Searching - Blu-ray

Blu-ray Start: 31.01.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 102 min

Searching Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Nachdem die 16-jährige Tochter von David Kim (JOHN CHO) spurlos verschwindet, wird eine örtliche Untersuchung eingeleitet und Kriminalkommissarin Rosemary Vick (DEBRA MESSING) dem Fall zugeteilt. Als es 37 Stunden später immer noch kein Lebenszeichen von Margot (MICHELLE LA) gibt, beschließt David, am einzigen Ort zu suchen, an dem bisher noch keiner nachgesehen hat – dort, wo heutzutage alle Geheimnisse aufbewahrt werden: Er durchsucht den Laptop seiner Tochter.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Sony Pictures Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,78:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Easter Eggs Die Filmsprache neu entdecken Kommentar des Filmemachers Die Schauspieler und Charaktere

DVD und Blu-ray | Searching

Blu-ray
Searching Searching
Blu-ray Start:
31.01.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 102 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Searching Searching
DVD Start:
31.01.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 98 min.

Blu-ray Kritik - Searching

Blu-ray Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 9/10


Eine Film aus einer anderen Perspektive zu drehen, gelangte in der jüngeren Vergangenheit mit Blair Witch Project größere Bekanntheit. Found-Footage war daher die letzten zwei Jahrzehnte bis auf wenige Ausnahmen im Horror-Genre anzusiedeln. Vor einiger Zeit gab es hier eine weitere neue Perspektive. So gab es mit Filmen wie „Unfriend“ oder „Unknown User“ Horrorfilme, die aus der Desktop-Sicht inszeniert worden sind. Der Thriller „Searching“ tut dies auch. Nur um Welten besser, smarter, konsequenter und einfach unterhaltsamer als die vorherigen Filme, die in diesem Stil inszeniert wurden. Der junge Regisseur Aneesh Chaganty, der bisher nur Kurzfilme gedreht hat, zeigt hier eindrucksvoll, wie man das Medium Film neu denken kann. Es ist für den Zuschauer eine einzigartige Filmerfahrung, die sich von der Masse enorm abhebt und das Herz von großen Filmfreunden höher schlagen lässt. Denn dieser Streifen ist Mainstream-, Arthouse- und Experimentalkino in einem und das gibt es extrem selten zu bewundern. Es ist ein Film, der im Kino, auf dem Fernseher sowie auch am Laptop funktioniert. Bevor man ins Detail geht, lässt sich jetzt schon sagen. Dieser Film sollte einfach von so vielen wie möglich gesehen werden und bekommt daher eine klare Empfehlung.

John Cho in Searching
John Cho in Searching © Sony Pictures Worldwide Acquisitions Inc. All Rights Reserved.
Da hier die technische Inszenierung die Komponente ist, welche diesen Film einzigartig macht und das Prunkstück des Filmes ist, widmet man sich zunächst den Darstellern. Die Hauptrolle David wird von John Cho verkörpert. Cho, welcher der breiten Masse aus den „Harold & Kumar“-Komödien bekannt ist, sieht man hier in einer seiner wenigen ernsten Rollen und zugleich vielleicht in einer seiner besten Rollen. Er spielt den besorgten, teilweise verzweifelten, aber auch äußerst couragiert nach einer Lösung suchenden Vater sehr menschlich und für eine fiktive Filmfigur äußerst greifbar für den Kinozuschauer. Man muss vor allem bedenken, dass aufgrund der Inszenierung, Cho hier vor einer kleinen Kamera spielt und keinen Schauspielkollegen gegenüber sich hat. Dennoch bewältigt Cho diese schauspielerische Herausforderung hervorragend. Debra Messing als Polizistin macht einen soliden Job und haucht ihre scheinbar eindimensionale Figur doch sehr viel Leben und charakterliche Tiefe ein. So zeigen die beiden Darsteller, welche die meiste Zeit bei den Video-Calls zu sehen sind, eine wirklich beachtliche Leistung, die aufgrund der Inszenierung nicht hervorsticht, jedoch diesen Film noch ein kleines Stückchen wertvoller macht.

John Cho in Searching
John Cho in Searching © Sony Pictures Worldwide Acquisitions Inc. All Rights Reserved.
Der Film ist, wie schon in der Einleitung erwähnt, aus der Desktop-Sicht inszeniert. Doch was heißt das konkret? Prinzipiell sieht man daher den ganzen Film (also wirklich den ganzen) den Desktop eines Laptops. Die Darsteller sieht man lediglich nur, wenn es Video-Anrufe gibt. Ansonsten hat man hier das volle Paket von Google, Youtube, Facebook o.ä. Denkt man zunächst in den ersten Minuten kritisch darüber, ob das nun über die gesamte Spielzeit klappen mag, so stellt man nach weiteren 10 Minuten fest, wie sehr man schon in dieser Geschichte drin steckt und von der Spannung gebannt auf diesen Bildschirm mit dem Hauptdarsteller starrt. Davids Tochter verschwindet plötzlich und er versucht mittels ihres zuhause liegen gelassenen Laptops herauszufinden, was mit ihr vielleicht passiert ist. Hier liegt die Stärke des Films. Wie John Chos Figur hier am Laptop agiert, im Internet navigiert und recherchiert, ist extremst realistisch und man geht folglich vollends mit ihm mit. Denn er handelt logisch und für den Zuschauer schlichtweg schlüssig, weswegen die Filmerfahrung als mitfiebernder passiver Zuschauer ebenfalls in eine sehr persönliche Erfahrung mündet bei der man hautnah dabei ist und mit ihm nach Antworten sucht. Wie der Film es schafft, konsequent diese Sicht beizubehalten, ist einfach beeindruckend und macht beim Zusehen unglaublich viel Spaß. So artet er erzählerisch nie aus, packt den einen oder anderen klugen Twist rein, bleibt bis zum Schluss unvorhersehbar und nutzt wirklich alles aus, was diese Art der Inszenierung zu bieten hat. Um das Filmerlebnis nicht zu mindern, wird auf detaillierte Ausführungen der technischen Inszenierung verzichtet, da auch hier der Film einiges bietet, was man evtl. nicht erwartet hätte. Die Geschichte einer entführten Tochter und des besorgten Vaters, ist prinzipiell ausgelutscht, doch wenn sie so fesselnd und neuartig auserzählt wird, beweist es wieder einmal, dass oftmals das „wie“ beim Schaffen eines Films von größerer Bedeutung ist, als das „was“.

John Cho und Joseph Lee in Searching
John Cho und Joseph Lee in Searching © Sony Pictures Worldwide Acquisitions Inc. All Rights Reserved.
Bei der Bildqualität braucht man eigentlich keine Abstriche machen. Da Digitalisierung in diesem Film im Vordergrund steht, ist das Bild hier äußerst steril und sauber, ohne jegliches Filmkorn und sonstigen Ecken und Kanten. Es ist ein sehr scharfes HD-Bild, das letztlich dem Desktopbild des Hauptcharakters entsprechen soll. Ähnlich verhält es sich mit dem Sound der Blu-ray-Disk. Mit einer DTS-HD MA 5.1-Soundkodierung sowohl im Original als auch in der deutschen Fassung ausgestattet, gibt es hier ebenfalls aufgrund der Desktop-Inszenierung einen hauptsächlich frontlastigen Sound, ohne jegliche Hintergrundgeräusche. Dies ist vor allem sehr gut gelungen bei den Video-Anrufen, da diese wirklich wie klassische Skype-Calls klingen und nicht wie ein normaler Dialog in einem Film. Hier passte die Tonmischung, auch wenn man sich ab und an wundert, dass Davids Internet im Allgemeinen und insbesondere Skype bzw. Facetime stets prächtig funktioniert. Die Extras sind auch wirklich sehenswert. So bekommt man einen wirklich tollen und vor allem sympathischen Einblick in die Dreharbeiten und in die Entstehungsgeschichte des Films. Darüber hinaus gibt es ein Featurette bzgl. den Darstellern und ihren Charakteren sowie ein kleines Featurette hinsichtlich diverser Easter Eggs, die im Film versteckt sind. Zudem gibt es den Film mit einem Audiokommentar des Regisseurs zu sehen. Beim Bonusmaterial ist insbesondere das Making-of sehr spannend, da hier auf humorvolle, spannende und unterhaltsame Art und Weise von den Filmschaffenden vorgetragen wurde (natürlich auch in der Desktop-Ansicht), wie die Idee zu diesem Film kam, wie aus einem ursprünglich gedachten Kurzfilm ein Langfilm wurde und wie man hier grundsätzlich technisch vorging. Alles in allem ein sehr sehenswertes Bonusmaterial.


Fazit:
Searching ist ein außergewöhnlich inszenierter Thriller, der seinem Stil konsequent treu bleibt und den Zuschauer eine spannende Story anspruchsvoll, unterhaltsam und clever aufbereitet und perfekt auserzählt. Mit seinen engagiert aufspielenden Darstellern und seiner kreativen Inszenierung gehört Searching zu den besten Filmen des letzten Jahres, welcher nun auf Blu-ray und DVD erschienen ist.

by Morteza Wakilian
Bilder © Sony Pictures Entertainment