Regeln spielen keine Rolle - Blu-ray

Blu-ray Start: 14.09.2017
FSK: 6 - Laufzeit: 127 min

Regeln spielen keine Rolle Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Hollywood, 1958. Marla Mabrey (Lily Collins), eine Schönheitskönigin aus der Provinz und fromme Baptistin, kommt nach Los Angeles, da der berüchtigte Howard Hughes (Warren Beatty) sie unter Vertrag genommen hat. Am Flughafen wird sie von Chauffeur Frank Forbes (Alden Ehrenreich) abgeholt, einem tief religiösen Methodisten, der kurz davor steht, seine Liebste zu heiraten, die er schon seit der 7. Klasse kennt. Doch Marla und Frank fühlen sich sofort zueinander hingezogen, was nicht nur ihre religiösen Überzeugungen auf eine harte Probe stellt, sondern auch Hughes Regel Nr. 1 verletzt: Angestellten ist es verboten, mit Vertragsschauspielerinnen jegliche Art von Beziehung einzugehen. Schon bald stehen Marla und Frank zunehmend unter den Einfluss des Milliardärs, jeder von beiden auf sehr unterschiedliche und unvorhersehbare Weise. Je tiefer Hughes sie in seine bizarre Welt zieht, desto mehr geraten die Wertvorstellungen der jungen Leute ins Wanken und stellt ihr Leben grundlegend auf den Kopf.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: 20th Century Fox
Tonformate:
Deutsch DTS 5.1
Englisch DTS-HD-MA 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Dies ist Regeln spielen keine Rolle
Musikvideo "The Rules dont apply" von Lily Collins
Bildergalerie
Original Kinotrailer

DVD und Blu-ray | Regeln spielen keine Rolle

Blu-ray
Regeln spielen keine Rolle Regeln spielen keine Rolle
Blu-ray Start:
14.09.2017
FSK: 6 - Laufzeit: 127 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Regeln spielen keine Rolle Regeln spielen keine Rolle
DVD Start:
14.09.2017
FSK: 6 - Laufzeit: 122 min.

Blu-ray Kritik - Regeln spielen keine Rolle

Blu-ray Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 6/10


Keine Frage, Howard Hughes, für viele so etwas wie der Leonardo da Vinci der Moderne, gehört zu den faszinierendsten und exzentrischsten Figuren des 20. Jahrhunderts, um den sich zahlreiche Mythen spannen. Diese liefern natürlich reichlich spannendes Material, woran sich bereits Martin Scorsese mit seinem Oscar-prämierten „The Aviator“ bediente und einen herausragenden Film schuf. Regeln spielen keine Rolle SzenenbildAuch Christopher Nolan arbeitete jahrelang erfolglos an einem Film über den flamboyanten Filmproduzenten, Geschäftsmogul und virtuosen Flugzeugbauer, ebenso wie Hollywood-Legende Warren Beatty, der schon seit 40 Jahren versuchte, einen Film über Hughes zu machen. Dass dieser nun in Form von „Regeln spielen keine Rolle“ mit hochkarätiger Starbesetzung schließlich Realität wurde, ist für Filmbegeisterte eine aufregende Sache, denn „Bulworth“, Beattys letzter Film als Regisseur, liegt bereits fast 20 Jahre zurück. Umso bemerkenswerter kommt noch hinzu, dass Beatty seit dem Riesenflop „Stadt, Land, Kuss“ stattliche 15 Jahre nicht mehr vor der Kamera stand. Enttäuschend war dann nicht nur das miserable Einspielergebnis seines 25 Millionen Dollar teuren Comebacks, sondern leider auch das leider sehr durchschnittliche und dahinplätschernde Werk selbst, das nie so recht zu wissen scheint, was es eigentlich sein will.

Wer mit „Regeln spielen keine Rolle“ ein Biopic des faszinierenden Exzentrikers erwartet, liegt hier leider schon mal falsch. Hughes, der von Beatty höchstpersönlich gespielt wird, ist hier eher eine Nebenfigur, die jedoch entscheidend in die Leben der beiden jungen Hauptfiguren Frank Forbes (Alden Ehrenreich) und Marla Mabrey (Lily Collins) eingreift. Sowohl Frank als auch Marla kommen Ende der 50er Jahre mit großen Träumen aus ihrer kleinbürgerlichen Existenz in die Glitzerwelt von Los Angeles, wo beide für Howard Hughes arbeiten sollen. Frank heuert als Fahrer von Hughes an, trifft seinen Arbeitgeber zunächst jedoch nicht mal. Dafür wird er beauftragt die junge Schauspielerin und Sängerin Marla umher zu kutschieren, die bei dem Filmstudio RKO unter Vertrag steht und auf ein Vorsprechen für den Multi-Milliardär wartet. Nach und nach sind sowohl Frank als auch Marla frustriert, dass sie ihren Arbeitgeber nicht kennenlernen können, jedoch kommen sie sich zunehmend näher. Das erscheint jedoch problematisch, denn der tiefreligiöse Frank ist seiner Verlobten Sarah (Taissa Farmiga) versprochen, während die nicht minder religiöse Schönheitskönigin Marla sich für ihren zukünftigen Ehemann aufsparen will. Und überhaupt sind jegliche Liebschaften unter Angestellten von Hughes ausdrücklich untersagt. Alles wird noch komplizierter, als sich Hughes schließlich bemerkbar macht…

Regeln spielen keine Rolle Szenenbild Schon früh wirkt der Erzählfluss bei Beattys lang erwartetem Leidenschaftsprojekt spürbar holprig, sodass es von Beginn an schwer fällt dem Film zu folgen. Doch zunächst mal zu den positiven Aspekten von „Regeln spielen keine Rolle“: Es hat sich sichtlich ausgezahlt, dass Beatty hinter der Kamera exzellente, zigfach Oscar-prämierte bzw. nominierte Routiniers wie Kameramann Caleb Deschanel, Production Designer Jeaninne Claudia Oppewall oder Kostümdesigner Albert Wolsky angeheuert hat, denn der Film sieht wahrlich großartig aus. Hier kommt sehr viel Flair einer vergangenen Zeit auf, fast ist es so, als würde man dank des kristallklaren, digital aufgezeichneten Bildes durch ein Fenster in das L.A. der 50er- und 60er Jahre blicken. Doch so hübsch, dekorativ und farbenfroh der Film auch aussieht, er wirkt zugleich auch etwas steif und behäbig, echte visuelle Dynamik kommt hier leider nie auf – wodurch der pittoreske Film mit seiner romantisch verklärten Hollywood-Postkarten-Atmosphäre ein wenig aus der Zeit gefallen wirkt.

Das Wort altmodisch kommt hier immer wieder in den Sinn, was an sich ja nichts Verkehrtes ist, jedoch überträgt sich die erwähnte Behäbigkeit eben auch auf den arg dahin plätschernden Erzählfluss. Immer wieder wirkt der Film fast schon etwas unbeholfen zusammengesetzt, was sich an spürbar abrupten Schnitten zeigt, die irritieren und zu einem merkwürdigen Rhythmus führen. Aufgesogen von dem Geschehen wird man so nie, was ganz entscheidend auch an der recht müden Story liegt, die zudem nie einen echten Fokus setzt. So wechseln Beatty und Co-Autor Bo Goldman im Grunde immer wieder die Erzählperspektive, eine Entscheidung, die den Film früh aus der Bahn wirft. Zunächst scheint das Hauptaugenmerk auf Frank zu liegen, der vom zukünftigen Han Solo Alden Ehrenreich gespielt wird. Dieser spielt jedoch eher gelangweilt und mit angezogener Handbremse, denn anders wie im deutlich spritzigeren und in vergleichbarer Zeit und selben Milieu angelegten „Hail, Caesar!“ kommt hier sein Potential und großes Charisma kaum zur Entfaltung. Der Film wird dann nach und nach lebendig, als sich die zarte Romanze zwischen Frank und Marla andeutet, jedoch bauen Ehrenreich und Collins nicht die nötige Chemie zueinander auf, die „Regeln spielen keine Rolle“ wirklich mitreißend gestalten könnte.

Regeln spielen keine Rolle Szenenbild Mit sichtlich an Screwball-Komödien angelegter locker-flockiger Tonalität und zahlreichen eher müden Schlagabtäuschen zwischen den beiden Verliebten baut der Film schon einen gewissen nostalgischen Charme auf, der gerade wohlwollenden Fans des alten Hollywood gefallen könnte. Doch dann kommt Beatty ins Spiel, dessen Hughes zwar durchaus exzentrisch und mit altbekannten Neurosen ausgestattet daherkommt, aber eben nicht ansatzweise an die brillante Intensität und Ausstrahlung eines Leonardo DiCaprio heranreicht, der in „The Aviator“ vielleicht seine bisher beste Karriereleistung zeigte. Er akzentuiert hier eher die liebenswerten und humorvollen Seiten von Hughes und lässt die zunehmend gepeinigte Seele des Exzentrikers außen vor. Hin und wieder gibt es hier durchaus gelungene Momente, wo Hughes exzentrische Art auf amüsante Weise im Mittelpunkt steht, wirkungsvoll ist sein nur an der Oberfläche kratzendes Portrait aber leider selten. Dass Beatty und Goldman hier natürlich eine größtenteils fiktive Geschichte erzählen, erhält vor allem dann einen mehr als faden Beigeschmack, wenn sich der Altstar und ehemalige Serien-Womanizer in einer fehlgeleiteten Sexszene mit der über fünfzig Jahre jüngeren Collins inszeniert.

Wenn Beatty ruft, dann kommt Hollywood, wie „Regeln spielen keine Rolle“ beweist. Neben den überaus aussichtsreichen Jungstars Ehrenreich und Collins geben sich hier auch Beatty-Gattin Annette Bening (eines der Highlights als Marlas Mutter), Matthew Broderick, Candice Bergen, Martin Sheen, Alec Baldwin, Haley Bennett, Ed Harris, Oliver Platt oder Steve Coogan die Ehre. Einige dieser Auftritte gehen aber nicht über reine Cameos hinaus, was angesichts des versammelten Talents schon eher enttäuschend ist. Das passt dann auch zum zwiespältigen Gesamteindruck, den dieser wie Hughes legendäres Riesenflugzeug „Spruce Goose“ müde und schwerfällig dahin plätschernde Film hinterlässt, denn das mehr als vorhandene Potential versprach sicherlich Großes.

Bild
Regeln spielen keine Rolle Szenenbild Insgesamt präsentiert sich der auf digitalen Arri Alexa XTs aufgezeichnete Film von einer visuell bestechenden Seite. Das Bild der Blu-ray gefällt durch seine in Tagesszenen strahlende und lebhafte Farbpalette, die das Auge sehr erfreut. Hinzu kommen hier herausragende und oft schon regelrecht unbarmherzige Schärfe- und Detailwerte, die für einen sehr plastischen und meist kristallklaren Bildeindruck sorgen. In manchen dunklen und oft kühler temperierten Szenen schwächelt das Bild minimal durch leichtes Rauschen.

Ton
Auch in akustischer Hinsicht gefällt die Blu-ray durch ihre bestechende Klarheit. Der insgesamt frontlastig abgemischte und primär dialogbasierte Film präsentiert Dialoge und Stimmen klar und deutlich verständlich. Immer wieder kommen auch die umliegenden Lautsprecher für gut platzierte atmosphärische Geräusche zum Einsatz, während der Subwoofer größtenteils unbenutzt bleibt.

Extras
Neben dem obligatorischen Kinotrailer, einer Bildergalerie und einem Musikvideo mit dem zugegebenermaßen hübschen Song „The Rules Don’t Aplly“ steht beim Bonusmaterial klar das knapp über 20-minütige Making of im Vordergrund. Hier kommen alle wichtigen Beteiligten zu Wort, die sich zur Entstehungsgeschichte des Films mal mehr und mal weniger interessant äußern. Überraschenderweise ist es gerade der 86-jährige zweifache Oscar-Gewinner Albert Wolsky, der mit seinen Ausführungen zum Kostümdesign am meisten fasziniert.
Das ist „Regeln spielen keine Rolle“ (21:30 Min.)
Musikvideo „The Rules Don’t Apply“ von Lily Collins (02:19 Min.)
Bildergalerie (03:15 Min.)
Original Kinotrailer (02:26 Min.)


Fazit:
Warren Beattys Comeback vor und hinter der Kamera fällt trotz schönen Bildern, herausragender Ausstattung und nostalgischem Charme enttäuschend aus. Die herausragende Besetzung kommt hier kaum zum Tragen, denn das insgesamt müde und erzählerisch unfokussierte Material lädt leider nicht zu Höchstleistungen ein. Schade, denn großes Potential hatte der Film allemal.

by Florian Hoffmann
Bilder © 20th Century Fox