Rush - Alles für den Sieg - Blu-ray

Blu-ray Start: 28.03.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 123 min

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Inhalt

Zwei Leben auf der Überholspur, zwei Männer auf der Suche nach dem ultimativen Rausch in einer der gefährlichsten Sportarten der Welt. Anfang der 70er Jahre kämpfen die höchst unterschiedlichen Rivalen Niki Lauda (DANIEL BRÜHL) und James Hunt (CHRIS HEMSWORTH) um den Aufstieg in den Rennfahrer-Olymp. Während der disziplinierte Lauda ehrgeizig an seiner Karriere feilt, stürzt sich Naturtalent Hunt ins Jetset-Leben. Dabei haben beide nur ein Ziel: den ersten Tabellenplatz der Formel 1. Ihre Rivalitäten tragen sie nicht nur in spektakulären Rennen aus, sondern auch in heftigen Wortgefechten jenseits der Rennbahn. Immer wieder heißt es: Hunt gegen Lauda - der Rockstar der Formel 1, verheiratet mit dem erfolgreichsten Model seiner Generation, Suzy Miller (OLIVIA WILDE), gegen den messerscharfen Strategen. In der entscheidenden Saison 1975/76 steht Lauda auf dem ersten Tabellenplatz. Bis zum legendären Rennen am Nürburgring, der gefährlichsten aller Rennstrecken: Auf regennasser Fahrbahn baut Lauda einen dramatischen Crash, seine Frau Marlene (ALEXANDRA MARIA LARA) bangt um sein Leben. Doch mit schier übermenschlichem Willen kämpft er sich zurück und tritt nur wenige Wochen später zu einem erneuten Showdown mit Hunt in Japan an. Wieder regnet es stark, das Rennen soll abgebrochen werden, doch beide Rivalen liefern sich ein atemberaubendes Duell...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Featurettes, Deleted Scenes, Interviews mit Cast & Crew

DVD und Blu-ray | Rush - Alles für den Sieg

Blu-ray
Rush - Alles für den Sieg Rush - Alles für den Sieg
Blu-ray Start:
28.03.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 123 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Rush - Alles für den Sieg Rush - Alles für den Sieg
DVD Start:
28.03.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 119 min.

Blu-ray Kritik - Rush - Alles für den Sieg

Blu-ray Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 9/10


Der Eine: Großmaul, Weiberheld, Draufgänger. Der Andere: Stratege, Disziplinfanatiker, Außenseiter. Verschiedener hätten der Brite James Hunt und der Österreicher Niki Lauda kaum sein können. Doch Gegensätze ziehen sich an – oder jagen sich, wie in diesem Fall, über die Formel1-Rennbahnen dieser Welt. Beide haben Benzin im Blut, teilen die Passion Motorsport und ihr bedingungsloses Pisten-Duell fesselt die Massen in den 70er Jahren. Bis zum 1. August 1976. Beim Grand Prix auf dem regennassen Nürburgring in Deutschland hat der Gesamtführende Niki Lauda in der „Nordschleife“ seinen legendären Unfall, ist für etwa eine Minute bei rund 800 Grad Celsius in einem brennenden Inferno gefangen. Dabei scheint auch die Titelverteidigung des amtierenden Weltmeisters in Flammen aufzugehen. Doch Lauda ist eine Kämpfernatur und seinen ärgsten Verfolger James Hunt vom Krankenbett aus siegen und aufholen zu sehen, ist Ansporn genug für eine baldige Rückkehr ins Ferrari-Cockpit.

Aufgemotzte Karren, muskelbepackte Raser am Steuer, Kamikaze-Verfolgungsjagden, schnieke Miezen im Publikum – alles verpackt in einer tiefer gelegter Story: Rennfahrerfilme und ihre Stereotypen haben in der Kritikerzunft eine überschaubare Fangemeinde. Sicher, das „Fast & Furious“-Franchise hat mit den jüngsten Folgen, wenn auch auf überschaubarem Niveau, die Kurve gekriegt. Aber mit Grausen erinnert man sich zurück an das komplett misslungene Stallone-Vehikel „Driven“ (2001). Auch „Days of Thunder“ (1990), in dem ein blutjunger Tom Cruise seiner damaligen Liebsten Nicole Kidman im Bett Überholmanöver mit Matchbox-Autos vorführte, kam reichlich flach daher. Abgesehen davon, haben Sport-Movies, gerade in Deutschland, generell einen schweren Stand.

Doch mit seinem famosen und mitreißenden Boliden-Spektakel „Rush - Alles für den Sieg“ pulverisiert Regisseur Ron Howard jeden Vorbehalt bereits in der Boxengasse. Der Mann, für den Kurt Russell einst durchs Feuer ging („Backdraft“), für den sich Tom Hanks erst ins Weltall („Apollo 13“) und später auf kryptische Schnitzeljagden („Sakrileg“, „Illuminati“) begab und für den „Gladiator“ Russell Crowe zum Mathe-Genie („A Beautiful Mind“) mutierte, zählt im Rückspiegel eines Steven Spielberg zu den versiertesten Mainstream-Erzählern Hollywoods. Und dank des starken Skripts von Drehbuchautor Peter Morgan („Frost/Nixon“, „Die Queen“) ist sein neuester Streifen weit mehr geworden als eine simple Huldigung des Formel1-Zirkuses. „Rush“ bietet perfektes Adrenalin-Entertainment mit dynamisch inszenierten Actionszenen aus einer aus heutiger Sicht ziemlich unbedarften Rennsportwelt, in der Todesverachtung zum Grundprofil eines Piloten gehörte. Der Film ist aber zugleich detailreiche Zeitreise in die glamouröse Jet-Set-Ära abseits der röhrenden Motoren und, vor allem, das ungemein fesselnde Psychogramm zweier Rivalen der Rennbahn, mit der Gefahr als ständigem Sozius.

Dabei sind dem Team um Regisseur Ron Howard zwei Besetzungscoups gelungen. „Thor“ Chris Hemsworth sitzt mit seinem abgespeckten Astralkörper im McLaren-Cockpit und gibt den britischen Sunnyboy und Schwerenöter James Hunt als risikofreudigen PS-Junkie mit Popstar-Allüren, der so lebt, wie er fährt: Immer auf dem Gaspedal, immer auf der Überholspur, zwischenzeitlich mit Top-Model Suzy Miller (Olivia Wilde, „Cowboys & Aliens“) als Beifahrerin. Sie wird „Hunt the Shunt“ („Hunt der Verschrotter“) später für Schauspieler Richard Burton verlassen. Das wirkliche Ereignis in „Rush“ aber ist die denkwürdige Performance von Daniel Brühl („Good bye Lenin!“). Wie der deutsche Golden-Globe-Nominierte den Eigensinn, die Direktheit („Das Glück ist dein Feind.“), den Pragmatismus („Wenn ich mehr Talent hätte und mehr Geld mit was anderem verdienen könnte, würde ich es tun.“) und besonders die Physis (Stichwort „Ratte“) und den Sprachduktus von Niki Lauda nahezu perfekt imitiert, ist grandios und alleine schon den Boxenstopp bei „Rush“ wert. „Ich sah mich selbst“, bekennt der echte Lauda in den Extras der Blu-ray. Dem ist nichts hinzuzufügen. Alexandra Maria Lara bleibt da als Ehefrau Marlene zwangsläufig nur die zweite Startreihe.

Obwohl das Unglück bekannt ist, unterhält „Rush“, der 1976 auf dem Nürburgring beginnt, dann einige Jahre zurückspringt und die ersten Scharmützel von Hunt und Lauda in der Formel 3 beschreibt, zu jeder Sekunde. Ron Howard fokussiert prägnant die Höhen und Tiefen, die Abkürzungen und Umwege im Leben seiner Protagonisten auf und neben den Rennstrecken, folgt dem Formel1-Tross rund um den Globus, zeigt den Zuschauer-Hype und das von den Medien zum ultimativen Zweikampf stilisierte Kräftemessen der Erzgegner. Und findet am Ende nach dem finalen Großen Preis von Japan eine sehr bewegende Schlussszene, die den wahren Kern dieser außergewöhnlichen Männer-Beziehung enthüllt.

Dem Thema angemessen, fallen die Zugaben der Blu-ray opulent aus. Zehn Featurettes (OmU) beleuchten verschiedene Aspekte der Produktion – von Mode und Style der 70er Jahre, über die Suche nach den richtigen Darstellern bis hin zum Filmen der Rennaction. Außerdem gibt es entfallene Szenen (verzichtbar) und zahlreiche Interviews mit Cast und Crew (OmU). Daniel Brühl, der für die Post-Unfall-Sequenzen bis zu sieben Stunde in der Maske zubringen musste, berichtet, wie er ohne große Erwartungen zum Vorsprechen ging und von seiner ersten Begegnung mit dem echten Niki Lauda in Wien. Brühl sagt, eine Darstellung mit angezogener Handbremse sei nicht möglich gewesen. Kleine Mankos der Extras: Viel Eigenlob und einige Wiederholungen.
Das Blu-ray-Bild ist schlicht brillant und erzeugt einen authentischen 70er-Jahre-Look. Bis zu 30 Kameras machen mit packenden Makro- und Mikro-Einstellungen den Geschwindigkeitsrausch für den Zuschauer spürbar. Daniel Brühls Ösi-Akzent ist sowohl auf der deutschen als auch auf der originalen Tonspur faszinierend. Und voll aufgedreht, holt der DTS-HD 5.1.-Sound alles unter der Motorhaube raus.

„Rush“ bietet tadellose Mainstream-Unterhaltung mit einem tollen Darstellerduo und hat dazu genug Charakter-Tiefgang, um auch Zuschauer zu begeistern, die weder mit Niki Lauda noch der Formel 1 bisher etwas anfangen konnten.

by Florian Ferber
Bilder © Universum Film