The Wiz (limitiertes Mediabook) - Blu-ray

Blu-ray Start: 21.06.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 127 min

The Wiz (limitiertes Mediabook) Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Die schüchterne Dorothy ist Kindergärtnerin in Harlem. Als sie während eines Orkans ihren kleinen Hund Toto vermisst und sich auf die Suche nach ihm macht, trägt sie der Wind auf wundersame Weise in das Land Oz. Um wieder nach Hause zu kommen, muss sie einem gelben Backsteinweg folgen und den Zauberer "The Wiz" finden. Hilfe bekommt sie dabei von einer Vogelscheuche, einem Blechmann und einem Löwen, die ihrerseits einen Wunsch an den Zauberer richten wollen und Dorothy auf ihrer Reise begleiten.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 3
Regionalcode: 2
Vertrieb: justbridge entertainment GmbH
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,78:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Exklusives 20-Seitiges Booklet von Christoph N. Kellerbach (Mediabook), Original-Soundtrack (2 CDs), Songs zum Mitsingen, Audiokommentar von Florian Wurfbaum und Christoph N. Kellerbach vom Cine Entertainment Talk Podcast

DVD und Blu-ray | The Wiz (limitiertes Mediabook)

Blu-ray
The Wiz (limitiertes Mediabook) The Wiz (limitiertes Mediabook)
Blu-ray Start:
21.06.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 127 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
The Wiz The Wiz
DVD Start:
21.06.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 123 min.

Blu-ray Kritik - The Wiz (limitiertes Mediabook)

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 3/10
Gesamt: | 7/10


„The Wiz“ ist ein Kuriosum, das mehr aus filmhistorischer Relevanz und weniger als gelungener Filmgenuss interessant ist. Frank L. Baums ikonische Kinderbuchreihe führte nicht nur zu einem der größten Klassiker der Filmgeschichte, sondern auch zu zahlreichen Adaptionen. Eine davon war „The Wiz“, eine schwarze Version der Oz-Geschichte, die nicht in Kansas, sondern New York City spielt. Ursprünglich 1974 als Musical konzipiert, wurde aus der von William F. Brown und Charlie Smalls geschriebenen Funk-Neuerzählung ein gefeierter Broadway-Hit, der schließlich auch in der Filmwelt für berechtigte Aufmerksamkeit sorgte.

Das Blaxploitation-Kino lief bereits seit 1971 mit „Sweet Sweetback's Baadasssss Song“, „Superfly“ oder „Foxy Brown“ auf Hochtouren und kam spätestens mit „Car Wash” auch zu Mainstream-Erfolgen, die dem schwarzen Kino eine nie dagewesene Stimme gab. So entstand hier das teuerste Musical der Filmgeschichte und die aufwändigste Produktion auf New Yorker Boden bis dato, jedoch lag man mit einem Einspielergebnis von 21 Millionen Dollar noch knapp unter dem Budget, wodurch das frisch aufgeblühte afroamerikanische Kino mit all seinem offen vorgetragenen Selbstbewusstsein erstmal wieder ausgebremst wurde.

Michael Jackson, Richard Pryor, Diana Ross, Ted Ross und Nipsey Russell in The Wiz
Michael Jackson, Richard Pryor, Diana Ross, Ted Ross und Nipsey Russell in The Wiz © justbridge entertainment GmbH
Besonders ist „The Wiz“ aber auch, weil er in gewisser Weise die Solo-Karriere von Michael Jackson entscheidend antrieb. Jackson, der zur Produktionszeit gerade mal 19 Jahre alt war, löste sich zum ersten Mal entgegen den Wünschen seines Vaters von den Jackson 5 und seiner Familie, um mit großer Leidenschaft die Rolle der Vogelscheuche anzugehen. Seine Ambitionen und sein immenser Perfektionsdrang begeisterten Komponist Quincy Jones so sehr, dass er Jackson unter Vertrag nahm und später drei ikonische Alben mit dem King of Pop produzierte.

Doch zurück zum eigentlichen Film: Von Beginn an war Sidney Lumet sicherlich eine eher inspirierte Wahl als Regisseur eines Musicals, geschweige denn eines schwarzen Musicals. Der Hollywood-Altmeister, der zuvor bereits eine Reihe von prägenden Filmen wie „Die 12 Geschworenen“ und vor allem düstere 70er Jahre-Klassiker wie „Hundstage“, „Serpico“ oder „Network“ schuf. Lumets sonst so realitätsbezogener, erwachsener Stil beißt sich auf interessante, aber wenig gelungene Weise mit der Vorlage, aber auch mit den Konventionen des Genres selbst. Das Ergebnis ist ein überaus eigenartiger Film, der Selbstfindungsthemen in einem maximal theatralischen und metaphorischen Rahmen verfolgt und dabei zwischen kindgerechter und düster-schmutziger Unterhaltung schwankt.

Diana Ross in The Wiz
Diana Ross in The Wiz © justbridge entertainment GmbH
Sicher, die überwältigend aufwändigen Oscar-nominierten Sets, die größtenteils in den Kaufman Astoria Studios und auch an imposanten Originalschauplätzen wie dem für die Weltausstellung 1964 errichteten New York State Pavillion, dem Astroland Vergnügungspark auf Coney Island oder sogar dem World Trade Center errichtet wurden, sind ein Highlight. Die massiven Sets vor der digitalen Zeit sind schon bemerkenswert und erinnern auf höchst nostalgische Weise an eine längst vergangene Zeit des groß angelegten Filmemachens, das auch mal Risiken einging. Doch am Ende reicht es eben einfach nicht aus, hunderte Tänzer in den gigantischen Sets zu platzieren und minutenlange Choreografien zu ausufernden Songs aufzuführen. Das ist purer, leinwandfüllender Bombast, jedoch gelingt es Lumet nur in Ansätzen tatsächlich ein mitreißendes Musical zu erschaffen. Zu steif und leblos ist die Inszenierung, die keinen Rhythmus in Form eines dynamischen Schnitts oder (trotz Oscar-Nominierung) lebendiger Kameraarbeit findet.

So erweist sich die immense Laufzeit von 135 Minuten als kleine Tortur, denn es wird schmerzhaft deutlich, dass eine ordentliche Straffung dem Film sehr gut getan hätte. Sicher ist „The Wiz“ auch durch seine Herangehensweise an Baums Ursprungsgeschichte interessant und hochoriginell. Es grenzt an ein Wunder, dass es ein derartiger Film überhaupt geschafft hat, mit so großem Aufwand von einem Studio produziert worden zu sein. Umso bedauerlicher ist es dann, dass man nicht mehr aus seinen Mitteln gemacht hat.

Michael Jackson, Richard Pryor, Ted Ross und Nipsey Russell in The Wiz
Michael Jackson, Richard Pryor, Ted Ross und Nipsey Russell in The Wiz © justbridge entertainment GmbH
Die altbekannte Geschichte so zu adaptieren, dass Dorothy nun 24 Jahre alte Lehrerin ist und derart introvertiert ist, dass sie noch nie „südlich der 125. Straße” war und noch bei Onkel und Tante lebt, ist vielversprechend. Ebenso ist es spannend, aus New York eine stilisierte Fantasiewelt zu erschaffen und, wie in der Vorlage, durch einen Sturm nach Oz gelangen. Der Film arbeitet die altbekannten Treffen mit den ikonischen Figuren ab, staffiert diese mit ausladenden Musical-Nummern aus, baut aber nie wirklich eine fesselnde dramaturgische Wirkung auf. Dorothys Selbstfindungsprozess wird angesprochen und besungen, wirklich fühlen tut man die Figur trotz Diana Ross sichtbarer Bemühungen angesichts der steifen, trägen und unpassend freudlosen Inszenierung aber nicht.

„The Wiz“ ist dennoch auf eine merkwürdige Weise sehenswert, gerade weil er ein so interessantes und eigenartiges Relikt einer vergangenen Zeit darstellt. Man kann sicher behaupten, dass es wohl keinen zweiten Film wie diesen gibt, der mit derartigem Aufwand, offen vorgetragenem Stolz, Selbstbewusstsein und Mut zum Risiko und Eigenständigkeit produziert wurde. Schade, dass trotz des massiven Talents vor und hinter der Kamera dann kein besserer Film zustande kam. 

Szene aus The Wiz
Szene aus The Wiz © justbridge entertainment GmbH
Bild
An sich ist der Transfer auf Blu-ray gut gelungen, auch wenn sich der visuelle Eindruck des Films eher wechselhaft darstellt. Große Bildfehler erlaubt sich das Bild nicht, ein deutliches Filmkorn ist jedoch stets sichtbar, wodurch der Film aber seine schöne 70er Jahre-Textur behält. Der Schärfe- und Detaillevel ist größtenteils sehr gut (gerade bei Gesichtern und Innenräumen), ebenso erfreuen auch die starken Kontrast- und Schwarzwerte. Dennoch sieht man dem Film zweifellos sein Alter an, wobei der insgesamt hohe Detailgrad nicht unbedingt hilfreich ist. Die Farben kommen natürlich und kraftvoll daher, gehen oft aber auch im eher düsteren Look des Films unter. Alles in allem ergibt sich hier jedoch ein gelungener repräsentativer Eindruck der Original-Ästhetik.

Ton
Bei einem Musical erwartet man natürlich eine gelungene Tonspur, hier enttäuscht die Blu-ray von „The Wiz“ auch nicht. Stimm- und Dialogwiedergabe ist insgesamt auf einem guten und klaren, wenn auch etwas leisen Niveau. Hier muss man die Anlage möglicherweise etwas aufdrehen. Die Original-Tonspur erweist sich insgesamt als sehr räumlich, wobei die Dynamik eher solide ausfällt. Die zahlreichen Musiksequenzen ertönen klar und differenziert. Druckvoll wird es hier jedoch eher nicht.

Extras
Das große Extra ist das Mediabook selbst. Neben der schönen Aufmachung bietet sich ein informatives 20-seitiges Booklet, in dem Filmkritiker und Podcaster Christoph N. Kellerbach die interessanten Hintergründe zum Film zusammenfasst. Das setzt sich dann auch in dem netten Audiokommentar fort, bei dem Kellerbach von seinem Kollegen Florian Wurfbaum unterstützt wird. Ansonsten gibt es auf zwei Discs noch den kompletten Soundtrack des Films als Beilage.


Fazit:
„The Wiz“ mag es in gewissen Kreisen trotz seines ursprünglichen Misserfolgs zum Kultfilm geschafft haben, viel mehr als ein popkulturelles Kuriosum ist hier jedoch nicht zu sehen. Trotz gigantischem Aufwand und großem Talent vor und hinter der Kamera erwies sich Regiemeister Sidney Lumet als Fehlbesetzung, die nicht in der Lage war, dem innovativen Broadway-Musical eine lebendige und freudvolle Adaption abzugewinnen. Stattdessen offenbart sich hier ein überlanges, aufgeblasenes und ermüdendes Desaster, das trotz aller durchaus sichtbarer filmischer Adaptionen emotional flachfällt und nie mitreißen kann.

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by Florian Hoffmann
Bilder © justbridge entertainment GmbH