Porträt einer jungen Frau in Flammen - Blu-ray

Blu-ray Start: 06.03.2020
Digital VoD: 06.03.2020
FSK: 12 - Laufzeit: 120 min

Porträt einer jungen Frau in Flammen Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Ein ungewöhnlicher Auftrag führt die Pariser Malerin Marianne (Noémie Marchant) im Jahr 1770 auf eine einsame Insel an der Küste der Bretagne: Sie soll heimlich ein Gemälde von Héloïse (Adèle Haenel) anfertigen, die gerade eine Klosterschule für junge adelige Frauen verlassen hat und bald verheiratet werden soll. Denn Héloïse weigert sich, Modell zu sitzen, um gegen die von ihrer Mutter (Valeria Golino) arrangierte Ehe zu protestieren. So beobachtet Marianne Héloïse während ihrer Spaziergänge an die Küste und malt abends aus dem Gedächtnis heraus ihr Portrait. Langsam wächst zwischen den eindringlichen Blicken eine unwiderstehliche Anziehungskraft …

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Alamode
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Französisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Interviews mit Regisseurin und Hauptdarstellerinnen; Trailer; Wendecover

Video on demand - Porträt einer jungen Frau in Flammen

DVD und Blu-ray | Porträt einer jungen Frau in Flammen

Blu-ray
Porträt einer jungen Frau in Flammen Porträt einer jungen Frau in Flammen
Blu-ray Start:
06.03.2020
FSK: 12 - Laufzeit: 120 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Porträt einer jungen Frau in Flammen Porträt einer jungen Frau in Flammen
DVD Start:
06.03.2020
FSK: 12 - Laufzeit: 117 min.

Blu-ray Kritik - Porträt einer jungen Frau in Flammen

Blu-ray Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 10/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 9/10


Marianne (Noémie Merlant) hat den Auftrag ein Porträt von Héloïse (Adèle Haenel) anzufertigen. Diese soll verheiratet werden, weigert sich aber, dass ihr zukünftiger Mann ein Bild von ihr erhält. Marianne soll sich mit ihr anfreunden und sie dann heimlich zeichnen. Doch diese Aufgabe stellt sich als sehr schwer heraus, da sie nach einer Zeit mehr verbindet, als diese oberflächliche Freundschaft.

Adèle Haenel und Noémie Merlant in Porträt einer jungen Frau in Flammen
Adèle Haenel und Noémie Merlant in Porträt einer jungen Frau in Flammen © Alamode Film
„Porträt einer jungen Frau in Flammen“ ist ein französisches Historien-Drama, wobei der geschichtliche Kontext eher eine untergeordnete Rolle spielt. Im Vordergrund steht die Freundschaft, wobei die Entwicklung ein wirklich interessanter Aspekt des Films ist. Die Freundschaft wird anfangs in die Wege geleitet von Héloïses Mutter (Valeria Golino). Vorher hat schon ein Maler versucht Héloïse zu zeichnen, das ist allerdings schief gegangen. Nun soll eine vorgetäuschte Freundschaft und das heimliche Zeichnen zum Erfolg führen. Schnell stellt sich allerdings heraus, dass Héloïse von dem Plan erfährt und sichtlich enttäuscht ist. Sie hat zwar schon vorher versucht Marianne zu erklären, weshalb sie das Heiratssystem verabscheut, konnte sie damit aber anscheinend nicht überzeugen. Eigentlich war der Aufenthalt von Marianne zeitlich begrenzt, sie bekommt allerdings noch einen Aufschub. Sie startet einen neuen Versuch eine Freundschaft aufzubauen, diesmal allerdings mit offenen Karten.

Der Film behandelt aber nicht nur diesen Handlungsstrang. Die Dienerin des Anwesens bekommt ebenfalls eine sehr interessante Geschichte, die die Freundschaft der Protagonistinnen stärkt. Das Drama schafft es in direkten Dialogen die Beziehung weiter auszubauen, aber auch mit indirekten Handlungen zwischen den Freundinnen und anderen Figuren. Im entgegengesetzten Fokus steht das System mit den arrangierten Ehen. Der Film spielt in Frankreich am Ende des 18. Jahrhunderts und dort war nun mal üblich, dass Frauen gezwungen wurden, fremde Männer zu heiraten. Im Film entsteht aber kein Aufstand gegen das System, sondern befasst sich ausschließlich mit Héloïses Meinung dazu. Es wird also nicht die moralische Keule geschwungen, sondern hält die Thematik eher im Kleinen. Der Film schafft es trotzdem dem System den Mittelfinger zu zeigen, in dem eine wunderschöne, gleichgeschlechtliche Liebesgeschichte gezeigt wird. Diese Thematik lässt sich wunderbar in die heutige Gesellschaft übertragen, da überraschend viele Parallelen zu erkennen sind.

Adèle Haenel als Héloïsein Porträt einer jungen Frau in Flammen
Adèle Haenel als Héloïsein Porträt einer jungen Frau in Flammen © Alamode Film
Für den Film braucht man allerdings ein wenig Geduld. Die Laufzeit beträgt zwar nur 119 Minuten, viele Passagen ziehen sich aber etwas. Generell entwickelt sich die Handlung sehr langsam, sodass einige Längen entstehen.

Die Regisseurin Céline Sciamma („Girlhood/„Tomboy“) hat nicht nur Regie geführt, sondern auch das Drehbuch geschrieben. Die Dialoge sind alle wundervoll ausgearbeitet und obwohl der Film in einer längst vergangenen Zeit spielt, fühlt er sich wunderbar frisch an. Die Schauspielarbeit ist genau so großartig. Noémie Merlant („Der Vater meiner besten Freundin“/„Jumbo“) leistet unglaubliche Arbeit. Ihre Entwicklung ist komplett authentisch dargestellt. Aber auch Adèle Haenel („120 BPM“/„Nocturama“) ist grandios. Ihr ganzes Talent zeigt sich in der letzten Einstellung, die mitunter zu den besten Bildern gehört, die jemals auf der Leinwand beziehungsweise dem Bildschirm zu sehen waren.

Héloïse (Adèle Haenel) am Strand in Porträt einer jungen Frau in Flammen
Héloïse (Adèle Haenel) am Strand in Porträt einer jungen Frau in Flammen © Alamode Film
Bild:
Die Qualität des Bildes weist überhaupt keine Mängel auf. Die Farben werden alle korrekt dargestellt und wenn es mal zu dunkleren Szenen kommt, dann fängt das Bild trotzdem nicht an zu rauschen. Ein wahrer Mehrwert bietet das Szenenbild und die Kostüme. Alles sieht sehr detailgetreu und authentisch aus.

Ton:
Der Ton wurde auf DTS-HD 5.1 abgemischt und es kommt zu keinerlei Störungen. Die Musik ist in dem Film ein wichtiges Thema. Dementsprechend hat der Komponist Bertrand Bonello („Nocturama) einen wundervollen Soundtrack kreiert. Sein Leitthema ist oftmals zu hören und brennt sich nachhaltig ins Gedächtnis ein.

Extras:
Neben Trailern gibt es Interviews mit den beiden Hauptdarstellerinnen und der Regisseurin.


Fazit:
„Porträt einer jungen Frau in Flammen“ ist ein wunderschönes, französisches Drama, welches hinter dem eigentlichen Plot eine schöne Wendung offenbart. Der Film spielt zwar am Ende des 18. Jahrhunderts, die Dialoge und die Probleme lassen sich aber alle in die heutige Zeit übertragen.


by René Fischell
Bilder © Alive / Alamode




Porträt einer jungen Frau in Flammen - Trailer