The Sea of Trees - Blu-ray

Blu-ray Start: 13.01.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 107 min

The Sea of Trees Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Der amerikanische Mathematiker Arthur Brennan fliegt nach Tokio und begibt sich dort in den „Selbstmörder-Wald“, den so genannten Aokigahara-Wald, am Fuße des Fuji, um seinem Leben dort ein Ende zu bereiten. Schon nach einigen Hundert Metern abseits der Pfade hat er sich hoffnungslos verirrt. Doch als er sein Vorhaben gerade in die Tat umsetzen will, wird er von dem japanischen Geschäftsmann Takumi Nakamura unterbrochen. Dieser hegte ebenfalls den Wunsch nach dem Freitod, doch nun kommen ihm Zweifel. Für die beiden beginnt eine Reise der Reflexion und des Überlebens. In Rückblenden durchlebt Arthur unterdessen noch einmal seine gescheiterte Ehe mit seiner labilen, alkoholkranken Frau Joan, die nicht über sein Fremdgehen hinwegkommt und zudem an einem Gehirntumor leidet…

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Featurette, Trailer

DVD und Blu-ray | The Sea of Trees

Blu-ray
The Sea of Trees The Sea of Trees
Blu-ray Start:
13.01.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 107 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
The Sea of Trees The Sea of Trees
DVD Start:
13.01.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 107 min.

Blu-ray Kritik - The Sea of Trees

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 7/10


Gus Van Sant gehört zu den bedeutendsten, aber auch unberechenbarsten Filmemachern Amerikas der letzten 30 Jahre. Mal dreht der zweifach Oscar-nominierte Regisseur starbesetzte Prestige-Mainstream-Dramen wie „Good Will Hunting“, „Milk“ oder „Promised Land“, dann überrascht er zwischendurch immer wieder mit minimalistischen und sperrigen Experimentalfilmen wie „Gerry“, „Elephant“ oder „Paranoid Park“. Sein neuestes Werk „The Sea of Trees“ erweist sich nun als eine Mischung dieser beiden Sensibilitäten, die leider nur teilweise geglückt ist. The Sea of Trees SzenenbildDer Ruf des frühzeitig als Oscar-Kandidat ausgerufenen Films war quasi schon zerstört, bevor ihn das zahlende Publikum sehen durfte, denn bereits vor zwei Jahren gab es bei den Filmfestspielen von Cannes einen nahezu kollektiven Verriss inklusive zahlreicher Buhrufe. Bei nüchterner Betrachtungsweise präsentiert sich hier jedoch im Kern zumindest ein in vielfacher Hinsicht interessanter Film, der eine tief empfundene Meditation über Reue, Tod, Trauer und Verlust offenbart, die oft durchaus zu berühren weiß. Heruntergezogen wird der Film immer wieder von einer tonal wagemutigen und unausgegorenen Erzählweise, die zwischen melodramatischem Beziehungsdrama, Überlebensfilm und spirituell-paranormaler Parabel holprig umherspringt.

Geht man ohne jedes Vorwissen in den Film, könnte man (wie von Gus Van Sant laut Cannes Pressekonferenz gewünscht) leicht aus der Balance geworfen werden. Der Zuschauer folgt einem einsamen und in sich gekehrten Mann (Matthew McConaughey), der sein Auto zum Flughafen bringt, den Schlüssel scheinbar bewusst stecken lässt, schließlich ein Ticket ohne Rückflug nach Tokio bucht und nur mit Handgepäck reist. Der verbissen wirkende Mann, dessen Name übrigens Arthur Brennan lautet, fährt in Japan angekommen umgehend mit dem Taxi zu einem Wald, in den er langsam hineinspaziert. Auf seinem Weg in das scheinbare Idyll trifft er immer wieder auf sonderbare Hinweisschilder, die den Passanten auf den Wert des Lebens aufmerksam machen, ihm vermitteln, dass er seinen Kummer doch mit anderen Menschen teilen soll. Spätestens als er einen abgesperrten Bereich betritt, in dem ihm nach und nach Leichen begegnen, wird klar, dass dieser Wald kein gewöhnlicher ist. Es handelt sich um Aokigahara, den sogenannten „Suizidwald“ am Fuß des Fuji, in dem sich jedes Jahr dutzende Menschen das Leben nehmen. Wer den Horrorfilm „The Forest“ gesehen hat (der nach „The Sea of Trees“ produziert, aber zuerst veröffentlicht wurde), ist mit diesem sagenumwobenem und traurigen Ort bereits vertraut.

The Sea of Trees Szenenbild Arthur kommt hierhin, um zu sterben. Warum er dieses Vorhaben hat, wird der Film in zahlreichen Rückblenden offenbaren. Gerade als er beginnt, Tabletten zu schlucken, fällt ihm ein umherirrender und weinender Mann (Ken Watanabe) auf, der in schmutzigen und blutverschmierten Kleidern scheinbar einen Ausweg aus dem unübersichtlichen Wald sucht. Arthur eilt zu dem desorientierten Mann und versucht zu helfen, jedoch wird nach mehreren Versuchen klar, dass auch er nicht mehr weiß, wie man aus dem Dickicht herausfindet. So schließen sich die beiden Männer schließlich zusammen, um sich nicht mehr selbst zu richten, sondern ironischerweise ums Überleben zu kämpfen.

Besonders glaubwürdig spielt sich diese Szene sicher nicht ab, man muss einfach hinnehmen, dass Arthur aus einem natürlichen Hilfsreflex zu handeln scheint. Wie es sich herausstellt, wollte sich der Mann, der sich als Takumi Nakamura vorstellt, zwar auch das Leben nehmen, hat es sich aber schließlich (wie wohl viele andere Besucher des Aokigahara) anders überlegt, da er seine Familie nicht im Stich lassen will. Der Film wirkt bereits hier ziemlich holprig, denn es gelingt ihm nicht immer, ein tonal harmonisches Ganzes zu bilden. Hier beginnen die ersten Rückblenden, die Arthurs Hintergrund beleuchten und zweifelsohne zu den stärksten und aufrichtigsten Szenen des Films gehören – auch wenn man sich besonders gegen Ende sehr stark an der Grenze zum übersentimalen Melodram bewegt.

Der Film zeigt dort die fragile und oft stürmische Ehe zwischen Arthur und seiner Frau Joan (Naomi Watts), die ihren Kummer mittlerweile im Alkohol ertrinkt. Hier wird eine Beziehung dargestellt, bei der sich beide Partner ganz offensichtlich lieben, aber aus verschiedenen Gründen voneinander distanziert haben. Arthur ist Wissenschaftler, hat jedoch seinen gut bezahlten, aber wenig erfüllenden Job schon vor Jahren gekündigt, um in einer zeitlich weniger fordernden Stelle als High School-Professor an Buchveröffentlichungen arbeiten zu können. Leider bislang ohne durchschlagenden Erfolg, weshalb Joan die alleinige Brötchenverdienerin ist.

The Sea of Trees Szenenbild Zuviel soll an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden, wobei wohl klar sein sollte, dass Arthur nicht ohne Grund nach Japan gereist ist. Wie erwähnt, erweist sich „The Sea of Trees“ in seinen Rückblenden bis auf wenige Ausnahmen als der herzzerreißende Film, der er gerne über die gesamte Laufzeit sein würde. Van Sant inszeniert dieses Beziehungsdrama in intimen und ergreifenden Bildern, die dank seiner beiden exzellent aufgelegten Akteure jederzeit überzeugend und lebendig wirken. Gerade Naomi Watts ist schon lange Expertin im Portraitieren psychologisch fragiler, aber dennoch starker Frauenfiguren mit selbstzerstörerischer Ader, was sie hier erneut eindrucksvoll in einer berührenden Darstellung unter Beweis stellt. McConaughey setzt seinen herausragenden Lauf als ernstzunehmender Charakterdarsteller fort und liefert eine weitere tief emotionale und menschliche Performance, die noch weitere Facetten des texanischen Mimen offenbart. Hier sind es gerade die Szenen, die seine Figur in ihren gequältesten Momenten innerer Aufruhr zeigen. Besonders ein tränenreicher Monolog über die Beziehung zu seiner Frau ist meisterhaft gespielt und von dem dänischen Kameramann Kasper Tuxen in einer einzigen intimen Nahaufnahme von McConaugheys Gesicht eingefangen, das nur von einem Lagerfeuer illuminiert wird.

In seinen besten Momenten ist „The Sea of Trees“ ein zutiefst menschlicher, emotionaler und auch poetischer Film, der sehr nachdenklich (wenn auch gelegentlich etwas plakativ und vereinfacht) über gewichtige Themen wie Schuld, Trauer und Tod meditiert. Es ist natürlich kein Zufall, dass Arthur Wissenschaftler ist, denn auch die Thematik Wissenschaft gegen Spiritualität greift der Film immer wieder auf. So ist es schade, dass „The Sea of Trees“ und insbesondere Chris Sparlings („Buried“) Black List-Drehbuch oft auf wenig überzeugende Klischees und recht unbeholfen wirkende melodramatische und sentimentale Holzhammer-Methoden zurückgreift, die sich mit den subtileren und gelungenen Momenten des Films unangenehm kontrastieren. Gerade ein schrecklich vorhersehbar inszenierter und fast schon sadistisch anmutender Schicksalsschlag gegen Ende des Films wirkt schmerzhaft fehlgeleitet und verpufft in seiner erhofften Wirkung leider völlig. Noch problematischer wird der noch bedeutend länger vorhersehbare und banale Schlusstwist, der noch eine weitere Wendung oben drauf packt, die dem Film leider einen überaus faden Beigeschmack gibt. Die eintönigen Überlebensfilm-Momente von „The Sea of Trees“ fallen leider darüber hinaus völlig flach, ebenso wie das erzwungen wirkende Zusammenspiel zwischen McConaughey und dem wie so oft unterforderten Watanabe, der sich durch einen sehr eindimensionalen Part bewegt.

The Sea of Trees Szenenbild Die fehlgeleiteten und schwachen Momente des Films wiegen für jeden Zuschauer wohl unterschiedlich schwer angesichts des oft durchaus überzeugenden Materials dieses unbestreitbar interessanten und eigenwilligen Films. Mit etwas mehr Feingefühl hätte hier sicher ein durchweg überzeugender Film entstehen können, so bleibt man trotz einer hoffnungsvollen Botschaft leider mit sehr gemischten Gefühlen zurück. Dennoch fällt es schwer, nicht von dem elegischen Ton, den intensiv-majestätischen Bildern, Mason Bates großartiger Filmmusik und den oft bewegend gespielten Schauspielmomenten berührt zu werden.

Bild
Insgesamt präsentiert sich das Bild der Blu-ray auf einem durchweg hohen Niveau. Letztlich kann hier nur über die vorgesehene Ästhetik des Films berichtet werden, die häufig ein leicht entsättigtes und ein manchmal nicht allzu kontrastreicheres Bild vorsieht. „The Sea of Trees“ sieht auf Blu-ray so sehr angenehm aus, in Sachen Schärfe- und Detaillevel bewegt man sich, wie gerade bei den vielen Nahaufnahmen von Gesichtern sieht, in einem exzellenten Bereich. Abgesehen von minimalem digitalem Rauschen an wenigen Stellen gibt es bei dieser Präsentation absolut nichts zu bemängeln.

Ton
Als tadellos erweist sich die akustische Präsentation des Films. Besonders in den zahlreichen Szenen im Wald wird ein tolles Raumgefühl über atmosphärische Geräusche erzeugt. Soundeffekte ertönen hier sehr fein und umgeben den Zuschauer völlig. Auch die sehr gute Filmmusik von Mason Bates ist nicht nur räumlich, sondern auch dynamisch abgemischt. Ansonsten ertönen Dialoge und Stimmen in bester Klarheit.

Extras
Featurette: A Story of Beauty and Tragedy (07:57 Min.) Deutscher Originaltrailer (01:47 Min.)
Internationaler Trailer (01:52 Min.)
US-Trailer (01:47 Min.)
Weitere Trailer (Mütter und Töchter, Pelé, Operation Avalanche)


Fazit:
„The Sea of Tres“ ist leider eine oft fehlgeleitete und tonal unharmonische Meditation über Schuld, Trauer und Tod, die jedoch durch seinen poetisch-elegischen Ton und hervorragende Darsteller überzeugt. Wegen zahlreicher erzählerischer Entgleisungen und Holzhammer-Dramatik ist Gus Van Sants kontroverser Film jedoch nur mit Vorsicht zu genießen.

by Florian Hoffmann
Bilder © Universum Film