Susan... verzweifelt gesucht! (Mediabook) - Blu-ray

Blu-ray Start: 27.03.2020
FSK: 12 - Laufzeit: 104 min

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Inhalt

In einer Kleinanzeige entdeckt die frustrierte Hausfrau Roberta Glass (Rosanna Arquette) den Hilferuf des jungen Musikers Jim: ‚Susan... verzweifelt gesucht‘. Als sich daraufhin Susan (Madonna) ebenfalls über eine Kleinanzeige meldet und sich mit Jim verabredet, beschließt Roberta, jene mysteriöse Susan kennenzulernen. Voller Neugier, und ihres kleinbürgerlichen Vorstadtlebens müde, fährt sie nach New York und beobachtet das Treffen der beiden. Fasziniert von Susans lebendiger und extrovertierter Erscheinung, versucht Roberta zu sein wie sie.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 2
Regionalcode: 2
Vertrieb: justbridge entertainment GmbH
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,78:1) 1080p HD
16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- 20-seitiges Booklet
-Alternatives Ende (06:06 Min.)
-Filmtrailer Original (01:55 Min.)
- Audiokommentar von Susan Seidelman, Barbara Boyle und Midge Sanford

Video on demand - Susan... verzweifelt gesucht!

DVD und Blu-ray | Susan... verzweifelt gesucht! (Mediabook)

Blu-ray
Susan... verzweifelt gesucht! Susan... verzweifelt gesucht!
Blu-ray Start:
27.03.2020
FSK: 12 - Laufzeit: 104 min.
Susan... verzweifelt gesucht! (Mediabook) Susan... verzweifelt gesucht! (Mediabook)
Blu-ray Start:
27.03.2020
FSK: 12 - Laufzeit: 104 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Susan... verzweifelt gesucht! Susan... verzweifelt gesucht!
DVD Start:
27.03.2020
FSK: 12 - Laufzeit: 99 min.

Blu-ray Kritik - Susan... verzweifelt gesucht! (Mediabook)

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 7/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 8/10


War „Susan... verzweifelt gesucht“ bei seiner Veröffentlichung im Jahr 1985 noch ein moderater und durchaus beachteter Erfolg bei der Kritik und beim Publikum, erscheint Susan Seidelmans Kultfilm nun als hochgradig unterhaltsame Zeitkapsel einer längst vergangenen Zeit. Hier offenbart sich ein New York in all seinen vielschichtigen Facetten als Ort, der mit der heutigen Metropole fast nichts mehr gemein hat. Die USA im fein beobachteten Mikrokosmos als Querschnitt durch viele demografische Schichten, exakt eingefangener Zeitgeist, der förmlich danach schreit, hier wiedererlebt werden zu können. So erweist sich dieser etwas in Vergessenheit geratene Film als weit mehr als pure 80er Nostalgie mit dem so für seine Zeit typischen way of life, den grandiosen Kostümen, dem fabelhaften Szenenbild, den wilden Frisuren, den fantastischen Originalschauplätzen und dem perfekt gewählten Soundtrack. „Susan... verzweifelt gesucht“ entpuppt sich als erstaunlich cooler, mit Liebe und Kunstfertigkeit gestalteter und vor allem zeitgemäßer Film, der seine weibliche Perspektive so stolz und kraftvoll vor sich trägt, ohne je auch nur annähernd als reiner Messagefilm daherzukommen. Mag der erste Blick den Film so stark in seiner Zeit verorten, wird hier schnell klar, dass Seidelman hier weit mehr als ein reines guilty pleasure gelungen ist.

Rosanna Arquette und Madonna in Susan... verzweifelt gesucht!
Rosanna Arquette und Madonna in Susan... verzweifelt gesucht! © justbridge entertainment GmbH
Roberta (Rosanna Arquette) lebt den oberflächlichen amerikanischen 80er Jahre-Traum: Sie ist mit dem erfolgreichen Yuppie-Badewannen-Verkäufer Gary (Mark Blum) verheiratet, mit dem sie im geleckten pastellfarbenen Luxushaus im vorstädtischen New Jersey eine sichere, aber eben langweilige Existenz führt. Ihre Alltagsflucht sind die Kontaktannoncen in der Tageszeitung: Wer verbirgt sich hinter den Romantikern und Suchern, die hier ihre Anzeigen aufgeben? Besonders angeregt wird ihre Fantasie durch die Worte „Susan... verzweifelt gesucht“, die mit einer Adresse im New Yorker Battery Park, einem genauen Termin und der Signatur „Jim“ versehen ist. Roberta fasst den Entschluss, nach New York zu fahren und zu beobachten, wer die mysteriöse Susan ist...

Es ist natürlich keine Überraschung, dass sich hinter der titelgebenden Susan Madonna verbirgt, die zur Zeit der Dreharbeiten im Jahr 1984 nach ihrem ersten Album schon ein aufstrebender Star war. Doch erst mit ihrem zweiten Tonträger „Like a Virgin“, der zum Ende der Produktion veröffentlicht wurde, explodierte die damals 26-Jährige zur weltweiten Ikone und Sensation. „Susan... verzweifelt gesucht“ war Madonnas erster großer Film und es ist gerade heute sehr spannend, diese so überlebensgroße Persönlichkeit hier an der Schwelle zum Superstarkult zu sehen. „Susan... verzweifelt gesucht“ war kein reiner Madonna-Film, im Gegenteil, die spätere Popgigantin musste zu der Zeit erst weit namhaftere Kolleginnen wie Ellen Barkin erst mal beim Casting ausstechen.

Robert Joy und Madonna in Susan... verzweifelt gesucht!
Robert Joy und Madonna in Susan... verzweifelt gesucht! © justbridge entertainment GmbH
Ihre Susan ist eine Figur, die man nie wirklich greifen kann. Sie ist eine Herumtreiberin, die aus dem in einem Schließfach gepackten Koffer lebt, in den sie schließlich auch von ihrem One-Night-Stand gestohlene Ohrringe packt. Dass sie sich hiermit mit der Mafia anlegt und fortan von Handlanger Nolan (Will Patton) von Atlantic City nach New York verfolgt wird, scheint ihrem jugendlichen und unbekümmerten Leichtsinn zu entgehen. Das alles ist der Katalysator für eine wilde und vertrackte screwballartige Odyssee durch den Big Apple, bei der es zu verrückten Zufällen, Gedächtnisverlusten und folgenschweren Verwechslungen kommt.

Susan ist ein Symbol für Rebellion, für Punk, für einen Ausbruch aus der Normalität. Genau den strebt Identifikationsfigur Roberta mindestens unterbewusst an, weshalb diese so mysteriöse, faszinierende und charismatische Frau Roberta fast gezwungenermaßen zur Stalkerin macht. Madonna ist perfekt für diese Rolle, verfügt genau über die richtige ungemein hippe Ausstrahlung und Attitüde, um eine Figur mit solcher symbolhaltigen Strahlkraft mit scheinbarer Leichtigkeit zum Leben zu erwachen. Sie bleibt trotzdem gerade so ein Charakter aus Fleisch und Blut mit deutlichen Schwächen, ist aber glaubhaft als lässige und leicht unnahbare Queen of Cool, der man als einfache Hausfrau nachstreben wollen würde.

Rosanna Arquette und Aidan Quinn in Susan... verzweifelt gesucht!
Rosanna Arquette und Aidan Quinn in Susan... verzweifelt gesucht! © justbridge entertainment GmbH
Doch „Susan... verzweifelt gesucht“ ist ganz klar Robertas und damit Rosanna Arquettes Film. Sie erschafft eine glaubhafte, sympathische und vielschichtige Figur, der man auf diesem Trip ins Ungewisse jederzeit gerne folgt. Bei Robertas unfreiwilligem Selbstfindungstrip wird sie unwissentlich nach einem Gedächtnisverlust zu Susan, wird von der Mafia verfolgt, fängt etwas mit dem liebenswerten Filmvorführer Dez (Aidan Quinn) an, der eigentlich von Susans tourendem Rocksängerfreund Jim (Robert Joy) angehalten wurde, auf seine möglicherweise bedrohte Freundin aufzupassen. Zugleich sucht Susan selbst schließlich die angebliche Hochstaplerin und kreuzt die Wege mit dem ebenfalls suchenden Gary. Dass die Erzählung ganz offensichtlich recht weit hergeholt ist, macht der Film mit seiner fein ausbalancierten Überhöhung zum Mittel zum Zweck. Susan Seidelman zeichnet hier reale Figuren in einer irrealen Situation, aus denen sie schließlich als Charaktere wachsen können und eine Katharsis erleben.

„Susan... verzweifelt gesucht“ ist dann eben nicht nur eine wunderbar unterhaltsame, gelegentlich farceartige Komödie voller verspielter Energie, sondern auch eine Zeitmaschine: Das New York von 1985 kann hier förmlich in all seiner Neon-durchtränkten, graffitibeschmierten und von zerfallenden Hintergassen geprägten Eigenartigkeit erlebt werden. Man erfährt die aalglatte, von Gary repräsentierte Yuppie-Kultur, aber auch das gepflegte Bilderbuch-Vorstadtleben, steigt in die punkige, alternative und hippe Untergrundszene des East Village ein. Originalschauplätze werden hier massig besucht, sei es der Club Danceteria, in dem Madonna einst ihren ersten Auftritt hatte oder der Audubon Ballroom in Harlem, wo einst Malcolm X erschossen wurde und im Film Zaubershows stattfinden. Dazu ist der Film gesäumt von Auftritten bekannter Gesichter wie Laurie Metcalf als Robertas Schwägerin, John Turturro, Giacarlo Esposito, Victor Argo, John Lurie und viele mehr.

Madonna und Anna Winger in Susan... verzweifelt gesucht!
Madonna und Anna Winger in Susan... verzweifelt gesucht! © justbridge entertainment GmbH
Der Film sieht schlichtweg großartig aus und profitiert immens von Susan Seidelmans stilvoller Pop Art-Sensibilität. Das ist nicht nur Santo Loquastos herausragendem Szenen- und Kostümbild, sondern auch den expressionistisch anmutenden Bildern von Kamera-Virtuose Edward Lachman zu verdanken. Der Film verfügt über eine auffällige Farbpalette, die immer wieder von Neontönen geprägt ist. Mit seiner grandiosen Ästhetik und der dichten, oft nächtlich-urbanen, flirrenden Atmosphäre, bei der alles möglich zu sein scheint, bietet sich der Film unbedingt als Begleitstück zu den etwa zur gleichen Zeit entstandenen „Die Zeit nach Mitternacht“ und „Gefährliche Freundin“ an. Auch wenn „Susan... verzweifelt gesucht“ vielleicht insgesamt nicht ganz die Qualität der genannten 80er-Perlen erreicht, ist hier dennoch ein mit der Zeit gewachsener Film zu bewundern, dem man unbedingt eine Chance geben sollte.
Bild
Sicher, man sieht dem Film sein Alter an, jedoch sieht er auch Blu-ray immer wieder großartig aus. Dafür sorgt vor allem die starke Farbpalette, die durch sehr gute Kontraste wunderbar hervorgehoben werden. Schwarzwerte sind solide, aber auch in dunklen Szenen bleiben Schärfe- und Detailumfang immer mindestens gut. Filmkorn ist teils deutlich vorhanden, gibt dem Film dadurch aber auch eine schöne Textur.
Ton
Akustisch verhält es sich bei der Blu-ray eher unspektakulär und zweckdienlich. Stimmen und Dialoge sind klar priorisiert und sehr gut in beiden Sprachversionen verständlich. Klangliche Dynamik kommt nur bedingt auf, dennoch sorgen musikalische Momente immerhin für solide Akzente.

Extras
Das schick gestaltete Mediabook verfügt über ein Booklet mit einem von Christoph N. Kellerbach verfassten Essay über die Hintergründe zum Film. Als Bonusmaterial auf der Disc findet sich das alternative (bzw. verlängerte) Originalende, der Trailer und ein hintergrundreicher Audiokommentar mit Regisseurin Susan Seidelman und den beiden Produzentinnen Barbara Boyle und Midge Sanford.
- Alternatives Ende (06:06 Min.)
- Filmtrailer Original (01:55 Min.)
- Audiokommentar von Susan Seidelman, Barbara Boyle und Midge Sanford


Fazit:
„Susan... verzweifelt gesucht“ erweist sich als unerwartetes Kult-Juwel, das weit mehr als reine 80er Jahre-Nostalgie ist. Hier ist ein lässiger und hochunterhaltsamer Film mit ganz viel Charakter, Attitüde, Energie und Kunstfertigkeit zu bewundern, der zugleich auch mit seiner starken weiblichen Perspektive erstaunlich zeitgemäß daherkommt. Dazu ist der Film eine vielschichte Reise in das New York einer lange vergangenen Ära, das ein enorm starkes Gefühl für Zeit, Menschen und Raum vermittelt.


by Florian Hoffmann
Bilder © justbridge entertainment GmbH