Tulpa - Dämonen der Begierde - Uncut (Limited Collectors Edition) - Blu-ray

Blu-ray Start: 15.02.2014
FSK: 18 - Laufzeit: 88 min

Tulpa - Dämonen der Begierde - Uncut (Limited Collectors Edition) Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Lisa ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau, die ein Doppelleben führt. Tagsüber wird sie von Kollegen respektiert, in der Nacht hingegen sucht sie den Kick im Sexclub Tulpa. Dort kann sie ihre devoten Sexfantasien ausleben. Ihr Leben gerät aus den Fugen, als ihre Liebhaber nacheinander umgebracht werden. Wer ist der geheimnisvolle Killer? Seine Morde sind grausam und sadistisch! Während die Polizei ermittelt, gerät Lisa immer mehr in Lebensgefahr.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 3
Regionalcode: 2
Vertrieb: Ledick Filmhandel GmbH
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Making Of / Bildergalerie / Deutscher Trailer / Italienischer Trailer / Trailershow

DVD und Blu-ray | Tulpa - Dämonen der Begierde - Uncut (Limited Collectors Edition)

Blu-ray
Tulpa - Dämonen der Begierde - Uncut (Limited Collectors Edition) Tulpa - Dämonen der Begierde - Uncut (Limited Collectors Edition)
Blu-ray Start:
15.02.2014
FSK: 18 - Laufzeit: 88 min.

zur Blu-ray Kritik

Blu-ray Kritik - Tulpa - Dämonen der Begierde - Uncut (Limited Collectors Edition)

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 7/10


Mit „Tulpa – Dämonen der Begierde“ veröffentlicht der Verleiher Ledick Film einen überzeugenden Neo-Giallo, der bereits auf dem Fantasy Filmfest für zufriedene Gesichter der Genrefans sorgte und mit seiner, in die spannende Inszenierung überaus passend eingewobenen Härte durchaus nostalgische Erinnerungen an die Hochphase des italienischen Thrillerkinos der 70er Jahre wachrufen konnte. Federico Zampaglione knüpft ganz bewusst an die Werke eines Dario Argentos oder Mario Bavas an, ohne dabei seine Eigenständigkeit zu verlieren, was zu einem gelungenen Endresultat geführt hat: „Tulpa“ ist abgrundtief gemein, von einem subtilen Humor durchzogen und unterhält schlicht und einfach grandios!

Tagsüber beschäftigt sich die erfolgreiche Geschäftsfrau Lisa (Claudia Gerini) mit Problemen der Finanzwelt während sie des Nachts im zwielichtigen Sex-Club „Tulpa“ das nötige Maß an Entspannung sucht. Sie führt also ein gefährliches Doppelleben – kämen ihre sexuellen Präferenzen ans Licht, wäre ihre Karriere wohl vorzeitig beendet. Als ein mysteriöser Killer damit beginnt, Lisas ehemalige Sexpartner auf bestialische Art und Weise abzuschlachten, fällt ihr die Geheimhaltung zusehends schwerer. Sie beginnt auf eigene Faust Ermittlungen anzustellen und setzt sich einer unglaublichen Gefahr aus...

Sämtliche Standartzutaten bzw. Klischees eines klassischen Giallo sind in „Tulpa“ versammelt, doch das wirkt in keinster Weise abgenutzt oder beliebig, sondern passt hervorragend zum Konzept. Die zahlreichen bekannten Motive (schwarze Handschuhe, Masken,…) fügen sich schlüssig in den Gesamtkontext ein und wirken daher auch nicht aus der Zeit gefallen. Der Universal-Eklektizismus, den Federico Zampaglione ganz schamlos und offensichtlich betreibt, hinterlässt daher einen wunderbar passenden Eindruck, weil sich der Film trotz seiner zahlreichen Anspielungen niemals in einer selbstzweckhaften Zitierwut verliert und somit auch von Giallo-Neulingen problemlos geschaut werden kann.
Die Story des Films zeugt zwar nicht von überragender Schreibkunst, wird aber durch die gelungene formale Gestaltung gut kompensiert. Es geht hier einfach eher um Stil und Spannung, als um den reinen Inhalt – daher fallen die narrativen Defizite nicht so negativ auf. Die unglaublich brutalen Mordszenen des Filmes wirken aufgrund ihrer Over-the-Top Inszenierung zwar beinah etwas comic-haft, gehen aufgrund ihrer explizit gezeigten Abscheulichkeiten aber dennoch unter die Haut und rufen nicht selten Gefühle des Ekels hervor. Gleich die Anfangsszene macht deutlich, welche Tonart der Regisseur mit seinem Film anschlagen will und ebendiese wird im weiteren Verlauf schmerzhaft konsequent beibehalten. Dass Federico Zampaglione eigentlich sein Geld als Musiker verdient, führt zu einem der größten Pluspunkte des brutalen Streifens, dem ungemein atmosphärischen Soundtrack. Dieser verleiht dem Film gleich von Beginn an einen rätselhaften akustischen Unterbau, weshalb den Bildern stets das nötige Maß an unheilvoller Mystik anhaftet. Im Verlauf der Handlung wagt sich der Film auch inhaltlich in Bereiche des Okkulten vor und präsentiert so beispielsweise einen surreal anmutenden Besuch in einem Sex-Club, in dem neben zahlreichen kopulierenden Menschen auch ein düsterer Mann namens Kiran haust, der über eine eindeutig vampireske Ausstrahlung verfügt und daher ungemein bedrohlich wirkt. Im Kern bleibt der Film allerdings trotz dieser Elemente stets ein fieser Thriller, dessen Bösewicht sich eine grausame Teufelei nach der anderen einfallen lässt und damit für zahlreiche schockierende Bilder sorgt. Hier wird wie bereits angesprochen mit einer solchen visuellen und konzeptionellen Konsequenz gemordet, dass die fehlende FSK-Freigabe nicht mehr allzu sehr verwundert. Hier werden Genitalien chirurgisch entfernt, Gesichter mit Stacheldraht verstümmelt oder Ratten mit menschlichem Fleisch gefüttert – Zartbesaitete sollten daher lieber einen großen Bogen um „Tulpa“ machen. Im Umkehrschluss bekommen jedoch beinharte Genrefans genau das, was sie wollen und lieben. Abseits der intensiven Mordsequenzen kann der Film das hohe Niveau aufgrund seiner banalen Dialoge und einer reichlich absurden Handlung jedoch nicht vollends halten, was der Spannung aufgrund der packenden Inszenierung allerdings keinen Abbruch tut.

Die schicke Collector´s Box beinhaltet den Film auf Blu-ray und DVD – somit kann praktisch jeder zugreifen. Obendrein gibt’s noch den grandiosen Soundtrack auf einer Bonus-CD dazu, den man auch sehr gut abseits des Filmes hören kann. In technischer Hinsicht machen Blu-ray und DVD ebenfalls eine überaus gute Figur und ermöglichen es, die fiese Mörderjagd in gestochen scharfen Bildern und mit einem tollen akustischen Unterbau im Heimkino zu erleben. Als Extra gibt es leider bloß ein vergleichsweise kurzes Making-of zu sehen – allerdings wird dieser Umstand gut von der ansonsten umfangreichen Restausstattung (Soundtrack etc.) der Box kompensiert.

Info: Da der Film keine FSK-Freigabe hat, liegt er in keiner offiziellen deutschen Veröffentlichung vor, sondern wird stattdessen in Österreich oder der Schweiz vertrieben. Erwerben kann man die Collector´s Edition beispielsweise bei BMV Medien oder Amazon aber trotzdem. Eine gekürzte FSK 18 – Fassung ist bislang nicht geplant.

Fazit:
Für Freunde klassischer Gialli ist „Tulpa“ aufgrund seiner visuellen Konsequenz und mysteriösen Atmosphäre definitiv der richtige Zeitvertreib.

by Jonas Hoppe
Bilder © Ledick Filmhandel GmbH