The Diary of a Teenage Girl - Blu-ray

Blu-ray Start: 14.04.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 102 min

The Diary of a Teenage Girl Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Wie andere Teenager auch sucht Minnie Goetze (BEL POWLEY) nach Liebe, Akzeptanz und den Sinn in ihrem Leben. Sie beginnt eine Affäre mit Monroe Rutherford (ALEXANDER SKARSGARD), “dem bestaussehendsten Mann der Welt” und Freund ihrer Mutter (KRISTEN WIIG).
THE DIARY OF A TEENAGE GIRL ist im Jahr 1976 in San Francisco angesiedelt, am Scheidepunkt der ausklingenden Hippie- und aufkommenden Punk-Bewegung. Minnie befindet sich in der drogengeladenen Stadt, in der ihr Wunsch nach Rebellion mit dem erwachsenen Verantwortungsbewusstsein zusammen prallt. Ihre partyfeiernde Mutter und das Fehlen eines Vaters haben das junge Mädchen führungslos werden lassen. Findet sie anfangs noch Trost in Monroe’s verführerischem Lächeln sind es später die dunklen Gassen der Stadt, die dem trotzigen Mädchen das Gefühl von Selbstbestimmung geben. Was folgt ist eine überspitzte, witzige und provokante Beschreibung ihrer aufkommenden Sexualität und künstlerischen Fähigkeiten. So ergibt sich ein tiefer und ehrlicher Einblick in das, was sich nur auf den Seiten des Tagebuches eines Teenagers finden lässt.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Dolby Digital 5.1 (Spanisch)
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Spanisch, Türkisch, Finnisch, Dänisch, Norwegisch, Schwedisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Entfallene Szenen & Outtakes
Marielles Reise: Wie dem Tagebuch Leben eingehaucht wird Fragen & Antworten auf dem LA Film Festival mit Bel Powley, Alexander Skarsgård und Regisseurin Marielle Heller Kommentar von Besetzung und Regisseurin

DVD und Blu-ray | The Diary of a Teenage Girl

Blu-ray
The Diary of a Teenage Girl The Diary of a Teenage Girl
Blu-ray Start:
14.04.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 102 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
The Diary of a Teenage Girl The Diary of a Teenage Girl
DVD Start:
14.04.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 98 min.

Blu-ray Kritik - The Diary of a Teenage Girl

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 7/10


Mit „The Diary of a Teeanage Girl“ präsentiert sich ein weiterer starker Vertreter des Coming-of-Age-Genres, der beim letztjährigen Sundance Film Festival für Furore sorgte und in der Folge einige weitere internationale Preise einheimste, darunter den Independent Spirit Award für den besten Debütfilm. Marielle Heller, die bisher primär vor der Kamera agierte, adaptierte hier die gleichnamige Graphic Novel von Phoebe Gloeckner, die ihr vor einigen Jahren von ihrer Schwester geschenkt wurde. Heller hat sich in das Material verliebt und sich in der Protagonistin wiedergefunden, weshalb sie es sich zur Mission gemacht hat, das Buch zu verfilmen. The Diary of a Teenage Girl SzenenbildHeraus gekommen ist ein außergewöhnlich realistisches, einfühlsames und unverblümtes Portrait des sexuellen Erwachens einer 15-jährigen im San Francisco der 70er Jahre, das jedoch thematisch trotz der ganz bestimmten Ära völlig zeitlos erscheint. Heller erweist sich hier als echte Entdeckung hinter der Kamera, denn sie zeigt nicht nur ein starkes und intelligentes Gespür für Charakterzeichnung, sondern auch für ausdrucksstarke und kreative Bildgestaltung, ohne je wirklich bemüht und prätentiös daherzukommen.

Im Zentrum des Films steht die 15-jährige Minnie Goetze (Bel Powley), die auf der Suche nach sich selbst ist und gerade ihre eigene Sexualität entdeckt. Sie lebt bei ihrer unbekümmerten, dauernd feiernden und oft abwesenden Mutter Charlotte (Kristen Wiig) und ihrem Freund Monroe (Alexander Skarsgård), mit dem sie eine ernsthafte Affäre beginnt. Aber auch darüber hinaus wird Minnie immer experimentierfreudiger und erforscht so nicht nur ihr aufkeimendes Sexualleben, sondern auch die emotionalen Folgen ihrer Taten. Ihre Erlebnisse, die zunehmend intensiver und reichhaltiger werden, zeichnet sie in Tagebuchform auf einem Kassettenrekorder auf.

„The Diary of a Teenage Girl“ ist ganz und gar auf seine Protagonistin fokussiert und man erlebt den Film quasi aus ihren Augen. Heller inszeniert das erfrischend mutig und provokant, denn ihr Film nimmt hier wahrlich kein Blatt vor den Mund. Der Umgang mit Sex und allem was dazu gehört, ist betont freizügig, was gerade angesichts des eher riskanten Materials dem einen oder anderen Zuschauer durchaus unangenehm sein kann. Ganz offen zeigt Heller hier das potentiell skandalöse Verhältnis einer 15-jährigen mit einem mehr als doppelt so alten Mann in all seiner Freizügigkeit, ohne jedoch jemals geschmacklos oder übertrieben zu erscheinen. Das liegt an Hellers betont feministischem, feinfühligem und sehr empathischem Touch, der dem Film stets eine lockere, ungezwungene und leicht-komödiantische Note verleiht. Ganz essentiell und Heller sehr hoch anzurechnen, ist die Tatsache, dass sie ihre Figuren zu keinem Zeitpunkt moralisiert oder in irgendeiner Form verurteilt. An allzu großen dramatischen Momenten und erzwungenen und konstruierten einschneidenden Ereignissen ist sie nicht interessiert. Im Grunde ist „The Diary of a Teenage Girl“ ein Film, der dazu einlädt, für 100 Minuten in den Schuhen einer aufmerksamkeitssuchenden, abwechselnd selbstbewussten und verunsicherten 15-jährigen zu verweilen, deren Hormonhaushalt gerade mächtig durcheinander ist.

Damit der Film funktionieren kann, bedarf es natürlich dann einer Darstellerin, die diese komplexe Figur zum Leben erweckt. The Diary of a Teenage Girl SzenenbildHeller fand mit der großartigen Bel Powley ihre Idealbesetzung, eine magnetische und ungewöhnliche Präsenz, die den Film fabelhaft trägt. Ihre großen, neugierigen und ausdrucksstarken Augen reichen aus, um alles auszudrücken, was in Minnie vor sich geht. Es ist kaum zu glauben, dass Powley zum Zeitpunkt des Drehs nicht nur bereits 22 Jahre alt war, sondern auch, dass sie britisch ist. Hier ist eine erstaunliche Transformation in einen durch und durch amerikanischen Teenager zu sehen, die umso mehr erstaunt, wenn man Powley in Interviews oder in ihrer Scene-Stealer-Rolle in „A Royal Night Out“ sieht. Sie ist eine große Entdeckung, von der man mit Sicherheit noch viel sehen wird.

Aber auch ihre Co-Akteure überzeugen mit starken Leistungen. Allen voran setzt hier die lange Zeit primär auf Komödien abonnierte Kristen Wiig ihren Reifeprozess als ernstzunehmende dramatische Darstellerin fort, nachdem sie bereits in „The Skeleton Twins“ und „Hateship Loveship“ brillierte. Ihre Charlotte ist eine sehr interessante Figur, die gerade im letzten Drittel des Films ein paar ganz starke Momente hat. Auch stark ist Alexander Skarsgård („True Blood“, „The East“, „Battleship“), der Minnies Liebhaber spielt. Auch hier präsentiert sich ein dreidimensional geformter Charakter, der nach außen hin große Maskulinität ausstrahlt, in seinem Innern aber das gleiche emotionale Alter wie Minnie zu haben scheint. Er kommt hier nicht als widerlicher Lustmolch rüber, der das junge Mädchen ausnutzt, sondern eher als unbedarftes und gefühlsgesteuertes Kind, dem es nur hin und wieder gelingt zu seinem erwachsenen Ich zurückzukehren. Heller stellt ihre Figuren ganz ehrlich mit all ihren Schwächen dar, ohne Versuche zu unternehmen, sie sympathischer zu machen als sie sind.

Inhaltlich werden bei „The Diary of a Teenage Girl“ Erinnerungen zu Andrea Arnolds brillantem schmerzhaft authentischem Sozialdrama „Fish Tank“ wach, das mit unmittelbarer Ehrlichkeit ebenfalls die Affäre einer 15-jährigen mit dem Freund ihrer Mutter darstellte. Hellers Film wirkt in seiner Herangehensweise insgesamt verspielter und verfügt nur sehr bedingt über den düsteren Touch von Arnolds nahezu dokumentarischem Film, wodurch „Diary“ nicht ganz so emotionalisiert und den Zuschauer etwas auf Distanz lässt. Der Film ist über weite Strecken sehr lebhaft und spritzig, doch man hat das Gefühl, dass er sein Momentum nicht ganz aufrecht erhalten kann und in der zweiten Hälfte etwas verflacht. Vielleicht liegt das auch daran, weil die Figuren nur bedingt Identifikationspotential haben, auch wenn ihre Emotionen zweifelsohne sehr real sind. Das 70er Jahre-Setting, das dank starkem Set-und Kostümdesign, der warm-goldenen Farbpalette und einem tollen Soundtrack mit The Stooges, T. Rex, Mott the Hoople und Heart mit viel Flair in Szene gesetzt ist, bringt auch ein sehr filmisches Element in die Erzählung ein. Zudem baut Heller immer wieder angenehmerweise nicht klischeehaft wirkende Zeichentrick-Animationen ein, die teilweise mit den Figuren interagieren. The Diary of a Teenage Girl SzenenbildMinnie entdeckt im Film ihre Leidenschaft für Comics und einen ganz speziellen eigenen Stil, weshalb dieses zusätzliche visuelle Element wie eine Erweiterung von Minnies Gedankenwelt und nicht erzwungen wirkt.

„The Diary of a Teenage Girl“ ist zwar kein Film großer neuer Erkenntnisse oder Offenbarungen, doch gerade im amerikanischen Kino wurde eine Coming-of-Age Geschichte aus weiblicher Sicht mit all ihren Schwärmereien, Verunsicherungen und emotionalen Hochs und Tiefs selten so offen und frei von jedem molarisierenden Ballast erzählt. Heraus gekommen ist so ein wunderbar aufrichtiger Film mit einer überragenden Hauptdarstellerin, der seine kleine Geschichte mit erfrischender Leichtigkeit erzählt und so ganz sicher das Potential zum Kultfilm hat.

Bild
„The Diary of a Teeanage Girl“ wurde digital auf Red Epic aufgezeichnet, jedoch ist der Look des Films gemäß der portraitierten Ära eher auf die Plastizität und Wärme von analogem Filmmaterial getrimmt. Es dominieren erdige und warme Farben, die Kontraste und Schwarzwerte sind bewusst etwas weicher gehalten und hin und wieder wurde scheinbar noch ganz subtil digitales Filmkorn eingebaut. Schärfe und Details sind durchweg auf einem hohen Niveau, aber bewusst nicht ans Maximum getrimmt. Der visuelle Stil des Films ist somit sehr angenehm gehalten und der Blu-ray Transfer spiegelt die gewünschte Ästhetik sehr gut wieder.

Ton
Akustisch präsentiert sich die Blu-ray betont zurückhaltend, was ebenfalls zur Natur des Films passt. Es offenbart sich eine ziemlich frontlastige Tonspur, die jedoch über eine sehr hohe akustische Qualität verfügt. Dialoge und Stimmen zeigen eine sehr gute Klangwiedergabe und sind fein abgemischt. Musikeinsätze erweisen sich als sehr dynamisch und voluminös, bleiben jedoch primär im Frontbereich verortet. Eine sehr gute Umsetzung also.

Extras
Beim Bonusmaterial erwarten den Zuschauer einige qualitativ hochwertige und informative Extras. The Diary of a Teenage Girl SzenenbildBesonders interessant ist das Making-of, das alle Bereiche der Entstehungsgeschichte und Produktion kurz, aber unterhaltsam und informativ abdeckt. Vertieft wird das noch in einer ausführlichen Frage & Antwort-Runde mit der Regisseurin und ihren beiden Hauptdarstellern und schließlich in einem gut aufgelegten Audiokommentar. Abgerundet wird das Bonusmaterial mit drei entfallenen Szenen und Trailern.
Kommentar mit Regisseurin Marielle Heller und Schauspielern Bel Powley & Alexander Skarsgård
Entfallene Szenen
- Domino gegen die Stadt (00:59 Min.)
- Charlotte kocht Abendessen (02:22 Min.)
- Minnie und Freunde (02:14 Min.)
Marielles Weg: Das Tagebuch zum Leben erwecken (23:07 Min.)
Frage & Antwort-Runde mit Marielle Heller, Alexander Skarsgård und Bel Powley (25:19 Min.)
Kinotrailer (01:48 Min.)
Vorschau (Trailer zu „Grandma“ (02:06 Min.) und „The Walk“ (02:38 Min.)


Fazit:
„The Diary of a Teenage Girl“ ist eine ungewohnt offen und freizügig erzählte Coming-of-Age-Geschichte aus weiblicher Perspektive, die in vielerlei Hinsicht bewundernswert ist. Das liegt zu großen Teilen an Hauptdarstellerin Bel Powley, die eine echte Entdeckung ist, aber auch an der nicht moralisierenden Figurenzeichnung. Emotional lässt der Film etwas auf Distanz, dennoch ein besonderer Film mit Kultpotential.

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by Florian Hoffmann
Bilder © Sony Pictures Home Entertainment