Selma - Blu-ray

Blu-ray Start: 02.07.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 128 min

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Inhalt

Sommer, 1965. Das formal bestehende Wahlrecht für Afroamerikaner in den USA wird in der Realität des rassistischen Südens ad absurdum geführt. Schwarze sind Bürger zweiter Klasse und täglich Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt. Die Stadt Selma, Alabama, ist einer der Orte, in denen sich der Widerstand formt. Dr. Martin Luther King (David Oyelowo), jüngst mit dem Friedensnobelpreis geehrt, schließt sich den lokalen Aktivisten an und zieht damit nicht nur den Unwillen der örtlichen Polizei und des Gouverneurs von Alabama auf sich. Auch Kings Verhältnis zu Präsident Lyndon B. Johnson (Tom Wilkinson) gerät unter Spannung. Zudem droht die Ehe zwischen King und seiner Frau Coretta (Carmen Ejogo) unter dem Druck und der ständigen Bedrohung zu zerbrechen. Der Kampf um Gleichberechtigung und Gerechtigkeit schlägt Wellen, die bald das ganze Land in Aufruhr versetzen.

SELMA erzählt die Geschichte von Martin Luther Kings historischem Kampf um das Wahlrecht für die afroamerikanische Bevölkerung der USA – eine gefährliche und erschütternde Kampagne, die in tagelangen Märschen von Selma nach Montgomery, Alabama, ihren Höhepunkt fand. Diese rüttelten die amerikanische Öffentlichkeit wach und überzeugten Präsident Johnson 1965 den Voting Rights Act einzuführen. Unter der Regie von Ava DuVernay („Middle of Nowhere“) wird in SELMA ein herausragendes Schauspielensemble vereint, angeführt von David Oyelowo („The Last King of Scotland“, „The Butler“) als Martin Luther King und Tom Wilkinson („The Full Monty“, „Michael Clayton“) als Präsident Lyndon B. Johnson. In weiteren Rollen sind Carmen Ejogo („The Purge: Anarchy“), Tim Roth (“Lie to Me”), Cuba Gooding Jr. („The Butler“) und Oprah Winfrey zu sehen. Neben Oprah Winfrey zeichnen auch Brad Pitt, Christian Colson, Dede Gardener und Jeremy Kleiner als Produzenten verantwortlich.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
geschnittene Szenen (ca. 30 Min.); ausführliches Making of; Originalaufnahmen aus Selma 1965; Musikvideo zum Oscar®-gekrönten „Glory“; zwei Audiokommentare mit Regisseurin Ava DuVernay und Hauptdarsteller David Oyelowo; Booklet; Wendecover

DVD und Blu-ray | Selma

Blu-ray
Selma Selma
Blu-ray Start:
02.07.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 128 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Selma Selma
DVD Start:
02.07.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 123 min.

Blu-ray Kritik - Selma

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 6/10
Ton: | 7/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 7/10


Schockierende, rassistisch motivierte Ereignisse in den USA wie der Amoklauf in der Kirche in Charleston oder die sich häufenden Vorfälle wie etwa in Ferguson, bei denen unbewaffnete Afroamerikaner von Polizisten erschossen wurden, machen gerade in letzter Zeit wieder überdeutlich, dass Filme wie „Selma“ an Aktualität und Wichtigkeit kaum zu übertreffen sind. Seit den Bürgerrechtskämpfen in den Sechziger Jahren hat sich zwar zweifelsohne viel in Amerika in Sachen Rassengleichheit getan, doch Rassismus ist weiterhin einer der großen, zurecht heftig diskutierten gesellschaftlichen Brennpunkte. Ava DuVernays leidenschaftliche Chronik der Ereignisse um die entscheidenden Wochen und Monate der Bürgerrechtsbewegung um Martin Luther King und seinen Mitstreitern, ist ein wichtiger, bewegender Film, den man gesehen haben sollte. Im Mittelpunkt von „Selma“ steht die überlebensgroße Darstellung des britischen Charakterdarstellers David Oyelowo, der die historische Figur und den Mythos Martin Luther King völlig verinnerlicht und auf kraftvolle Weise lebendig und sehr menschlich werden lässt. Hierfür gab es zwar keine Oscar-Nominierung als Hauptdarsteller, aber weltweite Bewunderung und eine Nominierung als bester Film und den Preis für den besten Song.

„Selma“ ist die Stadt in Alabama, in der sich 1965 viele schwarze Bürgerrechtler, darunter Martin Luther King, gekommen sind, um für das Wahlrecht von Afroamerikanern zu kämpfen. Angesichts einer überwältigenden und gewaltbereiten Opposition setzten sich die Männer um Martin Luther King in ihrem friedlichen und beharrlichen Protest lebensbedrohlichen Gefahren aus, um ihrem Traum von Gleichberechtigung ein Stück näher zu kommen. Dieser Film ist eine minutiöse Rekonstruktion der Geschehnisse.

Ava DuVernay, die lange Zeit im Film-Publicity-Bereich tätig war und 2012 mit „Middle of Nowhere“ ihr Spielfilm-Regiedebüt gefeiert hat, gelang mit „Selma“ ein leidenschaftlicher und packender Film, der ein wichtiges Stück Geschichte zum Leben erweckt. Hierbei handelt es sich, wie es der Titel schon andeutet, nicht um ein konventionelles Biopic von Martin Luther King, sondern um einen Blick hinter die Kulissen, als in Alabama ein ganz großer Schritt für die Gleichberechtigung in Amerika getan wurde. So ist der Film geradlinig und dramatisch nüchtern erzählt. DuVernays Film ist eher an intimen und menschlichen Momenten interessiert, an einer realistischen und unaufgeregten Inszenierung, die die Aufmerksamkeit nicht sehr auf sich selbst lenkt. So zeigt „Selma“ die Menschen hinter der Bewegung, stellt die Ikone Martin Luther King nicht als solche dar, sondern als Menschen mit Schwächen, Zweifeln und Gewissensbissen, die alles tun, um ihrem Ideal von einem gleichberechtigten Amerika näher zu kommen. Ein großer Verdienst natürlich von David Oyelowo, der jahrelang die Figur studiert und schließlich die Seele in einer gigantischen Performance eingefangen hat. Kings besondere Präsenz, seine Körpersprache und vor allem auch seinen besonderen Sprechrhythmus (unbedingt im Original sehen) fängt Oyelowo beängstigend gut ein, ohne King nur zu imitieren. Er ist so gut und überzeugend, dass man kann sich keinen anderen Schauspieler mehr in dieser Rolle vorstellen kann, der Brite verschwindet regelrecht in seinem Part, wird eins mit ihm. Für eine Oscar-Nominierung hat es leider in einem umkämpften Feld nicht gereicht, doch diese Darstellung gehört jetzt schon zu den großen Verkörperungen einer historischen Figur.

Wie bereits erwähnt, „Selma“ ist ein weitestgehend eher unspektakulär inszenierter Film, der Geschichte für sich sprechen lässt, aber einen ungewohnt intimen und glaubwürdigen Blick auf die Menschen hinter der Geschichte wirft. Gerade die vielen Mitstreiter von King werden als gleichberechtigte Partner dargestellt, die alle ihren Teil beigetragen haben. Das alles ist sehr menschlich und subtil gezeichnet, voller ruhiger Dialoge in Innenräumen, hier wird Geschichte greifbar ins Hier und Jetzt geholt. Auch das Privatleben von Dr. King mit seiner Ehefrau und treuen Weggefährtin Coretta (Carmen Ejogo) spielt eine wichtige Rolle in DuVernays Film.

Ein wichtiger Teil des Films sind auch die vielen politischen Verhandlungen zwischen Luther King und Präsident Lyndon B. Johnson (Tom Wilkinson). Hier werden zwei Partner auf Augenhöhe präsentiert, die ruhig und professionell den diplomatischen Weg suchen, der oft sehr steinig war. Johnsons manchmal etwas widerwillig dargestellter Kampf (in den USA gab es dafür teilweise Kritik bezüglich seiner Darstellung) führt auch zu immer wiederkehrenden Verhandlungen mit George Wallace, dem rassistischen Gouverneur von Alabama, den Tim Roth in all seiner traurigen Abscheulichkeit faszinierend portraitiert. In diesen Dialogen, in denen Wallace seine rassistische Haltung trocken rechtfertigt, wird immer wieder eine heute kaum vorstellbare Ideologie deutlich, bei denen man als Zuschauer manchmal seinen Ohren nicht traut.

Die großen Höhepunkte des Films sind aber letztlich die leidenschaftlichen Reden von Martin Luther King, die DuVernay packend und aufwühlend inszeniert. Hier scheint die Zeit oft stehen zu bleiben, wenn Oyelowo Luther King so intensiv und würdevoll zum Leben erweckt, seinem mitreißenden Spiel kann man sich kaum entziehen. „Selma“ ist auch darüber hinaus voller hochemotionaler Momente, zweifelsohne sind es die geschlossenen Märsche, die oft schockieren und immer tief bewegen. DuVernay und ihr talentierter Kameramann Bradford Young halten diese Momente mit einer realistischen und fast dokumentarischen Direktheit fest, die auch durch die größtenteils realen Schauplätze hervorgerufen wird. Hier trifft der Film jeden Ton, man ist wütend, man trauert, fühlt sich aufgewühlt, aber auch am Ende voller Hoffnung.

„Selma“ ist zweifelsohne ein sehr guter, kompetent gemachter Film, der eine klare Absicht hat und diese auch in die Tat umsetzt. Hier wird Geschichte packend rekonstruiert ohne starr und unecht zu wirken, ganz im Gegenteil: Besonders auf Seiten der Bürgerrechtsbewegung brilliert DuVernays Film durch sehr empathische Charakterzeichnung. So ist der Film primär eine lebendige Geschichtsstunde und dafür auch nur zu empfehlen. Filmisch gesehen gibt es hier zwar wenig wirklich Überraschendes, in manchen Momenten fühlt sich der Film aufgrund seiner eher nüchternen Inszenierung dramatisch auch etwas flach an, vergleichbar etwa mit Steven Spielbergs „Lincoln“. Da es sich bei dem Film um eine Momentaufnahme einer bestimmten Zeit handelt, der ohne große Erklärungen zu den Figuren auskommt, ist ein wenig historisches Hintergrundwissen auch nützlich. Doch „Selma“ ist letztlich ein wichtiger, selbstbewusst gemachter und inspirierender Film, der seinem leider immer noch hochaktuellen Thema voll und ganz gerecht wird.

Bild/Ton
Die Blu-ray Umsetzung von „Selma“ ist teilweise etwas enttäuschend ausgefallen. Es ist schwer zu sagen, ob die gewünschte Ästhetik des Films hier getroffen wird, denn das Bild ist häufig sehr kontrastarm ausgefallen. Tiefe Schwarzwerte sind fast kaum vorzufinden, außer bei manchen am Tag spielenden Außenszenen, bei denen auch der Kontrast etwas höher ausfällt. Auch in manchen Innenszenen, etwa bei einer Rede MLKs in einer Kirche wirken deutlich knackiger wie manch andere. Größtenteils verfügt der Film über eine eher erdige Farbpalette der Beige- und Brauntöne, hier und da, gerade bei Außenszenen sind die Farben aber auch lebendiger. Grundsätzlich wirkt das Bild aber sehr oft blass, fast so, als sei ein nebliger Filter darübergelegt, wodurch der Film auch durch einen gewissen Sepia-Touch ästhetisch sehr gut die Ära wiedergibt, in der „Selma“ spielt. So wirkt auch die Schärfe etwas gedämpft, man erhält aber den Eindruck, dass Kameramann Bradford Young darum bemüht war, dem digital auf Arri Alexa aufgezeichneten Film in der Postproduktion einen softeren, weniger harten Filmlook zu verleihen. Alles in allem ein etwas zwiespältiger Eindruck, da gerade die Schwarzwerte von Szene zu Szene schwanken. Im Kino sah der Film (meiner Ansicht nach) besser aus.
Die akustische Umsetzung gibt wenig Anlass zur Kritik, hier wurde adäquate Arbeit geleistet. Da es sich hier um einen stark dialoglastigen Film handelt, ist die verlustfreie DTS HD Abmischung betont frontlastig. Die Dialoge sind klar und knackig, Räumlichkeit entsteht nur selten. Gelegentliche Gewehr- oder Pistolenschüsse sind relativ druckvoll abgemischt, aber nicht allzu knackig und präsent. Eine Explosion setzt den Subwoofer jedoch recht mächtig ein. Alles in allem ein guter Eindruck.

Extras
Das Bonusmaterial der „Selma“ Blu-ray spiegelt die Leidenschaft, die der Film ausstrahlt sehr gut in Making-Of Material wieder. Man erhält einen recht guten Eindruck zur Entstehungsgeschichte und der Bedeutung des Films für alle Beteiligten, richtig in die Tiefe gehen die beiden Featurettes aber nicht. Hierfür gibt es allerdings zwei sehr gute und informative Audiokommentare. Hinzu kommt noch eine kurze Featurette über das National Voting Rights Museum & Institute und einen historischen Fernsehbeitrag über die Aktivitäten in Selma. Etwas mehr biografisches Hintergrundmaterial zu Martin Luther King oder historische Dokumentationen zur Bürgerrechtsbewegung wären schön und passend zur Vertiefung gewesen. Abschließend bietet die Blu-ray noch die obligatorischen geschnittenen Szenen (die zu großen Teilen erweiterte Szenen und Befragungen aus dem Gerichtssaal sind), das Musikvideo zum Oscar-prämierten Song „Glory“ und den Trailer zum Film. Hier in der Übersicht:
- Audiokommentar von Regisseurin Ava DuVernay und David Oyelowo
- Audiokommentar von Regisseurin Ava DuVernay, Kameramann Bradford Young und Cutter Spencer Averick
- Making-Of: Hier werden größtenteils die Figuren vorgestellt und teilweise das Aufeinandertreffen mit den realen Vorbildern. Die Dreharbeiten des Films sind dann Fokus des zweiten Teils der Featurette. (26:29 Minuten)
- Die Entstehung von „Selma“: In dieser Featurette wird die Entstehungsgeschichte des Films beleuchtet, beginnend mit David Oyelowos vor sieben Jahren beginnende Leidenschaft für Martin Luther King und das Drehbuch. Es wird erzählt, wie Ava DuVernay hinzukam und der Film schließlich nach vielen Jahren fehlgeschlagener Versuche entstand. Recht knapp, aber informativ. (13:16 Min.)
- Über das National Voting Rights Museum & Institute (07:45 Min.)
- Aus dem Archiv: Die Geschichte von Selma (05:10 Min.)
- Geschnittene Szenen(30:22 Min.)
- Musikvideo „Glory“ (04:25 Min.)
- Trailer (01:18 Min.)
- Weitere Highlights


Fazit:
„Selma“ ist eine meist packende und lebendig inszenierte Geschichtsstunde, wie sie heute nicht aktueller sein könnte. Der eher unaufgeregt wirkende Film profitiert sehr von einer fantastischen Darstellung David Oyelowos als Martin Luther King, der den Mythos greifbar und menschlich macht. Ein Film, den man gesehen haben sollte.

by Florian Hoffmann
Bilder © Studiocanal Home Entertainment