The Miss Jonas Double Feature (ECD Collection) - Blu-ray

Blu-ray Start: 27.01.2015
FSK: 18 - Laufzeit: 160 min

The Miss Jonas Double Feature (ECD Collection) Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Der Teufel in Miss Jonas
Nach ihrer Hinrichtung landet Miss Jonas vor dem Leibhaftigen, der ihr mitteilt, drei Tage zu früh gekommen zu sein. Er schickt sie vorübergehend zurück auf die Erde, wo sich Miss Jonas im Wissen, sowieso in der Hölle zu landen, daran macht, nun diese auch wirklich zu verdienen. Doch ihre Freunde können nicht glauben, dass Miss Jonas, an deren Bestattung eben noch weinten, wieder zurück sein soll. Es kommt zu wirrenden und lustigen Situationen.

Was geschah wirklich mit Miss Jonas?
War Miss Jonas ein vom Teufel besessener Pornostar - oder nur ein mannstolles Luder? Ein für einen reichen Geschäftsmann tätiger Privatdetektiv stellt Nachforschungen an. Der Weg führ zu einem Fotografen, einer Tanzlehrerin, einem Couturier und in ein Nachtlokal. Wie Mosaiksteinchen ergibt sich die wahre Geschichte des Fotomodells Christa, die als Malermodell und Call-Girl arbeitete bevor sie zur Hauptrolle in "Miss Jonas" wurde.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Französisch)
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,78:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Der Teufel in Miss Jonas:
Featurette "Der teuflische Mister Fux" mit Herbert Fux, Bildergalerie, Restaurationsvergleich

Was geschah wirklich mit Miss Jonas?:
Featurette "Michel Jacot in der Z-Bar Berlin", Bildergalerie

DVD und Blu-ray | The Miss Jonas Double Feature (ECD Collection)

Blu-ray
The Miss Jonas Double Feature (ECD Collection) The Miss Jonas Double Feature (ECD Collection)
Blu-ray Start:
27.01.2015
FSK: 18 - Laufzeit: 160 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
The Miss Jonas Double Feature (ECD Collection) The Miss Jonas Double Feature (ECD Collection)
DVD Start:
27.01.2015
FSK: 18 - Laufzeit: 152 min.

Blu-ray Kritik - The Miss Jonas Double Feature (ECD Collection)

Blu-ray Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 6/10
Ton: | 6/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 5/10


Nachschub für die Trash-Gemeinde – und das gleich im Doppelpack: Nachdem bereits ausgewählte Regie-Infernos von Genre-Berserker Jess Franco („Frauen für Zellenblock 9“, „Die Sklavinnen“) in der Golden Goya Collection auf DVD ein ungeschnittenes Heimkino-Revival feierten, legt The Erwin C. Dietrich Collection auf Blu-ray nach. Aus dem schier unerschöpflichen Billig-Fundus des schweizerischen Fließband-Produzenten bilden „Der Teufel in Miss Jonas“ (Schweiz 1974) und „Was geschah wirklich mit Miss Jonas?“ (Schweiz 1974) „The Miss Jonas Double Feature“. Zusammen verspricht das 158 Minuten geballtes Exploitation-Vergnügen mit viel nackter Haut, irrwitzigen Dialogen und denkwürdigen Sets. Allein, es bleibt zuweilen beim Versprechen.

„Der Teufel in Miss Jonas“ (laut Vorspann Frei nach dem Roman „The exorcism of Miss Jonas“ von Jack Joshua) jedenfalls geht gleich mit einer bizarren schwarzen Messe in die Vollen. Vor einem Kapuzen-Gericht, deren Richter an Ku-Klux-Klan-Mitglieder erinnern, muss sich die offenbar hochgradig notgeile Mari-Lyn Jonas (fast den ganzen Film über im Evaskostüm: Christa Free) für ihre nymphomanischen Neigungen verantworten. Trotz angebotener Kooperation/Kopulation („Von Männern verknackt zu werden, war von Zeit und je mein Fall.“) hat ihr letztes Stündlein geschlagen und zwei barärschige Helfer schicken das mannstolle Vollweib auf dem Schaffot per Guillotine zum Teufel – leider drei Tage zu früh.

So kommt Mari-Lyn nicht nur zum ersten Mal in ihrem Leben zu früh, sondern macht in der Hölle auch noch Bekanntschaft mit Luzifer persönlich. Den gibt hier der genre-bewährte österreichische Kauz Herbert Fux („Hexen bis aufs Blut gequält“) mit sardonischem Grinsegesicht, Tierschwanz und qualmendem Schritt (!). Doch er zeigt sich nachsichtig und gewährt der blonden Sexbombe ein Nachspiel auf Erden. Zurück im heimischen Bett, staunen die hinterbliebenen Ex-Lover und Gespielin Dorthe (Marianne Dupont) nicht schlecht – waren sie doch gerade auf Mary-Lyns Beerdigung. Aber einem amourösen Nachschlag ist keiner von ihnen abgeneigt und die vom Sexteufel Besessene sündigt angesichts ihres baldigen Ablebens munter weiter. Totgesagte vögeln länger.

Auch wenn „Der Teufel in Miss Jonas“ nur 75 Minuten dauert und der Auftakt wirklich Laune macht, zieht sich der Rest teilweise wie Kaugummi. Vor allem, weil es außer wechselnden Sex-Pärchen, gerne auch in der Schlüsselloch-Perspektive, fast nichts zu sehen gibt und die biedere Liebes-Akrobatik (wie oft in diesen Filmen) aus heutiger Sicht eher unfreiwillig komisch als erotisch oder gar prickelnd ist. Fast schon surreal indes kommt der mehrminütige Quasi-Gangbang im Wald daher. Hier deutet Regisseur Michael Thomas (hinter dem Pseudonym versteckt sich Produzent Erwin C. Dietrich) an, dass noch deutlich mehr Abseitiges dringewesen wäre.

Die Extras zu „Der Teufel in Miss Jonas“ bestehen aus einer Bildergalerie, einem Restaurationsvergleich sowie dem Featurette „Der teuflische Mister Fux“. Darin plaudert der Ösi-Mime (1927-2007) bei einer Apfelschorle über sein damaliges Arbeiten zwischen anspruchsvollem Theater und schnell produzierter Gebrauchsware.

Das Komplement „Was geschah wirklich mit Miss Jonas“ kommt zunächst fast als klassische Detektiv-Geschichte daher, in der Privatschnüffler Jim (Michel Jacot) für einen reichen Reeder ein Pin-up-Girl aus einem Nackedei-Heft finden soll. Jim begibt sich auf Spurensuche nach Christa Lindberger, verfolgt ihren Weg vom ersten Shooting über die „Nudelbühne“ in einem Nachtclub bis an den Set eines Trash-Streifens. Denn hinter Christa Lindberger verbirgt sich niemand anders als Christa Free, die für „Der Teufel in Miss Jonas“ besetzt wurde. Zwischen seinen Recherchen findet Jim aber ausgiebig Zeit, mit nahezu jeder Bekannten Christas in die Kiste zu hüpfen.

Die Idee, die Entstehung eines Films zum Inhalt eines anderen Films zu machen, ist durchaus reizvoll. Leider fällt der Werdegang von Christa Free aber reichlich öde aus, das permanente Pseudo-Gerammel nervt alsbald – trotz Solopart beim Masturbieren. In Erinnerung bleiben eher die Höhepunkte deutscher Synchronisationskunst mit Sätzen wie „Die Kamera ist zwar eine Bestie, aber beginnt sie zu beißen, wirf ihr deinen Busen zum Fraß vor.“ Nicht zu vergessen die sketchartigen Dreharbeiten auf weißem Fell sowie der komplett durchgeknallte, fast schon dadaistische Sprach- und Körperbeherrschungsunterricht. Keine Ahnung, was die Dialogschreiber da geraucht haben.

Zugabe zu „Was geschah wirklich…“ ist neben einer Bildergalerie ein Interview mit Michel Jacot („Lass jucken, Kumpel“) aus der Z-Bar in Berlin vom 7. Oktober 2007. Der ist mit heiserer Stimme zwar schwer zu verstehen, interessant sind seine Einblicke in die Billigfilm-Parallelwelt der 1970er Jahre aber allemal. So wurden oftmals mehrere Streifen gleichzeitig gedreht und die Darsteller bekamen Pseudonyme verpasst, um dem Publikum Besetzungsvielfalt zu suggerieren.

Bild- und Tonqualität der Blu-ray sind in Ordnung, wenn auch nach heutigen Maßstäben sicher nicht State of the Art. Der Vergleich zwischen restaurierten und unbearbeiteten Aufnahmen zeigt aber, dass schon erheblich an der Optik poliert wurde.

Doppelt knallt besser? Im Fall des „Miss Jonas Double Feature“ gilt das nur bedingt. Leider hält sich die Skurrilität in Grenzen und Charles C. Dietrich setzt bis zur Ermüdung auf die weiblichen Vorzüge seiner Wollust-Muse Christa Free. Dann doch lieber mehr von Herbert Fux als Beelzebub mit ordentlich Dampf in der Buchse.

by Florian Ferber
Bilder © Ascot Elite Home Entertainment