The Look of Love - Blu-ray

Blu-ray Start: 17.04.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 101 min

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Inhalt

‚Sex sells‘ – mit dieser Devise avanciert Paul Raymond zu einem der reichsten Männer Großbritanniens. Seine Karriere beginnt er als Betreiber eines Nightclubs, dessen Darbietungen so heiß sein sollen, dass kein "wirklicher Kerl" ihnen widerstehen kann. Von den ersten Ersparnissen kauft Raymond eine Immobilie, später ganze Straßenzüge des Londoner Bezirks Soho. Zu seinem ständig wachsenden Imperium gehören Erotikmagazine und Showbühnen. Sein Bankkonto weist schließlich ein Guthaben von 650 Millionen Pfund aus - aber er verliert dabei fast alle Menschen, die ihm nahestehen...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD

DVD und Blu-ray | The Look of Love

Blu-ray
The Look of Love The Look of Love
Blu-ray Start:
17.04.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 101 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
The Look of Love The Look of Love
DVD Start:
17.04.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 97 min.

Blu-ray Kritik - The Look of Love

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 6/10


In seinem Berlinale-Film „The Look of Love“ porträtiert Michael Winterbottom den britischen „Porno-König“ Paul Raymond, der seit den 70er Jahren regelmäßig für Skandale sorgte und die Londoner Revueszene um viel nackte Haut bereicherte. Obgleich eine solch interessante Persönlichkeit als Vorlage für ein Biopic geradezu prädestiniert erscheint, ist „The Look of Love“ leider nur ein durchschnittlicher Film geworden. Ansehen kann man ihn sich aufgrund seines tollen Hauptdarstellers, einer grundsoliden Regie und jeder Menge 70s Esprit dennoch.

In den 70er Jahren eröffnet Paul Raymond (Steve Coogan) den ersten englischen Stripclub und verdient damit jede Menge Geld. Schnell erkennt er, dass er durch diese Branche zu einem der einflussreichsten Menschen Londons aufsteigen könnte und investiert munter in weitere Nachtclubs. Wenige Jahre später gehören ihm ganze Straßenzüge im Londoner Bezirk Soho. Obgleich beruflich alles bestens zu laufen scheint, vernachlässigt Raymond zunehmend seine Familie, bis er sich schließlich von seiner Frau Jean (Anna Friel) scheiden lässt, weil er sich in die Nacktschwimmerin Fiona Richmond (Tamsin Egerton) verliebt hat. Er lebt Tag für Tag das Leben eines Hedonisten und merkt deswegen nicht einmal, dass seine Tochter Debbie (Imogen Poots) mit immer stärker werdenden Drogenproblemen zu kämpfen hat…

Obgleich die Atmosphäre und der Zeitgeist gut eingefangen werden, die Darsteller allesamt überzeugen und auch die Regie überaus gelungen ist, kann der Film insgesamt nicht so recht begeistern. Das liegt vor allem am bestenfalls durchschnittlichen Drehbuch, das die Szenen geradezu willkürlich aneinanderreiht und aufgrund zahlreicher Zeitsprünge seltsam episodisch wirkt. Es ist zwar durchaus unterhaltsam dem von Steve Coogan grandios gespielten Paul Raymond durch diverse Stationen seines Lebens zu folgen, aber tiefsinnig wird das zu keiner Sekunde. Der Film erweckt stellenweise gar den Anschein, als hätten die Verantwortlichen das große Ganze aus den Augen verloren und sich lediglich auf Details in den Einzelszenen konzentriert. Einige kurze Szenen des gealterten Paul Raymond, der mit melancholischem Blick auf alte Videoaufzeichnungen seiner Tochter starrt, wirken in ihrer Positionierung und Inszenierung sogar ziemlich deplatziert, ja beinahe unbeholfen. Zudem wird die düstere Seite des Showbusiness leider nur sehr selten in die Handlung mit eingebunden, was gleichsam oberflächlich wie inkonsequent wirkt. Das ist Anbetracht der überzeugenden Restzutaten des Filmes wirklich schade, da hier ohne weiteres ein beeindruckendes Biopic hätte entstehen können – interessant genug ist das Leben des exzentrischen Lebemannes Paul Raymond allemal. Erfreulicherweise ist der Film immerhin recht offenherzig geraten und präsentiert die berühmten Erotik-Shows von Paul Raymond auf äußerst glaubhafte Weise, etwas anderes war von Regisseur Michael Winterbottom nach seinem semi-pornographischen Skandalfilm „9 Songs“ aber auch nicht zu erwarten gewesen. Doch trotz seiner Authentizität und viel Gespür für den damaligen Zeitgeist, werden interessante Themen wie beispielsweise die strenge Zensur jener Ära, nur am Rande erwähnt und im weiteren Verlauf schlicht und einfach nicht mehr beachtet. Ähnliches gilt für Raymonds familiäre Konflikte, die viel zu schnell wieder aus dem Fokus verschwinden und sich in seiner charakterlichen Entwicklung kaum bemerkbar machen. Jedenfalls ist Raymonds Wandel vom extrovertierten Hedonisten hin zum alten deprimierten Mann aus dem Prolog leider kaum nachzuvollziehen. Besonders überzeugen kann hingegen der wahnsinnig tolle Soundtrack, mit dem Antony Genn und Martin Slattery gekonnt Atmosphäre erzeugen und den musikalischen Vorbildern jener Zeit mehr als gerecht werden. Trotz aller Kritikpunkte ist „The Look of Love“ für Freunde der 70er, James Bond Verehrer und vor allem Steve Coogan Fans auf alle Fälle einen Blick wert.

Bild- und Tonqualität der Blu-ray sind sehr solide geraten und lassen die 70er in ansprechender Art und Weise zum Leben erwecken. Als Extras sind zudem zahlreiche Interviews enthalten, die spannende Zusatzinfos vermitteln können. Allerdings wäre auch ein Making-of wünschenswert gewesen.

Fazit:
Leider steht dem Film sein episodisch wirkendes Drehbuch etwas im Wege und nimmt der emotionalen Intensität der Erzählung immer wieder den Wind aus den Segeln. Dennoch kann der Film für einen kurzweiligen Kinoabend sorgen und sollte von 70s– Fans auf jeden Fall gesehen werden!

by Jonas Hoppe
Bilder © Koch Media