The Bouncer - Blu-ray

Blu-ray Start: 07.12.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 95 min

The Bouncer Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Um seine 8-jährige Tochter versorgen zu können, schlägt sich Ex-Bodyguard Lukas (JEAN-CLAUDE VAN DAMME) als Türsteher eines Nachtclubs durch. An einem belebten Freitagabend macht dort ein pöbelnder Gast Probleme. Lukas versucht die Situation zu entschärfen, doch der betrunkene Gast verliert die Kontrolle. In der Auseinandersetzung mit dem kampferprobten Türsteher erleidet der Disco-Besucher eine lebensbedrohliche Kopfverletzung. Um einer drohenden Gefängnisstrafe zu entgehen, sieht sich Lukas gezwungen den Job zu wechseln: Er heuert in einem Strip-Club als Türsteher an. Doch es dauert nicht lang und die Cops von Interpol machen ihn ausfindig. Diese haben allerdings mehr im Sinn als den zerfurchten Türsteher in den Knast zu bringen. Sie bieten ihm einen Deal an: Der Boss des Tabledance-Clubs steht unter Verdacht in großem Stile Falschgeld zu drucken. Lukas soll als Informant arbeiten – im Gegenzug könne er auf freien Fuß und zu seiner Tochter zurück. Es beginnt ein bedrohliches Doppelleben.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures / Constantin Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Französisch)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.39:1) 1080p HD

DVD und Blu-ray | The Bouncer

Blu-ray
The Bouncer The Bouncer
Blu-ray Start:
07.12.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 95 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
The Bouncer The Bouncer
DVD Start:
07.12.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 91 min.

Blu-ray Kritik - The Bouncer

Blu-ray Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 9/10


Die Zeit der klassischen 80er Jahre Actionhelden à la Willis, Lundgren, Schwarzenegger und Stallone sind mehr oder weniger gezählt. Neue Marterial Arts Talente wie Tony Yaa und Scott Adkins haben die alten Eisen weitestgehend abgelöst, doch hin und wieder beweist eins der Urgesteine, dass noch nicht aller Tage Abend ist. Im vorliegenden Fall von The Bouncer zeigt ein in die Jahre gekommener Jean Claude VanDamme, dass noch nicht aller Tage Abend ist.

Lukas (Jean Claude VanDamme) war ehemaliger Personenschützer in Südafrika, bis ein persönlicher Schicksalsschlag ihn und seine Tochter veranlassen das Land zu verlassen. Sie kommen in Frankreich unter, wo Lukas mit einem Job als Rausschmeißer in einem Nachtclub für sich und seine Tochter Sarah (Alice Verset) sorgt. Die Zeit, die er mit seiner Tochter versäumt, holt er so gut es geht nach und so schlägt sich das Gespann durchs Leben. Als es eines Abends im Club zu einem Handgemenge kommt, bei dem ein Gast schwer verletzt wird, verliert er seine Stelle und versucht sein Glück auf Anraten seines ehemaligen Arbeitskollegen in einem Stripclub um die Ecke. Bei den Ermittlungen zum Vorfall im Nachtclub wird der Cop Geert (Kevin Janssen) auf Lukas und seine nicht vorhandene Vergangenheit aufmerksam und beschließt sich diese zu Nutze zu machen, um Jan (Sam Louwyck), den Besitzer des Stripclubs, in dem Lukas angeheuert hat, diverser Straftaten zu überführen. Widerstrebend lässt sich der liebende Vater auf den Auftrag ein, und begibt sich damit in höchste Gefahr.

Jean-Claude Van Damme und Alice Verset in The Bouncer
Jean-Claude Van Damme und Alice Verset in The Bouncer © Constantin Film
In der letzten Zeit ist es um die Bloodsport Legende Jean Claude VanDamme, der in den 80ern und frühen 90ern seine Hochphase hatte, relativ ruhig geworden. Hier und da kamen kleinere Heimkinostarts, wie Enemy Closer und Black Water, die allerdings nicht unbedingt der Rede wert waren. The Bouncer oder im Original Lukas bildet da eine bodenständige Abwechslung, die sich durchaus sehen lassen kann und das Fan Herz höher schlagen lässt. Van Dammes neueste Zusammenarbeit mit Chrysalis Regisseur Julien Leclercq zeichnet einen europäischen Genrebeitrag, der sich vor allem durch ungeschönte Authentizität und realistische Charakterdarstellungen ganz klar von den überladenen Hollywoodproduktionen abhebt. Als Zuschauer wird man mitten ins Geschehen geworfen und ausschließlich mit notwendigen Informationen versorgt, um in die Story einsteigen zu können. Das hat den Vorteil, dass die Geschichte schnell Fahrt aufnimmt und sich nicht groß mit Vorreden aufhalten muss. In ungeschönten, simplen Takes werden der schweigsame Lukas und seine pfiffige Tochter Sarah und deren enge Beziehung zueinander vorgestellt. Lukas' Darstellung als hart arbeitender Alleinerziehender kommt glaubhaft und aus dem Leben gegriffen rüber, was für einen Film, dessen Story selbst nichts neues ist, ungemein wichtig ist um den Zuschauer bei der Stange zu halten.

Jean-Claude Van Damme in The Bouncer
Jean-Claude Van Damme in The Bouncer © Constantin Film
Die Klischeebehaftete Grundidee von einem fürsorglichen Familienvater, der aufgrund seiner Vergangenheit in dunkle Machenschaften verwickelt wird ist ja dahingehend schon ein alter Hut. Allerdings bisher weitestgehend in Hochglanz-Hollywood Manier, wo alles aufgesetzt und unauthentisch patriotisch wirkt, um die Zielgruppe immer genau wissen zu lassen, dass das Gezeigte nur ein Film ist. Darauf verzichtet The Bouncer fast vollständig und projiziert ein durch und durch realitätsnahes Beispiel dafür, wie es im echten Leben ablaufen würde, wenn es denn dazu kommen sollte. Keine actionlastigen Kamerafahrten, die vor Überladung nur so platzen, kein Effektgewitter und vollkommen deplatzierte Hintergrundbeschallung und keine vor Kitsch triefenden Dialoge, sondern fast ausschließlich eine bodenständige, wenn auch verhältnismäßig trostlose Atmosphäre, die darauf abzielt zu fesseln und aus der Masse herauszustechen. Damit kommen wir auch schon zum Fazit, denn mehr sollte man zu diesem 93 Minuten kurzen Gangsterfilm nicht sagen, wenn man nicht spoilern möchte.

Sveva Alviti in The Bouncer
Sveva Alviti in The Bouncer © Constantin Film
Zensur: Trotz der ruhigen Gangart gibt es die ein oder andere Tötungsszene, die zwar realistisch, aber nicht reißerisch daherkommen. Blutige Einschusslöcher, Platzwunden und Stichwunden sorgten ungeschnitten für eine Freigabe ab 16.

Das Bild im 1080p 16:9 ist überwiegend in tristen Grautönen gehalten, und zeigt die französischen, ärmlicheren Vororte von seiner ungeschönt hässlichen Seite. Die auffällig ruhige Kameraführung wechselt zwischen dreckigen Hinterhöfen und tristen, kalten Häuserblöcken, Lukas' alltäglich ausgestattetes Zuhause und den im krassen Gegenzug dazu stehenden, grell ausgeleuchteten Nachtclubs. Die Konturen sind extrem scharf und die Detailschärfe wird komplett ausgereizt. Saubere Arbeit.

Der Ton, vorhanden in zwei Audiospuren (deutsch und französisch), arbeitet mit interessanten Mitteln, um das realitätsnahe Feeling aufzubauen und zu halten. Man hört kaum melodische Musikuntermalungen, sondern vorwiegend dumpfe Bässe, die fast permanent im Hintergrund eine unangenehme, fast schon beklemmende Wirkung auf das Publikum haben kann. Diesem Stil bleibt der Film konstant treu, was zwar gewagt ist, aber im vorliegenden Fall grandios funktioniert.


Fazit:
The Bouncer mit Frontmann Jean - Claude Van Damme ist kein schöner, dafür realistisch guter Film, der eine alte Geschichte in anderem Gewand erzählt, und dabei fast ausschließlich von Mimiken, Gestiken und kurzen aber klugen Dialogszenen lebt. Für die Bezeichnung Actionfilm mangelt es zwar an Action, aber als Gangster - Drama mit Hauptaugenmerk auf Charakterdarstellung funktioniert er hervorragend und weiß es zu fesseln, wenn man sich drauf einlässt. Von Van Damme ist man ja eigentlich gewohnt dass er mit den Fäusten spricht, aber mit The Bouncer schafft er es, wahrscheinlich zum ersten Mal, die Position eines Charakterschauspielers einzunehmen, was ihm, meiner Ansicht nach, hervorragend gelingt. Von mir eine klare Empfehlung für sowohl Van Damme Fans, als auch für Liebhaber von realistischem und unausgeschmücktem Heimkino.

by Christoph Berger
Bilder © Universal Pictures / Constantin Film