The Last Five Years - Blu-ray

Blu-ray Start: 16.10.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 94 min

The Last Five Years Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

Preisvergleich

jpc Logo 11,99 € jetzt kaufen
alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD, Blu-ray zum Film

Inhalt

Der aufstrebende Schriftsteller Jamie Wellerstein verliebt sich Hals über Kopf in die arbeitslose Schauspielerin Cathy Hiatt. Es ist eine Liebe voller Leidenschaft. Doch nach fünf Jahren steht ihre Beziehung vor dem Aus und beide lassen ihr gemeinsames, durch Höhen und Tiefen geprägtes Leben Revue passieren. Gibt es eine zweite Chance für ihre Liebe?

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Capelight Pictures
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Englisch)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Interviews mit Schauspielerin Anna Kendrick, Schauspieler Jeremy Jordan, Regisseur Richard LaGravenese sowie Komponist Jason Robert Brown

DVD und Blu-ray | The Last Five Years

Blu-ray
The Last Five Years The Last Five Years
Blu-ray Start:
16.10.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 94 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
The Last Five Years The Last Five Years
DVD Start:
16.10.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 90 min.

Blu-ray Kritik - The Last Five Years

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 8/10
Ton: | 9/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 8/10


Die Off-Broadway-Musical Adaption „The Last Five Years“ erweist sich als durch und durch besonderer und ungewöhnlicher Film. Oberflächlich gesehen erzählt die Vorlage von Jason Robert Brown eine romantische Geschichte, genauer gesagt die Erzählung einer fünfjährigen Beziehung zwischen zwei jungen New Yorkern, die langsam zerbricht. Zu der Tatsache, dass ungefähr 90 % des Films aus Gesang besteht, ist sowohl das Musical als auch die Verfilmung sehr unorthodox strukturiert: Der Erzählstrang der weiblichen Protagonisten Cathy (Anna Kendrick), einer erfolglosen Schauspielerin, wird rückwärts erzählt, die der männlichen Hauptfigur Jamie (Jeremy Jordan), eines aufstrebenden Schriftstellers, hingegen vorwärts. Heraus gekommen ist eher ein interessantes Experiment als ein vollends gelungener Film, dennoch ist „The Last Five Years“ mindestens für Musical-Fans sicher ein Blick wert.

Der Film, den Richard LaGravenese (P.S. Ich liebe Dich, Freedom Writers, Beautiful Creatures) adaptiert und inszeniert hat, handelt vom Leben junger Menschen in New York City, genauer gesagt vom harten Alltag von Künstlern. Es geht darum, wie man sich selbst findet und versuchen muss die Liebe mit seinen eigenen beruflichen Ambitionen ins Gleichgewicht zu bringen. Das Leben von Cathy und Jamie bietet vieler solcher nachvollziehbarer Herausforderungen, die gerade für Leute in ihren Zwanzigern viel Identifikationspotential bieten. Cathy hangelt sich von einem demütigenden Vorsprechen zum anderen, versucht sich währenddessen mit Gelegenheitsjobs über Wasser zu halten. Sie wird natürlich auch nicht jünger und ihr Traum von der großen Schauspielkarriere scheint immer weiter in die Ferne zu rücken. Bei Jamie sieht die Sache anders aus: Er ist noch sehr jung und wird wegen seinem vielversprechenden ersten Roman direkt von einem großen Verleger verpflichtet. Es läuft alles wunderbar für den jungen Autor und er lebt seinen Traum, geht von einer Vorlesung zur nächsten, ist ständig umgeben von Bewunderern und schönen Frauen. Cathy versucht ihren Ehemann zu unterstützen, wo sie nur kann, ohne die Aufmerksamkeit zu stark auf ihre eigenen Probleme zu lenken. Doch die Distanz zwischen den Beiden wächst mit der Zeit natürlich unaufhaltsam und die Beziehung wird auf harte Prüfungen gestellt.

„The Last Five Years“ ist keine fluffige, rosarote Romanze. Der Bezug zum Film ist autobiografisch, Jason Robert Brown hat in den Neunzigern ziemlich genau das erlebt, was im Film dargestellt ist. So wirkt die Adaption in der Tat sehr persönlich und realistisch, sieht man natürlich von dem stilisierenden Element der Musical-Inszenierung ab. Doch auch hier wirkt „The Last Five Years“ angenehm bodenständig, denn die Nummern sind keine übertriebenen Choreografien, sondern bestehen meist aus reinem Gesang. Getanzt wird hier jedenfalls eher nicht. Die Sets wirken gewöhnlich und eingelebt, die Songs sind eher verbale Schlagabtauschs voller ernsthaft empfundener Emotion ohne die in Musicals weit verbreiteten großen Gesten. Ansonsten ist die Inszenierung und der visuelle Stil ebenfalls um Unauffälligkeit bemüht, die Kameraarbeit von Steven Meinzler wirkt größtenteils sehr frei und ungebunden mit viel Bewegung. Stimmungen werden subtil über die Farbgestaltung unterstrichen.

Ein großer Gewinn für den Film sind die zwei Hauptdarsteller: Anna Kendrick hat sich mittlerweile mit vielen unterschiedlichen Rollen zur wohl entzückendsten und sympathischsten Entdeckung Hollywoods der letzten Jahre entwickelt. Nach ihrer Oscar-nominierten Darstellung in „Up in the Air“, Auftritten in den „Twilight“ Filmen, verschrobenen Indie-Hits wie „Scott Pilgrim“, „50/50“ oder „Drinking Buddies“ und natürlich musikalischen Parts in den „Pitch Perfect“ Filmen und „Into the Woods“ ist Kendrick mittlerweile allgegenwärtig. In „The Last Five Years“ erstrahlt Kendrick auf ihre gewohnte Weise und ist einfach bezaubernd, aber auch zutiefst menschlich und real in der Rolle der unglücklichen Cathy. Mit großer Leichtigkeit meistert sie es, ihre sehr emotionalen Zeilen eben nicht auf herkömmliche Art aufzusagen, sondern eben zu singen. Ihre hier und da recht hohe Singstimme ist natürlich Geschmackssache, doch in den Tönen vergreift sie sich eher selten und zeigt größtenteils eine sehr gute, ausdrucksstarke Gesangsleistung. Sie hat viele emotionalen Momente, die sie wunderbar kraftvoll meistert. Ihr Partner Jeremy Jordan ist primär durch seine Arbeit am Broadway bekannt. So erweist er sich besonders in den Gesangspassagen als starke Präsenz, er verfügt aber auch über viel Charisma und verblasst nicht neben der großartigen Anna Kendrick, sondern gibt seiner Rolle ebenfalls sehr lebendige Akzente. Er hat sicher die weniger sympathische Rolle, denn von ihm geht wohl der größere Teil der Entfremdung aus.

Die Songs in „The Last Five Years“ ziehen musikalisch nicht allzu große Aufmerksamkeit auf sich, sie sind eher zurückhaltend konzipiert und ordnen sich dem Text unter. Man wird kaum nach dem Film Melodien im Kopf haben und vor sich hin summen, wie das bei den größten Musicals der Fall ist. Das soll aber auch kein Kritikpunkt sein, denn „The Last Five Years“ ist eben eher ein ungewöhnliches Musical, das bewusst einen kleineren Rahmen wählt und damit erfrischend anders im Vergleich mit aufgeblähten Produktionen ist. Der Film (und die Vorlage) bieten trotzdem eine gewisse Bandbreite an Stimmungen, von traurig-beschwert zu himmelhoch-jauchzendem Glück ist hier eigentlich alles dabei. Am ehesten ins Ohr geht wohl der besonders belebte „Schmuel Song“ (Na, na, na, na, na), der wohl auch die größte Musical-Nummer im traditionellen Sinne ist. Textlich ist die Musik geistreich, oft auch sehr humorvoll und immer mit viel ernsthaft empfundener Emotion ausgestattet. Mit seiner etwas unkonventionellen, bodenständigeren Art könnte der Film so auch Leute ansprechen, die Musicals normalerweise nicht mögen, ein Wagnis stellt ein fast vollständig gesungener Film trotzdem dar. Hier steckt viel Wahrheit und Emotion drin, doch letztlich erzeugt der Musical-Aufbau und auch die ungewöhnliche chronologische Struktur eine gewisse Distanz, die den Film am Ende vielleicht nicht ganz so berührend machen, wie er hätte sein können. Interessant und besonders ist der Film aber allemal.

Bild
Die Blu-ray zu „The Last Five Years“ überzeugt im Großen und Ganzen. Das auf digitalen RED-Kameras aufgezeichnete Bild wirkt bemüht, nicht zu digital zu wirken, es macht einen insgesamt etwas weicheren Eindruck. Die Schärfelevel sind so nicht im obersten Bereich, doch dadurch wirkt das Bild auch durchaus angenehm. Schwarzwerte sind ebenfalls nicht immer herausragend, ebenso die Kontraste. Farben erscheinen sehr natürlich und dynamisch. Alles in allem sieht der Film sehr angenehm und ansehnlich aus, Bild-Puristen könnten sich aber an den sogenannten Makeln stören.

Ton
Akustisch überzeugt die Umsetzung auf ganzer Linie und nimmt seinen Musical-Status hörbar ernst. Hier überzeugt die Disk durch großartige Klarheit, Dynamik und Direktheit, besonders natürlich in den allgegenwärtigen Musical-Momenten. Die Songs hören sich super an. Primär spielt sich das Soundgeschehen im Frontbereich ab, aber es wird auch immer wieder schön Atmosphäre über die Surroundkanäle geliefert. Ein sehr guter Eindruck.

Extras
Auf den ersten Blick fällt die Sonderausstattung nicht allzu besonders aus, doch die vier Interviews erweisen sich nicht als übliches, oberflächliches Pressematerial. Hier wird etwas mehr in die Tiefe gegangen, interessanterweise entstanden die Gespräche aber vor dem Dreh des Films. Die Interviews sind gut geführt und erweisen sich als durchaus aufschlussreich und interessant.
Interviews mit
Anna Kendrick (12:30 Min.)
Jeremy Jordan (17:56 Min.)
Jason Robert Browne (09:25 Min.)
Richard LaGravenese (12:21 Min.)


Fazit:
Eine wunderbare Anna Kendrick begeistert in diesem ungewöhnlichen Musical über eine gescheiterte Beziehung zwei junger New Yorker Künstler. Die Geschichte ist recht gewöhnlich, aber gewinnt durch seine unorthodoxe Struktur und seine emotionale Ernsthaftigkeit. Ein besonderer Film, der besonders Musical-Fans ansprechen sollte.

by Florian Hoffmann
Bilder © Alive / Capelight Pictures