Roads - Blu-ray

Blu-ray Start: 28.11.2019
Digital VoD: 14.11.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 99 min

Roads Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Der 18-jährige Gyllen (Fionn Whitehead) aus London hat das Wohnmobil seines Stiefvaters entwendet und ist dem Familienurlaub in Marokko entflohen, als er zufällig auf den gleichaltrigen William (Stéphane Bak) aus dem Kongo trifft, der versucht, die Grenze nach Europa zu überwinden, um dort seinen verschollenen Bruder zu suchen. In diesem Moment größter Verlorenheit beschließen die beiden Verbündete zu werden: Angetrieben von jugendlicher Abenteuerlust bahnt sich das ungleiche Paar seinen Weg durch Marokko, Spanien und Frankreich bis nach Calais. Während die Freundschaft und das Vertrauen der jungen Männer zueinander mit jedem Tag wächst, werden sie mit Entscheidungen konfrontiert, die nicht nur ihr eigenes Leben nachhaltig beeinflussen...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Die Geschichte, Friends On and Off Screen, On The Roads, Über Sebastian Schipper, Trailer, Wendecover

DVD und Blu-ray | Roads

Blu-ray
Roads Roads
Blu-ray Start:
28.11.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 99 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Roads Roads
DVD Start:
28.11.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 95 min.

Blu-ray Kritik - Roads

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 8/10


Der Charme eines Roadmovies ergibt sich aus vielerlei Komponenten. Das Freiheitsgefühl, wunderschöne Landschaften, der Fokus auf die Figuren… Eine Liste, die man noch lange fortführen könnte. Doch ergeben sich durch seinen Charakter auch verschiedene Möglichkeiten, die ein intelligenter Drehbuchautor/ Regisseur für sich zu nutzen weiß. Durch den häufigen Ortswechsel lassen sich einzelne in sich mehr oder weniger geschlossene Teilgeschichten erzählen, die so auch tonal enorm schwanken können, ohne dass der Film selbst so unentschlossen wirkt. So können auf abstruse Situationen der Komödie, ehrliche und innige Momente der Freundschaft folgen, während sich im nächsten Ort eine mitreißende Tragödie entfaltet. Doch können diese Geschichten nicht nur lediglich an einem Ort stattfinden, die Orte können auch selbst Geschichten erzählen. So erhält der Zuschauer einen detaillierten Einblick in die dargestellte Welt, sowie in die Gedankenwelt ihrer Bewohner. Durch die Möglichkeit zudem eine fish-out-of-water-story zu erzählen, entgeht der Drehbuchautor ungelenker Exposition und erlaubt dem Publikum von Anfang an die Perspektive des Protagonisten einzunehmen. So ist sich Regisseur und Drehbuchautor Sebastian Schipper dessen vollends bewusst gewesen als er mit seinem Co-Autor Oliver Ziegenbald, „Roads“ entwarf, wodurch mit diesem deutsch-französischen Film eine kleine Perle des modernen Kinos entstand.

 Auf ihrem Weg nach Calais: Gyllen (Fionn Whitehead) und William (Stéphane Bak).
Auf ihrem Weg nach Calais: Gyllen (Fionn Whitehead) und William (Stéphane Bak). © Studiocanal GmbH
Als der 18-jährige Gyllen (Fionn Whitehead) nach einem Streit mit seiner Familie das Wohnmobil seines Stiefvaters stiehlt, um so seinen echten Vater in Frankreich zu besuchen, ahnt er noch nicht im Mindesten, was ihn auf seiner Reise erwartet. Nach anfänglichen Problemen lernt er den gerade mal ein Jahr jüngeren William (Stéphane Bakkennen), der seine Heimat im Kongo verlassen hat, um seinen Bruder aufzuspüren. Diese aus der Not geborene Zweckgemeinschaft lässt die zwei jungen Männer durch allerlei Hindernisse, die sie auf ihrem Roadtrip erwarten, schnell zusammenwachsen, wodurch eine Freundschaft entsteht, die sie beide für immer verändern wird…

Wie gesagt, „Roads“ nutzt die Stärken und Möglichkeiten des Road-Movies zu jeder Zeit. Auf ihrer Reise, die sich über Marokko, über Spanien und zuletzt nach Frankreich erstreckt, müssen sie Grenzkontrollen überwinden, begegnen sie Ausländerhass, treffen sie auf Hilfsorganisationen… Nicht nur wird die aktuelle Situation dadurch realistisch dargestellt, auch der Charakterisierung und der Geschichte wird zu viel hinzugefügt, da so die beiden Figuren stets herausgefordert werden. So wie Gyllen die Flüchtlingskrise erstmalig aus der Perspektive des Flüchtlings erfährt, geht es dem Zuschauer auch. Folglich dient v.a. dieser als Identifikationsfigur, während sich das Drehbuch von teils wunderschönen Momenten voller Kameradschaftlichkeit und Menschlichkeit, die selbst den zynischsten Zuschauer über beide Ohren grinsen lassen dürften, zu herzzerreißenden Szenen, die vorherrschende Thematik der Flüchtlingskrise als die Tragödie inszeniert, die sie ist. Dass sich der Film tonal nicht unentschieden anfühlt, liegt einerseits, wie bereits gesagt, an den Ortswechseln, andererseits aber auch an dem herzlichen, ehrlichen Kern des Films, der durch eine wahrlich inspirierende Freundschaft zum Leben erweckt wird. So bauen die schönsten Momente stets auf der Beziehung der beiden Hauptfiguren auf, gerade wenn immer wieder die Tonspur aussetzt, der Film so v.a. von seinen großartigen Akteuren, sowie der wunderbaren, sehr persönliche Kameraarbeit, der warmen Beleuchtung und der stimmungsvollen Musik getragen wird, festigt man die Freundschaft, während das Publikum verzaubert wird. So entsteht eine Menschlichkeit, die der Film nie verliert. Von seinen beschädigten Figuren, über Akte der puren Selbstsucht, zu kleinen Momenten der zwischenmenschlichen Hilfe, ist alles vertreten, wodurch der Film eine ungeahnte Unmittelbarkeit und Authentizität erhält.

Gyllen (Fionn Whitehead) und William (Stéphane Bak)
Gyllen (Fionn Whitehead) und William (Stéphane Bak) © Studiocanal GmbH
Intelligenterweise gibt das Drehbuch seinen beiden Protagonisten ihre eigene Motivation, diese Reise auf sich zu nehmen. Während Gyllen von Anfang an von seinen Problemen zu fliehen versucht, will William lediglich seine Familie wiedervereinen. So eröffnen sich im Laufe des Films, zunehmend neue Ebenen in diesen interessanten Figuren. Zwar werden bspw. die Familienprobleme von ersterem nie wirklich gezeigt, sondern lediglich in Dialogen erörtert, doch sind diese real und ehrlich genug und werden von tollen Schauspielern gesprochen, weshalb die Glaubwürdigkeit und Immersion nie gebrochen wird. Es geht viel mehr um die Auswirkungen dieser Probleme und wie die Figuren damit umzugehen gedenken, weniger um die Probleme selbst.

Bild:
Die gesamte Optik ist für die Blu-ray üblich sehr detailliert und scharf. Die warme Beleuchtung wird hervorragend auf den Bildschirm transportiert, während die gelungene Farbsetzung hier ebenso zu überzeugen weiß.

Ton:
Der sehr experimentelle Soundtrack wurden mit den Dialogen gut abgemischt, wodurch ein einwandfreies akustisches Erlebnis, frei von jeglichen Überlappungen entsteht.

Extras:
Zahlreiche Extras in Form von einem Making Of, Behind-the-Scenes-Material etc. erlaubt den interessierten Zuschauern einen detaillierten Einblick in die Dreharbeiten.


Fazit:
So bleibt eine lustige, zugleich tragische, aber vor allem inspirierende Geschichte, eine hervorragende Inszenierung, sowie eine Freundschaft für die Ewigkeit.

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by Sebastian Stegbauer
Bilder © Studiocanal Home Entertainment




Roads - Trailer