The Nightmare - Blu-ray

Blu-ray Start: 30.10.2015
FSK: 18 - Laufzeit: 91 min

The Nightmare Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

Preisvergleich

jpc Logo 0,00 € jetzt kaufen
Amazon Logo 10,34 € jetzt kaufen4006448363635
alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD, Blu-ray zum Film

Inhalt

Stell dir vor, du wachst auf und bist nicht in der Lage, dich ansatzweise zu bewegen. Deine Arme und Beine sind wie gelähmt. Du willst um Hilfe schreien, doch deine Stimme versagt. Du bist gefangen in deinem eigenen Körper. Dein Atem wird schneller, dein Herz beginnt zu rasen und plötzlich siehst du ihn vor dir stehen: den Schattenmann! Er kann dir in Gestalt von Freddy Krüger begegnen oder die Form eines alten Mannes annehmen, der einen langen schwarzen Mantel trägt. Vieles ist denkbar. Langsam bewegt er sich auf dich zu, während du immer noch hilflos in deinem Bett kauerst und dich nicht wehren kannst …

Etwa sechs Prozent der Weltbevölkerung leidet unter dem Phänomen der Schlaflähmung (Schlafparalyse). In einer Art Schlaf-Wach-Zustand ist der eigene Körper dabei wie erstarrt, während man zugleich die schrecklichsten Visionen im Kopf wahrnimmt. Die Betroffenen wachen verstört und verängstigt aus diesem Zustand auf und bleiben ratlos zurück: War das eben Erlebte tatsächlich real oder doch nur eine Art böser Traum? War das Erlebte was Übersinnliches und falls ja: wird es sich womöglich wiederholen?

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: WVG Medien / Polyband Medien
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Originaltrailer

DVD und Blu-ray | The Nightmare

Blu-ray
The Nightmare The Nightmare
Blu-ray Start:
30.10.2015
FSK: 18 - Laufzeit: 91 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
The Nightmare The Nightmare
DVD Start:
30.10.2015
FSK: 18 - Laufzeit: 87 min.

Blu-ray Kritik - The Nightmare

Blu-ray Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 8/10
Ton: | 9/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 9/10


Man trifft nicht häufig auf Dokumentarfilme, die den Zuschauer völlig verängstigt zurücklassen und die Grenzen und Regeln des Genres so konsequent sprengen wie Rodney Aschers „The Nightmare“. Der zweite Langfilm des Machers der bizarren „The Shining“-Verschwörungstheorien-Dokumentation „Room 237“ ist ein einzigartiger Genre-Hybrid, der sich auf außergewöhnliche und hochoriginelle Weise zwischen Dokumentar- und Horrorfilm bewegt. Er thematisiert das faszinierende und furchterregende psychologische Phänomen der Schlaf-Paralyse, bei dem der Betroffene aus dem Schlaf erwacht und unfähig ist, sich zu bewegen oder auch nur zu reden. Doch das ist lange nicht alles, denn die unter diesen eher seltenen Symptomen leidenden Personen werden von fürchterlichen Halluzinationen heimgesucht, denen sie hilflos ausgesetzt sind. Bemerkenswerterweise teilen die Patienten viele Erfahrungen teilweise bis ins Detail genau, immer wieder werden hier Gestalten in Schattenform beschrieben, mal mit rot leuchtenden Augen, mal mit Hut. In „The Nightmare“ werden acht Menschen aus den USA und England befragt, die chronisch schlafgelähmt sind. Ihre Schilderungen werden durch nachgestellte Szenen visuell unterstützt, die Ascher mit bedrückender atmosphärischer Dichte sehr effektiv und einfallsreich inszeniert und dem Zuschauer einen Schauer nach dem anderen über den Rücken jagen. „The Nightmare“ geht so unter die Haut wie nur wenige Horrorfilme dieses Jahr, denn hier ist der Hintergrund real und damit eher greifbar wie herkömmliche fiktionale Grusler. Lediglich dem Anspruch als seriöser Dokumentarfilm anerkannt zu werden, kann und will Aschers Film kaum nachkommen. Er setzt seinen Fokus alleinig darauf, die Erfahrungsberichte der Schlaf-Paralysierten zu behandeln und zu bebildern, Vertiefung und Fundierung etwa durch Expertenmeinungen findet nicht statt, wodurch der Informationsgehalt letztlich eher klein gehalten wird.

„The Nightmare“ fühlt sich durch seine subjektive und intime Herangehensweise in etwa so an, als würde man im kleinen Kreis in der Nacht zusammensitzen und untereinander Spukgeschichten und unheimliche Erfahrungen teilen. Der Film geht dadurch tief unter die Haut, auch wenn nicht immer völlig klar ist, wie viel Glauben man den Erzählenden tatsächlich schenken darf. Die Interpretationen unterhalb der Leidenden über ihre Visionen sind sehr unterschiedlich, manch einer begründet sie auf spirituelle bzw. religiöse Weise, andere gehen pragmatischer vor und versuchen, die Ursachen in der Psychologie zu finden. Zwei der Interviewpartner berichten, einen Psychologen aufgesucht zu haben, beide mussten jedoch feststellen, dass ihr Leiden nicht gänzlich ernst genommen oder verstanden wurde. Immer wurde der Patient über seine heimische Situation befragt, ungeachtet der Tatsache, ob die Behandelten Probleme jedweder Art haben. Bei anderen Schlafgelähmten wird jedoch auch angedeutet, dass in der Tat eine Art Trauma in der Vergangenheit vorliegt, das die Symptome hervorrufen kann. Sehr interessant ist jedoch, dass viele der Beschreibungen erstaunlich deckungsgleich sind, vor allem in der Form der Bedrohung. Fast alle Patienten beschreiben die Gestalten völlig identisch, lediglich einer wurde von elektrostatisch flimmernden Gestalten mit Alien-artigen Fratzen aufgesucht. Neben den Schattenmännern werden auch menschliche Erscheinungen beschrieben, etwa alte, wirr redende Männer, bewaffnete Skateboarder oder schwarze Katzen mit rot leuchtenden Augen wurden ebenfalls gesehen. Ein allgemeines Gefühl der Unterdrückung und bösartiger Atmosphäre wird auch häufig beschrieben. Allzu viel soll an dieser Stelle natürlich nicht beschrieben werden, denn der Reiz des Films wird natürlich zu großen Teilen durch die gänsehauterregenden Anekdoten der Personen ausgemacht. Ascher ist letztlich nicht an trockener Analyse interessiert, er deutet lediglich mittels Querverweise über Literatur, Kunst und Filmszenen an, dass die Erscheinungen Manifestationen menschlicher Urängste darstellen.

Ascher inszeniert nicht nur die nachgestellten Szenen stimmungsvoll, sondern ist auch um unkonventionelles In-Szene-setzen der Interviews bemüht. Diese sind ebenfalls von oft unheimlicher und düsterer Kulisse umgeben. Die Blicke der Erzähler, die sichtlich viel mitgemacht haben, sprechen außerdem Bände. Es ist jedenfalls nicht schwer nachzuvollziehen, dass kaum eine furchterregendere Erfahrung als die Schlafparalyse vorstellbar ist. Ascher baut hauptsächlich auf unheimliche und bedrohliche Atmosphäre, hier und da setzt er aber auch effektive (wenn auch etwas zu offensichtlich manipulative) Schreckmomente ein, die für echtes Herzklopfen sorgen. Mit zunehmender Laufzeit gewinnt der Film an echter Beklemmung, ist so inszeniert, dass der Zuschauer körperlich spürbar in einen ähnlich panikartigen und gelähmten Zustand wie die Betroffenen gerät. Gerade bei nächtlicher und alleiniger Betrachtung des Films wird man (bei entsprechender Sensibilität) kaum in der Lage sein, ohne Licht oder etwa laufenden Fernseher zu schlafen. Auch weil einer der Leidenden davon berichtet, dass ihm die „Krankheit“ durch Erzählung einer schlafgelähmten Freundin übertragen wurde, baut sich eine ähnliche Angst beim Zuschauer auf. „The Nightmare“ sorgt so für echtes nachwirkendes Unbehagen und gerade empfindliche Zuschauer seien vor den nachwirkenden Effekten des Films gewarnt. Als Horrorfilm funktioniert „The Nightmare“ folglich außerordentlich gut, wer eine erleuchtende Dokumentation erwartet, wird jedoch wahrscheinlich enttäuscht werden.

Bild
„The Nightmare“ macht großen Nutzen von vielen Szenen, die mit Licht und Schatten spielen. Daher bedarf es einem großen Kontrastumfang und guten Schwarzwerten, dass die gewünschte Ästhetik richtig zur Geltung kommt. Glücklicherweise hat man bei der Blu-ray-Umsetzung hervorragende Arbeit geleistet und überzeugt gerade in den genannten Bereichen. Auch Schärfe und Detailumfang bewegen sich allgemein auf sehr gutem Niveau. Der Film sieht auf Blu-ray jedenfalls sehr gut aus und unterstreicht die dichte Atmosphäre wunderbar.

Ton
Die äußerst effektiv umgesetzte Tonspur sorgt in vielerlei Hinsicht für die sehr unheimliche Atmosphäre des Films. Die sehr creepy und gelungene Filmmusik kommt hervorragend zur Geltung, der Dynamikumfang ist sehr gut, ebenso wie die angenehm räumliche Abmischung. Auch dynamische und damit an den richtigen Stellen laute Soundeffekte unterstützen manchen Jumpscare und sorgen für Gänsehaut. Neben dem dominanten Soundtrack handelt es sich bei dieser Dokumentation natürlich um einen Film, bei dem sehr viel geredet wird. Die Kommentare der Patienten kommen mit guter Klarheit und Verständlichkeit zur Geltung, hier und da ist der Klang vielleicht minimal blechern. Alles in allem eine wirklich gelungene akustische Umsetzung, leider nicht in verlustfreiem DTS-HD.

Extras
In Sachen Sonderausstattung enttäuscht die Disc leider, gerade in Anbetracht der Tatsache, dass der Film durchaus etwas Vertiefung durch Expertenmeinungen oder Ansichten des Regisseurs nicht schaden würde. Es liegt lediglich der Kinotrailer vor. Die weiteren auf der Blu-ray enthaltenen Trailer sorgen übrigens für den Etikettenschwindel der FSK 18-Freigabe, der Film selbst ist ab 16 freigegeben.


Fazit:
Rodney Aschers zweiter Langfilm nach der „Shining“-Doku „Room 237“ ist vielleicht der furchterregendste Dokumentarfilm aller Zeiten. „The Nightmare“ ist ein unter die Haut gehender Genre-Hybrid, der unter Umständen lange nachwirkt und eher daran interessiert ist, die Erfahrung der Schlafparalyse für den Zuschauer spürbar zu machen als sie fundiert zu begründen. Ein faszinierender wie origineller Film, der für Albträume sorgen kann.

by Florian Hoffmann
Bilder © WVG Medien / Polyband Medien