The Last Face - Blu-ray

Blu-ray Start: 29.09.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 131 min

The Last Face Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Die Entwicklungshelferin Wren (Charlize Theron) bekleidet eine hohe Position in einer internationalen Hilfsorganisation. Beim Einsatz in einem afrikanischen Krisengebiet lernt sie den Arzt Miguel (Javier Bardem) kennen, der seit Jahren an den gefährlichsten Kriegsschauplätzen des Kontinents sein Leben für die Einheimischen aufs Spiel setzt. Wren und Miguel könnten unterschiedlicher nicht sein. Während die Lage um sie herum immer brenzliger wird, springt zwischen den beiden der Funke über. Aber ist eine Liebe im Schatten des Chaos überhaupt möglich?

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / Tobis
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Orginaltrailer, Bildergalerie, Featurette

DVD und Blu-ray | The Last Face

Blu-ray
The Last Face The Last Face
Blu-ray Start:
29.09.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 131 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
The Last Face The Last Face
DVD Start:
29.09.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 127 min.

Blu-ray Kritik - The Last Face

Blu-ray Wertung:
Film: | 4/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 5/10


Kaum ein Film wurde bei den Filmfestspielen von Cannes in den letzten Jahren derart lustvoll und unbarmherzig von den Kritikern zerrissen wie Sean Penns fünfte Regiearbeit „The Last Face“. Derart negativ gestaltete sich die Resonanz, dass der Film nach seiner Premiere im Mai 2016 erst mal überhaupt nicht veröffentlicht wurde. Nach einigen Kinostarts im Jahr 2017 in diversen Ländern schafft es Penns romantisches Bürgerkriegsdrama in Deutschland lediglich in Form dieser Blu-ray-Veröffentlichung in die Heimkinos. Nun, nachdem die bitterböse Abrechnung mit Penns Film auf dem Festival verjährt ist und sich die Gemüter beruhigt haben, bietet es sich an den Film mit etwas heruntergeschraubter Erwartungshaltung zu sehen. Man mag bei Betrachtung des Films nun fast das Gefühl haben, dass ein anderer Filmemacher wie Penn für dieses Werk vielleicht nur eine durchwachsene Resonanz erhalten hätte – denn auch wenn „The Last Face“ sicher kein guter Film sein mag, ist hier nicht das gigantische Desaster zu sehen, das viele Kritiker mit gewetzten Säbeln heraufbeschworen haben.

Sean Penn und Charlize Theron
Sean Penn und Charlize Theron © Tobis Film
Kaum eine andere Hollywood-Persönlichkeit hat sich in den letzten Jahren in derart vielen politischen und sozialen Bereichen engagiert wie Sean Penn. Sei es sein lautstarker Protest gegen den Irak-Krieg im Speziellen und die Bush-Regierung im Allgemeinen, seine aktive humanitäre Hilfsarbeit nach Hurricane Katrina, dem verheerenden Erdbeben in Haiti im Jahr 2010 oder der Flutkatastrophe in Pakistan 2012, Penn hat zahlreiche Anliegen, die ihm am Herzen liegen. Der zweifache Oscar-Preisträger nimmt kein Blatt vor den Mund, was ihn in manchen Kreisen tatsächlich trotz aller lobenswerten Ambitionen eher Feinde statt Freunde verschaffen hat. Zum ersten Mal nahm er sich nun mit „The Last Face“ einem filmischen Projekt an, das in direkter Verbindung zu seinen humanitären Einsätzen steht. Ursprünglich wurde Erin Dignams Drehbuch schon vor vielen Jahren von Penns Ex-Frau Robin Wright entwickelt, aber nie verwirklicht. Nun realisierte Penn „The Last Face“, der eine Liebesgeschichte zwischen zwei Ärzten vor dem Hintergrund afrikanischer Bürgerkriege in Liberia, Sierra Leone und dem Süd-Sudan erzählt.

Dr. Wren Petersen (Charlize Theron) arbeitet als UN-Sonderabgeordnete und Chefin der humanitären Hilfsorganisation Medicins du Monde, die ihr Vater einst begründet hat. Verzweifelt versucht die einst idealistische Ärztin ihrem mittlerweile verstorbenen Vater und seiner Arbeit gerecht zu werden, in dem sie sich bemüht, in den Krisengebieten der Welt einen Unterschied zu machen. Einst traf sie im vom Bürgerkrieg gebeutelten Liberia auf den Chirurgen Dr. Miguel León (Javier Bardem), an dessen Seite sie mit den Kollegen Dr. Love (Jean Reno) und Dr. Faber (Jared Harris) arbeitet und schließlich durch andere afrikanische Krisengebiete zieht. Wren und Miguel kommen sich inmitten grauenhafter Erlebnisse schließlich näher und werden ein Paar, jedoch muss ihre aufkeimende Beziehung nach und nach den äußeren Umständen und einer vorangegangenen Affäre mit Wrens Cousine Ellen (Adèle Exarchopoulos) Tribut zollen. Zehn Jahre nach ihrem Kennenlernen steht Miguel schließlich vor Wrens Tür, um sich mit ihr zu versöhnen.

Wrens Cousine Ellen (Adèle Exarchopoulos)
Wrens Cousine Ellen (Adèle Exarchopoulos) © Tobis Film
Man kann Sean Penn kaum vorwerfen, dass er nicht mit großem Aufwand ein überaus anschauliches Bild westafrikanischer Krisengebiete zeichnet. Gemeinsam mit dem großartigen Kameramann Barry Ackroyd (Flug 93, The Hurt Locker, Captain Phillips, The Big Short) gelingen hier oft überaus eindringliche, schmerzhaft realistische und sehr lebendige Bilder Afrikas und seiner Menschen, die in den Bann ziehen. Ackroyd filmt diese Szenarien und Gesichter mit seiner bekannten unmittelbaren dokumentarischen Direktheit in sehr beweglichen und packenden Handkamerabildern, sodass man den Eindruck hat, dass hier tatsächlich dank großer Detailfreudigkeit die grausame Realität eingefangen wurde. Doch Penn ist hier auch an einer impressionistischen Bildsprache mit oft softem, selektivem Fokus interessiert, die gelegentlich an einen Terrence Malick erinnert, mit dem Penn an „The Tree of Life“ gearbeitet hat. So verfügt „The Last Face“ über einen oft faszinierenden eigenwilligen Look, der jedoch meist rein dekorativ bleibt. Als malicksche Referenz kommt auch Charlize Therons omnipräsente introspektive Erzählstimme daher, die leider meist schmerzhaft bemüht und letztlich prätentiös daherkommt.

Wie eingangs erwähnt, ist es kaum zu bestreiten, dass Sean Penn mit „The Last Face“ ehrenwerte Ambitionen verfolgt. Man kann fast davon ausgehen, dass Penn so sehr und mit derartiger Leidenschaft am weltweiten Leid interessiert ist, dass er jede Subtilität vergisst, um seine Botschaft zu vermitteln. „The Last Face“ ist gesäumt von drastischen Szenen, die oft durchaus kraftvoll, aber schnell auch in ihrer extrem grafischen Darstellung betäubend und geschmacklos wirken. Penn verschließt die Augen hier nicht, zeigt Amputationen, Kaiserschnitt-Notoperationen, über Straßen gespannte Därme, nackte Leichenberge, um die tausende Fliegen schwirren. Das sind zweifelsohne schockierende und ehrliche Bilder, ein echtes Gespür für die leidenden Figuren gewinnt man aber nie. Penn und seine Autorin Erin Dignam legen hier ihren Fokus vor allem auf Wren und ihre Beziehung zu Miguel, jedoch bleiben die Figuren schwer greifbar, flach und unsympathisch. Überhaupt bleiben die eigentlichen Hintergründe der gezeigten Konflikte völlig unerklärt, womit man nur mit sinnlosem Leid ohne richtig einordbaren Kontext zurückbleibt.

Dr. Miguel León (Javier Bardem) und Dr. Wren Petersen (Charlize Theron)
Dr. Miguel León (Javier Bardem) und Dr. Wren Petersen (Charlize Theron) © Tobis Film
„The Last Face“ ist letztlich einfach nicht spannend und mitreißend erzählt, die zentrale Beziehung zwischen Wren und Miguel berührt nicht und lässt kalt. Spürbare Chemie baut sich zwischen Wren und Miguel leider auch nicht wirklich auf. Zudem wirkt der Film auch immer wieder schlichtweg verwirrend, da Penn immer wieder zwischen Ereignissen von 2003 bis 2014 umherspringt, während Wrens Erzählstimme schwülstig und pseudo-philosophisch vor sich hin sinniert. Die Figuren bleiben insgesamt blass und wirken eher wie Staffage als dreidimensionale Charaktere, besonders die großartige Adèle Exarchopoulos ist als reiner Plotkatalysator sträflich unterfordert – ganz zu schweigen von den verschwendeten Jean Reno und Jared Harris. An der afrikanischen Bevölkerung – und das ist eines der Hauptprobleme des Films – ist „The Last Face“ letztlich überhaupt nicht interessiert.

So wirkt Penns Film am Ende weniger lachhaft als schlicht nicht gut und problembehaftet. Hier sind immer wieder starke Bilder zu sehen – auf technischer Ebene ist der Film über jeden Zweifel erhaben – jedoch gelingt es ihm nicht, eine packende und bewegende Geschichte zu erzählen. Die Romanze wirkt leider platt und banal, der Film plätschert so insgesamt nur müde vor sich hin und ist leider auch gesäumt von diversen irritierenden und fehlgeleiteten Szenen. Dass Penn seine noblen Intentionen mit der Holzhammermethode vermitteln will, hilft dann natürlich wenig und macht aus „The Last Face“ dann angesichts Penns erwiesenem Talent als Filmemacher tatsächlich eine herbe Enttäuschung.

Bild
Eine der Stärken von „The Last Face“ ist sicher seine visuelle Umsetzung. Das digital aufgezeichnete Bild gefällt durch seine kräftige und reichhaltige Farbpalette, die hier für einen intensiven und kontrastreichen Bildeindruck sorgt. Schärfe- und Detaillevel variieren je nach Lichtbegebenheiten, gerade in Großaufnahmen besticht der Transfer aber mit einem überaus knackigen Bild. Gelegentlich rauscht es hier auch immer wieder ein wenig sowohl in dunklen als auch hellen Aufnahmen, insgesamt bewegt sich diese Blu-ray-Umsetzung aber auf hohem Niveau.

Miguel (Javier Bardem) und Wren(Charlize Theron) kommen sich näher
Miguel (Javier Bardem) und Wren(Charlize Theron) kommen sich näher © Tobis Film
Ton
Zunächst irritiert die akustische Umsetzung der Blu-ray durch auffallend leise Stimmwiedergabe – scheinbar ein Stilmittel von Sean Penn, das nur an manchen Stellen eingesetzt wird. Nach einem stillen, aber schon sehr atmosphärischen und raumfüllemden Beginn sorgen die Bürgerkriegsbilder in Afrika für ein akustisches Inferno, das das Soundsystem voll und ganz in Anspruch nimmt. Sowohl präzise platzierte atmosphärische Geräusche als auch eine immens hohe Dynamik und druckvoller Subwoofer-Einsatz überwältigen hier den Zuschauer. Auch ansonsten präsentieren sich die Tonspuren in bester Klarheit und Verständlichkeit – abgesehen von manchen Flüstermomenten.

Extras
Beim Bonusmaterial ragt leider nur eine knapp über zehnminütige Featurette heraus, die einen kurzen Überblick über die Hintergründe der Produktion bietet. Sean Penn kommt hier leider nicht zu Wort. Ansonsten gibt es hier nur eine Bildergalerie und diverse Trailer zu sehen.
Featurette (10:52 Min.)
Bildergalerie (03:23 Min.)
Deutscher Trailer (02:05 Min.)
Originaltrailer (02:01 Min.)
Trailershow


Fazit:
Trotz aller wohlmeinenden Absichten ist „The Last Face“ die Enttäuschung, die nach der herben Resonanz in Cannes zu erwarten war. Das liegt vor allem an seiner flachen Romanze, die kalt lässt, aber auch an einer schlicht verwirrenden und wenig mitreißenden Erzählung. Die drastischen Schockbilder verfehlen leider auch oft ihre Wirkung, auch wenn die Kameraarbeit von Barry Ackroyd zu den Stärken des Films zählt.

by Florian Hoffmann
Bilder © Universum Film / Tobis