehenswerte Erfahrung machen können.

by Florian Hoffmann
Bilder © Eurovideo