Rumble Fish - Masterpieces of Cinema - Blu-ray

Blu-ray Start: 02.08.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 94 min

Rumble Fish - Masterpieces of Cinema Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Der ungestüme Herumtreiber Rusty James möchte in die Fußstapfen seines großen Bruders treten, der nur als Motorcycle Boy bekannt ist. Der führte einst seine Jugendgang in zahlreiche Kämpfe mit konkurrierenden Cliquen und erarbeitete sich den Ruf als härtester Kerl der Stadt. Doch als Motorcylce Boy nach längerer Abwesenheit zurückkehrt, hat er kein Interesse mehr an kriminellen Eskapaden. Für Rusty ist dies die Chance, das fragwürdige Erbe seines Bruders anzutreten.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Audiokommentar mit Francis Ford Coppola
- Making of (ca. 12 Minuten)
- Featurette zur Musik (ca. 12 Minuten)
- Geschnittene Szenen (ca. 19 Minuten)
- Kinotrailer
- 12-seitiges Booklet

DVD und Blu-ray | Rumble Fish - Masterpieces of Cinema

Blu-ray
Rumble Fish - Masterpieces of Cinema Rumble Fish - Masterpieces of Cinema
Blu-ray Start:
02.08.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 94 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Rumble Fish Rumble Fish
DVD Start:
15.05.2003
FSK: 16 - Laufzeit: 94 min.

Blu-ray Kritik - Rumble Fish - Masterpieces of Cinema

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 8/10


„Rumble Fish“ stammt aus einer lange vergangenen Zeit. Einer Zeit, in der Francis Ford Coppola („The Godfather“) noch bedeutende Filme drehte, in der Matt Dillon („L.A. Crash“) noch Hauptrollen bekam und in der Mickey Rourke („Sin City“) noch ein Gesicht hatte. Pünktlich zum 30-jährigen Jubiläum liegt die vor allem in optischer Hinsicht bemerkenswerte Halbstarken-Ballade nun als Blu-ray in der „Masterpieces-of-Cinema-Collection“ vor. Und ein Meisterwerk ist „Rumble Fish“ zweifellos – wenn auch ein kleines.

Francis Ford Coppola stand der Sinn im Anschluss an die nervenaufreibende Mammut-Produktion „Apocalypse Now“ (1979) Anfang der 1980er Jahre offensichtlich nach überschaubareren Projekten. So schob er dem themenverwandten Jugenddrama „The Outsiders“ (1983) kurz darauf in Tulsa, Oklahoma, „Rumble Fish“ hinterher – übrigens ebenfalls die Adaption eines Romans von Susan Eloise Hinton. Zwischen den Dreharbeiten der beiden Streifen, so ist aus dem Making-of der Blu-ray zu erfahren, lagen gerade einmal zwei Wochen. Und wieder besetzte Coppola seine Rebellen mit einer stattlichen Riege damaliger Jungstars. Dirty Dancer Patrick Swayze, Tom Cruise und Karate Kid Ralph Macchio werden in „Rumble“ Fish ersetzt durch Mickey Rourke, Nicolas Cage in seinem ersten Film, Laurence Fishburne („Matrix“) und Sean Penns inzwischen verstorbenem Bruder Chris („True Romance“). Zudem gibt Easy Rider Dennis Hopper den versoffenen Vater und Tom Waits den Barmann. Matt Dillon und die unfassbar schöne Diane Lane („Man of Steel“) übernahm Coppola gleich aus dem „Outsiders“-Cast.

Schon in den ersten Einstellungen, wenn gerafft und zu experimentellem Sound die Wolken in Schwarzweiß über den Himmel rasen und symbolreich schwindende Zeit verkünden, wenn die Sprayer-Aufschrift „The Motorcycle Boy reigns“ an vergangene Tage erinnert, entfaltet „Rumble Fish“ eine ganz eigene, melancholische Poesie, die sich in brillanter Form auch auf dem Blu-ray-Bild wiederspiegelt. Der Film greift die Farbsymbolik der literarischen Vorlage kongenial auf. Schatten auf den Gebäuden und Häuserwänden sehen aus wie Gemälde und reflektieren oftmals den Gemütszustand der Figuren. Der besondere Clou: die einzigen farbigen Elemente sind die siamesischen Kampffische (daher der Filmtitel), die in isolierter Gefangenschaft Aggressionen entwickeln, die sie in Freiheit vielleicht nicht hätten – und die im dramatischen Finale zu Metaphern für die ungleichen Brüder stilisiert werden.

Denn um die geht es hier eigentlich. Auch wenn der Plot an manchen Stellen etwas ziellos dahinzuplätschern scheint, die Beziehung zwischen dem Möchtegern-Vorstadt-Rowdy Rusty James (Matt Dillon) und seinem von ihm verehrten, älteren Bruder, der ohne Namen bleibt und in der deutschen Fassung nur der Motorrad-Typ (unnahbar, aber gut wie selten: Mickey Rourke) heißt, fesselt und bildet das Grundgerüst der Handlung. Denn „Rumble Fish“ fängt nicht nur den Alltag von Rusty James zwischen Billard-Spelunke, Schlägereien mit verfeindeten Gangs und Flirts mit Schülerin Patty (Diane Lane) ein. Es ist auch ein Film über falsche und verklärte Bewunderung und deren Folgen, über jugendlichen Freiheitsdrang im Spannungsfeld von Autoritäten und über die Suche nach Zielen. So sagt der undurchschaubare Motorrad-Typ, der eigentlich nichts mit seinem Bruder gemein hat und dessen Farbenblindheit die Schwarz-Weiß-Perspektive des Films bestimmt, an einer Stelle: „Wenn man Leute führen will, muss man etwas haben, wo man sie hin führt.“ Und um Rusty den (Aus)Weg zu zeigen, wählt er am Ende selbstlos die Sackgasse.

Im Making-of (OmU) von 2005 kommt unter anderen Vorlagen-Autorin S. E. Hinton zu Wort und gesteht, dass einzig Regisseur Francis Ford Coppola die Farbsymbolik und die Einflüsse der griechischen Mythologie in ihrem Buch verstanden hat. Außerdem sind darin Aufnahmen vom Original-Dreh enthalten, in denen die Entstehung der „Astrobody“-Szene, in der der vermeintlich tote Rusty James über dem Set schwebt, erklärt wird. Und der junge Nicolas Cage, im Film als Smoky zu sehen, berichtet von der inspirierenden Begegnung mit einer bissigen Eidechse. Zudem liegt ein Featurette (OmU) zur Musik des Films vor, in der „The Police“-Schlagzeuger Stewart Copeland Einblicke in seine Arbeit mit rhythmischen Schreibmaschinen gewährt. Ergänzt werden die Zugaben durch Trailer, eine Bildergalerie, deleted scenes in schlechter Bildqualität und einen Audiokommentar von Coppola.

Bild und Ton sind top, wenn auch das Halbstarken-Gehabe in der deutschen Synchronisation teilweise arg dick aufgetragen und dadurch unfreiwillig komisch ist und Mickey Rourke wirklich eine denkbar unpassende Stimme erwischt hat.

Zwischen „The Godfather“ und „Apocalypse Now“ leicht zu übersehen, zählt „Rumble Fish“ sicher zu den besten Werken im Schaffen des mittlerweile vorwiegend als Winzer tätigen Francis Ford Coppola. In bemerkenswerter Optik serviert das Drama zwischen Nostalgie und Naivität genau die richtige Portion Tiefgang.

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by Florian Ferber
Bilder © Koch Media Home Entertainment