The Voices - Blu-ray

Blu-ray Start: 06.10.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 104 min

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Inhalt

Der freundliche Jerry Hickfang (Ryan Reynolds) lebt in einer amerikanischen Kleinstadt und arbeitet in einer Badewannenfabrik. Sein Leben wird bestimmt von der Beziehung zu seinen Haustieren und den gerichtlich angeordneten Sitzungen bei seiner Psychotherapeutin, die sicherstellen soll, dass er regelmäßig seine Medikamente einnimmt.
Als er sich in seine Kollegin Fiona (Gemma Arterton) verliebt, ändert sich jedoch alles für Jerry. Eigenmächtig setzt er seine Pillen ab, was zur Folge hat, dass seine bislang graue Welt plötzlich bunt und freundlich erscheint. Gleichzeitig beginnt er aber auch Stimmen zu hören. Fortan versuchen sein gutmütiger Hund Bosco und sein zutiefst verdorbener Kater Mr. Whiskers, sein Denken und Handeln in gegensätzliche Richtungen zu beeinflussen. Als ein missglücktes Date ein tragisches Ende nimmt, gerät Jerrys Leben völlig außer Kontrolle.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Audiodeskription für Sehbehinderte, Originaltrailer

DVD und Blu-ray | The Voices

Blu-ray
The Voices The Voices
Blu-ray Start:
06.10.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 104 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
The Voices The Voices
DVD Start:
06.10.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 100 min.

Blu-ray Kritik - The Voices

Blu-ray Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 9/10


„Wie fängt man einen Serienkiller, der kein offensichtliches Motiv hat?“ fragte „The Voices“ Drehbuchautor Michael R. Perry ein paar FBI-Profiler bei der Recherche zu einer Fernsehserie, an der er gearbeitet hat. „Um so einen Mörder zu fangen, muss man herausfinden, was für ein Film in seinem Kopf läuft.“ erwiderte man. So war die Idee zu „The Voices“ geboren, denn Perry wollte eben genau diesen Film sehen. Unter der Regie der französisch-iranischen Filmemacherin Marjane Satrapi („Persepolis“, „Huhn mit Pflaumen“) entstand ein außergewöhnlicher und hochorigineller Genre-Mix mit einem überragenden Ryan Reynolds, wie man ihn bislang noch nicht gesehen hat. „The Voices“ ist zum einen das Psychogramm eines schwer gestörten schizophrenen Serienmörders, zum anderen aber auch eine groteske Farce in grellbunten Farben mit sprechenden Tieren und abgetrennten Menschenköpfen. Das klingt verrückt und ist es definitiv auch. „The Voices“ ist so einer der einzigartigsten Filme des Jahres, hochgradig witzig und tief schwarzhumorig, aber zugleich überraschend menschlich und tiefgründig, dabei immer überraschend. Vermarktet wurde der Film primär als schräge Komödie, doch hinter dieser Fassade steckt eben ein harter und hässlicher Kern, der manche Zuschauer sicher irritieren und abstoßen kann. Wer sich darauf einlässt, wird aber mit einem wirklich erfrischenden Film belohnt, wie man ihn nur selten sehen kann.

Jerry (Ryan Reynolds) arbeitet seit kurzem in der Versandabteilung einer Fabrik für sanitäre Anlagen in der (fiktiven) amerikanischen Kleinstadt Milton. Er lebt alleine mit seinem Hund Bosco und seinem Kater Mr. Whiskers über einer leer stehenden Bowlinghalle. Seinen Mitarbeitern ist der ständig fröhliche und optimistische, aber auch geheimnisvolle Jerry etwas suspekt. Wie sich herausstellt mit gutem Recht, denn Jerry befindet sich in gerichtlich auferlegter psychiatrischer Behandlung, bei der einschneidende traumatische Erlebnisse seiner Kindheit verarbeitet werden. Jerry hat ganz offensichtlich große Probleme, denn er wird von Wahnvorstellungen und Halluzinationen geplagt, seine Haustiere reden mit ihm, seine Wahrnehmung von der Welt ist ein Umkehrbild der Realität. Seine düsteren Impulse können gerade noch so lange im Zaum gehalten werden, bis er sich in seine Kollegin Fiona (Gemma Arterton) verliebt, denn ihr erstes Date nimmt kein gutes Ende…

Schon in den ersten Momenten wird klar, dass Ryan Reynolds hier eine außergewöhnliche Performance liefert, die man so wohl nicht von ihm erwartet hätte. Er braucht keine physische Transformation, um wie ein komplett anderer Mensch zu wirken. Reynolds strahlt seinen gewohnt liebenswerten Charme aus, doch alles an seiner Figur wirkt leicht übertrieben, irgendwie nicht ganz richtig. Jerry macht in seinem fröhlichen, unschuldigen und offenen Gehabe einen fast schon kindlichen Eindruck, er ist ganz offensichtlich auf der Suche nach sozialen Kontakten, verfügt aber nicht über die Mittel, um sich normal auszudrücken. Reynolds munteres Gehabe sorgt so für einige große Lacher, seine Darstellung wirkt enorm inspiriert und ist stets überraschend. Bemerkenswert ist die scheinbare Leichtigkeit, in der Reynolds zwischen liebenswerter, bedauernswerter und furchterregender Erscheinung hin und her wechselt. Unterstützt wird seine herausragende Darstellung von Satrapis farbenfroher und visuell ausgefeilter Inszenierung, die Jerrys Perspektive auf die Welt hochkreativ in wunderbare Bilder umsetzt. So dominieren bunte und poppige Farben das Geschehen, besonders rosafarbene und pinke Töne werden großartig eingesetzt. Hier und da flattern auch mal Schmetterlinge um den wahnhaften Jerry. Ganz wunderbar sind die Konversationen mit seinen Haustieren. Hier empfiehlt es sich unbedingt, den Film im Original zu sehen, denn ein ganz wesentlicher Teil von Reynolds Performance wird erst hier deutlich: Er spricht die Tiere selbst, Bosco mit einem dunklen Südstaaten-Gentleman-Akzent, Mr. Whiskers mit heftigem schottischen Einschlag. Reynolds Stimmarbeit ist derart gut, dass man nie auf die Idee kommen würde, dass er selbst die Tiere spricht. Die Dr. Dolittle-artigen Gespräche gehören sicher zu den Highlights des Films, gerade der ätzend-zynische und dauerfluchende Mr. Whiskers bietet ein Eldorado aus erinnerungswürdigen und urkomischen Kommentaren. Bosco ist eher der entspannte und freundliche Typ, wobei natürlich irgendwann klar wird, dass die Tiere Engelchen und Teufelchen, die zwei Seiten seines Gewissens repräsentieren.

Die helle und farbenfrohe Inszenierung und Reynolds verspielte und muntere Darstellung sind aber nur eine Seite dieses verdrehten Films. Sie stellt den anfangs angesprochenen Film dar, den Jerry in seinem Kopf sieht, der zum Vorschein kommt, wenn er seine verschriebenen Pillen nicht nimmt. Kommt die Realität ins Spiel, nimmt „The Voices“ eine Wendung in wirklich verstörende und sehr düstere Gefilde, sodass einem Lachen sprichwörtlich im Halse stecken bleibt. So hat man die Psychosen eines Serienmörders jedenfalls noch nicht filmisch umgesetzt gesehen, hier und da fühlt man sich an „American Psycho“ erinnert, manchmal auch an „Dexter“, aber Satrapis Film ist letztlich etwas völlig Eigenes und von jeglichen Konventionen Losgelöstes. Dass Satrapi die unterschiedlichen tonalen Elemente so gekonnt unter ein Dach bringt, ohne dass der Film komplett aus dem Gleichgewicht gerät, ist nicht selbstverständlich. Ihr gelingt es, den Film nie zu stark ins Übertriebene gleiten zu lassen, die menschliche Dimension immer im Vordergrund zu belassen. Daran haben natürlich auch die Darsteller einen großen Anteil. Nicht nur Reynolds ist fabelhaft, auch die durchaus beachtliche Nebendarsteller-Riege zeigt sich in Bestform. Da ist die immer großartige Jacki Weaver als Jerry Psychiaterin Dr. Warren, die den Film angenehm in der Realität grundiert, aber es ist vor allem Anna Kendrick, die in einer eher kleinen Rolle für großen Eindruck sorgt. Sie spielt Jerrys bezaubernde Kollegin Lisa, die sich ernsthaft in Jerry verliebt. Kendrick gibt ihrer Figur eine fast schon rührende menschliche Dimension, die dem Film etwa zur Hälfte nochmal einen ganz neuen Antrieb verleiht. Sie lässt den Film regelrecht erstrahlen.

„The Voices“ ist letztlich ein nur sehr schwer beschreibbarer Film, da er einfach so anders ist. Er nimmt das Thema psychischer Krankheit durchaus sehr ernst, macht sich nicht über die Leiden von Jerry lustig. Dank der brillanten Inszenierung und Reynolds faszinierende Darstellung lacht man nicht über Jerry, sondern empfindet ernsthafte Sympathie für ihn. Natürlich ist man gleichzeitig angewidert von Jerrys Verhalten, doch man fühlt auch mit ihm, kann ihn verstehen. Bisweilen erhält der Film sogar eine tragische Dimension. Durch die ständigen tonalen Veränderungen wird „The Voices“ auch zu keinem Zeitpunkt langweilig, man weiß nie, in welche Richtungen der Film sich bewegt. Das Ganze endet schließlich mit einer großartigen, mit einem schlimmen Ohrwurm begleiteten Musical-Nummer, die dem Film dann schließlich die Krone aufsetzt. Hier ist klar, dass man es mit einem zukünftigen Kultfilm zu tun hat, der zunächst leider etwas untergegangen und missverstanden wurde, aber vielleicht schon jetzt in der Heimkinoverwertung wiederentdeckt wird.

Bild
Audiovisuell ist die Blu-ray großartig umgesetzt. Es zeigt sich ein über weite Strecken herausragendes Bild mit großer Strahlkraft, hohem Schärfe- und Detailgrad und hervorragenden, bestechenden Kontrasten. Die vielen Farbelemente kommen großartig zur Geltung und sorgen wirklich für ein ausgezeichnetes Bild. Lediglich geringes Rauschen in manchen dunklen Szenen trübt den sehr guten Eindruck nur geringfügig.

Ton
Die akustische Umsetzung ist ebenfalls hervorragend. Obwohl der Film eher dialogorientiert ist, erweist sich die Tonspur angenehm dynamisch und raumfüllend. Immer wieder werden die Surroundkanäle mit atmosphärischen Effekten befeuert, auch der Subwoofer wird immer wieder effektiv eingesetzt. Stimmen ertönen klar und verständlich.

Extras
Bei den Extras dominiert eher übliches EPK-Material. Es gibt diverse sehr kurze Interviews und ein paar sehr kurze Featurettes, die wiederum zu großen Teilen aus den zuvor gesehenen Interviews bestehen. Abgerundet wird das Bonusmaterial von Trailern und Teasern und einer sehenswerten B-Roll.Hier die Übersicht:
Original-Trailer (02:06 Min.)
Deutscher Trailer (02:01 Min.)
Kino Teaser
- Handy Aus (00:28 Min.)
- Valentinstag (00:49 min.)
- Osterspot (00:33 Min.)
- Sprechen wir über… (00:34 Min.)
Interviews (gesamt oder einzeln abspielbar)
- Ryan Reynolds (03:53 Min.)
- Gemma Arterton (04:09 Min.)
- Anna Kendrick (01:56 Min.)
- Marjane Satrapi (02:36 Min.)
- Michael R. Perry (01:45 Min.)
- Matthew Rhodes (02:58 Min.)
- Roy Lee (03:34 Min.)
- Adi Shankar (00:39 Min.)
Featurettes (gesamt oder einzeln abspielbar)
- Jerrys Welt (01:43 Min.)
- Jerrys Frauen (01:48 Min.)
- Jerrys Haustiere (01:36 Min.)
- Tiere lernen sprechen (02:52 Min.)
B-Roll (09:48 Min.)
Trailershow (3 Trailer)


Fazit:
„The Voices“ ist einer der einzigartigsten Filme des Jahres. Hier zeigt sich Ryan Reynolds in einer unberechenbaren und hochunterhaltsamen Genre-Mixtur als liebenswerter Serienmörder in seiner wohl besten Rolle. Sehr schwarzhumorig, sehr witzig und sehr verstörend in fast gleichem Maße.

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by Florian Hoffmann
Bilder © Ascot Elite Home Entertainment