The Reach - In der Schusslinie - Blu-ray

Blu-ray Start: 25.09.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 91 min

The Reach - In der Schusslinie Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Fährtenleser Ben (Jeremy Irvine) verdient sein Geld damit, Jäger durch die Mojave-Wüste zu führen, damit diese dort ihrem Hobby nachgehen können. Sein neuester Kunde, der skrupellose Geschäftsmann John Madec (Michael Douglas) ist mit den allerneuesten Schusswaffen und Geländewagen ausgestattet. Als Madec fälschlicherweise einen unschuldigen Menschen tödlich verletzt, kann er für diese Tat keine Zeugen gebrauchen. Doch Ben weigert sich, den Vorfall zu vertuschen – und so beginnt ein gnadenloser Überlebenskampf, an einem der tödlichsten Orte der Welt ...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Trailer

DVD und Blu-ray | The Reach - In der Schusslinie

Blu-ray
The Reach - In der Schusslinie The Reach - In der Schusslinie
Blu-ray Start:
25.09.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 91 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
The Reach - In der Schusslinie The Reach - In der Schusslinie
DVD Start:
25.09.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 87 min.

Blu-ray Kritik - The Reach - In der Schusslinie

Blu-ray Wertung:
Film: | 3/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 5/10


„The Reach“ bezeichnet im Grunde den Bereich, der sich außer Reichweite der Zivilisation befindet, im Falle dieses Films die unwirtlichste und gefährlichste Zone in der Mojave Wüste. Das ist der Schauplatz dieses B-Thrillers des französischen Regisseurs Jean-Baptiste Léonetti, der hier seinen zweiten Film präsentiert. In besagter Wüste heuert der steinreiche Geschäftsmann John Madec (Michael Douglas) den jungen, aber qualifizierten Spurenleser Ben (Jeremy Irvine) an, der ihn für viel Geld bei seiner Jagd auf Großwild unterstützen soll. Auf ihrem Trip durch die glühend heiße Wüste kommt es zu einer verhängnisvollen Verwechslung: Madec erschießt irrtümlicherweise einen alten Mann, den er aus der Ferne für ein Tier gehalten hat. Er bietet Ben einen äußerst lukrativen Deal an, denn dieser Unfall könnte seine Existenz ebenso bedrohen wie die seiner Firma. Ben willigt zunächst ein, doch bekommt schließlich Skrupel, woraufhin Madec ihn zwingt, sich bis auf die Unterhose auszuziehen: Ben soll solange durch die Wüste hetzen, bis er stirbt, sodass Madec ihm das Verbrechen in die Schuhe schieben kann. Doch Ben nutzt all seine Fertigkeiten, um dem Tod zu entkommen.

Während „The Reach“ zu Beginn noch ein gewisses Potential ausstrahlt, entwickelt sich der Film spätestens mit Madecs absurdem Vorhaben zu einer dümmlichen und sogar ärgerlichen Angelegenheit. Der Roman „Deathwatch“ des Autors Robb Smith, auf dem der Filmbasiert, wurde bereits im Jahr 1974 unter dem Namen „Savages“ für das Fernsehen adaptiert. Auch wenn die Prämisse des Buches durchaus vielversprechend klingt, gelingt es Léonetti nicht, einen glaubhaften Film zu produzieren, der wirkliche Spannung aufbaut. Madec ist zwar von Beginn an – wie man es von Michael Douglas gewohnt ist – ein großspurigeres und mit fragwürdiger Moral ausgestattetes Arschloch, doch seine Wandlung von einem lediglich unsympathischen reichen Sack zu einem überdrehten und geistesgestörten Sadisten wirkt arg überzogen. Während der zunehmend in der gleißenden Sonne brutzelnde Ben verzweifelt versucht zu überleben, ergötzt sich Madec regelrecht an den Qualen seines Opfers, hört laut klassische Musik, trinkt genüsslich einen Martini und überblickt dabei vor seinem gigantischen Mercedes G63 6x6 auf seinem Klappstuhl sitzend ganz bequem Bens Todeskampf, während er über sein Megafon Ansagen macht. Es fehlt Douglas nur noch ein Schnurbart zum Zwirbeln, um seine Verkörperung des ultimativen Überbösewichts zu vervollständigen. Hier wäre durchaus Potential gewesen, einen interessanten Gewissenskonflikt in Madec darzustellen, einen gewissen Schmerz zu offenbaren, da er ein unschuldiges Menschenleben aus der Not heraus zerstören muss. Zunächst gibt es hier auch unmittelbar nach dem Unfall Anflüge von Gewissensbissen, doch seine Wandlung zum übertriebenen Bösewicht, der ganz offensichtlichen Genuss und Spaß an Bens Qual zeigt, lässt jede Vielschichtigkeit in der Charakterisierung sträflich vermissen. Überhaupt wirkt Madecs Masterplan hirnrissig und lässt jede Logik vermissen, was Ben auch mehrfach völlig fassungslos passend mit „That’s stupid“ kommentiert und damit die Gedanken des Zuschauers ausspricht.

Selbst wenn man den Mangel jeder Subtilität, Charaktertiefe und erzählerischer Logik zu verschmerzen versucht, „The Reach“ ist einfach nicht spannend. Der Plot ist im Prinzip von der ersten Sekunde an vorhersehbar, Überraschungen bleiben im Grunde fast komplett aus, wodurch der Film einfach nur trostlos wirkt – nicht nur wegen seinem Spielort in der Einöde. Immerhin gelingen dem Oscar-prämierten Kameramann Russell Carpenter („True Lies“, „Titanic“, „Ant-Man“) einige spektakuläre Widescreen-Aufnahmen der Wüste von New Mexico. Der Film sieht größtenteils sehr gut aus, Carpenter gelingen klare Bildkompositionen, kräftige Kontraste der gelben Wüste und strahlend blauen Himmels. Eine unbequeme Atmosphäre wird außerdem spürbar, man fühlt die glühende Sonne regelrecht. Jeremy Irvine („Gefährten“, „Die Frau in schwarz 2“) gibt sich durchaus Mühe mit seiner Rolle, er verkörpert den Überlebenskampf glaubwürdig, doch sein sensibler und stiller Charakter bleibt größtenteils eindimensional und blass, wodurch ein emotionaler Zugang erschwert wird. Michael Douglas hat sichtlich Spaß mit seiner Rolle, müsste aber bei all seiner Erfahrung ein besseres Händchen für gutes Material haben (er hat den Film sogar produziert). „The Reach“ ist wohl der schlechteste film seiner illustren Karriere. Er wertet den Film von Beginn an mit seiner Präsenz und Ausstrahlung auf, sorgt nach trägem und übertrieben ernstem Beginn direkt für Belebung. Die Momente zwischen Douglas und Irvine vor dem Zwischenfall sind noch die besten des Films, hier wird wenigstens ein wenig Dynamik aufgebaut. Doch alles, was folgt, ist einfach nur nervig und unplausibel, zudem wirkt Bens Überlebenskampf schnell repetitiv und ausgelutscht. Der lächerliche Schluss setzt dem Ganzen nur noch die Krone auf.

Vielleicht hätte ein besserer Filmemacher aus „The Reach“ einen guten Thriller rauskitzeln können, Léonetti war der Aufgabe sichtlich nicht gewachsen. Hier hätte man etwas Poesie in den Bildern finden können, ein Film, der moralische Fragen stellt oder zumindest ein paar gute Thrills liefert. Angesichts der sinnlosen Tötung von Cecil, dem Löwen vor kurzem hätte der Film sogar aktuelle thematische Relevanz, aber dafür bleibt Madecs Figur einfach zu dünn gezeichnet. So ist „The Reach“ einer der Tiefpunkte des Filmjahres.

Bild
Zumindest in Sachen Blu-ray-Umsetzung macht „The Reach“ eine ziemlich gute Figur. Das digital aufgezeichnete Bild ist meistens von astreiner Qualität, es verfügt über ein hohes Maß an Klarheit und Schärfe. Der enorme Detailumfang wird besonders in den Nahaufnahmen von Gesichtern auffällig. Der Kontrastumfang und die Schwarzwerte sind ebenfalls herausragend und die Farben sind intensiv. Lediglich das immer wieder (gerade in dunklen Szenen) auftauchende digitale Rauschen trübt den sehr guten Eindruck.

Ton
Die akustische Umsetzung ist sicherlich ein Highlight. Hier gibt es immer wieder äußerst kraftvolle Momente in Form von Explosionen und Gewehrschüssen, die den Subwoofer und das Heimkino zum Beben bringen. Surround-Effekte sind eher subtil, Dialoge sind sehr gut abgemischt.

Extras
Auf Sonderausstattung wurde neben dem deutschen Trailer (02:25 Min.) und sechs weiteren Trailern verzichtet. Die US-Blu-ray bietet einen Audiokommentar und zwei Featurettes.


Fazit:
„The Reach“ ist ein völlig unglaubwürdiger B-Thriller über ein verzweifeltes Katz-und-Maus-Spiel in der Wüste, der sein Potential ebenso wie das Talent seiner beiden Hauptdarsteller völlig verschenkt.

by Florian Hoffmann
Bilder © Universum Film