Tower Block - Blu-ray

Blu-ray Start: 13.09.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 90 min

Tower Block Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Becky, Kurtis, Neville und die restlichen Hochhausbewohner des Serenity Tower Blocks, werden Zeuge eines brutalen Mordes an ihrem Nachbarn Jimmy. Aus Angst vor Vergeltung meldet sich jedoch keiner von ihnen bei der Polizei und die Ermittlungen verlaufen im Sande. Ein Jahr später nimmt ein gnadenloser Scharfschütze die Gerechtigkeit selbst in die Hand und tötet einen Hausbewohner nach dem anderen aus dem Hinterhalt. Als die Bewohner versuchen zu fliehen, stoßen sie auf die tödlichen Fallen des Killers…

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Behind the Scenes, Interviews

DVD und Blu-ray | Tower Block

Blu-ray
Tower Block Tower Block
Blu-ray Start:
13.09.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 90 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Tower Block Tower Block
DVD Start:
13.09.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 86 min.

Blu-ray Kritik - Tower Block

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 3/10
Gesamt: | 7/10


Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen: Als ein 15-jähriger Junge von zwei Brutalos durchs oberste Stockwerk des Serenity Tower Blocks gejagt und schließlich zu Tode geprügelt wird, verharren die verbliebenen Hochhausbewohner hinter ihren Spionen und verriegelten Türschlössern in Deckung. Lediglich Becky (Sheridan Smith) wagt einen Rettungsversuch, holt sich dabei aber nur eine blutige Nase. Bei der anschließenden Polizeibefragung hält sie sich ebenfalls bedeckt, so dass die Ermittlungen im Sande verlaufen. Fall abgeschlossen? Denkste! Irgendjemand will sich mit der Gleichgültigkeit nicht abfinden und lässt drei Monate später Selbstjustiz walten – mit den Mietern im Fadenkreuz.

Aus diesem recht simplen Vorlauf strickt das Regie-Doppel James Nunn und Ronnie Thompson in „Tower Block“ (2011), der jetzt als Blu-ray vorliegt, einen packenden Sniper-Thriller – angesiedelt in einem britischen Problem-Viertel, ähnlich dem sozialen Brennpunkt, in dem vor einigen Jahren Sir Michael Caine als Rache-Renter „Harry Brown“ aufräumte und vergleichbar den französischen Banlieues. Nunn/Thompson kleiden ihren garstigen Kommentar zur urbanen Wegguck-Gesellschaft in triste, monochrome Bilder und inszenieren so schnörkellos wie effektiv. Denn der riesige Tower Block wird für die Bewohner zur Falle, als ein unbekannter Heckenschütze sie eines Morgens von einem anderen Hochhaus aus ins Visier nimmt. Zartbesaitete seien an dieser Stelle gewarnt: Wenn der Sniper das erste Mal losschlägt, geht es richtig heftig zur Sache. Dass das Ganze so unerwartet kommt und realistisch wirkt, macht es umso beklemmender.

Der Auftakt ist grandios, der Mittelteil allemal spannend. Denn der Killer hat vorgesorgt und hält an einigen strategischen Punkten des abrissreifen Betonklotzes Überraschungen für seine Opfer bereit, die verzweifelt mehrere Auswege ausprobieren. Die Fallen sind nicht komplex wie die Folter-Apparaturen des Jigsaw-Schlächters aus der „Saw“-Reihe“, aber nicht minder tödlich – was dem Publikum einige packende Schocks und Becky und ihren Nachbarn weiteren Aderlass beschert. Darunter befinden sich unter anderem ein Rentnerpärchen, ein Alki, ein Schutzgelderpresser und eine Horror-Mutti. Klar ist: Lebend kommen hier, wenn überhaupt, nur wenige raus, Alter spielt keine Rolle. In der Zuspitzung dieser Extremsituation, die von einem hierzulande wohl gänzlich unbekannten Cast solide durchlebt wird, kommt „Tower Block“ erfreulich kompromisslos daher.

Leider gilt das nicht für den Schluss, denn da greift der Schütze dann doch noch vor Ort ins Geschehen ein und wird schließlich demaskiert. Die Auflösung, die sich Drehbuchautor James Moran ausgekäst hat, ist mehr als dürftig. Denn wer hier als Täter präsentiert wird, ist nach dem Prolog alles andere als überraschend. Da hätte man sich ein weitaus verstörenderes, vielleicht sogar offenes Finale gewünscht.

Das Bild der Blu-ray fängt den grauen Look des Films wunderbar ein. Zudem konterkarieren einige gewitzte Kamerafahrten gekonnt die standardisierte Architektur des sozialen Wohnungsbaumonsters, das in seinem Innenleben so wenig Schutz bietet. Die Original-Tonspur ist mal wieder eine Herausforderung, angesichts der zum Teil heftigen britischen Akzente einiger Darsteller. Extras sind Trailer sowie ein kurzes Behind-the-Scenes-Feature mit Interviews einiger Macher und Schauspieler – im Originalton und wenig tiefgründig.

Psycho-Thriller mit einem Hauch Sozialdrama: „Tower Block“ bietet effektiven Thrill, verpasst mit seinem allzu plumpen Ende aber den ganz großen Wurf.

by Florian Ferber
Bilder © Universum Film