Red Eagle - A Hero Never Dies - Blu-ray

Blu-ray Start: 14.06.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 130 min

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Inhalt

In naher Zukunft droht die Welt in einem Sumpf aus Verbrechen und Korruption zu versinken. Wehrlos sind die Bürger der Polizei und den Politikern ausgeliefert. Doch es gibt Grund zur Hoffnung: Red Eagle, ein rot maskierter Superheld rächt das Volk und richtet den Abschaum der Stadt. Seine Mission führt den ehemaligen Special Task Force Soldaten direkt ins Zentrum des Apparats. Doch nicht nur die Mächtigen des Staates macht er sich dadurch zum Feind, auch die Unterwelt will ihn mit allen Mitteln loswerden. So trifft er bald auf Black Devil, einen grausamen Attentäter ..

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Thailändisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Original Kinotrailer

DVD und Blu-ray | Red Eagle - A Hero Never Dies

Blu-ray
Red Eagle - A Hero Never Dies Red Eagle - A Hero Never Dies
Blu-ray Start:
14.06.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 130 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Red Eagle - A Hero Never Dies Red Eagle - A Hero Never Dies
DVD Start:
14.06.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 125 min.

Blu-ray Kritik - Red Eagle - A Hero Never Dies

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 8/10
Ton: | 5/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 6/10


Letztes Jahr wurde das indonesische Actionfeuerwerk „The Raid“ auf die ahnungslosen Kinozuschauer losgelassen und mauserte sich zu einem beachtlichen Überraschungserfolg. Das Tempo war bemerkenswert und wurde von den genial choreographierten Martial-Arts-Kämpfen bestens unterstrichen. Nun kommt mit „Red Eagle“ eine sehr abgedrehte Superheldengeschichte in den Verkauf, die auf einer Serie aus den 60ern basiert und vom selben Studio wie „The Raid“ produziert wurde. Punkten kann sie durch ihre überstilisierten, beinahe pittoresken Actionsequenzen und einen interessanten Antihelden als Hauptfigur. Leider bleiben Spannung und Stringenz dabei aber auf der Strecke…

Korruption und Verbrechen stehen im futuristischen Bangkok - die Handlung spielt im Jahre 2016 - an der Tagesordnung. Der Polizei ist nicht zu trauen und auch die Politik hat sich in ein repressives Werkzeug verwandelt, das die Bevölkerung in Schach halten soll. Inmitten dieser düsteren Welt gibt es aber einen Mann, der den Status quo nicht länger zu akzeptieren bereit ist und Selbstjustiz als einzigen Ausweg aus diesem Sumpf des Verbrechens sieht. Sein Name: Red Eagle (Ananda Everingham), ein waschechter Superheld, der sein Gesicht hinter einer roten Maske verbirgt und den bösen Jungs, korrupten Politikern und geschmierten Polizisten den Krieg erklärt. Dass er mit dem blutdürstigen Attentäter Black Devil (Ron Smoorenburg) einen Gegner finden wird, der eine ernsthafte Bedrohung für ihn darstellt, kann er allerdings noch nicht ahnen…

Regisseur und Drehbuchautor Wisit Sasanatieng macht eigentlich sehr viel richtig: So setzt er glücklicherweise voll und ganz auf die Stärken des asiatischen Kinos: Stil und Absurdität. Deswegen ist „Red Eagle“ wirklich mal der schon tausendmal versprochene, aber bisher nie gebotene „etwas andere“ Superheldenfilm: Der Held ist konsequent gegen den Strich gebürstet, die Actionszenen sind an abstrusen Einfällen kaum zu überbieten (Highlight: ganz kurz eingeblendete Röntgenbilder der Knochenbrüche während der Prügeleien) und auf amerikanischen Pathos wird glücklicherweise verzichtet.
So wird der Zuschauer immer wieder überrascht und von eindrucksvollen, stilistisch grandiosen Aufnahmen nur so überschüttet. Wie schon in „The Raid“ könnten die Kampfchoreographien kaum besser, das Tempo der Actionszenen kaum schneller sein und auch die Special Effects wissen einigermaßen zu überzeugen (manchmal macht sich das niedrige Budget aber doch bemerkbar). Die unerwartet brutalen Gewaltspitzen versetzen ebenso in Staunen wie der finstere Bösewicht, der der Hauptfigur eindeutig die Schau stiehlt. Dass die Story da nur Nebensache bleibt, wäre ja eigentlich durchaus zu verschmerzen. Wenn es denn eine halbwegs nachvollziehbare Spannungskurve geben würde…
Doch leider herrscht abseits der tollen Actionszenen konsequente Langeweile, was aufgrund der viel versprechenden Zutaten (interessanter Antiheld, düstere Dystopie, fette Action) kaum zu verstehen ist. Viel zu fragmentarisch wirken die einzelnen Handlungsszenen und wollen sich einfach nicht so recht zu einem befriedigenden Ganzen vereinen. Darüber hinaus fällt es mangels Spannung sehr schwer, der eigentlich relativ banalen Geschichte zu folgen, was für einen Film dieser Art kaum zu tolerieren ist. So bleibt zwar unterm Strich auf der visuellen Ebene ein wirklich gelungener Eindruck zurück (es werden durchaus Erinnerungen an die optisch brillante Comicverfilmung „Sin City“ hervorgerufen), der sich aber leider nicht auf die Handlungsebene des Filmes übertragen lässt. Eine große, unverzeihliche Schwäche des Drehbuches ist beispielsweise, dass der Film einfach mitten in der Handlung aufhört und allerlei Fragen erst in einer bereits angekündigten Fortsetzung beantwortet werden sollen. Lust auf einen zweiten Teil hat man jedoch kaum. Jammerschade. Eine interessante, dystopische Zukunftsvision liefert der Film aber dennoch und erinnert damit stellenweise durchaus an Filme wie „Blade Runner“ oder „Dredd“, nur eben in einem asiatischen Setting und mit einem Hauch Film Noir. Und trotz seines geringen Budgets überzeugt der Film durch einen weitestgehend hochwertigen Look sowie professionelle Actionsequenzen.

Die Blu-ray liefert eine tadellose Bildqualität und besticht durch ihre gestochen scharfe Wiedergabe der zahlreichen Actionsequenzen. Der Ton ist ebenfalls sehr solide, auch wenn die deutschen Synchronsprecher leider nicht alle überzeugen können. Es wirkt teilweise so, als habe der betreffende Sprecher einer Nebenfigur die Szenen gar nicht selbst vor Augen gehabt, was für einige unfreiwillig komische Momente sorgt (daher nur 5/10).
Die Extras der Disc enttäuschen leider ebenfalls, da der Verleiher nichts außer dem Trailer mit auf die Blu-ray gepackt hat.

Fazit: „Red Eagle“ ist ein visuell beeindruckender, in den Actionsequenzen ungemein temporeicher Superheldenfilm aus Thailand, der eine durchaus willkommene Abwechslung für alle Zuschauer darstellt, die mittlerweile genug von den konventionellen Comicverfilmungen aus den Häusern Marvel und DC gesehen haben. Doch leider fehlt es der Geschichte an innerer Geschlossenheit und Kontinuität, was eine fatale Indifferenz beim Zuschauer erzeugt. Obwohl die Hauptfigur recht interessant, die Grundidee solide und die Action toll inszeniert ist, entsteht so lediglich ein durchschnittlicher Film, den man vermutlich schnell wieder vergessen wird. Dennoch können eingefleischte Superheldenfans durchaus mal einen Blick wagen.


by Jonas Hoppe
Bilder © Koch Media Home Entertainment