Snowpiercer - Blu-ray

Blu-ray Start: 23.09.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 131 min

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Inhalt

Die Erde in naher Zukunft: Ewiges Eis und Schnee bedecken den einst so grünen Planeten. Kein Leben rührt sich mehr. Nur ein Zug, der einsam durch die verlassene Schneelandschaft fährt, bietet den überlebenden Menschen noch Schutz vor der tödlichen Kälte. Hier haben sie ihre letzte Zuflucht gefunden. Doch die Masse der verbliebenen Menschheit fristet im hinteren Teil des Zuges ein Leben in ewiger Dunkelheit, während vorne die wenigen reichen Passagiere im Luxus schwelgen. Aber die Zeichen stehen auf Veränderung. Eine Revolution steht kurz bevor …

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment / MFA
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Making of, Making of (Spot), Special Animated Clip, Production Sketches (Diashow), Trailer, Kinotrailer, Teaser

DVD und Blu-ray | Snowpiercer

Blu-ray
Snowpiercer Snowpiercer
Blu-ray Start:
23.09.2014
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Blu-ray Kritik - Snowpiercer

Blu-ray Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 9/10


Die Tatsache, dass sich der Regisseur gefeierter Filme wie „The Host“ oder „Mother“ als nächstes Projekt die Adaption einer Science-Fiction Graphic Novel ausgesucht hatte, ließ bereits im Vorfeld auf einen gleichsam spannenden wie unkonventionellen Genrefilm hoffen und katapultierte die Erwartungshaltung in entsprechend hohe Sphären. Jetzt ist Bong Joon-hos bildgewaltiger Meta-Sci-Fi-Epos „Snowpiercer“ im Heimkino erschienen und schafft es sogar, die hohen Erwartungen noch spielend leicht zu übertreffen. Der Film ist brutal, intelligent und satirisch, hat intensive Actionszenen sowie geschliffene Dialoge zu bieten und wirkt in mancherlei Sequenz ungemein kunstvoll.

In naher Zukunft hat die globale Erwärmung die Erde in eine neue Eiszeit gestürzt. Die Menschheit ist fast ausgestorben und die letzten Überlebenden haben sich in einen 650 Meter langen Zug zurückgezogen, der in ständiger Bewegung durch die Eiswüste rast. Im Zug herrscht ein perfides Klassensystem, dass die arme Bevölkerung in die hinteren Waggons verweist, während die reiche Minderheit im Vorderteil des Zuges im Luxus lebt. Allerdings hat das Prekariat irgendwann genug von der Unterdrückung und startet eine Revolution. Unter der Leitung des Revolutionsführers Curtis (Chris Evans) kämpft man sich wütend von Abteil zu Abteil, um irgendwann dem mysteriösen Zugführer entgegen zu treten.

Bereits in den ersten Filmminuten wird deutlich, dass Bong Joon-ho den „Schneekreuzer“ weniger als technisches Meisterwerk, sondern viel mehr als gesellschaftliche Metapher inszeniert. Der Zug symbolisiert mit seinen zahlreichen Waggons, die allesamt eine eigene Gesellschaftsschicht repräsentieren, ein zynisches Klassensystem. So muss sich die „Unterschicht“ eingeengt und wie Schlachtvieh behandelt, im letzten Waggon des Zuges aufhalten und wird durch regelmäßige Einschüchterungsaktionen der herrschenden Klasse ruhig gehalten. Parallelen zum Schicksal der Juden im zweiten Weltkrieg liegen auf der Hand und sind nur eines der zahlreichen Beispiele für die intelligente Meta-Ebene des Streifens. Doch auch auf der Handlungsebene sorgt „Snowpiercer“ für spannende Unterhaltung und hat einige der gleichsam originellsten wie intensivsten Actionszenen des Kinojahres zu bieten. Wenn der ewig lang anmutende Zug schließlich eine Kurve passiert und sich das revoltierende Prekariat mit den schwer bewaffneten Soldaten der reichen Minderheit ein erbarmungsloses Schussduell von Waggon zu Waggon liefert, stockt einem regelrecht der Atem. Ähnlich beeindruckend ist eine Sequenz geraten, in der die Unterschicht-Kämpfer in einem stockdunklen Zugabteil von mit Äxten bewaffneten Widersachern attackiert und auf unglaublich brutale Art und Weise niedergemetzelt werden. In all diesem Wahnsinn folgt man als Zuschauer dem Schicksal des Revolutionsführers Curtis, der sich in ständiger Bewegung der Lock des Zuges nähert, um das diktatorisch agierende Oberhaupt des Feindes zu stürzen. Obgleich Curtis als Identifikationsfigur dient, hat auch er seine dunklen Geheimnisse, die sich Stück für Stück offenbaren und seelische Abgründe von erschreckender Tiefe auftun. Diese Konsequenz ist paradigmatisch für das ganze Drehbuch, das sich zu keiner Sekunde in das typische Handlungsgerüst eines herkömmlichen Science Fiction Blockbusters zwängen lässt und auf Zurückhaltung oder Zugeständnisse an den Mainstreamzuschauer trotzig pfeift. Das ist in dieser Konsequenz durchaus bemerkenswert, da mit Chris Evans ein Hauptdarsteller in das Projekt involviert ist, den man zuvor hauptsächlich aus eben jenen standardisierten Big Budget-Produktionen kannte, von denen sich „Snowpiercer“ so deutlich distanziert. Seine Rolle meistert er jedoch mit Bravour und schafft es, Facetten von sich zu zeigen, die ihm in Filmen wie „Captain America“ bislang verwehrt blieben. Generell kann der Cast durchweg überzeugen und hat neben Stars wie John Hurt oder Ed Harris, auch eine vollkommen durchgedrehte Tilda Swinton zu bieten, die man mit solch einem Hang zum Overacting zuvor noch nie erleben durfte. Garniert wird die rasante Hatz durch den Zug im letzten Drittel von allerhand satirischen Elementen, die sich überraschend harmonisch in den Rest des Filmes einfügen und ihn endgültig zu einem Meisterwerk des jüngeren Science Fiction Kinos werden lassen.

Ascot Elite legt den Film auf einer technisch eindrucksvollen Blu-ray vor, die in Bild- und Tonqualität alle Erwartungen erfüllen sollte. Außerdem haben sie dem Film einige interessante Extras spendiert, die insgesamt ca. eine halbe Stunde dauern und allerhand Infos zu vermitteln wissen.

Fazit:
Mit „Snowpiercer“ präsentiert Bong Joon-ho einen Film, der gleichsam gesellschaftliche Dystopie, packende Science Fiction und intelligente Satire ist! Aufgrund seiner kunstvollen Inszenierung, der bitterbösen Konsequenz und des tollen Darstellerensembles, handelt es sich bei „Snowpiercer“ definitiv um einen der besten Science Fiction Filme der letzten Jahre.

by Jonas Hoppe
Bilder © Ascot Elite Home Entertainment / MFA