Spotlight - Blu-ray

Blu-ray Start: 30.06.2016
FSK: 0 - Laufzeit: 129 min

Spotlight Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Im Jahr 2001 erhält Walter „Robby“ Robinson (Michael Keaton), der Leiter des Investigativ-Teams des Boston Globe, einen besonderen Auftrag. Der neue Chefredakteur Marty Baron (Liev Schreiber) setzt ihn auf die Fälle von Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche an, von denen schon lange hinter vorgehaltener Hand gesprochen wird. Doch als Robby und seine Kollegen Michael Rezendes (Mark Ruffalo), Sacha Pfeiffer (Rachel McAdams), Matt Carroll (Brian d’Arcy James) und Ben Bradlee jr. (John Slattery) die ersten Opfer interviewen, decken sie Schicht um Schicht einen viel größeren Skandal auf: Seit Jahrzehnten wurden in der Erzdiözese Boston immer wieder Kinder von Priestern missbraucht – und die Taten von höchsten Würdenträgern gedeckt und vertuscht. Die Spuren führen direkt zum Kardinal, doch die Reporter stoßen an eine Mauer des Schweigens. Die Opfer schweigen aus Angst, hochbezahlte Anwälte spielen auf Zeit. Die kostspielige Recherche der Zeitung droht zu scheitern.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures / Paramount Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Spotlight: Ein Blick ins Innere
- Der Zustand es Journalismus
- Die Wahrheit aufdecken: ein Spotlight-Team am runden Tisch
- BD-Live

DVD und Blu-ray | Spotlight

Blu-ray
Spotlight Spotlight
Blu-ray Start:
30.06.2016
FSK: 0 - Laufzeit: 129 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Spotlight Spotlight
DVD Start:
30.06.2016
FSK: 0 - Laufzeit: 123 min.

Blu-ray Kritik - Spotlight

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 8/10


2003 gewinnen die Journalisten des Spotlight-Teams den Pulitzer-Preis für die Aufdeckung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche. Regisseur Tom McCarthy hat es geschafft mit einem nahezu perfekten Drehbuch und einer exzellenten Besetzung einen würdigen Film für diese Geschichte zu drehen, der auch noch den Oscar für den besten Film gewinnt. Spotlight SzenenbildEs zeigt sich also schnell: Das war ein Ereignis, das bedeutend ist.

Spotlight ist der Name einer Gruppe von Journalisten des Boston Globe, das sich dem investigativen Journalismus verschrieben hat. Zwar dauern die Recherchen teilweise mehrere Monate, dafür zeichnen sich ihre Berichte durch einen enormen Tiefgang und hohe Relevanz aus. Als der neue Chefredakteur Marty Baron (Liev Schreiber) einen Artikel über den Missbrauchsfall eines katholischen Pfarrers entdeckt, beauftragt er das Spotlight-Team, bestehend aus Michael Rezendes (Mark Ruffalo), Walter 'Robbie' Robbinson (Michael Keaton), Sacha Pfeiffer (Rachel McAdams) und Matt Carroll (Brian d’Arcy James), diesen Fall nochmal aufzugreifen. Schon bald wird ihnen klar dass es kein Einzelfall ist, sondern ein internationaler Skandal, der von der katholischen Kirche geheim gehalten wird.

Ähnlich wie in Alan J. Pakula’s „Die Unbestechlichen″ begleitet der Zuschauer das Journalistenteam dabei, wie sie neuen Hinweisen nachforschen und Schritt für Schritt das Ausmaß der Geheimhaltung aufdecken. Während bei „Die Unbestechlichen″ jedoch eine ständige Paranoia und Bedrohung herrscht, nimmt „Spotlight″ ein gemächlicheres Tempo ein. Hier wird sich nämlich die Zeit genommen, die Einzelschicksale der überlebenden Missbrauchsopfer zu zeigen, oder besser gesagt, sie davon berichten zu lassen. Auf Rückblenden wird verzichtet, stattdessen zeigt Tom McCarthy (Station Agent; Ein Sommer in New York - The Visitor) in einer eindrucksvollen Parallelmontage zwei Männer die davon erzählen, wie sie als Kinder von ihrem Priester manipuliert wurden, um mit ihm sexuell aktiv zu werden. Dabei erkennt man auch, wie unterschiedlich mit der Situation umgegangen wird. Während einer der Befragten voller Scham und Wut von seiner Geschichte erzählt, berichtet der Andere in Ruhe und einer Offenheit, die gleichzeitig eine tiefe emotionale Narbe preisgibt. Spotlight SzenenbildGleichzeitig wird die systematische „Opfersuche″ der Priester beleuchtet und wie sie nicht nur das Vertrauen der Kinder, sondern auch deren Eltern und der katholischen Gemeindemitglieder missbraucht haben.

Überraschend ist aber, dass nicht nur die Priester und die katholische Kirche für das Schweigen verantwortlich gemacht werden, sondern auch die Gemeinde und die Journalisten selbst. Die Eltern der Missbrauchsopfer wurden nämlich von Freunden und anderen Kirchengänger genötigt, nichts davon zu erzählen, damit der Ruf der Kirche nicht beschädigt wird, während die Journalisten wichtige Dokumente, die klare Beweise zu den Übergriffen lieferten, seit Jahren besitzen aber ignoriert haben. Dadurch entwickelt sich eine Thematik die darstellt, wie sich eine Schweigespirale durch eine gesamte Gesellschaft zieht. Der Anwalt Mitchell Garabedian (Stanley Tucci) fasst es gut zusammen: „If it takes a village to raise a child, it takes a village to abuse one.″

Wie von einem Ensemble-Film zu erwarten sind die Schauspieler und Dialoge durchweg hervorragend. Sowohl die Nebendarsteller wie Stanley Tucci, als auch die Hauptdarsteller, die das Spotlight-Team ausmachen. Besonders gut sind die authentischen Dialoge gelungen. Dabei wirken keine Sätze aufgezwungen nur um irgendeine tiefere Thematik zu etablieren oder ein schlauklingendes Zitat zwischen die Dialoge zu pressen. Selbst Sätze wie das oben erwähnte Zitat wirken natürlich in die Gespräche integriert.

Spotlight Szenenbild Besonders nennenswert ist die schauspielerische Leistung von Mark Ruffalo. Er hat besonders viel Zeit mit Michael Rezendes verbracht um seine Sprache und Mimik zu lernen. Dieser hat selbst behauptet, dass Mark Ruffalo beim Schauspielern zu beobachten so sei, als würde man in einen Spiegel schauen. Interessanterweise sind die Charaktere entsprechend wenig ausgearbeitet. Hier und da wird immer kurz erwähnt oder gezeigt das ihre Arbeit dem Familienleben im Weg steht, viel wird aus diesem Handlungsstrang aber auch nicht mehr gemacht. Allerdings ist es auch kein Nachteil. Stattdessen liegt die Aufmerksamkeit nämlich bei den Opfern und der Recherche der Journalisten (was manchmal auch in einer nicht so gelungen Montagesequenz gezeigt wird).

Was dem Film jedoch schadet ist ein Problem, dass sich auch oft in Filmen von Steven Spielberg wiederfindet. Der Film endet in einer Note, bei der scheinbar jedes Problem gelöst wurde. Dadurch nimmt man wiederum nicht so viel mit nachdem der Film beendet ist und gerät schnell in Vergessenheit. Wer jedoch den Nachrichten folgt wird wissen, dass Missbrauchsskandale immer noch in der katholischen Kirche stattfinden. Ein Film der dieses Problem gekonnt umgangen ist, ist The Big Short. Da wird dem Zuschauer eindeutig klar gemacht, dass die Banken nach der Finanzkrise nichts gelernt haben, sondern die Situation fast schon schlimmer wurde.

Das Bonusmaterial besteht aus drei kleineren Videos. „Spotlight: Ein Blick ins Innere″ (2:29) fast nur das zusammen was im Film gezeigt wurde und ist somit ziemlich irrelevant. Spotlight SzenenbildIn „Der Zustand des Journalismus″ (3:11) erzählen die ehemaligen Mitglieder des Spotlight-Teams wie es um den Journalismus und insbesondere des investigativen Journalismus in Amerika steht. Dadurch erhält man einen interessanten Einblick, wie sich die Medienlandschaft in den USA seit 2001 verändert hat. Leider ist dieser Beitrag zu kurz um diese wichtige Thematik tiefgreifend zu beleuchten und wird nur sehr oberflächlich behandelt. „Die Wahrheit aufdecken: Ein Spotlight-Team am runden Tisch“ (6:33) ist wieder eine Gesprächsrunde mit dem ehemaligen Spotlight-Team, in der sie über ihre Arbeit im Missbrauchsskandal sprechen. Im Gegensatz zum wird hier aber deutlich, wie sehr dieser Fall das Privat- und Familienleben der Journalisten beeinflusst hat.


Fazit:
„Spotlight“ ist in nahezu jeder Hinsicht eine perfekte Produktion: Vom Drehbuch, der Regie, der Besetzung bis hin zum Pacing kann man nichts aussetzen. Nur das Ende mangelt an etwas Offenheit.

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by Eduard Führus
Bilder © Universal Pictures / Paramount Home Entertainment