Traumfabrik - Blu-ray

Blu-ray Start: 12.12.2019
Digital VoD: 05.09.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 125 min

Traumfabrik Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Sommer 1961. Emil ist Komparse im DEFA-Studio Babelsberg und verliebt sich dort Hals über Kopf in die französische Tänzerin Milou. Die beiden sind wie füreinander bestimmt. Doch dann werden sie durch die Grenzschließung am 13. August 1961 getrennt. Ein Wiedersehen scheint unmöglich, bis Emil einen waghalsigen Plan schmiedet …

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Eurovideo
Tonformate:
DTS-HD 7.1 Master Audio (Deutsch)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.39:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Interviews, Featuretten, Premierenclip

DVD und Blu-ray | Traumfabrik

Blu-ray
Traumfabrik Traumfabrik
Blu-ray Start:
12.12.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 125 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Traumfabrik Traumfabrik
DVD Start:
12.12.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 121 min.

Blu-ray Kritik - Traumfabrik

Blu-ray Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 6/10


1961: Der junge Emil (Dennis Mojen) hat seinen Wehrdienst gerade hinter sich, da folgt er dem Ruf seines Bruders und Kulissenbauers Alex (Ken Duken) in die DEFA-Filmstudios in Babelsberg. Dort erhält er direkt die Möglichkeit als Komparse in einem opulenten Kostümschinken mitzuwirken, wobei er sich unvermittelt Hals über Kopf in die französische Tänzerin Milou (Emilia Schüle) verliebt. Gerade als sich die beiden etwas näher gekommen sind, bremst die Geschichte die junge Liebe aus: Die Berliner Mauer wird errichtet und damit Berlin in zwei Teile gespalten. Milou ist im Westen untergebracht, während Emil verdrossen im Osten auf seine Angebetete wartet. Doch der naive Hans Guck-in-die-Luft Emil hat eine abenteuerliche Idee: Er nimmt in den Studios das leere Büro eines Produktionsleiters und einen neuen Namen an und leiert die gigantische Produktion eines Kleopatra-Films an, um so die französische Kinodiva Beatrice Morée (Ellenie Salvo González) und damit ihr Double Milou zu sich zu locken…

Alleine die Prämisse von „Traumfabrik“ reicht schon aus, um genau zu wissen, mit welcher Art von Film man es zu tun hat. Regisseur Martin Schreier („Unsere Zeit ist jetzt“) und Drehbuchautor Arend Remmers („Schneeflöckchen“) entspinnen mit Hilfe aller gängigen Zutaten eine hemmungslos aufrichtige und gänzlich ironiefreie Fantasy-Romanze, die mit jeder Menge Zuckerguss und Kitsch der Kraft des Kinos huldigen will. Realität hat in dieser warm-goldenen und ausufernd opulenten Reminiszenz an große altmodische Kinoromanzen und die prachtvolle Vergangenheit des altehrwürdigen Studio Babelsberg keinen Platz. Die Ambitionen der Macher und ihre Fähigkeit wirklich aufwändige und große (wenn auch sehr glatte Bilder) zu erschaffen ist zweifelsfrei vorhanden, jedoch wirkt „Traumfabrik“ in seiner Machart viel zu durchschaubar, klischeebehaftet und aufgesetzt, um wirklich an seine Vorbilder heranzureichen.

Milou (Emilia Schüle) und Emil (Dennis Mojen)
Milou (Emilia Schüle) und Emil (Dennis Mojen) © Eurovideo
Viel mehr verlässt man sich auf das brave Vermengen vieler Versatzstücke und Zutaten, in der Hoffnung den Geist in der Flasche zu erwecken. Auch wenn „Traumfabrik“ deshalb nur bedingt funktioniert, muss man die Macher für ihren Willen bewundern, einen Film zu machen, der ganz bewusst aus der Zeit fällt und nicht mit heutigen Sehgewohnheiten zu gehen. Doch was etwa den ähnlich ambitionierten „La La Land“ vor ein paar Jahren ausgemacht hat, war eine große Vision, filmische Virtuosität und eben auch das Einbringen echter Themen und geerdeter Menschlichkeit, wodurch die Vorbilder eben auch trotz aller Huldigung interessant gebrochen wurden. „Traumfabrik“ hingegen verlässt sich auf die reine Hommage und romantisch verklärte Künstlichkeit, ohne den Zuckerguss mit etwas Würze und dem besonderen Kniff zu kontrastieren. All die kompilierten Versatzstücke bleiben so leere Gesten, die trotz zweifelsohne bester Absichten kalkuliert und seelenlos statt magisch und ergreifend wirken.

Dadurch, dass Schreier und Remmers auf einen erzählerischen Rahmen setzen, bei dem der alte Emil (Michael Gwisdek) seinem Enkel seine Liebesgeschichte erzählt, erhält „Traumfabrik“ den scheinbaren Freibrief die Realität zu verlassen und komplett zum Märchen zu werden. Doch trotzdem schadet es dem Film, die Glaubwürdigkeit trotz eines überhöhten Konstrukts zu vernachlässigen. Warum die Geschichte mit all ihren großen Emotionen und der Tragik einer unerfüllten Liebe unbedingt in gerade mal sechs Wochen erzählt werden muss, erschließt sich einfach nicht. Dass aus Emil Hellberg durch einen Fehler der große Nachwuchsregisseur Karl Boborkmann wird, erlaubt durchaus auch Platz für recht charmante Situationskomik und sehr willkommenen augenzwinkernden Humor, der jedoch nicht minder kalkuliert wirkt, als die anderen Zutaten. Dass Emil dann aber seinen Plan trotz gewisser Widerstände (unter anderem von Heiner Lauterbach, der als Generaldirektor Beck den obligatorischen Bösewicht geben darf) so konsequent durchziehen kann, überspannt dann zusätzlich gehörig den Glaubwürdigkeitsbogen. Man könnte natürlich erwidern, dass „Traumfabrik“ eben von der Magie des Kinos handeln soll, wodurch alles möglich ist, jedoch wirkt der Film stattdessen eher schwach erzählt und erzwungen.

Emil (Dennis Mojen) vor den Toren der DEFA Studios
Emil (Dennis Mojen) vor den Toren der DEFA Studios © Eurovideo
Dass darüber hinaus in wenigen Wochen ein Monumentalfilm von einem Amateur und Taugenichts auf die Beine gestellt werden kann, muss man einfach akzeptieren. Dass die Realität einer Filmproduktion zudem in nahezu allen Belangen völlig außer Acht gelassen wird, ist eine weitere Pille, die man schlucken muss. Dass die erzählerische Struktur jederzeit durchschaubar ist, man jeden Moment förmlich auf die Sekunde vorhersagen kann, ist ein weiterer Aspekt, der „Traumfabrik“ schwächt. Wer das jedoch alles hinnehmen und seinen Fokus ganz auf den erzählerischen Kern legen kann, der könnte jedoch durchaus Freude an der hemmungslos romantischen Machart von Schreiers Film haben.

Das liegt dann primär an den beiden sehr charismatischen und schön anzusehenden Hauptdarstellern Dennis Mojen und Emilia Schüle, durch die die Romanze überhaupt erst funktionieren kann. Mojen erweist sich spätestens jetzt als echte Entdeckung, der mit großer Ausstrahlung und naivem Charme seinem Part einiges abgewinnt. Emilia Schüle hingegen ist schon lange mehr als ein Shooting-Star und manifestiert mit ihrer reifen Darstellung einen Platz in der höheren deutschen Schauspielerriege. Trotz aller guten Absichten bleibt „Traumfabrik“ jedoch ein wohlmeinendes und handwerklich kompetentes, aber sträflich uninspiriertes und zusammengeschustertes Hollywood-Imitat, das mit seiner manipulativen Art dann schon fast wieder zynisch wirkt.

Milou (Emilia Schüle) und Emil (Dennis Mojen)
Milou (Emilia Schüle) und Emil (Dennis Mojen) © Eurovideo
Bild
„Traumfabrik“ kommt auf Blu-ray in all seiner Hochglanzpracht und den übersättigt farbenfrohen Bildern voll zur Geltung. Das sehr scharfe und detailreiche Bild wurde digital auf Arri Alexa aufgezeichnet und ist von jeder Textur befreit, wodurch ein eher zeitgemäß polierter als nostalgischer Look erzeugt wird. Kontraste und Schwarzwerte sind erstklassig.

Ton
Ebenso überzeugend wie das Bild ist auch der dynamisch abgemischte Ton. Hier gibt es jede Menge Platz für raumfüllenden Sound, bei dem präzise platzierte Umgebungsgeräusche wie auch die Filmmusik effektiv auf den Surroundsprechern zur Geltung kommen.

Extras
Das Bonusmaterial der Blu-ray bietet auf den ersten Blick eine größere Auswahl, offenbart aber nur recht oberflächige EPK-Extras. Einen richtigen Blick hinter die Kulissen erlaubt das Zusatzmaterial leider nicht.
• Premierenclip (03:19 Min.)
• Featurettes (Der Zauber von Studio Babelsberg (02:13 Min.), Die Stars im Film (01:52 Min.))
• Delected Scenes (27:40 Min.)
• Interviews mit den Darstellern (Emilia Schüle (04:06 Min.), Dennis Mojen (03:27 Min.), Heiner Lauterbach (02:34 Min.), Ken Duken (02:48 Min.), Nikolai Kinski (02:09 Min.), Ellenie Salvo González (01:51 Min.))
• Interview mit dem Regisseur (Martin Schreier) (05:08 Min.)
• Interview mit dem Produzenten (Tom Zickler) (03:38 Min.)
• Kinotrailer (02:36 Min.)


Fazit:
„Traumfabrik“ feuert aus allen Zylindern, um der Magie des Kinos mit einer hemmungslos romantisch verklärten und opulenten Ausstattungskino-Schmonzette zu huldigen. Es gelingt jedoch zu keinem Moment, die zusammengewürfelten Versatzstückzutaten zu etwas Überraschendem und Eigenem zu vermengen, wodurch trotz aller guten Absichten am Ende nur ein seelenloses Imitat zu Buche steht.

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by Florian Hoffmann
Bilder © Eurovideo




Traumfabrik - Trailer