Utøya 22. Juli - Blu-ray

Blu-ray Start: 15.02.2019
FSK: 16 - Laufzeit: 97 min

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Inhalt

Die 18-jährige Kaja verbringt mit ihrer jüngeren Schwester Emilie ein paar ausgelassene Ferientage in einem Sommercamp auf der norwegischen Insel Utøya. Es gibt Streit zwischen den Schwestern und Kaja geht alleine zu dem geplanten Barbecue. Angeregt diskutieren die Jugendlichen über aktuelle politische Entwicklungen, als plötzlich Schüsse fallen. Erschrocken suchen Kaja und die anderen Schutz im Wald. Rasend kreisen ihre Gedanken. Was passiert um sie herum? Wer sollte auf sie schießen? Kein Versteck scheint sicher. Doch die Hoffnung auf Rettung bleibt. Und Kaja setzt alles daran, Emilie zu finden. Während die Schüsse nicht verstummen wollen.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / Weltkino
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Norwegisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Interview mit Hauptarstellerin Andrea Berntzen und Regisseur Erik Poppe; Making of; Trailer; Wendecover

DVD und Blu-ray | Utøya 22. Juli

Blu-ray
Utøya 22. Juli Utøya 22. Juli
Blu-ray Start:
15.02.2019
FSK: 16 - Laufzeit: 97 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Utøya 22. Juli Utøya 22. Juli
DVD Start:
15.02.2019
FSK: 16 - Laufzeit: 93 min.

Blu-ray Kritik - Utøya 22. Juli

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 8/10


Am 22. Juli gab es zwei verheerende Anschläge in Oslo, denen viele Menschen zum Opfer fielen. Bei einer Autobombe im Osloer Regierungsviertel starben 8 Menschen, während anschließend bei einem 72-minütigen Amoklauf 69 Jugendliche in einem Feriencamp auf der Insel Utoya von Anders Behring Breivik ermordet wurden. Gut 7 Jahre später wurde ein Film über diesen Anschlag geschaffen. Dieser fokussiert sich auf das Geschehen in dem Feriencamp, spielt in Echtzeit und hat keinen einzigen Schnitt. Er erzählt dabei die fiktive Geschichte der jungen Kaya, die letztlich symbolisch für das Leid und der Furcht der Jugendlichen an jenem Tag steht. Es ist ein One-Take, der diesen Film zu einer Tour de Force für den Zuschauer werden lässt und zugleich eine intensive Filmerfahrung ist, die man so schnell nicht vergessen wird. Es ist kein Film, der unterhalten will, geschweige denn Spaß machen soll. Das tut er auch nicht und das ist auch gut so. Dennoch bietet dieser Film ein Erlebnis, welches man sich nicht entgehen lassen sollte. Zum einen aus filmischer Sicht, um nach Sebastian Schippers „Victoria“ einen großartigen One-Take-Film zu sehen und zum anderen auch, um mehr oder minder hautnah zu sehen, wie solch ein Amoklauf für die damaligen Opfer und Überlebenden auf der Insel gewesen sein muss.

Utøya 22. Juli: Andrea Berntzen als Kaya
Utøya 22. Juli: Andrea Berntzen als Kaya © Agnete Brun)
Bevor der Film näher analysiert wird, muss gesagt werden, dass dies in diesem Fall, trotz der Klasse des Films, ein äußerst undankbarer Job ist, diesen in irgendeiner Form zu rezensieren. Inhaltlich braucht man auf diesen Film nicht näher eingehen. Hier ist die viel bedeutsamere Frage, wie Regisseur Erik Poppe dieses Werk aufbereitet. Er nahm überwiegend unbekannte Darsteller oder Darsteller, deren erste Rolle dieser Film ist. So ist „Utoya – 22. Juli“ überraschenderweise der 1. Spielfilm von Hauptdarstellerin Andrea Berntzen. Darüber hinaus waren am Set Überlebende von dem Terroranschlag beratend tätig. Mit einem One-Take wollte er die Authentizität um ein Vielfaches erhöhen. Dabei ist die Kamera stets an Kaya dran und verfolgt diese über den ganzen Film hinweg. Als weiteres authentizitätssteigerndes Element nutzt Poppe die Verfilmung in Echtzeit. Der Film dauert ohne Abspann und Vorspann knapp 80 Minuten. Nach wenigen Minuten beginnt der Amoklauf und dieser dauert, wie auch damals in der Realität, ziemlich genau 72 Minuten. Anders als beispielsweise Denis Villeneuves hervorragender „Polytechnique“, verzichtet Poppe komplett darauf, den Amokläufer zu zeigen. Man sieht ihn hier lediglich kurz aus der Ferne in einer einzigen Szene. Beim Rest des Films hört man lediglich die von ihm abgefeuerten Schüsse. So ist Utoya kein brutaler Film geworden, weswegen er letztlich ein FSK 12 bekam, welches dennoch nicht unbestritten bleibt. So ist die visuelle Gewalt hier sehr gering. Doch der Film geht an die Nieren, ist anstrengend, zerrt an den Nerven, zeigt ein nicht enden wollendes Leid, bei der es keine Schnitte und damit kein Durchatmen gibt und kreiert eine emotionale Wucht, die einen nicht kalt lässt. Auf der psychologischen nicht-visuellen Ebene ein schwer verdaulicher Film, bei der ein FSK 16 evtl. angebracht wäre.

Utøya 22. Juli: Andrea Berntzen als Kaya
Utøya 22. Juli: Andrea Berntzen als Kaya © Agnete Brun)
All die im vorherigen Absatz beschriebenen Sachen wurden letztlich hervorragend umgesetzt. Regisseur Erik Poppe ist es gelungen ein Film zu inszenieren, der nicht auf einer oberflächlichen Art und Weise als spannende Kinounterhaltung fungiert, sondern den Opfern und Überlebenden in gewisser Weise ein kleines Denkmal setzt. Der Film ist mehr eine Widmung an den Mut und der Kraft der Jugendlichen. Gleichzeitig wird Breivik weder in diesem Film gezeigt noch erwähnt. Es wird auf brutale Szenen visueller Art gänzlich verzichtet. Mit dem One-Take sieht und hört der Zuschauer nur das, was unsere Protagonistin erfährt und erzeugt so Angst, Unsicherheit, Verzweiflung und einen authentischen Überlebenskampf. Man hört nur Schüsse, ist nirgends sicher, schreitet mit ihr durch die Insel, begegnet anderen Jugendlichen, die entweder fliehen, um ihr Leben kämpfen oder bereits ihren Schussverletzungen erlagen. Der alptraumhafte Charakter eines solchen Ereignisses wird nahezu perfekt inszeniert. Der Film verzichtet jedoch nicht komplett auf konventionelle filmische Stilmittel. Zudem hat er eine gewisse Rührseligkeit in diversen Szenen, die man kritisieren kann, auch wenn dies mehr von der subjektiven Wahrnehmung des jeweiligen Zuschauers abhängt. Natürlich ist der Film in Echtzeit und soll trotz der recht kurzen Lauflänge aufgrund des Kontexts wie ein in die Länge gezogener Alptraum wirken. Das tut er prinzipiell auch, jedoch gibt es zwischendrin Szenen, die fast schon „filler“-Charakter besitzen, um Zeit zu überbrücken, um zur nächsten Station auf der Insel zu gelangen. Was das Schauspielerische angeht, steht in diesem Film in erster Linie Hauptdarstellerin Andrea Berntzen im Vordergrund, die von der ersten Sekunde des Films, sobald er auf dieser Insel spielt, zu sehen ist. Ihre eigentlich nicht vorhandene Kinoerfahrung spürt man zu keinem Zeitpunkt. Es ist eine Performance, die kraftvoll, ausdrucksstark, emotional und schlichtweg überzeugend ist. Eine lobenswerte schauspielerische Leistung einer skandinavischen New-Comerin, von der man in der Zukunft sicherlich noch mehr hören wird.

Was die Ton-Qualität angeht, ist die technische Seite zweifelsfrei hochwertig. Es ist dabei jedoch wichtig zu erwähnen, dass man den Film am besten in der OmU-Fassung sehen sollte, um nochmals den authentischen Charakter des Films zu erhöhen. In solch einem Film, bei dem Dialoge ohnehin kein dominierendes Merkmal sind, sollte man dies in der Originalfassung sehen, da sich vor allem die deutsche Synchronisation schwer tat, die panische Verzweiflung authentisch wieder zu geben. Die Bildqualität ist auf jeden Fall lobenswert. Die Aufnahmen auf der Insel, vor allem die Schärfe und die entsättigten Bilder des Films, sind allesamt sehr gut auf der Blu-ray wiedergegeben. Bei den Extras gibt es zwei kurze, aber recht sympathische und informative 7-minütige Interviews mit Regisseur Erik Poppe und Hauptdarstellerin Andrea Berntzen sowie ein 22-minütiges Making-of, das einen Blick hinter den Kulissen auf die Dreharbeiten wirft. Dabei werden sowohl die Überlebenden zu Wort kommen als auch die Crew rund um Regisseur, Drehbuchautorinnen und Darsteller. Das Making-of hebt zudem hervor, dass der One-Take-Dreh alles andere als ein einfaches Unterfangen war.


Fazit:
Ein filmisches Werk, das eines der schrecklichsten Ereignisse auf europäischem Boden in diesem Jahrtausend mit einer famosen realitätsnahen Inszenierung und einer tollen schauspielerischen Leistung visualisiert hat. Kein Feel-Good-Streifen, aber ein Must-See-Film.

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by Morteza Wakilian
Bilder © Universum Film / Weltkino




Utøya 22. Juli - Trailer