The Foreigner - Blu-ray

Blu-ray Start: 23.02.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 120 min

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Inhalt

Durch einen unglücklichen Zufall wird Fan, die Tochter des Geschäftsmanns Quan (Jackie Chan), bei einem Bombenattentat irischer Terroristen in London getötet. Durch dieses Ereignis traumatisiert sinnt Quan, einstiger Vietcong-Kämpfer, auf Rache. Auf seiner Suche nach der Identität der Terroristen, bittet er den britischen Regierungsbeamten Liam Hennessy (Pierce Brosnan) um Unterstützung. Nachdem er von offizieller Seite aber keine Hilfe bekommt, nimmt er das Gesetz selbst in die Hand und geht auf einen persönlichen Rachefeldzug...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Interviews mit Cast & Crew, Featurette

DVD und Blu-ray | The Foreigner

Blu-ray
The Foreigner The Foreigner
Blu-ray Start:
23.02.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 120 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
The Foreigner The Foreigner
DVD Start:
23.02.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 115 min.

Blu-ray Kritik - The Foreigner

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 7/10
Ton: | 6/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 7/10


Die in die Jahre gekommenen Actionstars Jacky Chan und Pierce Brosnan treten in "The Foreigner" noch einmal aus der Versenkung heraus und liefern sich ein packendes Duell an verschiedenen Enden auf derselben Suche nach Gerechtigkeit. Inhaltlich gerade in der heutigen Zeit ein brandaktuelles Thema, gespickt mit handgemachten Material Arts Einlagen der alten Schule und des Öfteren ein kleiner gesellschaftskritischer Seitenhieb.    

Jacky Chan und Pierce Brosnan
Jacky Chan und Pierce Brosnan © Universum Film
Restaurantbesitzer Quan (Jacky Chan) und seine Tochter Fan (Katie Leung) führen ein einfaches aber zufriedenes Leben im Zentrum Londons. Eines Tages, bei einem Bummel durch die Stadt, zünden IRA Terroristen eine Bombe, die viele Opfer fordert, unter denen auch Fan zu verzeichnen ist. Knapp mit dem Leben davon gekommen und in tiefer Trauer versucht ihr Vater alles, um in Erfahrung zu bringen wer hinter diesem Attentat steckt und warum seine Tochter sterben musste. Die Polizei will ihm nicht weiter helfen und selbst ein Bestechungsversuch mit seinem gesamten Ersparten lässt ihn vor verschlossenen Türen zurück. Als Quan eines Abends in den Nachrichten eine Ansprache des irischen Politikers Liam Hennessy (Pierce Brosnan) verfolgt, der in der Vergangenheit ein Anhänger des IRA war, jedoch jede Form von Gewalt ablehnt, beschließt er dessen Büro aufzusuchen um mit ihm zu sprechen. Auch dort versucht man ihn mit allen Mitteln und Wegen zum Gehen zu bewegen. Als Mr. Hennessy nach einem Meeting das Büro verlässt, begegnet er zufällig Quan, der ihn sogleich mit Fragen bedrängt. Er verneint jegliche Kenntnis über die Namen und Herkunft der Verantwortlichen des Anschlags und versichert, selbst nach den Tätern zu suchen. Stark daran zweifelnd macht Quan deutlich, wie ernst es ihm mit der Suche nach den Terroristen ist, indem er Hennessy und seinem gesamten Umfeld mit Bombenanschlägen droht. Bei Drohungen soll es aber nicht bleiben und da sich der Abgeordnete nun selbst in der Schussbahn befindet, zieht er noch mal alle Register seines alten Lebens, um sich seines Widersachers zu entledigen, und gleichzeitig selbst nach den Verantwortlichen zu suchen, die ihn erst in diese Lage gebracht haben. Dabei übersieht er die Schlinge, die sich bereits für ihn ausgelegt, langsam zu zieht.  

Jacky Chan und Katie Leung
Jacky Chan und Katie Leung © Universum Film
Was nach einer herkömmlichen und schon zig mal durchgekauten Rachestory klingt, hat mehr zu bieten als es laut Inhaltsangabe den Anschein macht. Der Hauptfokus in diesem Actionthriller liegt weniger auf den physischen Racheakten selbst, sondern beleuchtet die dahinterstehenden Figuren und deren Weg zum Kontrollverlust. Auf der einen Seite haben wir einen Familienvater mit zwielichtiger und undurchsichtiger Vergangenheit, der viel Schmerz und Leid erfahren musste und der im Wahrsten Sinne des Wortes auf seiner Flucht aus China durch die Hölle ging. Peu a Peu wird seine Geschichte in Rückblenden offenbart und das in einer Intensität, dass man auf der anderen Seite des Bildschirms seinen Zerbruch wortwörtlich mit fühlt. Spannend und traurig zugleich ist es mit anzusehen, wie die Figur des Foreigners seine Entwicklung durchlebt.

Auf der anderen Seite steht ein Politiker und ebenfalls Familienvater, der seine rebellische und demonstrative Seite mit seiner Vergangenheit zusammen begraben wollte. Das wird ihm verwährt durch eine gewaltbereite Abspaltung der Organisation, der er selbst einmal angehört hatte. Diese Tatsache und die Position die er bekleidet, machen ihn zur Zielscheibe von allen Seiten, von denen der nach Rache dürstende Vater nur die Spitze des Eisbergs ist. Hauptaugenmerk in diesem Thriller liegt ganz klar auf Pierce Brosnan, der glaubhaft, charismatisch und konsequent seine Rolle spielt und dabei zur Höchstform aufläuft. Der permanente psychische Stress, dem er ausgesetzt ist und die Transformation in das in die Enge getriebene Tier steht dem ehemaligen Bond-Schauspieler hervorragend und machen ihn zu einem würdigen Antagonisten, der, wenn man nach Performance geht, seinem Gegenspieler in Sachen Bühnenpräsenz diesmal deutlich den Rang abläuft. Jacky Chan verkörpert seine Figur des gebrochenen Protagonisten zwar glaubhaft und grundsolide, hat aber zu wenig Screentime bekommen um als Hauptdarsteller wahrgenommen zu werden. Seine Rache selbst fällt mit den letzen 20 Minuten bei einer Gesamtlauflänge von 120 Minuten verhältnismäßig kurz aus, dafür nimmt man sich viel Zeit den Weg dorthin und die Entwicklung der beiden Kontrahenten zu beleuchten.  

Jacky Chan in Action
Jacky Chan in Action © Universum Film
Durch die Einbeziehung tatsächlicher geschichtlicher Elemente wie die IRA und die politische Spaltung Irlands, die Thematik von Terror für Freiheit und das Alleingelassenwerden von Vater Staat sind Bereiche, die aktueller kaum sein können. Täglich liest oder hört man in den Nachrichten von Attentaten, zivilen Opfern, Tod und sinnloser Zerstörung. Wie würden wir an Quans Stelle reagieren? Wie weit kann man gehen ohne selbst zu dem zu werden, das man verurteilt? Fragen über Fragen die dieser Film aufwirft und dabei das Thema Selbstjustiz derart dezent in Szene setzt, dass er sich von Gewalt dominierenden Schlachtorgien wie "John Wick" oder "Kill Bill" deutlich distanziert. So verzichtet Regisseur Martin Campell weitgehend auf blutige und kreative Kills und setzt mehr auf Storytelling und klassische Detektivarbeit. Dabei kommen Jacky Chans Kampfkunsteinlagen ein wenig kurz, die man eigentlich aus seinen übrigen Werken gewohnt ist. Zwar erleben wir an der ein oder anderen Stelle gewohnt perfekt durch choreographierte Material Arts Einlagen, in der Summe sind es dann jedoch weniger als erwartet. Das rührt daher, dass man in der Erzählstruktur mehr auf die Sicht des Bedrohten setzt, der eigentliche Rächer eher aus dem Hintergrund agiert, seine Perspektive dabei aber nicht zu kurz kommt. Das allein ist schon ein kleines Highlight und ist an dieser Stelle auf jeden Fall ein Lob wert.

Szene aus The Foreigner
Szene aus The Foreigner © Universum Film
Das Bild wird präsentiert in gewohnt scharfem 1080p Full HD. Glasklare Farben, gediegene Kameraführung und unfehlbarer Kontrast lassen keine Wünsche offen. Selbst in Actionsequenzen hält die Kamera voll drauf ohne lästiges Verreißen oder unnötig hektische Cuts.

In Sachen Ton, gegeben in zwei Audiospuren (Deutsch, Englisch) im DTS-HD 5.1, fällt auf, dass wie bei 90% aller anderen Actionfilme die Explosionen und Schusswechsel in dreimal so hoher Lautstärke aus den Boxen plärren als in Dialogszenen, sodass es unausweichlich ist in späten Abendstunden die Fernbedienung in Griffweite zu haben. Ansonsten bietet die Blu-Ray klaren Sound und voluminöse Soundkulissen.

Die Extras belaufen sich auf rund 35 Minuten. Geboten werden ein Featurette und Interviews mit Cast und Crew. Nicht mehr als Standard.


Fazit:
"The Foreigner" ist ein Rachefilm der sich von der breiten Masse durch ruhiges Storytelling und Figuren zum Anfassen abhebt. Selten wurden zwei Menschen an unterschiedlichen Enden der Gesellschaft auf demselben Ziel auf unterschiedlichen Wegen so authentisch dargestellt wie hier. Aber nicht nur die Charakterentwicklungen und für das Genre untypische Gewaltarmut machen das Werk einzigartig. Auch intelligente Dialoge, geniale Bilder und ein vortrefflicher Soundtrack machen "The Foreigner" zu einem Film, der nachhaltig im Kopf bleibt.

by Christoph Berger
Bilder © Universum Film