Una und Ray - Blu-ray

Blu-ray Start: 29.09.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 943 min

Una und Ray Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Als eines Tages plötzlich die schöne Una in seinem Büro auftaucht, wird Ray ungewollt mit seiner dunklen Vergangenheit konfrontiert. 15 Jahre zuvor verband ihn mit der damals noch minderjährigen Tochter seines Nachbarn eine verbotene Liebesaffäre, für die Ray schließlich verhaftet und verurteilt wurde. Inzwischen hat sich Ray unter anderem Namen ein neues Leben aufgebaut – für Una hingegen scheint die Zeit stillgestanden zu haben. Es folgt eine erbarmungslose Aufarbeitung längst begrabener Erinnerungen mit fatalen Konsequenzen.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / Weltkino
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Trailer, Trailershow, Wendecover

DVD und Blu-ray | Una und Ray

Blu-ray
Una und Ray Una und Ray
Blu-ray Start:
29.09.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 943 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Una und Ray Una und Ray
DVD Start:
29.09.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 91 min.

Blu-ray Kritik - Una und Ray

Blu-ray Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 5/10


Mit Verfilmungen von Theaterstücken ist es immer so eine Sache. Nicht allzu häufig gelingt es Filmemachern, die Herkunft ihres Materials zu verschleiern und ihren Film eben über den Eindruck von abgefilmtem Theater zu heben. Dass „Una und Ray“ auf einem Theaterstück basiert, offenbart sich spätestens nach zehn Minuten, wenn sich der Film zu einem echten Kammerspiel zwischen den titelgebenden Figuren entwickelt. Dass muss natürlich beileibe nichts Negatives sein, denn mit Akteuren vom Kaliber einer Rooney Mara und eines Ben Mendelsohn kann man schon davon ausgehen, dass hier mindestens exzellentes Schauspielerkino zu bewundern ist. Die Prämisse, die von einer jungen Frau handelt, die als 13-jährige mit ihrem erwachsenen Nachbarn in sexuellen Kontakt gekommen ist und ihn nun nach vielen Jahren konfrontiert, bietet auch ein echtes dramatisches Pulverfass mit viel Potential. „Una und Ray“ bleibt dennoch trotz guter Darstellungen und ruhig-intimer Inszenierung hinter den Erwartungen zurück, denn man erhält schnell den Eindruck, dass Debüt-Regisseur Benedict Andrews David Harrowers Theaterstück „Blackbird“ vielleicht lieber als halbstündigen Kurzfilm inszenieren hätte sollen.

Una (Rooney Mara)
Una (Rooney Mara) © Weltkino Filmverleih
„Una und Ray“ fängt durchaus vielversprechend an. Der Zuschauer wird mit scheinbar zusammenhanglosen und subtil provokanten Bildern konfrontiert – zunächst läuft ein junges Mädchen durch einen Garten, ihre Bluse ist leicht geöffnet, sie erblickt etwas oder jemanden und lächelt leicht. Dann ein harter Schnitt auf die im wilden Stroboskoplicht eines Clubs ekstatisch zu hämmernden Beats tanzende Rooney Mara. Die junge Frau wirkt hier einsam und verloren, kurze Zeit später hat sie Sex mit einem Fremden in der Toilette. Wenig später steht die Frau in der Dusche, sie spricht danach mit ihrer Mutter. Und auch weiterhin springt „Una und Ray“ wild zwischen Bildern des jungen Mädchens (eine starke Ruby Stokes) und der erwachsenen Frau umher – dass es sich um ein und dieselbe Person handelt, sollte nicht überraschend sein.

Die ersten Minuten des Films wirken noch sehr filmisch und wecken Interesse. Wenn Una dann schließlich in einer Fabrikhalle auftaucht und dort auf Ray (Ben Mendelsohn) trifft, der seinen Mitarbeitern als Peter bekannt ist, kann der Film seine Theaterherkunft trotz mancher Mühen in Form von zahlreichen Rückblenden und ungewöhnlichen Bildkompositionen kaum verleugnen. Langsam füttert Andrews den Zuschauer mit Informationen zu den Hintergründen seiner Protagonisten. Das geschieht wie angedeutet durch eine Rückblendenstruktur, aber vor allem durch lange Dialoge zwischen Una und Ray. Die Beziehung der Beiden ist überaus komplex, denn der anfängliche Eindruck, dass Una auf Rache aus sein könnte, bestätigt sich nicht wirklich.

Die junge Una (Ruby Stokes) und Ray (Ben Mendelsohn)
Die junge Una (Ruby Stokes) und Ray (Ben Mendelsohn) © Weltkino Filmverleih
Viel mehr zeigt sich hier ein deutlich ambivalenteres Bild, denn trotz aller Traumata, die Una durch Mobbing ihrer Mitschüler ertragen musste, steht sie ihrem scheinbaren Peiniger überraschenderweise eher wohlgesonnen gegenüber. Es offenbart sich eine sehr komplexe Beziehung, die vor Jahren eher als Freundschaft zu beurteilen war, die schließlich – man mag es kaum aussprechen – zu einvernehmlichen Sex geführt hat. Natürlich wollen Andrews und Harrower hier keinen wirklich versöhnlichen Ton aufbauen oder gar das Verhalten von Ray entschuldigen, denn Unas Trauma sind unübersehbar. Der Film verzichtet jedenfalls auf einfache Antworten und fordert den Zuschauer mit einer machtspielartigen Situation heraus, die nicht einfach zu beurteilen ist.

Mara und Mendelsohn geben ihr Bestes in schwierigen Parts, gerade zweiterer ist die perfekte Besetzung für eine Figur, die zwischen Monster und gepeinigter Seele überzeugend umherschwankt. Man spürt beiden Darstellern das überwältigende Gewicht an, das auf ihren Schultern lastet, die Narben sind unübersehbar tief. Ray wurde etwa zu vierjähriger Haft für seine Tat verurteilt, die ihn im Gefängnis zum niedersten gemacht hat, was dort vorzufinden ist. Einen richtigen Zugang zu diesen sehr komplexen Figuren erhält man nur bedingt, an billiger Betroffenheit ist Andrews keineswegs interessiert. Das ist zum einen löblich, macht aus „Una und Ray“ zum anderen aber auch eine sehr unterkühlte und distanzierte Angelegenheit. Viele Dialoge bauen einen faszinierenden Sog auf, jedoch ist es unbestreitbar, dass der Film oft auch sehr hölzern und statisch wirkt. Manche Gespräche wirken zudem arg erklärend, wodurch man den Eindruck hat, dass den Machern kein besserer Weg zum Verdeutlichen ihrer Hintergründe eingefallen ist. Natürlich gibt es hier aber auch zahlreiche bedeutungsschwere Schweigemomente zu beobachten, die die Darsteller mit vielsagender Mimik überzeugend ausfüllen.

Rooney Mara als Una
Rooney Mara als Una © Weltkino Filmverleih
Irgendwie hat man bei „Una und Ray“ den Eindruck, als wäre der Transfer von starkem und mehrfach preisgekröntem Theaterstück zur überzeugenden filmischen Adaption nicht wirklich geglückt. Der Stoff ist zweifelsohne kraftvoll und wird sicherlich gerade auf der Bühne zu einem bedrückend-intensiven Stück, jedoch geht dem Film immer wieder etwas die Luft aus. Obwohl Andrews durchaus mit seiner Rückblendenstruktur Unas zerrüttetes und konfuses Seelenleben überzeugend filmisch transportiert, findet er keinen Weg hier eine wirklich packende Erzählung zu kreieren. Faszinierende Momente gibt es dennoch einige zu bewundern, es muss auch unterstrichen werden, dass Andrews mutig und kompromisslos an die Vorlage heranging und vor unbequemen und potentiell kontroversen Situationen nicht zurückscheut. Eine Katharsis bleibt hier jedoch aus, letztlich bleibt man nur mit einem Gefühl von Leere zurück.

Bild
Das digital aufgezeichnete Bild der Blu-ray gefällt durch Natürlichkeit und sehr gute Schärfe- und Detailwerte. Insgesamt macht das Bild hier einen bodenständigen Eindruck, Farben erscheinen natürlich, aber kräftig. Kontraste und Schwarzwerte sind insgesamt auf einem anständigen Niveau, in manchen Momenten erscheinen diese aber auch etwas softer. Ales in allem ein knackiges und sehenswertes Bild.

Ruby Stokes spielt Una in jungen Jahren
Ruby Stokes spielt Una in jungen Jahren © Weltkino Filmverleih
Ton
Insgesamt gestaltet sich „Una und Ray“ als sehr dialoglastig, weshalb sich der Großteil des Tons auf den Frontlautsprechern verteilt. Dennoch kommen auch immer wieder atmosphärische Geräusche auf den hinteren Lautsprechern zum Vorschein. Überraschende Dynamik und wuchtigen Subwoofereinsatz vernimmt man direkt zu Beginn bei der Discoszene, die das Wohnzimmer kurzfristig zum Wackeln bringt. Dialoge sind insgesamt in einer soliden Lautstärke abgemischt, könnten aber im Original eine Spur lauter sein.

Extras
Leider kommt die Blu-ray abgesehen von einer Trailershow ohne jedes Bonusmaterial aus.


Fazit:
Zwei sehr gute Darsteller überzeugen hier in einem leider sehr statischen und monotonen Film, der seine Theaterherkunft und sein kraftvolles Material nur bedingt überzeugend in filmische Form verpackt hat.

by Florian Hoffmann
Bilder © Universum Film / Weltkino