The Professor - Blu-ray

Blu-ray Start: 31.07.2020
Digital VoD: 31.07.2020
FSK: 12 - Laufzeit: 102 min

The Professor Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Als der College-Professor Richard eine lebensverändernde Diagnose erhält, beschließt er sein Leben umzukrempeln. Nur noch sechs Monate bleiben ihm übrig und die will er in vollen Zügen leben. Seine langweiligen Studenten würgt er sofort ab, denn warum noch kostbare Minuten mit schlechten Gedichten verschwenden? Stattdessen geht es in den Vorlesungen plötzlich darum, wo man das beste Marihuana herbekommt. Ohne sich weiter an die engen Fesseln der gesellschaftlichen Konventionen halten zu müssen, geht es dem sterbenden Hochschullehrer plötzlich so gut wie schon lange nicht mehr. Mit einem beißenden Sinn für Humor, einer rücksichtslosen Ader und einem Hauch von Wahnsinn stürzt er sich durch alle Laster - Trinken, Rauchen, Sex. Außerdem äußert er sich ehrlicher und furchtloser allen gegenüber, die ihn ärgern. Seine ausgelassene Reise führt ihn dazu sich mit der Wahrheit zu arrangieren und während die Uhr immer weiter abläuft, die Menschen die er liebt ein letztes Mal zu umarmen.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: LEONINE
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Trailer

Video on demand - The Professor

DVD und Blu-ray | The Professor

Blu-ray
The Professor The Professor
Blu-ray Start:
31.07.2020
FSK: 12 - Laufzeit: 102 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
The Professor The Professor
DVD Start:
31.07.2020
FSK: 12 - Laufzeit: 98 min.

Blu-ray Kritik - The Professor

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 6/10


College-Professor Richard Brown (Johnny Depp) fällt aus allen Wolken, als er von seinem Doktor die Schreckensbotschaft erhält, die besagt, dass er aufgrund eines streuenden Lungentumors nur noch sechs Monate zu leben hat – mit Behandlung im besten Fall eineinhalb Jahre. Seine Ehe zur Künstlerin Veronica (Rosemarie DeWitt) liegt zudem in Scherben, sie hat eine Affäre mit seinem Chef Henry (Ron Livingston) und ohnehin empfinden die beiden fast nur noch Verachtung füreinander. Anstatt in Selbstmitleid zu verfallen, entscheidet sich Richard für eine Alles-egal-Haltung und begegnet seinem fatalen Schicksal mit unbekümmerter Leichtigkeit. Fast schon im Stile eines John Keating im „Club der toten Dichter“ entreißt er seine Studenten aus dem starren Collegeleben und fördert ein offeneres und experimentelles Begegnen mit Literatur, lädt allerdings auch zu abendlichen Sauf- und Drogeneskapaden ein. Durch zusätzlich gewonnene Offenheit wird seine Ehe plötzlich auch wieder lebendiger.

The Professor: Richard Brown (Johnny Depp)
The Professor: Richard Brown (Johnny Depp) © LEONINE
Mit recht einfachen Mitteln gelingt Regisseur und Drehbuchautor Wayne Roberts („Katie Says Goodbye“) ein zunächst leichtfüßiger und kurzweiliger Film über den Sterbeprozess. Statt düsterer Beklemmung regiert hier eine aufrichtige und unmelodramatische Tonalität sowie trockener und schwarzer Humor anstelle aufgesetzter Sentimentalität. Das funktioniert über weite Strecken überraschend gut und fast schon entpuppt sich der Film als angenehme Überraschung. Das liegt auch an seinem guten Hauptdarsteller Johnny Depp, der trotz ungewohnt konservativer Erscheinung zahlreiche Anflüge seiner bekannten Exzentrik beileibe nicht verstecken kann. Wirklich glaubwürdig als Literatur-Professor erscheint, der leicht benebelt wirkende Depp zwar nie, interessant ist er als stets leicht irritierende Erscheinung dennoch. Er ist ganz der Fokus eines meist gut aufgelegten, wenn auch nur bestenfalls soliden Films, der gegen Ende schließlich doch nicht anders kann, als unangenehm dick aufzutragen und plötzlich ganz bieder, entschuldigend und schließlich fehlgeleitet zu werden.

The Professor: Veronica (Rosemarie DeWitt)
The Professor: Veronica (Rosemarie DeWitt) © LEONINE
Das ist schade, denn „The Professor“ verfolgt durchaus gute Ansätze. Roberts Drang zur Leichtigkeit beißt sich mit der ernsteren und sentimentalen Stimmung des Schlussaktes, sodass der Film tonal unschlüssig erscheint und keine emotionale Katharsis und tatsächlich profunde Erkenntnisse ermöglicht. „The Professor“ erzeugt eher Distanz, gibt letztlich kaum Anlass, im scharfzüngigen und selbstironischen Richard eine wirkliche Identifikationsfigur zu erkennen und ist zudem nur bedingt glaubwürdig in seiner Darstellung menschlicher Beziehungen. Am überzeugendsten ist da wohl noch die echte Freundschaft zwischen Richard und seinem sympathischen Kollegen Peter (Danny Huston), die von der guten Chemie zwischen den beiden Darstellerveteranen lebt. Hier zeigt der Film seine menschliche Seite, die er in den wesentlichen Momenten leider eher vermissen lässt. Ein insgesamt konsequenterer und alternativerer Ansatz, der über der ersten Hälfte des Films liegt, hätte aus „The Professor“ sicher zu einem gelungenen Film gemacht, so bleibt er leider eine wahrscheinlich schnell in Vergessenheit geratende Randnotiz.

Kaitlyn Bernard und Odessa Young in The Professor
Kaitlyn Bernard und Odessa Young in The Professor © LEONINE
Bild
Der von David Gordon Green-Stammkameramann Tim Orr fotografierte Film überzeugt auf Blu-ray mit einer natürlichen, warmen und visuell ansprechen Farbpalette. Kontraste und Schwarzwerte gefallen ebenso wie auch die guten Schärfe- und Detaillevel. Der sehr solide Eindruck wird zudem durch den Mangel an Bildfehlern nicht geschmälert.

Ton
„The Professor“ ist ein primär dialogbasierter und damit entsprechend frontlastig abgemischter Film. Stimmen ertönen in beiden Sprachversionen klar und bestens verständlich. Gelegentliche Umgebungsgeräusche und die auf die hinteren Kanäle verlagerte Filmmusik sorgen auch für eine solide, wenn auch wahrlich nicht herausragende Atmosphäre.

Extras
Leider liegen lediglich der Trailer sowie eine Trailershow als Bonusmaterial vor.


Fazit:
Erscheint „The Professor“ zunächst überraschend leichtfüßig und unbekümmert im Umgang mit einem schwierigen Thema, erschwert der selbstironische Ton schließlich jede letztlich emotionale Nähe. Johnny Depp ist dabei gewohnt charismatisch, aber nur bedingt glaubwürdig in der Rolle eines unkonventionellen Literatur-Professors. Schlimmer noch, als Identifikationsfigur, die er ganz offensichtlich sein soll, eignet er sich auch nicht wirklich. Wäre der Film konsequent radikal in seinem schwarzhumorigen Ansatz vorgegangen, hätte aus „The Professor“ eine kleine Perle werden können.


by Florian Hoffmann
Bilder © LEONINE