The Cut - Blu-ray

Blu-ray Start: 30.04.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 138 min

The Cut Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Mardin, 1915: Eines Nachts treibt die türkische Gendarmerie alle armenischen Männer zusammen. Auch der junge Schmied Nazaret Manoogian (Tahar Rahim) wird von seiner Familie getrennt. Nachdem es ihm gelingt, den Horror des Völkermordes zu überleben, erreicht ihn Jahre später die Nachricht, dass auch seine Zwillingstöchter am Leben sind. Besessen von dem Gedanken, sie wiederzufinden, folgt er ihren Spuren. Sie führen ihn von den Wüsten Mesopotamiens über Havanna bis in die kargen, einsamen Prärien North Dakotas. Auf seiner Odyssee begegnet er den unterschiedlichsten Menschen: engelsgleichen und gütigen Charakteren, aber auch dem Teufel in Menschengestalt.

Mit THE CUT vollendet Fatih Akin seine Trilogie von „Liebe, Tod und Teufel“. Ging es in „Gegen die Wand“ (2004) um den unbedingten Lebenswillen einer jungen Deutschtürkin, die erleben muss, dass zwischen Schmerz und Liebe oft nur eine Haaresbreite liegt, so erzählte „Auf der anderen Seite“ (2007) die Geschichte von sechs Menschen, deren Wege sich kreuzen, ohne sich zu berühren. Erst der Tod führt sie zusammen. THE CUT widmet sich nun dem „Teufel“. Der Film handelt vom Bösen im Menschen, davon, was wir anderen Menschen antun. Unbewusst oder willentlich, denn die Grenze zwischen Gut und Böse ist oft fließend. Auch der letzte Teil der Trilogie ist geprägt von Fatih Akins Sicht auf die Welt: „THE CUT ist ein sehr persönlicher Film geworden, der sich inhaltlich mit meinem Gewissen und formal mit meiner Liebe zum Kino auseinandersetzt“.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Pandora Film
Tonformate:
Deutsch DTS-HD MA 7.1
Armenisch DTS-HD MA 5.1
Englisch DTS-HD MA 2.0
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Untertitel für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Hörfilmfassung (Audiodeskription für Sehbehinderte)
- Making Of
- Wendecover

DVD und Blu-ray | The Cut

Blu-ray
The Cut The Cut
Blu-ray Start:
30.04.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 138 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
The Cut The Cut
DVD Start:
30.04.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 133 min.

Blu-ray Kritik - The Cut

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 5/10
Ton: | 8/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 7/10


Das neue Kriegsdrama von Regisseur Fatih Akin (Im Juli, Soul Kitchen, Solino) wurde auf den 71. Internationalen Filmfestspielen von Venedig uraufgeführt. Der Film hatte ein Budget von 15 Millionen Dollar und ist damit Akins aufwendigstes Werk. Ein Großteil der Kritiker nahm „The Cut“ überraschend schlecht auf und auch beim deutschen Kinopublikum fiel der Film mit nur etwas mehr als 50.000 Besuchern durch. Dabei behandelt er den Völkermord der Türken an den Armeniern (bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs) ausgesprochen intensiv und eindringlich.

1915, Mardin, Osmanisches Reich: Hier lebt Nazaret Manoogian (Tahar Rahim) mit seiner Familie. Der Schmied ist neidisch auf den angeberischen und reichen Baron Borghos (Sevan Stephan). Bis auf den mangelnden Reichtum ist Nazar ein glücklicher Mann. Er hat mit Rakel (Hindi Zahra) eine wunderschöne Frau und zwei Töchter. Die Idylle wird jedoch vom Ersten Weltkrieg gestört. Denn Mardin bleibt von ihm nicht verschont. Die armenischen Männer werden eines Nachts von türkischen Soldaten mitgenommen und in die Wüste gebracht, wo sie für den Krieg bei sengender Hitze Steine schlagen müssen. Viele sterben entkräftet. Als sie nicht mehr gebraucht werden, fesseln die Soldaten die Arbeiter und bringen sie in eine Bergschlucht. Dort schneiden ihnen die Soldaten mit Messern die Kehle durch, da keine Kugeln verschwendet werden sollen. Mehmet (Bartu Küçükçağlayan) soll Nazaret töten, bringt es aber nicht über sich und sticht nur leicht zu. Anschließend hilft er dem durch die Verletzung stummen Nazaret bei der Flucht. Ein Kampf ums Überleben beginnt.

Die Geschichte ist wahrlich nichts für Zartbesaitete. Akin inszeniert eine beinahe durchgehend bedrückende Atmosphäre. In „The Cut“ werden viele schreckliche Dinge getan und unbeschönigt dargestellt. Es gibt einige Sequenzen, die an der Grenze des für den Zuschauer Ertragbaren sind. Dass der Film die Altersfreigabe ab 12 Jahren bekommen hat, verwundert daher sehr und ist auch nicht nachzuvollziehen. Akin mutet dem Zuschauer also viel zu. Aber gerade daraus bezieht „The Cut“ seine Stärke. Denn obwohl der Film düster ist, bleibt er doch durchweg verständlich und auf eine gewisse Art und Weise auch menschlich. „The Cut“, ist überdies spannend und weist den Zuschauer auf viele Probleme hin. Denn die Geschichte mag zwar fast 100 Jahre alt sein, ist bei all den Krisenherden auf der Welt aber dennoch aktuell und brisant. Hier werden die dunklen Seiten der Menschen den gesamten Film über behandelt. The Cut ist dabei auch realistisch und zeigt auf, wie wenig Menschen von vorangegangenen Generationen lernen. Es zerrt an den Nerven, Nazaret auf seiner langen Suche zu folgen und die Dinge zu ertragen, die er miterleben muss. Die erste Version des Drehbuches schrieb Akin selbst. Dann wandte er sich an den armenischstämmigen US-Amerikaner Mardik Martin, der 34 Jahre kein Skript mehr verfasst hatte. Davor schrieb Martin allerdings für niemand geringeren als Martin Scorsese. Die Drehbücher zu „Wie ein wilder Stier“, New York, New York“ und „Hexenkessel“ stammen allesamt von Martin. Diese Qualität sieht man an einigen Stellen auch in „The Cut“ aufblitzen. Für Akin bedeutet sein Antikriegsdrama gleichzeitig der Abschluss seiner Trilogie Liebe, Tod und Teufel. 2004 ging es mit „Gegen die Wand“ los, 2007 mit „Auf der anderen Seite“ weiter und „The Cut“ stellt sieben Jahre nach dem letzten Teil den Abschluss dar.

Neben dem starken, da intensiv spielenden, aber mimisch etwas beschränkten Rahim (Ein Prophet, Black Gold, Heute bin ich Samba) überzeugen in weiteren Rollen Simon Abkarian (Machtlos, Zero Dark Thirty, James Bond: Casino Royale), Makram Khoury (München, House of Saddam, The Body), die Sängerin Hindi Zahra, Kevork Malikyan (96 Hours – Taken 2, Indiana Jones und der letzte Kreuzzug, Der Flug des Phoenix) und mit Trine Dyrholm (Who Am I, In einer besseren Welt, Die Königin und der Leibarzt) und Moritz Bleibtreu (Die vierte Macht, Der Baader Meinhof-Komplex, Stereo) auch zwei internationale Stars.

Die dynamische Kameraführung ist solide. Aufgrund des engen Drehplans und der vielen Drehorte konnte nur das nötigste gedreht werden. Dennoch kann der Film herrliche, eingängige und abwechslungsreiche Landschaften vorweisen. Die Musikuntermalung ist durchgehend atmosphärisch und stimmig. Auch der packende Schnitt überzeugt, da, die 138 Minuten Laufzeit keine Länge beinhalten. Außerdem können Ausstattung, Kostüme und Spezialeffekte überzeugen.

Die Blu-ray Umsetzung ist zwiespältig. Vor allem das krislige, häufig auch an den Rändern unscharfe Bild ist nicht zeitgemäß und als schlecht zu betrachten. Der Ton ist hingegen einwandfrei. Klar, laut und deutlich im DTS HD Master 5.1 – Format abgemischt. Dafür gibt es bis auf eine zweiminütige Featurette und eine Trailershow überhaupt kein Bonusmaterial. Dabei hätte man sich gerade bei so einem brisanten Film ein Interview mit Akin und weiteren Verantwortlichen für die Erklärung der Hintergründe gewünscht. Diese Chance wurde vertan.


Fazit:
Hartes, bedrückendes, atmosphärisches, brisantes Kriegsdrama von Fatih Akin, das definitiv nichts für Zartbesaitete ist.

by Stefan Bröhl
Bilder © Alive / Pandora Film