Ruf der Macht - Im Sumpf der Korruption - Blu-ray

Blu-ray Start: 28.09.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 106 min

Ruf der Macht - Im Sumpf der Korruption Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Der junge und ehrgeizige Anwalt Ben (Josh Duhamel) übernimmt einen Fall, in dem er gegen den mächtigen Denning (Sir Anthony Hopkins), einen skrupellosen Manager eines Pharmaunternehmens, antritt. Doch schon bald ist er nicht mehr sicher, ob er dieser schwierigen Aufgabe tatsächlich gewachsen ist, denn Denning geht bei Bedarf auch über Leichen. Auch Bens Seniorchef Abrams (Al Pacino) beginnt an dem so ambitionierten wie gefährlichen Vorhaben seines Zöglings zu zweifeln. Als der verheiratete Ben sich auch noch auf eine Affäre mit seiner Ex Emily (Malin Akerman) einlässt, diese bald darauf ermordet wird und ihr Tod in Verbindung mit Ben gebracht wird, sieht er sich einem Sumpf aus Korruption und Erpressung ausgesetzt und wird zu allem Übel selbst zum Ziel der Gesetzeshüter.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: KSM GmbH
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Making of, Trailer, Bildergalerie

DVD und Blu-ray | Ruf der Macht - Im Sumpf der Korruption

Blu-ray
Ruf der Macht - Im Sumpf der Korruption Ruf der Macht - Im Sumpf der Korruption
Blu-ray Start:
28.09.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 106 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Ruf der Macht - Im Sumpf der Korruption Ruf der Macht - Im Sumpf der Korruption
DVD Start:
28.09.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 102 min.

Blu-ray Kritik - Ruf der Macht - Im Sumpf der Korruption

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 10/10
Ton: | 9/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 6/10


Die Zeiten, in denen ein Film mit Al Pacino und Anthony Hopkins ein cineastisches Großereignis gewesen wäre, ist leider lange vorbei. Auch wenn beide immer mal wieder eine Arbeit ablegen, durch die sie nicht schlafwandeln (Pacino siehe kürzlich in „Mr. Collins zweiter Frühling“ oder „Der Fall Phil Spector“, Hopkins in „Hitchcock“), treten beide immer häufiger in Wegwerfkost auf. Ihr erster gemeinsamer Film „Ruf der Macht“ (OT: Misconduct) ist in vielerlei Hinsicht so ein Film und erschien in Amerika nur in wenigen Kinos und wurde hauptsächlich – wie nun auch in Deutschland – nur fürs Heimkino verwertet. Ruf der Macht - Im Sumpf der Korruption SzenenbildHier präsentiert sich an der Oberfläche ein wendungsreicher Hochglanz-Justizthriller, wie sie gerade in den Neunzigerjahren große Teile des Mainstreamkino dominiert haben. Vieles in „Ruf der Macht“ funktioniert gut, der Film ist trotz einiger offensichtlicher erzählerischer Schwächen spannend erzählt und verfügt über einen überaus augenfälligen visuellen Stil, der den Film direkt auch im klassischen Noir-Thriller-Bereich à la Hitchcock und De Palma verorten lässt. Regie führte Shintaro Shimosawa, der hier zum ersten Mal bei einem Spielfilm hinter der Kamera stand und bisher hauptsächlich als Autor für TV-Serien wie „The Following“ oder „The 4400“ und Produzent der „The Grudge“-Remakes auffiel.

Wer bei „Ruf der Macht“ primär an der Präsenz von Pacino und Hopkins interessiert ist, sollte hier nicht zu viel erwarten, denn beide spielen nur Nebenfiguren. Im Mittelpunkt des Films steht der junge und ambitionierte Anwalt Ben Cahill (Josh Duhamel, „Transformers“, „Safe Haven“), der eine große Aufstiegschance wittert, als seine Ex-Freundin Emily Hynes (Malin Åkerman, „Watchmen“, „The Final Girls“) ihn nach langer Zeit kontaktiert und ihm überaus brisantes Beweismaterial zu Pharma-Magnat Arthur Denning (Hopkins) zur Verfügung stellt. Denning steht gerade ein großes Gerichtsverfahren ins Haus, denn eines seiner Arzneimittel soll zum Tod zahlreicher Patienten geführt haben. Emily hat hier auch ein persönliches Motiv, denn Denning ist ihr aktueller Freund, von dem sie aber los will. Ben will diese Gelegenheit nicht ungenutzt lassen, denn hiermit könnte er für den Niedergang des Großindustriellen sorgen, der schon lange seinem Chef Charles Abrams (Pacino) ein Dorn im Auge ist. Es gelingt ihm auch die Avancen der mental scheinbar instabilen Femme Fatale Emily abzuwimmeln, die dann jedoch plötzlich entführt wird. Was zunächst für Ben wie ein sicherer Weg zum Erfolg wirkte, entwickelt nun eine verworrene und letztlich lebensbedrohliche Eigendynamik.

„Ruf der Macht“ beginnt mit der Entführung von Emily und springt danach eine Woche zurück in die Vergangenheit, um zu zeigen, wie es dazu kam. Doch natürlich ist hier ein Film zu sehen, bei dem man nie genau weiß, wo man dran ist, wer welches Spiel spielt und wo die falschen Fährten von den Autoren ausgelegt werden. Der Film ist betont langsam aufgebaut, aber erweist sich gerade in der ersten Hälfte als durchaus spannend, denn wo hier die Reise hinführt, ist kaum vorherzusehen. Hier verdichtet sich ein immer enger verwobenes Netz aus Manipulationen, Missverständnissen und letztlich auch dummen Entscheidungen, die den Genuss des Films immer wieder beeinträchtigen. Hier und da muss man sich einfach fragen, warum manche Charaktere gewisse Dinge tun, gerade Ben agiert zunehmend auf wenig nachvollziehbare Weise. Ruf der Macht - Im Sumpf der Korruption SzenenbildAber natürlich, „Ruf der Macht“ ist ein enorm durchkonstruierter Film, dessen Story hoffnungslos verschachtelt und verworren ist und letztlich keinen wirklichen Sinn macht. Man muss zugeben, dass der Film trotz holprigen Beginns über weite Strecken gut fließt und große Spannung aufbaut, doch spätestens mit dem Ende, das gleich aus mehreren Schlüssen und Wendungen besteht, torpediert sich „Ruf der Macht“ selbst. Von einer zufriedenstellenden, sinnvollen und in sich schlüssigen Auflösung ist dieser Schluss leider weit entfernt und man sitzt am Ende da und versucht selbst die in die Luft geworfenen Puzzle-Stücke aufzusammeln und zusammensetzen, ärgert sich aber auch wegen einer finalen Wendung, die einfach nur zum Haare raufen ist.

Hinzu kommen zahlreiche hölzerne und zudem schlecht vorgetragene Dialoge, völlig unlogische und unfreiwillig komische Momente, wobei besonders der Satz von Julia Stiles Kidnapping-Expertin „I need you to stay calm as ice“ unsterblich werden müsste. Al Pacino und Anthony Hopkins sind hier natürlich auf Autopilot, ersterer spielt im Großen und Ganzen dieselbe Figur, die er seit 1997 immer wieder gespielt hat, zweiterer wiederholt im Grunde seine Figur aus dem Ryan Gosling-Thriller „Das perfekte Verbrechen“ von 2007. Auch wenn meine Schauspielikonen hier wenig inspiriert sind, macht es schon gewissermaßen Freude, bei ihrem überhöhten Spiel zuzusehen. Josh Duhamel bietet hier eine durchaus angenehme Präsenz als Protagonist und Projektionsfläche für den Zuschauer, mehr wie effektiv ist er aber nicht. Malin Åkerman weiß in ihrer klassischen Rolle der sexy Femme Fatale durchaus zu überzeugen, hinzu kommt Alice Eve („Star Trek Into Darkness“), die Bens aktuelle Freundin Charlotte spielt. Eve spielt hier eine unglückliche Figur, deren geplatzter Kinderwunsch Narben hinterlassen hat, ihr betont lethargisches Spiel wirkt mal glaubwürdig und mal bemüht. Ihr gehört wohl die ungewöhnlichste, da gelegentlich irritierendste Performance des Films.

Aber nochmal zum Positiven: Von einem objektiv betrachtet guten Film ist „Ruf der Macht“ zwar sicher weit entfernt, als stylisch gestaltete Ablenkung im Stile wendungsreicher 80er und 90er-Jahre Justiz-Thriller ist der Film aber allerdings durchaus gelungen. Wer eine Schwäche für solche Filme hat, sollte hier im besten Fall durchaus gewisse Freuden haben. Unbestreitbar die große Stärke ist hier die auffällige visuelle Gestaltung. Regisseur Shimosawa ist eindeutig weit mehr an dieser interessiert als an einer schlüssigen Erzählung. Ruf der Macht - Im Sumpf der Korruption Szenenbild„Ruf der Macht“ hat einen sehr eleganten und kühlen Look, dessen leicht gelb-grünliche Colorierung darauf deutet, dass hier zum einen den Filmen von David Fincher stilistisch nachempfunden werden soll (wie zuletzt auch schon „Don’t Breathe“ eindeutige visuelle Ähnlichkeiten zu Finchers Ästhetik aufwies). Aber auch die schönen, klar komponierten Bilder und die sehr kontrollierten Kamerabewegungen deuten in diese Richtung. Doch gerade hier wird ein zweites Vorbild überaus deutlich: Brian De Palma. Immer wieder nutzt Shimosawa sehr lange Einstellungen und unkonventionelle Bildkompositionen, die Kamera fährt oft langsam (und sich ihrer selbst stets bewusst) durch den Raum, offenbart Blicke abseits der eigentlichen Action, die man in einem herkömmlichen Film nicht sehen würde. Eine bemerkenswert wirkungsvolle Szene spielt gegen Ende in einer Kirche. Dort lässt Shimosawa Michael Fimognaris („Oculus“, „The Lazarus Effect“) die sich drehende Kamera auf eine Figur zubewegen, während Federico Jusids („In ihren Augen“) dick auftragende Musik immer lauter wird. Dann wäre da noch Byung-hun Lee („I Saw the Devil“, „Terminator Genisys“), der eine mysteriöse Figur spielt, deren Funktion nur unzureichend erklärt wird. Eine Szene mit ihm auf einem schwarzen Motorrad bei Nacht in einer Gasse ist auch als reißerischer Filmmoment sehr gelungen und weckt Erinnerungen an die ikonische Motorradszene in Ridley Scotts „Black Rain“.

Es macht eindeutig mehr Spaß über den Stil des Films zu reden, als seine letztlich hanebüchene Handlung zu besprechen. Als sinnliche und elegante De Palma-/Hitchcock-/Fincher-Hommage mit durchaus auch eigenen stilistischen Variationen macht „Ruf der Macht“ schon viel Freude. Auf filmischer Ebene ist hier also auf jeden Fall viel Gutes zu finden, das man so nicht erwarten würde, Schade nur, dass ein löchriges Drehbuch verhindert, hier einen wirklich guten Thriller entstehen zu lassen, der am Ende auch erzählerisch überzeugt.

Bild
Man kann über „Ruf der Macht“ denken was man will, es lässt sich nur schwer bestreiten, dass der digital auf Arri Alexa XT aufgezeichnete Film großartig aussieht. Ruf der Macht - Im Sumpf der Korruption SzenenbildDer Transfer auf Blu-ray ist überaus gut gelungen, Schärfe und Detailumfang sind gerade in Großaufnahmen von bestechender Qualität. Das Bild ist immer sehr ausgewogen und offenbart auch in dunklen Bereichen kleinste Details. Als herausragend erweisen sich zudem der Kontrast und die hervorragenden Schwarzwerte. Hier präsentiert sich ein Bild auf sehr hohem Niveau, das ohne jede Bildfehler auskommt und durchweg zu gefallen weiß.

Ton
Auch die Tonspur zeigt hervorragende technische Eigenschaften. An allgemeiner Klarheit und Verständlichkeit gibt es hier nichts auszusetzen, gerade die pompöse Filmmusik verteilt sich immer wieder dynamisch und differenziert auf alle Kanäle. Auch darüber hinaus sind die Surround-Boxen immer wieder sehr aktiv, wodurch viel Atmosphäre aufkommt. In manchen Szenen kommt auch der Subwoofer überaus wuchtig zum Einsatz, besonders eine Clubszene kommt enorm kraftvoll zur Geltung. Auch bei der oft sehr tiefbassigen Filmmusik brummelt der Subwoofer ntensiv vor sich her.

Extras
Beim Bonusmaterial überzeugt ein viertelstündiges Making-of, bei dem viele Beteiligten wie üblich von dem Film und dem Können des Filmemachers schwärmen. Etwas sonderbar ist dann aber, dass gerade dieser nicht zu Wort kommt. Dennoch recht nett anzusehen.
Making-of (15:05 Min.)
Trailer (Ruf der Macht – Im Sumpf der Korruption, Extraction, Der Sturm – Life on the Line, The Humbling, Exposed – Blutige Offenbarung, Urge)
Bildergalerie (02:00 Min.)


Fazit:
„Ruf der Macht“ ist eine überraschend elegant und über weite Strecken spannend inszenierte Hommage an Noir- und Justizthriller, die durch einen herrlich theatralischen und filmischen Stil manchem Zuschauer durchaus Freude bereiten könnte. Diese Freude wird aber leider durch eine letztlich absolut hanebüchene und hoffnungslos verworrene Story zerstört, wodurch hier viel Potential verschwendet wird.

by Florian Hoffmann
Bilder © KSM GmbH