True Story - Spiel um Macht - Blu-ray

Blu-ray Start: 17.11.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 100 min

True Story - Spiel um Macht Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Als der in Ungnade gefallene New Yorker Times Reporter Michael Finkel (Jonah Hill) dem des Mordes angeklagten Christian Longo (James Franco) begegnet, beginnt ein mörderisches Katz- und Maus-Spiel. Denn Longo hat Finkels Identität angenommen. Und Finkel will um jeden Preis die Wahrheit von Longos Geschichte herausfinden. Es beginnt eine schonungslose Jagd um Mord, Liebe, Betrug und Erlösung...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Zusätzliche Szenen; Featurettes: Mike Finkel, Wer ist Christian Longo?, Die Wahrheit hinter TRUE STORY; Making of; Wendecover

DVD und Blu-ray | True Story - Spiel um Macht

Blu-ray
True Story - Spiel um Macht True Story - Spiel um Macht
Blu-ray Start:
17.11.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 100 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
True Story - Spiel um Macht True Story - Spiel um Macht
DVD Start:
17.11.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 96 min.

Blu-ray Kritik - True Story - Spiel um Macht

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 7/10


Manche Verbrechen sind in ihrer schieren Irrationalität und Emotionslosigkeit für einen gesunden Verstand nur schwer nachvollziehbar. Eine dieser fassungslos machenden, unmenschlichen Taten wurde Ende 2001 von dem amerikanischen Familienvater Christian Longo ausgeübt, der seine Frau und seine drei jungen Kinder scheinbar grundlos ermordete und nur wenig später in Mexiko gefasst wurde. True Story - Spiel um Macht Szenenbild„True Story“, der nun über ein Jahr nach seinem deutschen Kinostart seine Heimkinoauswertung erfährt, befasst sich mit diesem Mann aus Sicht des Journalisten Mike Finkel, der Longo einige Besuche abgestattet hat, um über seinen Fall zu berichten. Das Regiedebüt des britischen Theaterregisseurs Rupert Goold versucht zum einen den Verstand eines scheinbaren Soziopathen zu ergründen, darüber hinaus aber auch den journalistischen Prozess darzustellen. „True Story“ ist so eine Studie in Menschenkenntnis und eine psychologisch komplexe Analyse von menschlichem Verhalten, das allerdings keine befriedigenden und einfachen Antworten liefert. Zuschauer, die hier einen reißerischen Thriller erwarten, werden von diesem gedankenvollen und subtilen Drama womöglich enttäuscht sein.

Gerade noch schien der junge New York Times-Journalist Mike Finkel (Jonah Hill) auf dem Weg zu sein, sich mit seinen aufsehenerregenden Artikeln, die ihm schon mehrere Coverstories bescherten, ersten Pulitzerpreisen zu nähern. Doch sein kometenhafter Aufstieg wird jäh gestoppt, als auffliegt, dass er für seine letzte Story über afrikanische Kindersklaven mehrere Charaktere zu einer Person zusammengefügt hat, um eine stärkere Aussage zu erzielen. Nicht nur seine Karriere bei der New York Times ist so erst mal beendet, sein ganzes journalistisches Renommee steht auf dem Spiel. Am Tiefpunkt angelangt, erhält er einen plötzlichen Anruf, der ihn darüber unterrichtet, dass der Familienmörder Christian Longo (James Franco) sich bei seiner Festnahme als Finkel ausgegeben hat. Finkel ist direkt interessiert an der Geschichte und reist nach Oregon, wo er Longo im Gefängnis besucht. Dieser war scheinbar schon länger ein Fan von Finkels Artikeln und verspricht ihm, alles zu erzählen – vorausgesetzt, er gibt ihm Schreibunterricht und behandelt die preisgegebenen Informationen bis zum Ende des Prozesses vertraulich. Finkel stimmt zu und stellt schon frühzeitig fest, dass aus Longos Fall kein Artikel, sondern ein ganzes Buch entstehen muss. Der sanft und ruhig wirkende Longo fasziniert Finkel und er bekommt Zweifel an der Schuld des scheinbar harmlosen Mannes, zu dem er langsam eine merkwürdige Freundschaft aufbaut…

True Story - Spiel um Macht Szenenbild „True Story“ ist ein faszinierender und psychologisch tiefgründiger Film, der oft den Anschein macht, auf eine bestimmte Wendung zuzulaufen, die allerdings nie eintritt. Goolds Film ist schlichtweg nicht die Art von sensationsgierigem und reißerischem Film, den manche Zuschauer sicherlich erwarten. Hier geht es um reale Schicksale und eine Geschichte, die mit der Künstlichkeit eines fiktionalen Films nichts zu tun hat. Die Einsichten des Films sind subtiler, der eine mag von dem recht abrupten Ende frustriert werden, dem anderen wird es unter die Haut gehen und nachwirken. Hier wird eine Persönlichkeit präsentiert, die nicht nach herkömmlichen Maßstäben verständlich gemacht oder erklärt wird, sie bleibt ein Mysterium. In seinen besten Momenten erinnert der Film so vor allem thematisch an Bennett Millers „Capote“, der auch die zunehmend freundschaftliche Auseinandersetzung eines Schriftstellers mit einem verurteilten Mörder behandelt.

Für eine lange Zeit ist „True Story“ ein spannendes Kammerspiel, das in ruhigen und klar komponierten Bildern versucht, den Zuschauer in die Schuhe eines wissbegierigen und schließlich regelrecht obsessiven Journalisten zu stecken, der versucht hinter die Maske eines mutmaßlichen Mörders zu blicken. So ist man ständig ermutigt, James Francos Christian Longo zu lesen, eine bestimmte Regung auszumachen, die etwa eine Lüge verrät. Franco macht seine Sache gut, dennoch wäre ein unbekannterer Darsteller hier sicher noch effektiver gewesen. Auf der anderen Seite weiß allerdings Jonah Hill nach mittlerweile zwei Oscar-Nominierungen erneut in einer dramatischen Rolle zu überzeugen. Ihm gelingt es den Film souverän zu tragen, auch wenn man als Kenner der gemeinsamen Komödien von ihm und Franco hier und da etwas aus der Filmrealität gezogen wird. Das ist aber rein Umstand der etwas überraschenden Besetzung selbst, nicht ihrer glaubwürdig gespielten Parts.

True Story - Spiel um Macht Szenenbild Etwas verschwendet wird allerdings Felicity Jones, die Finkels Ehefrau Jill spielt. Über weite Strecken ist sie leider nur schlichtes Beiwerk und wirkt zudem in der Rolle von Finkels Frau fehlbesetzt, da sie zu Hill keinerlei glaubhafte Chemie aufbaut. In einer unter die Haut gehenden Szene, die einen Besuch von Jill bei Longo zeigt, reißt sie für zwei Minuten den Film mit bemerkenswerter und überraschender, gänsehauterregender Intensität kurz an sich. Ihr gehört so sicherlich der schauspielerische Glanzpunkt und einer der besten Momente des Films.

„True Story“ ist eine geduldige und beobachtende Studie menschlichen Verhaltens, im Mittelpunkt steht aber letztlich die Entwicklung eines ambitionierten Journalisten, der seine Geschichten am liebsten selbst schreiben würde und lernen muss, dass er das nicht kann. Finkel muss realisieren, dass die Wahrheit nicht so einfach gestrickt ist, wie es manchmal den Anschein macht, dass man Menschen auch nach langer Zeit trotz aller Erfahrung nicht einfach durchschauen kann. Damit wirkt der Film aber auch nach, denn er präsentiert hier eine unberechenbare und unlesbare Figur und lässt einen nicht mit simplen Schwarz- und Weiß-Antworten zurück. Das kann frustrierend sein, aber ist so auch nahe an der Lebensrealität.

Bild
Bis auf wenige digital aufgezeichnete Ausnahmen wurde „True Story“ auf analogem Film gedreht. Heraus gekommen ist ein sehr ansehnliches, organisches und subtil texturiertes Bild, das durch seine natürliche, aber kräftige Farbgebung, starke Schärfe- und Detailwerte und einen sehr guten Kontrast punktet. Nur an manchen Stellen, etwa bei nächtlichen Momenten ist der Kontrast etwas geringer gehalten, was aber Teil der gewünschten Ästhetik des Films ist. True Story - Spiel um Macht Szenenbild

Ton
Hier präsentiert sich ein erwartungsgemäß dialog- und dementsprechend frontlastiger Film, der sich auf akustischer Ebene aber dennoch einwandfrei präsentiert. Stimmen ertönen generell mit bester Klarheit und Verständlichkeit, Räumlichkeit wird primär durch die Filmmusik und seltene atmosphärische Geräusche erzeugt.

Extras
Die Blu-ray von „True Story“ bietet eine Reihe kurzer und informativer Featurettes, die allerdings von Robert Goold einsichtsreichem Audiokommentar übertrumpft werden. Hinzu kommen ein paar entfernte Szenen, die vor allem die Figur von Jill vertiefen. Insgesamt solide.
Zusätzliche Szenen (mit optionalem Kommentar): (Mike und Jill machen einen Spaziergang; Ein Anruf von Longo (04:44 Min.), Jill stößt auf einen sterbenden Hirsch (01:37 Min.), Jill macht ein Feuer (01:21 Min.), Mike trifft die Familie Longo (01:04 Min.), Alternatives Ende (07:56 Min.))
Featurettes (Mike Finkel (03:35 Min.), Wer ist Christian Longo (03:58 Min.), Die Wahrheit hinter TRUE STORY (04:05 Min.))
Making of (05:24 Min.)
Audiokommentar von Rupert Goold
Trailer (02:28 Min.)
Weitere Highlights (A Bigger Splash, A War, Legend, Macbeth)


Fazit:
„True Story“ ist ein über weite Strecken packendes Drama über ein wahres Verbrechen, das im Kammerspiel-Stil den Zuschauer ermutigt, einen Soziopathen zu lesen. Einfache Antworten liefert der Film nicht, ebenso wird auf reißerische Elemente verzichtet, was manche Zuschauer sicher frustrieren könnte.

by Florian Hoffmann
Bilder © Studiocanal Home Entertainment