Umrika - Blu-ray

Blu-ray Start: 11.03.2016
FSK: 6 - Laufzeit: 101 min

Umrika Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Mitte der 80er Jahre. Das kleine Dorf Jitvapur in Indien ist in Aufregung, weil der junge Udai (Prateik Babbar) nach Amerika auswandert, um dort ein besseres Leben zu finden. Regelmäßig schickt er Briefe nach Hause, in denen er seine Erlebnisse beschreibt. Für die kleine Dorfgemeinschaft sind diese Berichte wie das Fenster zur großen, weiten Welt. So vergehen die Jahre, bis eines Tages Udais Briefe ausbleiben. Gemeinsam mit seinem besten Freund Lalu (Tony Revolori) macht sich Udais jüngerer Bruder Ramakant (Suraj Sharma) auf die Suche nach ihm. Er folgt dem Weg seines Bruders und findet, wie durch ein Wunder, dabei seinen eigenen.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / Ascot Elite Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Hindi)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Originaltrailer, Making of, Interviews, Deleted Scenes

DVD und Blu-ray | Umrika

Blu-ray
Umrika Umrika
Blu-ray Start:
11.03.2016
FSK: 6 - Laufzeit: 101 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Umrika Umrika
DVD Start:
11.03.2016
FSK: 6 - Laufzeit: 97 min.

Blu-ray Kritik - Umrika

Blu-ray Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 2/10
Ton: | 8/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 5/10


„Umrika“ feierte auf dem renommierten Sundance Film Festival 2015 Weltpremiere und konnte dort den „World Cinema Dramatic Audience Award“ gewinnen, den Publikumspreis. Auch auf dem Cairo International Film Festival und dem Palm Springs International Film Festival wurde der erste Langfilm von Regisseur Prashant Nair ausgezeichnet. Zudem eröffnete er das Indische Filmfestival in Stuttgart. Überdies waren die Rezensionen der US-Kritiker voll des Lobes. Doch ein Erfolg wurde die indische Independent-Produktion nicht und blieb einem großen Publikum verwehrt. Umrika SzenenbildDabei liest sich der Ansatz interessant. 1975: Das kleine Dorf Jitvapur liegt in den indischen Bergen, abgeschnitten von der Zivilisation. Lediglich ein Postbote hält die Bewohner auf dem Laufenden und ist für viele der einzige Kontakt zur restlichen Welt. Als Udai (Prateik Babbar) seine Mutter (Smita Tambe), seinen Vater (Pramod Pathak) und seinen jüngeren Bruder Ramakant (Shubham Chintamani More; später Suraj Sharma) verlässt und nach Amerika aufbricht, um in den USA ein besseres Leben zu führen, ist die Gefühlslage gemischt. Auf der einen Seite sind sie traurig, ein wertvolles Familienmitglied zu verlieren. Auf der anderen Seite freuen sie sich über Udais Briefe, die ihnen Einblicke in die große weite Welt und das von ihnen idealisierte „Amrika“ geben. Doch als keine weiteren Briefe mehr kommen und es zu allem Überfluss auch noch einen Todesfall zu vermelden gibt, macht sich Rama unterstützt von Lalu (Tony Revolori) auf die Suche nach Udai.

Diese Geschichte ist insgesamt enttäuschend umgesetzt. „Umrika“ verschenkt viel Potenzial und braucht lange, um halbwegs Fahrt aufzunehmen und den Zuschauer nach etwas mehr als 50 Minuten langsam auf seine Seite zu ziehen. Zuvor betrachtet man das Geschehen nüchtern und aus der Ferne – weil man keine Nähe zu den unterdurchschnittlich eingeführten Figuren aufbauen kann. Im Gegenteil, diese bedienen teilweise Klischees, anstatt sie zu karikieren. Als Beispiel sei hier der Charakter der Mutter genannt, die mit ihrer übertriebenen Emotionalität und ihren Stimmungsschwankungen nervt. Auch die zu weit hergeholte Geschichte überzeugt nicht immer, weil der Schnitt in der ersten Hälfte einige Längen hat, aber keine Tiefe. Das liegt auch an der nicht immer überzeugenden, stellenweise unruhigen und unübersichtlichen Kameraführung. Hier gibt es nur selten positiv auffallende Bilder. Als wäre all dies noch nicht genug, ist darüber hinaus die deutsche Synchronisation schlecht, weil oft an den falschen Stellen betont wird oder die Sätze ausdruckslos aufgesagt werden. So stellt sich schon nach kurzer Zeit die Frage, warum dieser Film einen solchen Anklang beim intellektuellen Publikum und auf renommierten Filmfestivals fand. Der Hauptgrund dafür ist die Umkehrung eines Klischees: für Europäer und Amerikaner ist Indien ein exotisches Land. Für die Inder ist es genau umgekehrt, weshalb Nair diesen interessanten Ansatz wählte und die USA idealisierte. Umrika SzenenbildDie Bewohner erschaffen sich selbst ein Traumland, nur aus den Informationen, die sie über die Briefe und die beiliegenden Fotos erhalten. Dieser Ansatz und die mit der Zeit deutlich werdende Aussichtslosigkeit auf einen guten Job im Dorf oder einer indischen Großstadt verleihen dem Film dann letztlich doch Kraft und wecken das Interesse des Zuschauers. Allerdings hätte man Nair bei der Umsetzung etwas mehr Geschick und Qualität gewünscht. Mehrfach offenbart sich, dass dies sein erster Langfilm ist. Erst am Ende offenbaren sich die Möglichkeiten, die der Film bei einer besseren Umsetzung gehabt hätte: das Zeug zu einer sehr guten Culture-Clash-Komödie gepaart mit ernsten Szenen. Schließlich wird man in der zweiten Hälfte gepackt, kann mit den Protagonisten mitfiebern und die meisten Charaktere akzeptieren. Das ist jedoch etwas zu spät, weil „Umrika“ auch weiterhin einige Schwächen hat und auch das Ende vorhersehbar ist und keine überraschende Wendung zu bieten hat.
Zu keiner Zeit wird die Qualität von „Ziemlich beste Freunde“, „Monsieur Claude und seine Töchter“ oder „Almanya - Willkommen in Deutschland“ erreicht.
Da dieses Genre in den letzten Jahren so häufig (erfolgreich) bedient wurde, fällt ein durchschnittlicher Film wie „Umrika“ im Vergleich dazu deutlich ab.

Die Schauspieler machen ihre Sache solide. Der indische Cast kann insgesamt überzeugen. Suraj Sharma (Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger, Homeland, Million Dollar Arm) spielt seine introvertierte Rolle glaubhaft und auch Tony Revolori (Grand Budapest Hotel, Die 5. Welle, Dope) agiert auf annehmbaren Niveau, obwohl er eine eher kleine Rolle hat.

Die Blu-ray-Umsetzung ist durchschnittlich. Ein Schlag ins Gesicht aller HD-Freunde ist die peinliche Bildqualität. Selbst die besten Szenen haben maximal durchschnittliches DVD-Niveau. Alle anderen Sequenzen fallen durch ein entnervendes Kriseln, ständiges Flackern, Grobkörnigkeit, Verwaschenheit und Unschärfe negativ auf. Das Super-16-Format wurde dabei bewusst ausgewählt, weil es den Stil der 1980er Jahre verstärken sollte. Diese Entscheidung kostet nur leider in vielerlei Hinsicht Atmosphäre und versetzt den Zuschauer nicht wie erhofft umgehend in die Vergangenheit Zuallererst vergeht einem der Filmgenuss. Umrika SzenenbildDazu kommt, dass sich Details nicht erkennen- und die schönen Landschaften nicht genießen lassen, weil man ihre Pracht nur erahnen kann. Hier wurde viel Potenzial verschenkt. So ein schlechtes Bild ist eine Seltenheit.
Immerhin kann der klare, laute und detailreiche Ton im DTS-HD-Master-5.1-Format überzeugen. Auch die Extras sind gelungen. Neben einer dreiteiligen Trailershow, dem Originaltrailer und dem deutschen Trailer gibt es ein Interview mit Suraj Sharma (7:51 Minuten; schlechte Qualität, am Drehort nebenher gedreht, Umgebungsgeräusche wie Geschrei lauter als das launige Interview selbst), eines mit Regisseur Prashant Nair (18:56 Minuten), Deleted Scenes (Minuten) und ein Making-of. Zusammengenommen und trotz kleinerer Schwächen bietet dieses Bonusmaterial sehr gute Einblicke in die Hintergründe der Produktion und der ursprünglichen Idee. Nair entwickelte diese, weil er als Diplomatenkind aufwuchs, alle drei Jahre umzog und in Sambia, Syrien, Schweiz und Österreich lebte und verschiedene Kulturen kennenlernte. Vor allem das Interview mit ihm ist dabei aufschlussreich. Der Regie-Langfilmdebütant ist freundlich, sympathisch und erzählt überraschend offen von der Entwicklung, dem Casting, der Sprache des Filmes, der Zeitebene, der Authentizität, der Ausstattung, der Musik, der Kameraführung und den Problemen bei der Finanzierung.


Fazit:
Durchschnittlicher, erst nach langer Anlaufzeit annehmbarer Film, der zu Beginn zu langatmig ist, eine zu schwache Charakterdarstellung und –entwicklung hat, um überzeugen zu können. Nach etwa der Hälfte des Filmes steigt das Niveau durch einen Ortswechsel, etwas mehr Charaktertiefe und eine gut verdeutlichte, ausweglose Situation an, auch wenn die schwache deutsche Synchronisation ausdruckslos bleibt und die schlechte Bildqualität viel Atmosphäre kostet. Deshalb ist „Umrika“ nicht mehr als ein durchschnittlicher Film.

by Stefan Bröhl
Bilder © Universum Film / Ascot Elite Home Entertainment