The Finest Hours - Blu-ray

Blu-ray Start: 18.08.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 117 min

The Finest Hours Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Am 18. Februar 1952 trifft ein gewaltiger Sturm mit voller Wucht auf New England und lässt die Menschen an der Ostküste um ihr Leben bangen. Noch hilfloser sind die Schiffe auf See, darunter der Öltanker SS Pendleton, der vom Sturm buchstäblich auseinandergerissen wird. Über 30 Seeleute werden im Heck der schnell sinkenden SS Pendleton eingeschlossen. Als ranghöchster Offizier an Bord übernimmt Ray Sybert (CASEY AFFLECK) die Führung der verängstigten Mannschaft. Zur gleichen Zeit gibt der auf dem Festland wachhabende Offizier Daniel Cluff (ERIC BANA), kürzlich erst zum Stationschef der Küstenwache ernannt, den Befehl zu einer waghalsigen Rettungsmission. Obwohl die Chancen alles andere als gut stehen, stechen vier Männer unter Führung des Steuermanns Bernie Webber (CHRIS PINE) in einem hölzernen Rettungsboot mit kleinem Motor in See, um eisigen Temperaturen, 20 Meter hohen Wellen und einem wütenden Sturm zu trotzen und die Männer an Bord der SS Pendleton zu retten.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Walt Disney Studios Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch: DTS-HD HR 5.1
Englisch: DTS-HD MA 7.1
Italienisch: DTS Digital Surround 5.1
Untertitel:
Deutsch, Italienisch, Englisch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.39:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
• Entgegen allen Erwartungen: Die Bernie-Webber Story
• Bruderschaft
• Zwei Crews
• Die eigene Sternstunde?
• Die beste Inspiration: Die US-Küstenwache
• Zusätzliche Szenen

DVD und Blu-ray | The Finest Hours

Blu-ray
The Finest Hours The Finest Hours
Blu-ray Start:
18.08.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 117 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
The Finest Hours The Finest Hours
DVD Start:
18.08.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 112 min.

Blu-ray Kritik - The Finest Hours

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 10/10
Ton: | 10/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 7/10


„The Finest Hours“ erzählt eine wirklich unfassbare Geschichte, die in mehrfacher Hinsicht so unwahrscheinlich ist, dass man gar nicht auf die Idee kommen würde, sie auszudenken. In der Nacht vom 18. Februar 1952 kam es dreißig Kilometer vor der Küste New Englands zu einem verheerenden Nor’easter-Sturm, in den die beiden Öltanker SS Fort Mercer und SS Pendleton gerieten. The Finest Hours SzenenbildDer stark wütende Sturm sorgte dafür, dass nicht nur eins der Schiffe, sondern beide in zwei Hälften brachen. In einer angesichts der extremen und kaum zu bewältigenden Wettersituation schier hoffnungslosen Ausgangslage, ordert die US-Küstenwache eine kleine Crew um Bootsmann Bernie Webber (Chris Pine) und Richard Livesey (Ben Foster) in einem kleinen Rettungsboot auf hohe See, um die 32-köpfige Mannschaft der Pendleton zu retten. Währenddessen versucht Ray Sybert (Casey Affleck), der Ingenieur der Pendleton, den Tanker mit notdürftiger Steuerung auflaufen zu lassen, um das Sinken des übrig gebliebenen Hecks heraus zu zögern.

Diese Begebenheiten gehören zu den wagemutigsten und dramatischsten Rettungsmaßnahmen in der Geschichte der US-Küstenwache. Hier werden Erinnerungen an Wolfgang Petersens „Der Sturm“ von 2000 wach, mit dem „The Finest Hours“ einige inhaltliche und stilistische Gemeinsamkeiten teilt. Regisseur Craig Gillespie („Lars und die Frauen“, „Fright Night“, „Million Dollar Arm“) inszeniert hier zunächst einen stilechten 50er-Jahre-Film mit viel nostalgischem Americana-Retro-Flair und dichter Atmosphäre. Er bevölkert seinen Film mit geradlinigen, aber wenig facettenreichen Figuren und inszeniert mit großer Aufrichtigkeit und Ernsthaftigkeit. Ironie hat in diesem oft angenehm altmodischen und konservativen Film nichts zu suchen, viel mehr ist Gillespie an einer Wiederauferstehung eines alten Kinos und einer Verbeugung vor diesen mutigen und aufopferungsvollen Männern und ihren rechtschaffenen, heroischen Tugenden interessiert. Einen nicht von der Hand zu weisenden Charme hat „The Finest Hours“ so ohne jeden Zweifel, hier wird immer wieder schöne Kino-Magie einer vergangenen Zeit versprüht. Schade nur, dass das alles letztlich auch irgendwie zahnlos wirkt und schlimmer noch – der Katastrophenfilm-Aspekt trotz effektlastiger und aufwändiger Visualisierung nicht immer die nötige Wirkung und Wucht entfaltet.

The Finest Hours Szenenbild Die wirklich faszinierende Story, die die drei Autoren von „The Fighter“ auf Grundlage des gleichnamigen Sachbuchs von Michael J. Tougias und Casey Sherman adaptierten, ist im Grunde in drei Erzählstränge aufgeteilt: Da wären die Rettungsmaßnahmen, die die Küstenwache unter Aufsicht des hartgesottenen Befehlskommandanten Daniel Cluff (Eric Bana) unternimmt, wobei hier der Fokus klar auf Bernie Webber liegt, der hier als Heldenfigur des Films fungiert. Interessanterweise spielt Pine hier in mancher Hinsicht das Gegenteil zu James T. Kirk, seiner bislang bekanntesten Figur: Webber arbeitet streng nach Vorschrift, ist geradlinig und alles andere als aufmüpfig oder draufgängerisch. Seinen Mut findet er dann erwartungsgemäß in der großen Herausforderung, bei der er schließlich über sich hinauswächst und sein Ansehen bei seiner Crew wächst. Der zweite Handlungsstrang zeigt die Situation auf der Pendleton, hier steht Ray Sybert im Mittelpunkt, der in seiner Crew eher ein stiller Außenseiter ist, aber mit ruhiger und nüchterner Bestimmtheit das weitere Vorgehen bestimmt. Die dritte Perspektive spielt auch an Land und steht in direkter Verbindung zu Webber: Hier wird im obligatorischen romantischen Subplot seine Verlobte Miriam Pentinen (Holliday Grainger) gezeigt, die im Prinzip nicht viel mehr zu tun hat, als toll auszusehen und meist nur hoffnungsvoll Richtung tobender Ozean zu blicken. Die außergewöhnliche Präsenz Grainger (bekannt aus „Die Borgias“ und „Cinderella“) scheint direkt einem 50er-Jahre Hollywood-Melodram entsprungen zu sein, sie ist absolut makellos von Kostüm, über Frisur bis zum Make-up perfekt gestylt, ihre Rolle wirkt aber letztlich arg unterentwickelt.

Das ist auch insgesamt ein Problem des Films, denn trotz sehr guter Besetzung sind die Figuren einfach zu blass geraten. Anstatt echte, lebendige Charaktere darzustellen, zeigen sich hier mehr Ansammlungen von Eigenschaften und Klischees. Nuancen oder Facettenreichtum sucht man hier leider vergebens, was „The Final Hours“ letztlich weniger packend und mitreißend erscheinen lässt, als er hätte sein können – auch wenn man sich größtenteils stark an die historischen Begebenheiten hielt. The Finest Hours SzenenbildHier ist letztlich alles nur hübsch gemachte Oberfläche, bei der trotz sichtlicher Ambition nie so recht der Funke überspringen will. Dramaturgisch bewegt man sich ganz brav durch das Katastrophenfilm-Handbuch, sowohl in der Figurenzeichnung als auch in ihrem erwartungsgemäßen Handeln. So wirkt der Film sehr schematisch, routiniert und bleibt damit überraschungsarm, was natürlich merkwürdig klingt, denn man hat es hier schließlich mit wahren Begebenheiten zu tun. Die Zutaten für einen großartigen Film sind zweifelsohne vorhanden, nur an der Zubereitung und den Feinheiten mangelt es.

Eine der entscheidenden Schwächen des Films liegt zudem in der Inszenierung der extremen Gegebenheiten: Immer wieder gelingen Gillespie und Crew zwar wahrhaft eindrucksvolle Bilder extremer Naturgewalten und ihres immensen Zerstörungspotentials, viele der sehr CGI-lastigen Bilder wirken aber bei Außenaufnahmen auf den Schiffen überraschend künstlich. Man sieht dem Film hier häufig an, dass er zwar auf Teilen von echten Schiffskulissen gedreht wurde, die Hintergründe und die immensen Wassermengen aber größtenteils digital erzeugt wurden. Eine nahtlose und damit glaubhafte Integration der Figuren und imposanten Bauten mit ihrer Umwelt ist hier leider nur teilweise geglückt, auch wegen der oft entfesselten Kamera. Ansonsten sind die visuellen Effekte an sich aber fotorealistisch und hervorragend gelungen.

Verschlimmernd kommt hier dazu, dass man selten glaubt, dass hier eisige Temperaturen vorherrschen, man könnte viel eher den Eindruck gewinnen, dass es sich hier um einen schlimmen Sommersturm handelt. The Finest Hours SzenenbildEine drohende Unterkühlung und echte Lebensgefahr der Männer wird überhaupt nicht deutlich, sie reden fast immer normal miteinander, das Wasser gefriert nicht in ihren gesund aussehenden Gesichtern, sie zittern mit ganz wenigen Ausnahmen nicht mal. Echtes Leiden sieht man hier nicht. Vergleicht man das mit der realistischen Darstellung extremer Wetterumstände und ihres Effekts auf den Menschen mit „The Revenant“ oder auch „Titanic“, verblasst „The Final Hours“ leider völlig. Hier wird auch mit klar, warum der Film nie so richtig funktionieren will, man spürt die Gefahr einfach trotz allem sichtbaren Aufwand in Form von Kulissen und Effekten nur gelegentlich, ist nie völlig in der etwas blutleeren Filmrealität gefangen, kann deshalb und wegen der einfachen Dramaturgie und Figurenzeichnung nur bedingt mitfühlen. Es gelingt Gillespie nur stellenweise, diese so wichtige Filmrealität glaubhaft und wirkungsvoll zu inszenieren. Zahlreiche starke visuelle Momente gibt es aber trotzdem, besonders die Teilung des Schiffs erweist sich als spektakulär, überhaupt gefällt der visuelle Stil des Films. In Sachen Szenenbild, Kostüm und Maske sprüht der Film vor Detailreichtum und dichter Atmosphäre, sodass man hier auf jeden Fall viel fürs Auge geboten bekommt. Hier steckt Leidenschaft, Stilwille und eine wirklich faszinierende Geschichte drin, schade nur, dass hier nur ein ganz anständiger und grundsolider, aber nicht großartiger Film entstanden ist.

Bild
In technischer Hinsicht präsentiert sich die Blu-ray in exzellenter Verfassung. Das von Kameramann Javier Aguirrasarobe digital auf Arri Alexa XT aufgezeichnete Bild ist überaus kontrastreich, zeigt hervorragende Schärfe- und Schwarzwerte und weist eine facettenreiche und lebhafte Farbplatte auf. Trotz intensiver Farbgestaltung wirken die Farben nie überzeichnet oder unnatürlich. Details sind sowohl in den eher seltenen hellen als auch den zahlreichen dunklen Szenen mit großer Feinheit und Nuancenreichtum dargestellt. Die Schärfelevel wirken auch nie übertrieben und erweisen sich insgesamt als sehr ausgewogen. Bildfehler bleiben völlig aus.

Ton
In Sachen akustischer Umsetzung ist die Blu-ray von „The Finest Hours“ umwerfend gelungen. Hier offenbart sich ein überaus lebendiges Klangbild in DTS-HD Master Audio, das differenziert und facettenreich alle Kanäle dauerhaft befeuert. The Finest Hours SzenenbildDer Subwoofer ist ein integraler Bestandteil der Tonspuren, er wird ständig überaus wuchtig und effektvoll befeuert, sodass der Boden und die Wände bei entsprechender Ausstattung vibrieren und man sich mitten im Sturm befindet. Die Geräuschkulisse ist oft einfach überwältigend, gerade wegen den zahlreichen Feinheiten, die sich auf alle Boxen sehr gezielt verteilen. Stimmen sind verständlich und ausgewogen abgemischt, die Laut-Leise-Dynamik ist großartig gelungen.

Extras
Die etwa viertelstündige Dokumentation über Bernie Webber, bei der sowohl die Filmcrew als auch Experten und Angehörige zu Wort bekommen, erweist sich als sehr interessant. Das Niveau dieser Featurette wird mit den kurzen Promo-Clips, die verschiedene Aspekte des Films anreißen, aber leider nicht gehalten. Hinzu kommen zwei nicht verwendete Szenen, die interessanterweise noch nicht fertig gestellt wurden. Insgesamt solide, wenn auch merkwürdig unvollständig. Ein echtes Making-of wäre hier wünschenswert gewesen. Entgegen aller Erwartungen: Die Bernie Webber Story (14:10 Min.) Zusätzliche Szenen (Eine verzweifelte Idee (02:34 Min.), Die Story wie sie sich trafen (01:53 Min.)) Bruderschaft (01:49 Min.) Zwei Crews (02:02 Min.) Die eigene Sternstunde? (01:02 Min.) Die beste Inspiration: Die US-Küstenwache (01:42 Min.)


Fazit:
„The Finest Hours“ ist ein altmodisches und sehr aufwändig produziertes Überlebens- und Katastrophendrama, das wie aus einer vergangenen Zeit wirkt. Es werden heldenhafte und aufopferungsvolle Figuren mit Ehrfurcht und Aufrichtigkeit gefeiert, an dreidimensionaler Charakterzeichnung mangelt es aber leider. Hier liegt eine faszinierende Geschichte vor, bei der der Funke leider letztlich nur bedingt überzuspringen weiß. Die Blu-ray ist technisch exzellent umgesetzt.

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by Florian Hoffmann
Bilder © Walt Disney Studios Home Entertainment




The Finest Hours - Trailer