Testament of Youth - Blu-ray

Blu-ray Start: 22.10.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 130 min

Testament of Youth Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Vera Brittain (Alicia Vikander) ist eine junge und unabhängige Frau, die gerade dabei ist, sich all ihre Träume zu erfüllen. Sie hat ein Stipendium für die Universität in Oxford und will englische Literatur studieren. Dort lernt sie den Freund ihres Bruder und zukünftigen Verlobten Roland Leighton (Kit Harington) kennen. Doch bevor das Glück seinen Lauf nehmen kann, bricht der Erste Weltkrieg aus und sowohl ihr Bruder als auch ihr Verlobter ziehen in den Krieg. Unfähig daheim zu bleiben und untätig auf die Rückkehr der Männer zu warten, entschließt sie sich, selbst zur Front aufzubrechen, um als Krankenschwester zu arbeiten. Dabei wird der Krieg Vera noch vor viele Bewährungsproben stellen und sie mit einigen schmerzvollen Schicksalsschlägen konfrontieren.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 7.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Dolby Digital 5.1 (Spanisch, Polnisch))
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Polnisch, Tschechisch, Ungarisch, Hindi, Türkisch, Portugiesisch, Kroatisch, Englisch für Hörgeschädigte, Bulgarisch, Slowenisch, Rumänisch, Chinesisch, Serbisch, Koreanisch, Thailändisch, Slowakisch, Indonesisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.39:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Audiokommentar, Hinter den Kulissen, entfallene Szenen, Trailer

DVD und Blu-ray | Testament of Youth

Blu-ray
Testament of Youth Testament of Youth
Blu-ray Start:
22.10.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 130 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Testament of Youth Testament of Youth
DVD Start:
22.10.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 124 min.

Blu-ray Kritik - Testament of Youth

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 7/10


Die Memoiren von Vera Brittain, die den Ersten Weltkrieg mit all seinen Verlusten und Tragödien am eigenen Leib erfahren musste, werden – so macht es der Text im Abspann deutlich – auch heute noch gedruckt. Brittains Erfolgsbuch wurde bereits 1979 von der BBC als Miniserie adaptiert, nun schaffte es die Autobiografie auch auf die Kinoleinwand. Heraus gekommen ist ein angenehm altmodischer und elegant inszenierter Film, der mit recht großem Aufwand in prächtigen Bildern umgesetzt wurde. Bedauerlicherweise reiht sich „Testament of Youth“ in die Riege großer Prestige-Produktionen ein, die es hierzulande nicht ins Kino schaffen und rein für den DVD- und Blu-ray-Markt verwertet werden. Das ist schade, denn der Film von TV-und Dokumentarfilm-Veteran James Kent ist wundervoll fotografiert und ausgestattet und schreit förmlich nach der großen Leinwand. Ebenso groß wie die Bilder sind wahrlich auch die Emotionen, denn „Testament of Youth“ ist Herzschmerz- und Emotionskino wie es im Buche steht. Vera Brittain, die junge Heldin des Films, muss auf ihrem Reifeweg angesichts des Horrors des Ersten Weltkriegs einen Schicksalsschlag und Verlust nach dem anderen hinnehmen, schreitet von einer Tragödie zur nächsten. Viele Tränen werden vergossen, je nach Beschaffenheit der Zuschauer sicher nicht nur von der Protagonistin. Die wird wundervoll von der großartigen Schwedin Alicia Vikander verkörpert, die in wenigen Jahren nach zahlreichen starken Rollen in hochkarätigen Filmen, etwa in „Die Königin und ihr Leibarzt“, „Anna Karenina“ oder kürzlich in „Ex Machina“ und „Codename U.N.C.L.E.“ zu einer der angesagtesten Jungdarstellerinnen der Gegenwart aufgestiegen ist.

Vera Brittain ist eine 21-jährige Frau aus gutem englischen Hause. Ihre Eltern Thomas (Dominic West) und Edith (Emily Watson) wünschen sich vor allem, dass Vera einen guten Mann findet und Klavier spielt. Doch Vera will mehr vom Leben, sie hat nicht vor, in das typische Schema zu passen, das gesellschaftliche Konventionen für sie vorsieht. Sie kämpft dafür, in Oxford studieren zu können, doch kaum hat sie sich ihren großen Wunsch erfüllt und ihren Vater umgestimmt, bricht der Erste Weltkrieg aus. Kurz davor hat sich Vera in den Dichter Roland Leighton (Kit Harrington) verliebt, der sich dann aber der britischen Navy verpflichtet, um in Frankreich für Krone und Vaterland zu kämpfen. Ebenso lassen sich Veras geliebter Bruder Edward (Taron Egerton) und ihre Freunde Victor (Colin Morgan) und Geoffrey (Jonathan Bailey) einziehen. Infolge der Ereignisse ändert Vera ihre Prioritäten und schließt sich dem freiwilligen Schwestern-Corps an, um Verwundeten zu helfen. Sie sieht so die hässliche Fratze des Kriegs aus kurzer Distanz und hofft stets, dass ihren geliebten Vertrauten an der Front nichts zustößt. Doch Vera wird schnell und schmerzhaft klar, dass in diesem unsinnigen Krieg Verluste unumgänglich sind...

„Testament of Youth“ wirft einen in der Filmgeschichte bislang eher unerforschten weiblichen Blick auf den Ersten Weltkrieg. Der Film ist zum einen eine Coming-of-Age-Geschichte, die den komplexen Selbstfindungsweg dieser zunächst leicht rebellischen und dann so reifen jungen Frau zeigt, die später zur überzeugten Pazifistin wurde. Zum anderen ist der Film eine ganz klassisch erzählte Liebesgeschichte, die von tief empfundener Liebe und Verlangen erzählt. Ganz und gar im Mittelpunkt ist hier natürlich Vera Brittain. Alicia Vikander ist quasi in jedem Bild des Films zu sehen und sie trägt den Film mit großer Hingabe. Die betörend schöne 27-jährige zeigt eine facettenreiche Performance, gibt ihrer Rolle viel Verletzlichkeit, aber vor allem glaubhafte Entschlossenheit, Willensstärke und Intelligenz. Der Part verlangt von Vikander einiges ab, denn die vielen Schicksalsschläge führen zu vielen hochemotionalen Momenten. Den Schmerz, den Brittain ein ums andere Mal in tränenreichen Augenblicken verspürt, stellt Vikander mit großem Einfühlungsvermögen und Glaubwürdigkeit dar. Das verbindet sie mit Carey Mulligans großartigem Auftritt dieses Jahr in „Am grünen Rand der Welt“, der ebenfalls eine starke und stark gespielte Frauengeschichte im historischen Kontext erzählt.

Eine der großen Stärken von genanntem Film war es, dem historischen Kostümfilm einen starken Gegenwartsbezug und frischen, lebendigen Anstrich zu verleihen. Das gelingt „Testament of Youth“ wiederum nur bedingt. Kents Film ist betont altmodisch inszeniert, präsentiert sich in jeder Hinsicht als klassisches Gefühlskino. Neben Vikanders kraftvoller Darstellung packt der Film leider nur bedingt, wirkt hier und da etwas steif und ohne echtes Leben. Der Film sieht sicher wunderschön aus, verfügt über kräftige Farben, leicht weichgezeichnete Bilder und einen typisch Reisekatalog-ähnlichen Blick auf die britische Landschaft. Kents Film ist zwar langsam und behutsam inszeniert, doch die sich entflammende Liebe zwischen Vera und Roland wird nur wenig etabliert. Kaum haben die Beiden sich kennengelernt, verlieben sie sich ohne großen filmischen Moment, dann zieht er auch schon in den Krieg. So fällt der Zugang zum folgenden Herzschmerz recht schwer, was auch daran liegt, dass Roland eine kaum charakterisierte Figur ist und damit wenig greifbar ist. Ebenso minimal gezeichnet sind auch die anderen Personen in Veras Leben, was nur zu weiterer Distanz führt. Wenn es zu den obligatorischen Verlusten kommt, gibt Vikander sicherlich alles, doch als Zuschauer bleibt man hier ein wenig außen vor. Das Talent guter Charakterdarsteller wie von Dominic West und Emily Watson als Veras Eltern und Miranda Richardson als Veras unterkühlte Professorin werden in sehr kleinen Rollen leider leicht verschwendet.

Vieles in Kents Film fühlt sich letztlich sehr vertraut an, Momente wie tränenreiche Abschiede an Bahngleisen oder schicksalhafte Telefonanrufe hat man sicher schon in vielen Filmen gesehen. Trotz aller Vertrautheit und mangelnder Frische hat die altmodische Eleganz von „Testament of Youth“ auch wieder etwas. Diese Art von Film sieht man heute nicht mehr allzu oft und wer eine Schwäche für solche Filme hat, kann sicher viel Positives in „Testament of Youth“ finden. Über jedem Zweifel sollte sicher die großartige Alicia Vikander stehen, die hier eine Darstellung liefert, die einer Oscar-Nominierung durchaus würdig wäre.

Bild
Bei der Blu-ray-Umsetzung von „Testament of Youth“ darf kein HD-Referenz-Bild erwartet werden. Der Film wurde zwar digital auf Sony CineAlta F65 Kameras aufgezeichnet, doch man hat sich sichtlich bemüht, einen Filmlook zu erzielen. So wirkt die Ästhetik bewusst weichgezeichnet, wodurch das Bild nicht gestochen scharf wirkt. Details sind so im guten Bereich, die von vielen HD-Looks gewohnte Härte ist hier aber nicht zu finden. Diese Herangehensweise passt jedoch zur altmodischen Machart des Films. „Testament of Youth“ sieht wunderbar aus, die Farben wirken reichhaltig und kontraststark, die Schwarzwerte überzeugen. Bildfehler bleiben aus, eine gewisse Körnigkeit hier und da scheint beabsichtigt. Alles in allem eine adäquate Umsetzung.

Ton
Die akustische Umsetzung der Blu-ray erweist sich als sehr gut. Hier geht es weniger um eine effektreiche Untermalung, sondern mehr um klare Stimmwiedergabe und raumfüllende Atmosphäre. Vor allem in Musikszenen werden die Surroundkanäle rundherum dynamisch befeuert, auch bei Außenszenen, etwa bei Regen, kommt es zu einigen schönen Raumklangeffekten, die es dem Zuschauer leicht machen, vom Geschehen aufgesogen zu werden.

Extras
Das Bonusmaterial fällt enttäuschend aus. Neben dem Audiokommentar mit Regisseur James Kent und Roland-Darsteller Kit Harrington gibt es lediglich die obligatorischen entfallenen Szenen, einen Kinotrailer und eine typische EPK-Featurette, die ganz offensichtlich stark eingekürzt ist. Hier werden historische Hintergründe genannt, aber leider nicht vertieft.
Audiokommentar von Kit Harrington und James Kent
Hinter den Kulissen (06:29 Min.)
4 Entfallene Szenen (05:22 Min.)
Kinotrailer (01:56 Min.)


Fazit:
„Testament of Youth“ ist eine angenehm altmodische Liebes- und Coming-of-Age-Geschichte, die einen ungewöhnluchen Blick aus weiblicher Perspektive auf den Ersten Weltkrieg erlaubt. Alicia Vikander brilliert in der Hauptrolle als starke Frauenfigur mit vielen glaubhaften emotionalen Momenten, die jedoch nicht unbedingt den gewünschten Effekt auf den Zuschauer haben. Wer klassisches Herzschmerzkino mag, ist hier sicher sehr gut bedient.

by Florian Hoffmann
Bilder © Sony Pictures Home Entertainment