Steig.Nicht.Aus. - Blu-ray

Blu-ray Start: 20.09.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 112 min

Steig.Nicht.Aus. Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Auf dem Weg zur Arbeit will der Berliner Bauunternehmer Karl Brendt (Wotan Wilke Möhring) noch schnell seine Kinder Josefine (Emily Kusche) und Marius (Carlo Thoma) zur Schule bringen. Doch bereits kurz nachdem er das Auto startet, erhält er einen Anruf: Ein Unbekannter droht damit, das Auto mit einer Bombe, die unter dem Sitz versteckt ist, in die Luft zu sprengen, sollten Karl oder die Kinder versuchen auszusteigen! Vom Auto aus soll Karl in kürzester Zeit eine große Summe Geld beschaffen. Als seine Ehefrau Simone (Christiane Paul) ihn verdächtigt, die gemeinsamen Kinder entführt zu haben, nimmt auch die Polizei die Verfolgung von Karl auf und schaltet Sprengstoffexpertin Pia Zach (Hannah Herzsprung) ein. Es beginnt ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit: Der Bombe ausgeliefert und von der Polizei verfolgt, versucht Karl verzweifelt, seine Kinder und sich zu retten.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Eurovideo
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.39:1) 1080p HD

DVD und Blu-ray | Steig.Nicht.Aus.

Blu-ray
Steig.Nicht.Aus. Steig.Nicht.Aus.
Blu-ray Start:
20.09.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 112 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Steig.Nicht.Aus. Steig.Nicht.Aus.
DVD Start:
20.09.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 108 min.

Blu-ray Kritik - Steig.Nicht.Aus.

Blu-ray Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 6/10


Auf Hollywood gebürstete High-Concept-Thriller aus Deutschland sind eher eine Seltenheit, „Steig. Nicht. Aus!“ will hier die Ausnahme bieten. Christian Alvart, der mit „Fall 39“ und „Pandorum“ einst den Sprung über den großen Teich geschafft hat, verdingt sich die letzten Jahre nun wieder in Deutschland und versucht mit den Til Schweiger-„Tatort“-Filmen oder dem nicht uninteressanten „Banklady“ das massenkompatible Genrekino zu bedienen. Sein neuer Film tut dies nun am offensichtlichsten, den hier präsentiert sich ein Hochglanz-Actionthriller, der jedoch deutlich an US-Vorbildern orientiert zu sein scheint und nie eine eigene Identität findet.

Wotan Wilke Möhring in Steig.Nicht.Aus.
Wotan Wilke Möhring in Steig.Nicht.Aus. © Eurovideo
Wotan Wilke Möhring spielt den Bauunternehmer Karl Brendt, der seine Kinder zur Schule fahren will und dabei von einem unbekannten Anrufer (Marc Hosemann) kontaktiert wird. Dieser behauptet, unter den Autositzen Bomben deponiert zu haben, die durch Aufstehen explodieren oder durch Fernzünder ausgelöst werden können. Der scheinbar allwissende Erpresser fordert ein hohes Lösegeld, womit er den beruflich wie privat hoch angespannten Brendt vor eine scheinbar unlösbare Aufgabe stellt.

Die knackige Prämisse erinnert unweigerlich an Jan de Bonts Actionklassiker „Speed“, jedoch fehlt es „Steig. Nicht. Aus!“ schlicht an der titelgebenden Geschwindigkeit. Der Bombenleger in diesem deutschen Genrevertreter hat nämlich darauf verzichtet, dass Brendt stets fahren muss, um die fatale Explosion zu verhindern. So spielt sich der Großteil des Films eher im Stillstand ab, meist vor der Kulisse des Berliner Gendarmenmarkts, der bald zum großräumig abgesperrten Areal wird. Hier erinnert der Film tatsächlich mehr an andere Hollywood-Vertreter wie Joel Schumachers „Nicht auflegen!“ oder Kari Skoglands „Liberty Stands Still“. So ist Brendt für den Einsatzleiter Fritz Drache (Aleksandar Jovanovic) schnell der Hauptverdächtige, denn dieser darf auf Drang des Erpressers nicht verraten, dass er bedroht wird. Hier kommt Pia Zach (Hannah Herzsprung), die Leiterin des Bombenkommandos, ins Spiel. Sie vermutet schnell, dass sich hinter dem scheinbar offensichtlichen Fall eines Verzweifelten eine andere Wahrheit verbirgt…

Hannah Herzsprung in Steig.Nicht.Aus.
Hannah Herzsprung in Steig.Nicht.Aus. © Eurovideo
Während de Bont einst wusste, dass die reine Bombenbedrohung durch den erzwungenen Bewegungsfaktor erst die nötige Würze erhält, bleibt „Steig. Nicht. Aus!“ überraschend spannungsarm. Das liegt nicht zwingend an der örtlichen Einschränkung, denn klaustrophobische Szenarien, die den Protagonisten an einen Ort zwingen, haben sich oft (siehe auch die Tom Hardy One-Man-Show „No Turning Back“) als überaus effektiv erwiesen. Hierfür erscheint Alvarts Film jedoch als mit gut 110 Minuten zu lang und redselig, um wirklich zu packen.

Sicher, Alvart gibt sich Mühe seiner Hauptfigur nach und nach mehr Dimension zu geben und einen zeitgemäß relevanten Hintergrund zu geben. So legt der Film stückweise Brendts berufliches wie persönliches Leben offen, während der Erpresser natürlich ein ganz persönliches Motiv hat, das seinen Hintergrund im angeblichen Fehlverhalten des Bauunternehmers sucht. Auch das erinnert an den Telefonzellen-Thriller „Nicht auflegen!“, denn hier musste sich der arrogante Schnösel Colin Farrell vor einem Scharfschützen für seine privaten Verfehlungen rechtfertigen, bis er als tränenerfülltes Wrack zurückbleibt.

Szene aus Steig.Nicht.Aus.
Szene aus Steig.Nicht.Aus. © Eurovideo
Wotan Wilke Möhring, der bereits in Alvarts Durchbruch und bestem Film „Antikörper“ zu sehen war, beginnt seine Darbietung etwas verhalten, steigert sich aber zunehmend ebenfalls in seine Rolle rein, bis auch bei ihm nur noch weinende und schreiende Verzweiflung bleibt. An einen Colin Farrell reicht er beileibe nicht heran, schlecht ist der immer gern gesehene, hier aber recht bemüht wirkende Möhring aber auch sicher nicht. Er wird jedoch viel mehr von einer leider ziemlich gekünstelten und uninspirierten Inszenierung vernachlässigt, die spürbar verkrampft an vergleichbaren US-Vorbildern orientiert ist. Wie bei schwächeren Vorbildern ist „Steig. Nicht. Aus!“ von zahlreichen Logiklöchern und noch mehr Klischees geplagt, die den Film einfach nicht über den Durchschnitt heben kann. Warum Alvart auch immer wieder akustisch akzentuierte dramatische Zoom-Ins à la „GZSZ“ verwendet, bleibt ein Rätsel. Zu hölzern, ungelenk und aufgesagt wirken zudem auch viele Dialoge, ganz besonders die hörspielartigen Telefonate (etwa von Brendts Chef), die dem Film nötige Authentizität und damit Lebendigkeit rauben. Wirklich spannend wird es hier nicht, was auch daran liegt, dass man nie genug Empathie aufbaut, um mit diesen Figuren mitzuleiden.

Gut bebildert ist der Film aber dennoch. Kameramann Christoph Krauss liefert durchaus hollywoodreife Hochglanzbilder, die Berlin groß und bildgewaltig aussehen lassen. Seine Kameraarbeit ist dynamisch und in ihrer entfesselten Kinetik oft beeindruckend. Hier ist vor allem eine etablierende, minutenlange Plansequenz zu nennen, bei der die Kamera auf den Gendarmenmarkt herabgleitet, Hannah Herzsprung über den Platz in die Kommandozentrale hinein folgt, wieder heraus geht, um schließlich nach weiteren Momenten draußen wieder in die Höhe zu steigen. Auch eine spektakuläre Fahrt über eine lange und mehrspurige Straße nutzt Alvart, um in einer weiteren Plansequenz im Stile von „The Raid 2“ von außen durch Brendts Auto hindurch zu gleiten. Das ist technisch alles einwandfrei inszeniert, jedoch wirkt der Film auch hier eine Spur weit zu bemüht und steril.

Szene aus Steig.Nicht.Aus.
Szene aus Steig.Nicht.Aus. © Eurovideo
„Steig. Nicht. Aus!“ bleibt letztlich ein gutgemeinter Versuch, dem deutschen Kino einen dringend nötigen Mainstream-Actionstreifen zu bescheren. Alvart bedient gängige Klischees, versucht das Szenario mit einem gesellschaftlich relevanten Hintergrund zu würzen, jedoch bleibt sein Film aber trotz Berliner Lokalkolorit mit zu vielen Schwächen behaftet, um wirklich zu überzeugen.

Bild
Der Bildtransfer von „Steig. Nicht. Aus!“ auf Blu-ray ist durchweg geglückt. Der digital aufgezeichnete Film sieht sehr gut aus, bietet ein weitestgehend kontrastreiches und knackiges Hochglanzbild mit sehr starken Schärfe- und Detailwerten. Der Farbeindruck ist bewusst etwas unterkühlter geraten, was zu einem Großstadt-Thriller wie diesem aber sehr gut passt. Bildfehler wie Rauschen bleiben hier aus.

Ton Sehr stark präsentiert sich auch die akustische Umsetzung des Films. Von Beginn an ist „Steig. Nicht. Aus!“ überaus druckvoll und mit viel Subwoofer-Unterstützung abgemischt, während auch auf den Surround-Kanälen immer Betrieb herrscht. Stimmen sind weitestgehend klar und verständlich gehalten, hier und da hätte es jedoch auch etwas kräftiger sein können.

Extras Leider spendiert Eurovideo lediglich den Trailer zum Film als Bonusmaterial.


Fazit:
„Steig. Nicht. Aus!“ ist einigermaßen solide Actionthriller-Kost aus Deutschland, die an seine amerikanischen Vorbilder nur teilweise heranreicht. Vor allem optisch überzeugt der Film, ansonsten stören manche hölzerne Dialoge und eine insgesamt klischeebehaftete Inszenierung, die Realismus weitestgehend aus dem Fenster wirft.

by Florian Hoffmann
Bilder © Eurovideo