The Lady in the Van - Blu-ray

Blu-ray Start: 01.09.2016
FSK: 6 - Laufzeit: 104 min

The Lady in the Van Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Der Film basiert auf der wahren Geschichte von Alan Bennett, in dessen Londoner Auffahrt Miss Shepherd „vorübergehend“ ihren Van parkte und für 15 Jahre wohnen blieb. Diese Begegnung, die als widerwillig gewährter Gefallen begann, entwickelte sich zu einer innigen Freundschaft, die die Leben der beiden für immer veränderte.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch, Spanisch)
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Spanisch, Türkisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Making-of "The Lady in the Van"
Kommentar von Nicholas Hytner
Entfallene Szenen
Verkörperung der "Lady": Maggie Smith als Miss Shepherd
Visuelle Effekte
Kommentar vom Regisseur Nicholas Hytner

DVD und Blu-ray | The Lady in the Van

Blu-ray
The Lady in the Van The Lady in the Van
Blu-ray Start:
01.09.2016
FSK: 6 - Laufzeit: 104 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
The Lady in the Van The Lady in the Van
DVD Start:
01.09.2016
FSK: 6 - Laufzeit: 100 min.

Blu-ray Kritik - The Lady in the Van

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 7/10


Eine alte, obdachlose Dame lebt 15 Jahre lang in einem klapprigen Van in der Auffahrt eines Theater-Autors im Londoner Künstler-Bezirk Camden – was wie ein frei erfundenes modernes Märchen klingt, hat sich so tatsächlich zwischen 1974 und 1989 ereignet und bildet nun die Basis für die ausgesprochen britische Tragikomödie „The Lady in the Van“. The Lady in the Van SzenenbildDie bemerkenswerte Geschichte um die titelgebende Mary Shepherd bildete bereits die Grundlage für die Memoiren von Schriftsteller Alan Bennett („Die History Boys“, „Magere Zeiten“), der daraus wiederum ein Theaterstück entwickelte, das von Regisseur Nicholas Hytner („King George – Ein Königreich für mehr Verstand“, „Hexenjagd“) inszeniert und 1999 am Londoner West End uraufgeführt wurde. Damals standen die britische Schauspielikone und zweifache Oscar-Preisträgerin Maggie Smith („Downton Abbey“, „Gosford Park“, „Harry Potter“) und Theater-Star Alex Jennings in den Rollen der Dame und des Autors auf der Bühne, was nun in der Film-Adaption wiederholt wird. Ebenso agierte Alan Bennett federführend beim Drehbuch und Nicholas Hytner hinter der Kamera, wodurch man unschwer erkennen kann, dass „The Lady in the Van“ für alle Beteiligten eine echte Herzensangelegenheit darstellt. Dafür gab es für Maggie Smith sowohl eine Nominierung als beste Hauptdarstellerin bei den Golden Globes, als auch bei den BAFTAs.

Überall, gerade in Großstädten begegnet man ihnen, armen Seelen, die ohne Obdach sind und in absoluter Armut leben. Meistens geht man an ihnen vorbei, ohne einen wirklichen Gedanken zu verschwenden, wie sie in ihre prekäre Lage geraten sind, was ihre Geschichte ist. Was Mary Shepherd in die Situation gebracht hat, mit ihrem völlig heruntergekommenen Kleinbus durch die Gegend zu fahren und eine verbitterte Existenz als mürrisches und übel riechendes Schreckgespenst zu führen, wird direkt in der Eröffnungssequenz des Films angedeutet. Theater-Autor Alan Bennett lebt alleine in seinem Camdener Haus, als eines Tages Mary Shepherd in ihrem heruntergekommenen und mit Müll vollgestopften Van durch die Straße klappert. The Lady in the Van SzenenbildZunächst lässt sich die stets kratzbürstige und schroffe Mary vor einem Nachbarhaus nieder, bis sie schließlich verjagt wird und vor der Einfahrt von Bennetts Haus steht. Dieser ist zwar sichtlich wenig begeistert von der unangenehmen Präsenz der alten Dame, doch seine typisch britische Höflichkeit verbietet es, sie wegzuschicken. Als auch die lokalen Behörden auf Shepherd aufmerksam werden und sie dazu auffordern will, die Straße ganz zu verlassen, bittet sie Bennett um Obdach in seiner Einfahrt. Er gewährt zähneknirschend, nichts ahnend jedoch, dass sie dort die nächsten 15 Jahre verbringen wird.

Einer der wesentlichen Aspekte, der „The Lady in the Van“ besonders und sehenswert macht, ist zweifelsohne die wundervolle Maggie Smith, die Grand Dame des britischen Kinos. Die mittlerweile 81-jährige Theater- und Filmikone könnte keine bessere Besetzung für die unangenehme, filterlose, aber dennoch irgendwie trotz aller Boshaftigkeiten letztlich liebenswerte alte Dame sein. Ihre komplexe und exzentrische Darstellung einer verlorenen Seele, die nach Vergebung sucht, ist großartig und voller interessanter Facetten. Der Film erzählt ihre Geschichte, legt ganz langsam und mit viel britischem, feinsinnigem und sehr menschlichem Humor eine Schicht nach der anderen frei, um ihre Hintergründe und Vergangenheit zu ergründen. Dazu kommt der Film aber erst so richtig im subtil bewegenden dritten Akt, davor ist der Film sowohl Charakter- als auch Milieustudie, in der das Leben im Mikrokosmos Camden einsichtsreich geschildert wird. Ganz wesentlicher Bestandteil des Films ist aber auch Alan Bennett selbst, der eigentlich die primäre Erzählperspektive darstellt. Bennett, der ebenso in Großbritannien eine Koryphäe in seinem Bereich darstellt wie Smith in ihrem, wird hier ebenso als sehr komplexe Figur dargestellt, die nicht unbedingt um die Sympathien des Zuschauers buhlt. „The Lady in the Van“ ist keine herkömmliche Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft, denn diese entwickelt sich wirklich nur äußerst subtil und ohne jede Sentimentalität und große Reden. The Lady in the Van SzenenbildBennett war in seiner Beziehung zu Shepherd eher passiv und seine zögerliche Hilfe wirkt immer ein Stück ungewollt und mehr aus reinem Anstand geboren.

Neben der Schilderung dieser sonderbaren Beziehung ist „The Lady in the Van“ eben auch zu großen Teil das Portrait eines oft von seiner Umgebung genervten Autors und seiner Arbeitsweise. Als etwas erzwungen wirkendes Stilmittel wird Bennett hier häufig als zwei Personen dargestellt, als „einer, der lebt“ und „einer, der schreibt“. Diese beiden Persönlichkeiten (beide gespielt von Jennings) sind auch immer wieder im Diskurs miteinander, eine nette und auch oft einsichtsreiche Idee, um in die hin- und hergerissene Seele des Autors zu blicken, auf Dauer aber auch etwas penetrant und gekünstelt. Dennoch, hier findet sich ein sehr intelligentes, schlagfertiges und wohlartikuliertes Skript wieder, das von Hytner mit großem Fingerspitzengefühl inszeniert und von allen Akteuren großartig und außerordentlich facettenreich gespielt wird. „The Lady in the Van“ ist sicher nicht jedermanns Art von Film, das ist aber auch gut so. Man braucht etwas Zeit, um sich mit diesen überaus britischen Figuren zu erwärmen, doch nach und nach baut dieser Film eine überraschende Tiefe auf, die auch nachwirkt.

Bild
Die technische Präsentation der Blu-ray von „The Lady in the Van“ erweist sich als erstklassig und makellos. Der von Kameramann Andrew Dunn („Gosford Park“, „Precious“, „Crazy, Stupid, Love.“) digital auf Arri Alexa aufgezeichnete Film zeichnet sich durch ein sehr natürliches und unaufdringliches Bild aus. Das Bild gefällt vor allem durch seine sehr gute Schärfe und großen Detailumfang. Kontraste und Schwarzwerte sind in allen Umständen exzellent, die Farbpalette des Films ist facettenreich, aber immer sehr natürlich. Bildfehler bleiben aus.

The Lady in the Van Szenenbild Ton
Auch auf akustischer Ebene stellt die Blu-ray völlig zufrieden. „The Lady in the Van“ ist der erwartungsgemäß dialog- und damit frontlastige Film, dennoch überzeugt die Tonspur durch beste Klarheit und gelegentliche, wenn auch zurückhaltende Atmosphäre-Geräusche auf den Surround-Kanälen. An gewissen Stellen erweist sich die Abmischung auch als recht dynamisch, so direkt ganz zu Beginn des Films. George Fentons recht dick aufgetragene Musik zeigt auf der Tonspur eine recht bestimmende Präsenz.

Extras
Das Bonusmaterial präsentiert sich als ähnlich liebevoll gestaltet wie der Film. In drei sehenswerten Featurettes und einem sehr gut aufgelegten Audiokommentar von Regisseur Nicholas Hytner werden die Entstehungsgeschichte und die Hintergründe des Films sympathisch und einsichtsreich aufbereitet. Das Ansehen dieser ungewöhnlich aufrichtigen Extras sollte dazu führen, dass man „The Lady in the Van“ gleich nochmal mit viel mehr Respekt sieht.
Filmkommentar mit Nicholas Hytner
Die Dame spielen: Maggie Smith als Miss Shepherd (06:22 Min.)
Das Making-of von The Lady in the Van (13:46 Min.)
Die visuellen Effekte (07:29 Min.)
Unveröffentlichte Szenen (Man könnte ein Zelt holen (01:09 Min.), Ich bereite mein Manifest vor (01:43 Min.), Sie hat eine tiefe, leise Stimme (01:54 Min.))
Diverse Trailer


Fazit:
„The Lady in the Van“ ist eine außergewöhnliche und komplexe Geschichte über zwei scheinbar gegensätzliche Figuren, die eine sehr subtile Freundschaft unter sehr besonderen Umständen entwickeln. Nicholas Hytners Film ist überaus britisch in seiner Machart und Beobachtung sozialer Gepflogenheiten, aber mit großer Wärme und scharfer Intelligenz erzählt und inszeniert.

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by Florian Hoffmann
Bilder © Sony Pictures Home Entertainment




The Lady in the Van - Trailer