The Dressmaker - Blu-ray

Blu-ray Start: 29.04.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 119 min

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Inhalt

Der lange Schatten der Vergangenheit hält Tilly, die als Kind des Mordes beschuldigt wurde, nicht davon ab, in ihre verschlafene Heimatstadt zurückzukehren. Die schwierige gesellschaftliche Situation, mit der sich die Frau auseinandersetzen muss, wird dadurch entschärft, dass ihre Modekreationen bei den Frauen der Gegend sehr gut ankommen. So gelingt es Tilly, die Vorurteile mithilfe ihrer schönen Kleider abzubauen.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / Ascot Elite Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Featurettes, Interviews, B-Roll, Trailer

Video on demand - The Dressmaker

DVD und Blu-ray | The Dressmaker

Blu-ray
The Dressmaker The Dressmaker
Blu-ray Start:
29.04.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 119 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
The Dressmaker The Dressmaker
DVD Start:
29.04.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 114 min.

Blu-ray Kritik - The Dressmaker

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 7/10


Einer der größten australischen Hits der letzten Jahre schafft es in Deutschland leider – wie so viele besondere Filme in letzter Zeit – nicht ins Kino und wird direkt im Heimkino veröffentlicht. Mit „The Dressmaker“ wagt die australische Regisseurin Jocelyn Moorhouse nach fast zwanzig Jahren und ihren beiden US-Filmen „Ein amerikanischer Quilt“ und „Tausend Morgen“ ein Comeback in ihrem Heimatland. The Dressmaker SzenenbildDas gelang ihr mit Erfolg, denn ihre aufwändig produzierte Adaption von Rosalie Hams gleichnamigem Roman erwies sich in Australien als großer finanzieller Erfolg und war nach Russell Crowes „Das Versprechen eines Lebens“ der erfolgreichste australische Film 2015. Hinzu kamen diverse Auszeichnungen und Nominierungen für den australischen Filmpreis, u.a. gab es hier den Preis für Kate Winslet als beste Hauptdarstellerin. „The Dressmaker“ ist ein überaus schräger und origineller Film geworden, der sich vehement einer Genre-Zuordnung verweigert und konstant mit tonalen Sprüngen überrascht. Das schreit irgendwie nach Kultfilm und ist ganz bestimmt ein Werk, das die Gemüter spaltet.

Moorhouse versucht hier die schwierige Balance zwischen überzeichneter, mit sonderbaren Charakteren gesäumter Groteske, Melodram und gefühlsduseliger, oft kitschiger Romanze zu halten. Das ist alles auf dem Papier und schließlich in der Realität überladen und insgesamt etwas zu exzentrisch, aber auf gewisse Weise auch bewundernswert nach Eigenständigkeit strebend. Hinzu kommt eine thematische Fülle, die Rache, Mord, Schuld und Sühne, angespannte Mutter-Tochter-Beziehungen, Kleinstadtgeheimnisse, Intrigen, Feminismus und schließlich sogar Transvestismus abdecken. Doch eins ist „The Dressmaker“ sicher nicht: gewöhnlich. Viele Zuschauer werden den Film lieben und feiern, ebenso viele werden mit seiner besonderen und gelegentlich anstrengenden australischen Exzentrik überhaupt nichts anfangen können. Ein echter australischer Import-Hit wie die nicht unähnlichen Aussie-Kultklassiker „Priscilla – Königin der Wüste“, „Muriels Hochzeit“, „Strictly Ballroom“ oder auch „Crocodile Dundee“ ist der Film aber sicher nicht.

Das Setting von „The Dressmaker“ ist die fiktive australische Outback-Kleinstadt Dungata in den 50er Jahren. Vor 25 Jahren ereignete sich hier der Tod des Schuljungen Stewart Pettyman, der unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. Die einzige Zeugin seines Todes war die junge Myrtle, die in der Folge als Mörderin gebrandmarkt wurde und von Stewarts Vater Evan (Shane Bourne) aus Dungata verwiesen wurde. Nun kehrt Myrtle unter dem Namen Tilly in das verschlafene und staubige Westernstädtchen zurück. Tilly ist nun eine erfolgreiche Schneiderin und möchte sich um ihre verwahrloste und scheinbar an Gedächtnisverlust leidende Mutter Molly (Judy Davis) kümmern. Tilly kann sich selbst nicht an die Umstände um Stewarts Tod erinnern, ebenso wenig wie ihre Mutter. Mit ihrer weltlichen Extravaganz sorgt sie in Dungata für jede Menge Aufsehen, bei den jungen Männern wegen ihrem glanzvollen Aussehen, bei den Frauen für neidvolle Blicke und den älteren Einwohnern für Misstrauen wegen ihrer Vergangenheit. The Dressmaker SzenenbildSie versucht, die Ereignisse vor 25 Jahren ein für alle Mal aufzuklären, um sich selbst rein zu waschen. Dabei stößt sie auf eine Reihe sonderbarer und exzentrischer Charaktere mit unterschiedlichen Motiven, darunter der heimliche Transvestit und Polizeichef Sgt. Farrat (Hugo Weaving), der Schönling Teddy (Liam Hemsworth), der Tilly schöne Augen macht, dessen geistig behinderter Bruder Barney (Gyton Grantley), Tillys strenge ehemalige Lehrerin Beulah (Kerry Fox), der verrückte alte Apotheker Mr. Almanac (Barry Otto) oder die schüchterne und geheimnisvolle Gertrude (Sarah Snook).

„The Dressmaker“ ist ein wilder und übergeschnappter Genre-Hybrid voller Plot-Wendungen, der von einer zur anderen Sekunde tonal umschwingt und bis zu seinem genüsslich boshaften und bissigen Ende völlig unberechenbar bleibt. Es ist ein Film, den man für seine außergewöhnliche Originalität und Eigenständigkeit eigentlich feiern möchte, jedoch ergibt sich dadurch auch etwas, was definitiv manche Nerven überstrapazieren wird. Der Film ist durch und durch von typisch australischer Exzentrik und Eigenartigkeit durchzogen, seine schrägen und oft grellen Figuren sind mal liebenswert, mal komisch, mal tragisch und oft schlicht übertrieben. Moorhouse attackiert den Zuschauer regelrecht mit Eindrücken und unterwandert manchmal innerhalb von Sekunden die Genre-Erwartungen. Ob man eine Verbindung zu diesem Film aufbaut, kann man unmöglich objektiv beantworten, für den einen Zuschauer mag „The Dressmaker“ ein Riesenspaß sein, für den anderen eine langweilige und die Geduld überstrapazierende Qual. Trotz oder gerade wegen seiner überbordenden Machart wirkt „The Dressmaker“ einfach unterm Strich zu unfokussiert und zieht sich dadurch arg in die Länge. Die unterschiedlichen Tonalitäten und Ideen krachen hier immer wieder gegeneinander und sorgen nicht für ein homogenes und kohärentes Ganzes. Zudem funktionieren die einzelnen Elemente an sich bei weitem nicht immer und verfehlen öfter ihr Ziel, als dass sie es treffen.

Kate Winslet überzeugt in ihrer Hauptrolle mit gewohnt starker leinwandfüllender und selbstbewusster Präsenz, die großartige Charakterdarstellerin und Woody Allen-Veteranin Judy Davis („Reise nach Indien“, „Naked Lunch“, „Ehemänner und Ehefrauen“) hat ebenfalls sichtlich Spaß an ihrer überaus schrägen, feurigen und perfekt besetzten Mutter-Figur. Liam Hemsworth („Die Tribute von Panem“, „The Expendables 2“, „Mit Dir an meiner Seite“) ist wie gewohnt hübsches Beiwerk, seine Romanze mit Tilly weckt aber nur wenige Gefühle. Das durch die Bank stark mit größtenteils australischen Charakterköpfen besetzte Ensemble zeigt sich in bester Form, wobei hier besonders Hugo Weaving („Matrix“, „Der Herr der Ringe“, „Cloud Atlas“) in seiner flamboyanten Rolle als Frauenkleider tragender Polizist Spaß macht und wohl nicht zufällig Erinnerungen an seine legendäre Rolle in „Priscilla – Königin der Wüste“ weckt. The Dressmaker Szenenbild

Die Besetzung ist neben der überall offensichtlichen Ambition das Beste an „The Dressmaker“. Ganz offensichtlich hatte Regisseurin Jocelyn Moorhouse nach fast zwanzig Jahren Abstinenz vom Regiestuhl das Gefühl, kreativ aus allen Zylindern schießen zu müssen. Hinzu kommen auch die exzellenten technischen Aspekte, in den Moorhouses Film durchweg überzeugt: Don McAlpines („Mrs. Doubtfire“, „Moulin Rouge!“, „Ender’s Game“) Kamera sorgt für eine bildgewaltige und farbenfrohe Ästhetik in oft passend grotesk wirkenden Weitwinkel-Bildern, die auf die Leinwand gehören; die aufwändige Ausstattung von Roger Ford („Ein Schweinchen namens Babe“, „Der stille Amerikaner“, „Die Chroniken von Narnia – Der König von Narnia“) und die schillernden und vielfältigen Kostüme von Marion Boyce und Margot Wilson („Der schmale Grat“, „The Road“, „Triple 9“) geben „The Dressmaker“ einen entsprechend durchgestylten und opulenten Look.

Bild
„The Dressmaker“ wurde digital auf Red Epic Kameras aufgezeichnet und präsentiert ein entsprechend scharfes, kontrastreiches und farblich nuanciertes Bild. Von Beginn an kommt gerade die kraftvolle Farbgestaltung des Films auf Blu-ray großartig zur Geltung, wodurch das Bild stellenweise deutlich stilisiert wirkt. Abgesehen von manchen Rückblenden sind Hauttöne natürlich ausgefallen. Kontraste und Schwarzwerte sind intensiv, der Detailumfang ist sehr groß. Bildfehler bleiben aus.

Ton
In technisch sehr guter Verfassung zeigt sich auch die Tongestaltung der Blu-ray. Diese ist stellenweise überraschend druckvoll ausgefallen und erweist sich insgesamt als sehr präsent und recht dynamisch. Stimmen ertönen in bester Deutlichkeit und Verständlichkeit. In Sachen Räumlichkeit wird jedoch etwas Potential verschenkt.

The Dressmaker Szenenbild Extras
Das Bonusmaterial ist wie von Ascot Elite solide ausgefallen und besteht aus Standard EPK-Material. Hier gibt es drei ganz kurze Featurettes zu sehen, hinzu kommen Interviews mit sämtlichen Beteiligten vor und hinter der Kamera in ganzer Länge. Abgeschlossen werden die Extras mit einem unkommentierten Blick hinter die Kulissen. Originaltrailer (02:19 Min.)
Deutscher Trailer (02:20 Min.)
Featurettes
- Die Geschichte (03:42 Min.)
- Die Kostüme (03:36 Min.)
- Kate Winslet (02:06 Min.)
Interviews
- Kate Winslet – „Tilly“ (07:03 Min.)
- Liam Hemsworth – „Teddy“ (03:44 Min.)
- Judy Davis – „Molly Dunnage“ (03:26 Min.)
- Hugo Weaving – „Sgt. Farrat“ (02:43 Min.)
- Jocelyn Moorhouse – Regie & Drehbuch (07:11 Min.)
- Sue Maslin – Produzentin (06:49 Min.)
- Marion Boyce – Kostümdesignerin (05:20 Min.)
- Margot Wilson – Design Kate Winslet Kostüme (02:16 Min.)
- Rosalie Ham – Autorin (04:42 Min.)
- Roger Ford – Produktionsdesign (04:21 Min.)
- Don McAlpine – Kamera (04:14 Min.)
B-Roll (12:40 Min.)
Trailershow (Life Partners, Plötzlich wieder jung – Zurück in die 80er, Cobbler)


Fazit:
„The Dressmaker“ ist zweifelsohne einer der originellsten Filme der letzten Zeit, zugleich strapaziert er aber mit seiner manischen Art, die von einer Tonalität zur anderen springt oft mächtig die Geduld. Jocelyn Moorhouses Film ist durchweg exzentrisch und wird von ebensolchen Figuren bevölkert, die von einem starken Ensemble gespielt werden. Lobenswert ist der Film in jedem Fall in technischer Hinsicht.


by Florian Hoffmann
Bilder © Universum Film / Ascot Elite Home Entertainment




The Dressmaker - Trailer