Thank You For Your Service - Blu-ray

Blu-ray Start: 13.02.2020
Digital VoD: 06.02.2020
FSK: 16 - Laufzeit: 109 min

Thank You For Your Service Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Die Irakkrieg-Veteranen Adam (Miles Teller – Top Gun: Maverick), Will und Solo (Beulah Koale – Hawaii Five-0) kehren nach einem Einsatz, bei dem ein Kamerad getötet und ein anderer schwer verletzt wurde, traumatisiert und von ihrer Schuld geplagt nach Kansas zurück. Sie fühlen sich zu Hause fremd und können nicht vergessen. Nachdem Will sich das Leben nimmt, versuchen Adam und Solo sich ihren Dämonen zu stellen. Doch sämtliche, heillos überbelegten Veteranen-Hospitale haben monatelange Wartezeiten. Und ihren Frauen verschweigen sie das Erlebte. Nach und nach begreifen sie, dass es das Gespräch über ihre Schuldgefühle und das Erlebte ist, was ihnen den Weg ebnet, wirklich wieder nach Hause zu kommen und in ihr altes Leben zurückzukehren.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures / Constantin Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.39:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Der Krieg durch die Kamera (ca. 12 Min.) Der Krieg zu Hause (ca. 8 Min.)

Video on demand - Thank You For Your Service

DVD und Blu-ray | Thank You For Your Service

Blu-ray
Thank You For Your Service Thank You For Your Service
Blu-ray Start:
13.02.2020
FSK: 16 - Laufzeit: 109 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Thank You For Your Service Thank You For Your Service
DVD Start:
13.02.2020
FSK: 16 - Laufzeit: 105 min.

Blu-ray Kritik - Thank You For Your Service

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 7/10


Nach über zweijähriger Verspätung schafft es das Regiedebüt des für „American Sniper“ Oscar-nominierten Autors Jason Hall nun auch nach Deutschland – Wie so oft in letzter Zeit zwar nicht ins Kino, aber immerhin auf Blu-ray. Das ist erfreulich, denn studioproduzierte Charakterdramen sind bekanntlich eine Seltenheit geworden. Anders als der von Hall geschriebene Überraschungserfolg blieb „Thank You for Your Service“ jedoch wie so viele Irakkriegsfilme finanziell hinter den Erwartungen zurück. Tatsächlich offenbart sich hier aber ein qualitativ hochwertiger Film, der sich dem Thema posttraumatische Belastungsstörung angenehm differenziert, nüchtern und menschlich nähert. Angeführt wird der Film zudem von starken Darstellerleistungen, wobei vor allem Miles Teller, Haley Bennett und die Entdeckung Beulah Koale herausragen.

2007: Nach 15 Monaten an der Front im Irakkrieg kommen die hochdekorierten Soldaten Adam Schumann (Miles Teller), Tausolo „Solo“ Aieti (Beulah Koale) und Billy Waller (Joe Cole) nach Hause zurück. Auf Adam wartet seine Frau Saskia (Haley Bennett) sowie seine beiden jungen Kinder, während Solos Gattin Alea (Keisha Castle-Hughes) ein Kind erwartet. Auf ein verlassenes Haus stößt jedoch Billy, dessen Verlobte ihn sitzen gelassen hat. Zunächst scheint Adam gut klar zu kommen, als er voller Motivation versucht Anschluss zu finden und seiner Familie Normalität vorzuspielen. Doch als die fürsorgliche Saskia zunehmend versucht, sich vorsichtig ihrem Mann zu nähern und ihn über seinen Aufenthalt auszufragen, bröckelt die Fassade zunehmend. Adam sieht sich immer häufiger werdenden Halluzinationen ausgesetzt, währender er zudem wegen des aufgrund eigener Fehleinschätzung schwer verletzten Kameraden Emory (Scott Haze) und gefallenen Doster (Brad Beyer) schwere Vorwürfe macht. Noch schlimmer ergeht es Solo, der anders als Adam schnellstmöglich zurück in den Irak will, aber ebenso mit schlimmen Traumata und sogar Erinnerungslücken kämpfen muss. Eine Tragödie in ihrem Umfeld zwingt die Kriegsheimkehrer schließlich endgültig in eine Existenzkrise und zum schweren Gang zur Veteranenbetreuung…

Miles Teller in Thank You for Your Service
Miles Teller in Thank You for Your Service © Constantin Film
„Thank You for Your Service“ ist ein angenehm zurückhaltend, intim und ruhig erzählter Film, der sich abgesehen von wenigen Rückblenden in die Zeit an der Front ausschließlich mit dem Trauma und der Einsamkeit dieser Männer in der Heimat befasst. Dabei schafft Jason Hall eine betont charakterorientierte Atmosphäre, die sich visuell zurücknimmt und ein starkes Gefühl für Zwischenmenschliches schafft. Insbesondere die Kameradschaft zwischen den Soldaten wird authentisch und natürlich eingefangen, aber auch die Situation mit den Partnern kommt keineswegs zu kurz. Es wird ein sehr empathisches Verständnis mit diesen Männern aufgebaut, die nach getaner Leistung zurück in der Heimat zu kurz kommen. So schildert der Film den schwierigen bürokratischen Apparat des Kriegsveteranenministeriums, das nicht nur die Beantwortung buchdicker Fragenbögen, sondern auch monatelange Wartezeiten auf einen Behandlungstermin nach sich ziehen.

In einer bezeichnenden Szene im Veteranenamt bekommt der im Irak als Anführertyp etablierte Adam sogar bei einer zufälligen Begegnung mit einem Colonel (Jake Weber) ein schlechtes Gewissen eingeredet, da sein Erscheinen der Moral jüngerer Soldaten schaden könnte. Solo muss sogar nachweisen, dass er bei dem Anschlag, der Doster das Leben kostete, anwesend war. Zu allem Übel wird der Amerikaner samoanischer Abstammung noch mit beiläufigem Rassismus konfrontiert. Bei beiden Freunden schnürt sich in zunehmendem Verlauf die Kehle zu, die Halluzinationen werden schlimmer, während Solo gar unkontrollierte Ausbrüche erleidet und meistens nicht mal den aktuellen Wochentag nennen kann. Wie eingangs erwähnt, tragen die herausragenden Teller und Koale den Film und ihre Figuren mit kraftvollen, fein nuancierten und absolut glaubwürdigen Darstellungen.

Miles Teller und Beulah Koale in Thank You for Your Servic
Miles Teller und Beulah Koale in Thank You for Your Servic © Constantin Film
„Thank You for Your Service“ basiert auf den realen Geschichten dieser Männer und ist dank enger Zusammenarbeit auch entsprechend persönlich und einfühlsam gefärbt. Hall nimmt diese Thematik sehr ernst und huldigt damit allen Kriegsveteranen, während er dankbarerweise auf jeden Hurra-Patriotismus oder Glorifizierung des militärischen Apparats verzichtet und eine gänzlich unpolitische Geschichte erzählt. Zum anderen deutet auch der durchaus ironische Titel an, dass der Film zudem als Anklage an eine überforderte Regierung zu verstehen ist, die PTBS nicht ernst genug nimmt oder gar, wie bei manchen Figuren zu sehen, zumindest inoffiziell als Schwäche einstuft.

So bietet der Film auch keine einfachen Lösungen und verläuft entsprechend antiklimaktisch ohne großen Höhepunkt und kathartische Erlösung. Das ist letztlich wohl auch gut so, denn auf diese Weise bleibt sich der Film seiner schwierigen Thematik treu und verzichtet auf dramaturgische Überkonstruktion. Ganz ohne einen etwas deplatziert wirkenden Thriller-Subplot mit Solo kommt Hall jedoch nicht aus. Dieser trübt das insgesamt kraftvolle Gesehene aber nicht, wodurch ein guter Film bleibt, der mit den richtigen Mitteln Aufmerksamkeit auf ein wichtiges Thema lenkt.

Haley Bennett in Thank You for Your Service
Haley Bennett in Thank You for Your Service © Constantin Film
Bild
Der digital auf Arri Alexa aufgezeichnete Film überzeugt technisch insgesamt auf Blu-ray mit sehr guten Werten. Es dominieren natürliche und eher zurückhaltende und erdige Farben, die sehr gut zur Thematik des Films passen. Kontraste und Schwarzwerte erweisen sich als durchweg sehr gut, während auch Schärfe sowie Detailzeichnung überzeugen können. Lediglich gelegentliches leichtes digitales Rauschen trübt den sehr guten technischen Eindruck etwas.

Ton
„Thank You for Your Service“ kommt mit sehr aktiven Tonspuren daher, die immer wieder für raumfüllende Atmosphäre sorgen. So ertönt Thomas Newmans Filmmusik regelmäßig fein platziert aus den Surroundsprechern, während gerade bei den wenigen Kriegsszenen auch hervorragend eingesetzte Effekte für ein lebendiges Hörerlebnis sorgen. Hierbei kommt auch die hohe Klangdynamik und der effektive und wuchtige Einsatz des Subwoofers zum Vorschein. Stark ist auch die Szene, die die Freunde beim gemeinsamen Tanzen zu Haddaways „What is Love“ zeiget. Leider wird der sehr gute Eindruck der Original-Tonspur durch gelegentlich zu leise abgemischte Stimmen ein wenig abgeschwächt.

Extras
Das sehr gut produzierte Bonusmaterial, das aus zwei Featurettes besteht, beleuchtet die Hintergründe der Produktion auf einsichtsreiche Weise. Dennoch mangelt es hier klar an Quantität, denn gerne würde man noch mehr über den Film und die realen Begebenheiten erfahren. Dennoch ist es sehr interessant, die realen Beteiligten hier zu sehen, wodurch der Film sich stark legitimiert.
• Der Krieg durch die Kamera (12:20 Min.)
• Der Krieg zu Hause (07:37 Min.)
• Deutscher Trailer
• Englischer Trailer
• BD-DVD-Empfehlung


Fazit:
„Thank You for Your Service“ wirft einen dringend nötigen Blick auf das zu selten beleuchtete Thema posttraumatischer Belastungsstörung bei Kriegsveteranen. Regiedebütant Jason Hall gelingt ein guter und wichtiger Film, der mit zurückhaltender Inszenierung und aufrichtig-menschlicher Herangehensweise sowie starken Darstellerleistungen glänzt.


by Florian Hoffmann
Bilder © Universal Pictures / Constantin Film