Sie leben - limited Steelbook Collector's Edition (4K Ultra HD) - Blu-ray

Blu-ray Start: 08.11.2018
FSK: 18 - Laufzeit: 94 min

Sie leben - limited Steelbook Collector's Edition (4K Ultra HD) Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Als John Nada eine Sonnenbrille aufsetzt, die er zufällig findet, erkennt er, dass sich um ihn herum alles verändert zu haben scheint. Einige der Menschen, die ihm begegnen, haben eigenartig verzerrte Fratzen. Überall blinken Leuchtreklamen mit merkwürdigen Botschaften und unmissverständlichen Befehlen. John begreift, dass die Welt, in der er lebt, von Aliens besetzt ist. Die fremden Wesen beuten systematisch den Planeten Erde aus. Als sich John einer Untergrundbewegung anschließt, um das Alienhauptquartier zu zerstören, entdecken ihn die Fremden und machen unbarmherzig Jagd auf ihn …

John Carpenters Sci-Fi-Horrorklassiker von 1988 erscheint digital remastered auf DVD mit tonnenweise neuem Bonusmaterial! Darüber hinaus ist eine Sonderausgabe des unter Genre-Fans begehrten „Zombie“-Magazins enthalten. Das Cover-Artwork stammt vom begehrten Grafiker The Dude Designs.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 4
Regionalcode: 2
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch, Englisch, Französisch (Stereo DTS-HD MA)
Untertitel:
Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 2160p 4K HDR
16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Original-Making Of (1988), "Subversion: John Carpenters "Sie leben" im Fokus" (Neue Dokumentation in Spielfilmlänge), Biografien von John Carpenter, Meg Foster und Roddy Piper, Audiokommentar von John Carpenter und Roddy Piper, Interviews mit John Carpenter, Meg Foster und Keith David aus dem Jahr 2012, Featurette "Fake-Werbespots im Film", TV-Spots, Fotogalerie

DVD und Blu-ray | Sie leben - limited Steelbook Collector's Edition (4K Ultra HD)

Blu-ray
Sie leben Sie leben
Blu-ray Start:
16.04.2015
FSK: 18 - Laufzeit: 94 min.

zur Blu-ray Kritik
Sie leben (Doppel Blu-ray) Sie leben (Doppel Blu-ray)
Blu-ray Start:
08.11.2018
FSK: 18 - Laufzeit: 94 min.
Sie leben - limited Steelbook Collector's Edition (4K Ultra HD) Sie leben - limited Steelbook Collector's Edition (4K Ultra HD)
Blu-ray Start:
08.11.2018
FSK: 18 - Laufzeit: 94 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Sie leben Sie leben
DVD Start:
16.04.2015
FSK: 18 - Laufzeit: 90 min.
Sie leben (Digital Remastered) Sie leben (Digital Remastered)
DVD Start:
08.11.2018
FSK: 18 - Laufzeit: 90 min.

Blu-ray Kritik - Sie leben - limited Steelbook Collector's Edition (4K Ultra HD)

Blu-ray Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 7/10
Ton: | 4/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 6/10


Alternative Realitäten und menschenfremde Wesen sind heutzutage nichts Besonderes mehr. Kult-Regisseur John Carpenter lieferte diesem Genre-Mix im Jahre 1988 jedoch gehörigen Schwung und etablierte mit SIE LEBEN! bis heute einen Eighties-Klassiker. SIE LEBEN! basiert auf der 1963 entstandenen Kurzgeschichte „Eight O’Clock In The Morning“ von Ray Nelson und startet ab dem 08.11.2018 als zweite Neuauflage der Blu-ray und in einer limitierten Collector’s-Steelbook-Edition in 4K UHD im deutschen Heimkino. Die 4K-Fassung konnte den Weg in unseren Player bereits finden.

Roddy Piper in Sie leben
Roddy Piper in Sie leben © Studiocanal Home Entertainment
Zu Beginn des Films sieht man den obdachlosen Tagelöhner Nada (Roddy Piper; THE HUNTER) auf der Suche nach einem Job durch die Straßen L.A.s schlendern. Relativ zügig wird er auf einer Baustelle fündig, was aber nicht von langer Dauer sein soll. Dagegen ist sein folgender Job, der ihm von einem Bauarbeiter-Kollegen empfohlen wird, von besserer Aussicht geprägt. Während seiner Arbeitszeit dort, aber auch im Privatleben Nadas sieht er sich einer merkwürdigen Art „Verschwörung“ gegenüber, an die er sich immer intensiver rantastet und die nach ausreichend Involvierung schließlich auch den Plot auslöst. SIE LEBEN! schafft es zu diesem Zeitpunkt, rund um die „lebenden“ Wesen (nicht näher als durch das Personalpronomen im Titel definiert, aber wirkend wie eine Mischung aus Roboter und Untoten) eine angenehm mysteriöse Atmosphäre, die anfangs seitens des Zuschauers nicht klar einzuordnen ist, zu erschaffen. Ein dienliches Werkzeug hierfür ist die dramaturgische Umsetzung mit Story-Elementen, die sich über Medien und Bewegungen bis hin zur gesamtheitlichen Charakterisierung nicht individuell eingepflügter Personen(-gruppen) zieht, ebenso wie ein langsames erzählerisches Pacing.

Nach diesen einführenden Elementen setzt der Film fort mit der Einbringung des wichtigsten Requisits in SIE LEBEN!: Schwarze – optisch ehrlicherweise etwas platt geratene - Brillen, durch die man nicht nur „Sie“ sehen kann, sondern auch Botschaften wie „Konsumiere!“, „Iss!“ oder „Trinke!“, die in der ganzen Welt an jenen Stellen zu lesen sind, an denen „brillenlose“ Personen eigentlich Werbeanzeigen oder TV-Übertragungen sehen. Je stärker Nada innerhalb seiner leicht stupiden Ermittlungs- und Nachforschungsarbeiten in diese alternative Realität eindringt, desto mehr sieht er sich selbst in Gefahr. An Dichte gewinnt der Film im weiteren Verlauf erneut, wenn er weitere Details zu „Ihnen“ und den Drahtziehern dieser Wesen preisgibt und beispielsweise klar wird, dass „Sie“ untereinander durch ihre Armbanduhren vernetzt sind, die Fähigkeit besitzen, sich vom einen zum anderen Ort beamen zu können, oder drohnenähnliche Objekte zur Überwachung durch die Lüfte fliegen lassen.

Sie leben: Besser gehrochen, sonst gibt´s Ärger
Sie leben: Besser gehrochen, sonst gibt´s Ärger © Studiocanal Home Entertainment
Trotz des leicht in die Jahre gekommenen Maskenbilds der Wesen ist dieses durchaus ansehnlich und erfrischend, da es neben seinem wohltuenden Flair der 90er Jahre eine geschickte Balance zwischen totenkopfanmutenden Gesichtsassoziationen und reichhaltigen, natürlichen, oberflächlichen Elementen und ferner einer großflächig optisch kontrastreichen Hautstruktur und einer üppigen und tiefen Augengestaltung kombiniert. Bei Aktivität wie Sprache oder Mimik wirken die Masken aber leider etwas starr, da kaum Lippen- oder Gaumenbewegungen festzustellen sind.

Während des Fortschreitens der Handlung gelangt die Charakterisierung Nadas stärker in Gebrauch, da er als zentrale Hauptperson immer intensiver am Geschehen teilnimmt und sich sukzessive in die verschwörungsähnlichen Rahmenbedingungen verstrickt. Die Zeichnung seines Charakters ist dabei nicht immer ausgewogen, denn der Zuschauer sieht sich mit einem Protagonisten konfrontiert, der – den Umständen trotzend – durchgehend ruhig bei seinem Entdeckungszug bleibt und dabei ebenfalls eine maskuline Abgeklärtheit vorweist, dem aber besonders im weiteren Verlauf im Verhältnis merkwürdig anmutende Sprüche und Aktionen im Weg stehen. Gefüttert wird dieser Punkt weiterhin durch ein misslungenes emotionales Aufladen der Person. Pipers schauspielerische Fähigkeiten bleiben im mittleren Durchschnitt, da er seiner Figur zu wenig Leben einverleibt und kaum Ausdruck zeigt.

Roddy Piper und Keith David in
Roddy Piper und Keith David in © Studiocanal Home Entertainment
Die relevantesten weiteren Handlungsperson finden sich einerseits in Bauarbeiter-Kollege Frank (Keith David; ARMAGEDDON – DAS JÜNGSTE GERICHT) und Holly (Meg Foster; LEVIATHAN). Frank wird zeitig in die Handlung eingepflügt, um fortan mit Nada zusammen buddy-like seinen Weg bestreiten zu können. Die figureneigene Exposition ist an dieser Stelle unverbraucht und emotional entgegengesetzt geladen zu sonstigen Drehbuch-Konventionen.

Holly scheint bis etwa zur Hälfte der Story einen Charakter zu stellen, der gegen jegliche Regeln des Drehbuchschreibens verstößt, entwickelt sich aber im weiteren Verlauf durchaus zu einer Protagonistin, die den Plot zwar nicht tief-innerlich bekräftigt, aber äußerlich für mehr Regung sorgt und Dynamik in das Storytelling fügt. Die Beziehungszeichnung zwischen ihr und Nada ist wohltuend unklar und lässt von dieser Eigenschaft bis zum Abspann nicht ab. Leider erschleicht dem Zuschauer an wenigen Stellen das Gefühl, dass dann doch Ideen oder Möglichkeiten fehlten, ihren Charakter vollharmonisch in das Gesamtkonstrukt zu implementieren. Gepaart mit Fosters mangelhaftem Schauspiel beraubt man sich hier einer höheren Qualität der Figurengestaltung.

Szene aus Sie leben
Szene aus Sie leben © Studiocanal Home Entertainment
Ein extrem stark gewichteter Aspekt in SIE LEBEN! steuert die offensichtliche Gesellschafts- und Systemskritik bei. Sie konzentriert sich dabei stets auf die Schere zwischen Arm und Reich, die sich immer weiter zu öffnen droht. Nada dient als Katalysator der Relevanz und Dringlichkeit von Fragen rund um Arbeit, Arbeitsintensität und Entlohnung (vgl. Baustelle und Einführung Franks); Menschenrechte und Rassengleichheit wie auch Unmündigkeit der marionettisierten Bürger und stumpfen Konsumenten (vgl. Alternativwelt durch Brille und ihre Botschaften). Der noch immer bestehenden heutige Realitätsbezug dieser Punkte ist erstaunlich und verleiht dem Streifen zumindest thematisch hohe Aktualität und damit scheinbare Verjüngung.
Carpenter wählte für SIE LEBEN! eine einfache, zweckgebundene und so durchaus angemessene Kamera. Abstrakte Bewegungen findet man nicht; lineare Kamerafahrten sind kurz und langsam. Im Bild fällt auf, dass man sich in Einstellungen, in denen der Zuschauer das Gefühl haben soll, durch die Brille zu blicken, für ein schwarz-weißes Bild entschied. Sonstige actionlastigere Effekte halten sich bis kurz vor Schluss sehr zurück. Schießereien und Explosionen bekommt man schließlich aber doch zu Gesicht, auch wenn diese im zugehörigen Filmjahrzehnt schon deutlich ansehnlicher präsentiert wurden.

Der Soundtrack zeigt sich in den ersten Minuten mysteriös aufgrund seiner gleichen Tonfolgen mit identischer Ton- und Pausenlänge oder – je nach Abgebildetem – dynamischeren und pausenlosen Tonfolgen. Andocken kann man musikalisch an diese Qualität später allerdings nicht mehr, da eine passende Balance entgleitet.
Die deutsche Synchronisation ist handwerklich wie technisch sehr wertig.
Roddy Piper in Sie leben
Roddy Piper in Sie leben © Studiocanal Home Entertainment
Bevor die Story gegen Ende auf einen letzten sicherlich sehr fragwürdigen Handlungsstrang stößt, ist festzustellen, dass der Plot leider mit einigen nicht vernachlässigbaren Problemen hadert, die seiner hauptsächlichen Causa unterliegen: Der gesamtheitliche Sinn der Existenz der Wesen bleibt auf der Strecke und wird nur dürftig, inkonsequent und leicht abwegig angedeutet. Hierbei behindert man den Zuschauer bedauerlicherweise bei der Möglichkeit, hohe Integrität innerhalb des Films zu gewinnen. Weiter fällt auf, dass Carpenter als horrorfreudiger Regisseur hier sehr wenig seiner Leidenschaft auslebte – wohl zu wenig, denn aus der eigenen Komfortzone wird man als Zuschauer nie herausbefördert.

Bild
Das Bild weist ein Pixelbild von 3840x2160p UHD auf und liegt im Seitenverhältnis 2,35:1 vor. Die 4K-Restauration ist nur bedingt gelungen, da das Bild immer wieder mit Kornbildung zu kämpfen hat und eine Farbgebung besitzt, die in einigen Kulissen unstimmig wirkt.

Ton
Der deutsche Ton liegt in einem Deutsch DTS-HD MA 2.01, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch PCM 2.0 und in einem Französisch DTS-HD MA 5.1 vor. Technisch ist der Ton leider etwas missraten und der Zuschauer muss ständig fehlerhafte Tonhöhen und unausgewogene Sättigungen akzeptieren. Gemeinsam mit der allgemein nicht befriedigenden Akustik-Gestaltung des Films ist das tonale Erlebnis sehr geschwärzt.

Extras
Fans des Films dürften sich über die Extra-Blu-ray sehr freuen. Auf ihr enthalten sind unter anderem ein/e neue/s Making-Of/Retro-Dokumentation, Biografien von John Carpenter, Meg Foster und Roddy Piper, Audiokommentare mit John Carpenter und Roddy Piper, freie Gedanken mit John Carpenter, Interviews mit Meg Foster und Keith David, ein Intro von John Carpenter, Fake-Spots im Film, TV-Spots und eine Fotogalerie. Man hat sich hier also durchaus Gedanken darüber gemacht, mit welchen Inhalten man Reize schaffen kann. Interviews und Making-Ofs dienen durchaus zur einmaligen Sichtung und auch das Feature über Werbespots und die Fotogalerie sind einen Blick wert.


Fazit:
SIE LEBEN! ist ein thematisch immer zweideutiger und sich auf Metaebenen bewegender Horrorklassiker, der heute den Zahn der Zeit so direkt trifft wie selten zuvor, jedoch große Qualitätsverluste in Drehbuch und Handlung aufweist.

by Denis L. Klemm
Bilder © Studiocanal Home Entertainment