Relic - Dunkles Vermächtnis - Blu-ray

Blu-ray Start: 30.10.2020
Digital VoD: 30.10.2020
FSK: 16 - Laufzeit: 90 min

Relic - Dunkles Vermächtnis Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

Preisvergleich

alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD, Blu-ray zum Film

Inhalt

Als die ältere, verwitwete Edna auf unerklärliche Weise verschwindet, eilen ihre Tochter Kay und Enkelin Sam in das abgelegene Landhaus, um nach ihr zu suchen. Als Edna plötzlich auf ebenso mysteriöse Weise zurückkehrt, stellt Kay fest, dass ihre Mutter sich stark verändert hat. Ednas Verhalten wird zunehmend rätselhafter. Kay und Sam beginnen zu begreifen, dass etwas Böses Macht über Edna und das alte Haus ergriffen hat.

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: LEONINE
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
• Interviews (Bella Heathcote, Emily Mortimer, Robyn Nevin, Charlie Sarroff – Kamera, Steven Jones-Evans – Production Designer, Natalie Erika James)
• B-Roll
• Deutscher Trailer
• Trailershow

Video on demand - Relic - Dunkles Vermächtnis

DVD und Blu-ray | Relic - Dunkles Vermächtnis

Blu-ray
Relic - Dunkles Vermächtnis Relic - Dunkles Vermächtnis
Blu-ray Start:
30.10.2020
FSK: 16 - Laufzeit: 90 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Relic - Dunkles Vermächtnis Relic - Dunkles Vermächtnis
DVD Start:
30.10.2020
FSK: 16 - Laufzeit: 86 min.

Blu-ray Kritik - Relic - Dunkles Vermächtnis

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 8/10


Mit ihrem Filmdebüt “Relic” präsentiert uns die australische Regisseurin und Autorin Natalie Erika James, einen bittersüßen Einblick in die zutiefst verstörende und finstere Welt der Vergesslichkeit und derer, die sich mit ihr arrangieren müssen.

Um dem plötzlichen Verschwinden ihrer Mutter Edna auf die Spur zu kommen, entschließt sich Tochter Kay mit deren Tochter Sam, dem alten Anwesen ihrer Mutter einen Besuch abzustatten. Dort angekommen bestätigt sich Kays Annahme, dass Edna in letzter Zeit wohl nicht mehr ganz Herr ihrer Sinne war, denn das Haus ist in einem schlechten Zustand und überall im Haus finden sich kleine gelbe Notizzettel mit Erinnerungen darauf, jedoch keinen der Hinweis auf ihren Aufenthaltsort gibt. Eines Morgens jedoch, steht, sehr zur Freude von Kay und Sam, diese wie aus dem Nichts und scheinbar ohne Erinnerungen an die vergangenen Tage in der Küche, um Kaffee zu kochen. Nach einer ersten ärztlichen Kontrolle scheint dieser auch nichts weiter zu fehlen, später jedoch wird klar, dass es um ihren Verstand schlechter zu stehen scheint, als zunächst vermutet. Aus diesem Grund bietet Sam ihrer Großmutter an, zu ihr zu ziehen, um ihr im alltäglichen Leben zur Seite zu stehen. Edna scheint davon jedoch wenig begeistert und allgemein scheint sich die alte Dame immer weiter zu entfernen, während Kay von Albträumen einer kleinen Hütte und einer verwesenden Leiche geplagt wird und Sam sich in den ungeahnten Tiefen des Anwesens verirrt.

Emily Mortimer in Relic
Emily Mortimer in Relic © LEONINE
Für mich gehört “Relic - Dunkles Vermächtnis” definitiv mit zu den besten Horrorfilmen des vergangenen Jahres. Die Subtilität mit der James ihre Geschichte nicht nur erzählt, sondern auch inszeniert ist einfach großartig. Das fängt schon bei Szene eins an; das überlaufen der Wanne und das langsam die Treppe herunterlaufende Badewasser, dass sich immer weiter, bis an die Füße, der nackt im Wohnzimmer stehenden Großmutter vorantastet, während sich die Dunkelheit, im Antlitz liebevoll dekorierter Weihnachtsbeleuchtung, von hinten an die alte Dame anschleicht, um sie gänzlich zu verschlingen. Regisseurin James ist in diesem Moment nicht nur unglaublich stilsicher, wie im Rest des Films übrigens auch, sie ist auch unglaublich ausdrucksstark und bietet zudem einen absolut atmosphärischen Einstieg in die stille und zugleich nervenzerreißende Geschichte, über Verlust und Familie. Dass die Geschichte primär, im Stile eines “Haunted-House-Horror-Movies" daherkommt, beweist abermals wie viel Potenzial das Horror-Genre zu bieten hat, denn auch wenn eine mutmaßlich übernatürliche Kraft für Ednas Verhalten verantwortlich ist, so lässt uns der Film diesbezüglich jedoch, bis zum Ende und darüber hinaus im Unklaren.

Bella Heathcote in Relic
Bella Heathcote in Relic © LEONINE
Der Film funktioniert somit auch als Familiendrama, ähnlich wie “Hereditary” und einige andere Titel in letzter Zeit. Wie auch schon “Hereditary” so nutzt auch “Relic” die Tiefe seiner Figuren und deren familiäre Bindung zueinander, um den Horror erst wirklich real wirken zu lassen und den übernatürlichen Horror der drumherum stattfindet, als Metapher. Erst durch die Sorgen und Ängste, die Kay und Sam aufgrund Ednas fortschreitender Krankheit entwickeln, entwickelt der Film auch eine gewisse Fallhöhe. In einer sehr emotionalen Szene beispielsweise kommt es zum Streit zwischen Edna und Kay. Schlagartig ändert sich jedoch Ednas verhalten von aggressiv, zu verwirrt und traurig und erst in diesem Moment merkt Kay, wie es wirklich um ihre Mutter steht. Leider ist es zu diesem Zeitpunkt bereits zu spät und der Horror fängt an sich vollkommen zu entfalten. Was ab diesem Zeitpunkt geschieht, ist zum gleichen Teil verstörend, wie auch faszinierend und surreal. Dass die drei Damen ihren Job klasse machen, brauche ich wahrscheinlich nicht extra erwähnen, mache ich aber trotzdem. Besonders in einigen der Close-ups, sieht man den Schauspielerinnen ihr "Können” an, sei es Verletzlichkeit, Trauer oder Angst. Robyn Nevin, switcht problemlos zwischen verschiedenen Emotionen hin und her ohne dabei jemals unnatürlich oder drüber zu wirken. Auch visuell und auditiv wirkt “Relic” wie aus einem Guss. Mit einem vergleichsweisen geringen Aufwand, schafft es das Produktionsteam, allen voran Natalie Erika James, eigenständige Akzente zu setzen und im Gedächtnis zu bleiben, in der Inszenierung aber auch im Ton. Letzteres fällt ebenso wie das Meiste im Film, sehr subtil, aber durchaus schlagfertig aus und sorgt in der ein oder anderen Szene, für das richtige Feeling.

Robyn Nevin in Relic
Robyn Nevin in Relic © LEONINE
Bild:
“Relic” beweist nicht nur durch ein ruhiges und bedrückendes Sounddesign den Hang zur Melancholie, auch das Bild wirkt durch seine geringe Farbgebung eher trist und ermüdend, jedoch passend zur Atmosphäre im Film. Dabei erreicht der Film durchweg gute Schwarzwerte und kann auch im Bereich Kontrast, positiv glänzen.

Ton:
Dass der Ton einen Großteil zur Atmosphäre des Films beiträgt habe ich bereits erwähnt, hier punktet das Sounddesign durch seine einerseits subtile Herangehensweise, andererseits durch eine brachiale Wucht, wenn der Film Richtung Finale lenkt. Subwoofer und auch rear Speaker werden dementsprechend in Anspruch genommen und dürfen zeigen was sie können.

Extras:
In den Extras geben uns Schauspieler und Crew einen persönlichen Eindruck vom Dreh und der Produktion, der anschließend durch Einblick in die B-Roll Kategorie weiter ergänzt werden kann. Während die Interviews mal mehr, mal weniger interessant sind, lohnt sich der Blick in diese allemal. Außerdem befindet sich eine übliche Trailershow mit auf der Disc.


Fazit:
Wem “Hereditary” gefallen hat, der sollte auch unbedingt bei “Relic” zugreifen. Der Film punktet besonders durch seine hervorragend geschriebenen Figuren und deren Bindung zueinander, außerdem sorgt er durch seine stille und dennoch dichte Atmosphäre, für mehr als ausreichend Nervenkitzel. Fans von psychologischem Horror kommen hier voll auf ihre Kosten, dem ein oder anderen könnte das Ganze aber zu langsam vorangehen.


by Marcel Feldermann
Bilder © LEONINE