Sing Street - Blu-ray

Blu-ray Start: 06.10.2016
FSK: 6 - Laufzeit: 105 min

Sing Street Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Irland in den Achtzigern. Vor dem Hintergrund von Rezession und Arbeitslosigkeit wächst der jugendliche Conor in Dublin auf. Als Außenseiter in der Schule gebrandmarkt, flieht er in die Welt der Popmusik und träumt nebenbei von der unerreichbaren, schönen Raphina. Seine Idee: Er lädt Raphina ein, im Musikvideo seiner Band aufzutreten. Sein Problem: Er hat gar keine Band, kann noch nicht mal ein Instrument spielen. Aber sein Plan darf auf keinen Fall scheitern. Also gründet er mit ein paar Jungs aus der Nachbarschaft kurzerhand eine Band und voller Leidenschaft schreiben sie ihre ersten Songs.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Making of, Featurettes, Interviews, Musikvideos, Trailer

DVD und Blu-ray | Sing Street

Blu-ray
Sing Street Sing Street
Blu-ray Start:
06.10.2016
FSK: 6 - Laufzeit: 105 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Sing Street Sing Street
DVD Start:
06.10.2016
FSK: 6 - Laufzeit: 101 min.

Blu-ray Kritik - Sing Street

Blu-ray Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 2/10
Gesamt: | 9/10


Es gibt wohl kaum einen Regisseur heutzutage, dessen Filme so untrennbar mit ihrer Musik sind wie von dem Iren John Carney. Nach seinem grandiosen Durchbruch und Oscar-Gewinner „Once“ 2007 und seinem sehr erfolgreichen US-Debüt „Can a Song Save Your Life“ 2013 fährt der ehemalige Bassist der irischen Rockgruppe „The Frames“ mit dem absolut unwiderstehlichen und vor Freude berstenden „Sing Street“ seinen wohl bisher besten und persönlichsten Film auf. Sing Street SzenenbildVon den ersten Momenten an ist völlig klar, dass Carney sein Publikum voll in der Hand hat und ihm ein wahres Geschenk mit diesem mit toller Musik und ansteckender guten Laune vollgepackten Film liefert, das man einfach nicht ablehnen kann. Hier jagt ein herzhafter Lacher und geistreicher und spritziger Dialog den nächsten, die guten Vibes sind allgegenwärtig in diesem fantastischen Publikumsfilm, den jeder einfach sehen muss. Das ist so gut, so aufrichtig, herzig, berührend, lustig und sogar am Ende gänsehauterregend, dass man immer wieder klatschend auf den Sitzen stehen will. „Sing Street“ ist mit Sicherheit ein zukünftiger Kultfilm und der wohl beste Film des bisherigen Kinojahres. Wer den Film im Kino verpasst hat, sollte das Ansehen mit der Heimkinoveröffentlichung unbedingt nachholen.

Dublin 1985. Den Lalors stehen harte Zeiten bevor. Familienvater Robert (Aidan Gillen, „Game of Thrones“, „Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste“) trinkt nicht nur zu viel, er liegt vor allem im Clinch mit seiner Frau Penny (Maria Doyle Kennedy, „Orphan Black“) und hat Probleme mit seiner Arbeitssituation, die dazu führen, dass sein jüngster Sohn Conor (Ferdia Walsh-Peelo) auf eine staatliche Schule geschickt werden muss, da die Privatschule zu teuer geworden ist. Conor kommt nur schlecht mit der strengen und konservativen Gangart der katholischen Synge Street School klar, denn an Angepasstheit will er gar nicht denken. So legt er sich schnell mit dem autoritären Direktor Baxter (Don Wycherley, „Die Journalistin“, „Ondine“) an, dessen eiserne Politik, dass in der Schule nur schwarze Schuhe getragen werden dürfen, ihm ernsthafte Probleme bereitet. Auch der rüpelhafte Schultyrann Barry (Ian Kenny) setzt ihm übel bei, Hoffnung für sein frustriertes Dasein keimt erst auf, als er Freundschaft mit dem selbsternannten Jungunternehmer Darren (Ben Carolan) schließt. Alles erhält aber erst einen Sinn, als er sich Hals über Kopf in die ein Jahr ältere Raphina (Lucy Boynton) verliebt, die er spontan damit beeindrucken will, dass er eine Band hat und sie in seinem Musikvideo mitspielen soll. Problem ist nur, Conor hat gar keine Band. Sing Street SzenenbildOhne jeden Plan stürzen sich er und Darren in das Unterfangen, schnellstmöglich eine Band zusammenstellen zu müssen…

Auf dem Papier ist die Formierung einer Musikgruppe gerade im britischen Kino nichts Neues. Da wäre Alan Parkers Kultfilm „Die Commitments“ oder in etwas abgewandelter Form „Ganz oder gar nicht“, in dem eine Gruppe von Männern sich zu einer Stripper-Combo zusammenschließen. Auch das Coming-of-Age Element von „Sing Street“ ist immer wieder gerne gesehen in der Kinogeschichte, so auch hier, denn Conor findet im Verlauf des Films zu sich selbst und versucht sich in einem schwierigen und konservativen Umfeld selbst zu verwirklichen. Doch John Carney lässt alles so frisch, aufrichtig und echt wirken, dass man zu jedem Zeitpunkt voll und ganz von dem Film eingenommen und mitgerissen wird. Man kann sich quasi gar nicht gegen diese unwiderstehliche Glückspille wehren. Carney inszeniert seinen Film wunderbar rasant und knackig, lässt aber auch immer wieder Zeit zum Nachdenken und zeichnet ein realistisch wirkendes Umfeld vom Irland Mitte der Achtziger Jahre. An jeder Ecke finden sich tolle Überraschungen, pointierte Sprüche, nahezu jeder der zahlreichen charismatischen Charaktere kriegt seinen strahlenden und meist sehr lustigen Moment. Die Liebesgeschichte, die im Kern von „Sing Street“ steckt, ist auch wunderbar reizvoll und voller jugendlich kribbelnder Schmetterlinge und Herzschmerz inszeniert. Das ist besonders der frischen und perfekt gewählten Darsteller Ferdia Walsh-Peelo (ein unglaublich charismatischer und sympathischer Darsteller, der sicher das Zeug zum nächsten Star hat) und Lucy Boynton (eine strahlende Präsenz, von der man ebenfalls die Augen nicht nehmen kann) zu verdanken, zwischen denen sich hier eine fantastische Dynamik und Chemie entwickelt, die die Spannung über den ganzen Film aufrecht erhält.

Das Formieren der Band könnte nicht mehr Freude bereiten: Hier stecken so viele entzückende Ideen und clevere musikalische Querverweise und Beobachtungen drin, das man dieser Gruppe mit ihren exzentrischen Figuren ewig zusehen könnte. Grandiose Highlights des Films sind die herrlich kitschigen Musikvideos, die Conor inszeniert. Hier zeigt „Sing Street“ nicht nur eine erfrischende und leidenschaftliche Machart, sondern auch echte konzeptionelle Originalität: Conors Selbstfindungsprozess führt ihn nämlich durch diverse unterschiedliche musikalische Phasen, die nicht nur seine Musik, sondern auch seine gesamte Identität und sein Erscheinungsbild prägen. Hier bewegt sich die Band (die eben Sing Street heißt) von Duran Duran über The Clash zu a-ha, The Jam, The Cure, Spandau Ballett und schließlich zu Hall & Oates. Das ist unendlich amüsant zu beobachten, wie die Bandmitglieder ganz selbstbewusst optisch ihren Vorbildern nacheifern und einen Kontrast zum Einheitsbrei ihrer Schule bieten, aber auch wie ihre Musik entsprechend klingt. Hier zeigt sich John Carneys fantastisches Gespür für tolle Musik, denn „Sing Street“ ist wie schon seine beiden Vorgängerfilme vollgepackt mit absolut unwiderstehlichen Originalsongs. Sing Street SzenenbildFantastisch: Ihr erster Song „The Riddle of the Model“ oder die mitreißende Nummer „Drive It Like You Stole It“ gegen Ende des Films, der die Evolution der Band deutlich macht und hoffentlich bei den nächsten Oscars berücksichtigt wird. Natürlich ist der Film auch prall gefüllt mit perfekt gewählten Songs eben genannter Bands, die den Film akustisch zu einem Hochgenuss machen.

Zudem ist es bemerkenswert, wie hervorragend es Carney gelingt, trotz aller überbordender Lebensfreude und ansteckendem Idealismus die Balance zu einem durchaus realistischen Portrait der Lebensumstände zu halten. Hier steckt der Film voller aufrichtiger Momente, die oft auch ernsthaft bewegend sind, wodurch der Film zwischendurch immer wieder mit scheinbarer Leichtigkeit profunde Wahrheiten verströmt. Hinzu kommen die glaubwürdig und vielschichtig gezeichneten Figuren, die alle ihre eigenen Motivationen, Träume und Ziele haben. Hier ist besonders die Beziehung von Conor zu seinem Bruder Brendan (Jack Reynor, „Transformers: Ära des Untergangs“) zu erwähnen, ein leidenschaftlicher Musikfreak, dessen Passion er angesichts seiner tristen Lebensrealität nie verwirklichen konnte. Sein überraschender Monolog gegen Ende des Films ist so wahrhaftig und subtil schmerzhaft, das schließlich die allerletzten Zweifel aus dem Weg geräumt sind, dass hier ein wirklich großartiger Film vorliegt. „Sing Street“ ist schlichtweg perfekt erzählt und emotional mustergültig ausgewogen. Und natürlich wird die Kraft der Musik großartig zelebriert, die hier als Realitätsflucht, Akt der Selbstverwirklichung und natürlich als Mittel, um Mädchen zu beeindrucken, dargestellt wird.

Bild
Nur HD-Puristen werden sich wohl am bewusst softeren Bildeindruck von „Sing Street“ stören. Der Film wurde mit Ausnahme einer Szene digital auf Red Epic aufgezeichnet, wirkt in seiner Ästhetik aber eher filmisch. Sing Street SzenenbildDie Schärfe bewegt sich insgesamt auf einem guten Niveau, der Detailumfang ist insgesamt etwas zurückhaltender ausgefallen. Farblich präsentiert sich der Film natürlich in insgesamt adäquaterweise erdigeren Tönen. Kontrast und Schwarzwerte sind ebenfalls solide und passen zur gewünschten Ästhetik des Films.

Ton
In akustischer Hinsicht macht erwartungsgemäß vor allem die dynamisch und auf allen Kanälen sehr präsent abgemischte Musik Spaß. Ansonsten ist die Beschallung auf den Surround-Speakern eher zurückhalten, viel Gelegenheit für atmosphärische Geräusche gibt es aber auch nur bedingt. Dialoge prägen hier das Geschehen und diese überzeugen wie die gesamte Original-Tonspur durch hervorragende Klarheit.

Extras
Das Bonusmaterial gestaltet sich recht frustrierend: Hier werden einige Mini-Featurettes geboten, deren Inhalte sich immer und immer wiederholen. Wer das knapp fünf-minütige Making-of und das kurze Gespräch zwischen John Carney und Adam Levine gesehen hat, braucht nicht mehr weiter zu sehen. Dazu kommen noch zwei Musikvideos zu den tollen Songs, erstaunlicherweise hat man auch das Carney/Levine-Gespräch nochmal als Making-of des Videos zu „Go Now“ umgetitelt. Auch das „Mini Making-of“ erweist sich als etwas kürzere deutsche Variante des ersten Videos. Hier wird schon fast Etikettenschwindel betrieben, denn echter Inhalt beschränkt sich hier auf gut sechs Minuten.
Making Sing Street (04:54 Min.)
John Carney & Adam Levine über Sing Street (03:25 Min.) Featurettes (Der Cast (03:01 Min.), Die Musik (02:24 Min.), Die Story (03:28 Min.), Der Regisseur (02:59 Min.))
Musikvideo „Drive It Like You Stole It“ (03:37 Min.)
Musikvideo „Go Now“ (03:47 Min.)
Making-of „Go Now“ (03:37 Min.)
Mini Making-of (03:45 Min.)
Trailer (02:31 Min.)
Weitere Highlights (Can a Song Save Your Life?, Once, Swell Season, Love & Mercy, Inside Llewyn Davis)


Fazit:
John Carneys „Sing Street“ ist ein unwiderstehliches und unendlich liebenswertes Highlight, das vor Glück, Lebensfreude und Idealismus aus allen Nähten zu explodieren droht. Ein sowohl wahnsinnig lustiger als auch berührender Film voller tief empfundener Aufrichtigkeit, Wärme, Magie, Liebe, Nostalgie, überraschender Tiefgründigkeit und natürlich überwältigender Musik. Ein echtes Vergnügen und Geschenk, das man unbedingt sehen muss!

by Florian Hoffmann
Bilder © Studiocanal Home Entertainment