Passion - Blu-ray

Blu-ray Start: 19.11.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 98 min

Passion Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Die elegante Karrierefrau Christine (Rachel McAdams) hat zwei große Leidenschaften: Macht und Geld. Mit kaltem Kalkül nimmt sie die ahnungslose und liebenswerte Kollegin Isabelle (Noomi Rapace) unter ihre Fittiche, um so ihre Position im Haifischbecken ihres Arbeitgebers, einem internationalen Großkonzern, zu festigen. Christine genießt das grausame Spiel, Isabelle mehr und mehr zu beeinflussen und zu kontrollieren und hat auch keinerlei Skrupel, die kreativen Ideen ihres jungen Schützlings als die ihren auszugeben.
Isabelle, die sich zunächst nicht wirklich zu wehren weiß, gerät dabei, ohne es zu merken, immer tiefer in einen Strudel aus gefährlichen Begierden und gemeinen Manipulationen. Als sie sich auf eine Affäre mit einem von Christines Liebhabern einlässt, begeht sie einen schweren Fehler, denn jetzt bricht ein offener Krieg zwischen den beiden Frauen aus. Und als Christine eines Tages eine anonyme Einladung für ein erotisches Treffen erhält und in ihrer Wohnung auf den mysteriösen Absender wartet, nehmen die Ereignisse eine blutige Wendung…

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,78:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Einzelinterviews „Talking about Passion“
- Featurette
- Originaltrailer
- Trailershow

DVD und Blu-ray | Passion

Blu-ray
Passion Passion
Blu-ray Start:
19.11.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 98 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Passion Passion
DVD Start:
19.11.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 98 min.

Blu-ray Kritik - Passion

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 3/10
Gesamt: | 7/10


Das von Hitchcock-Epigone Brian De Palma inszenierte Remake des nur vier Jahre alten französischen Thrillers „Love Crime“ wurde von der Kritik regelrecht zerfetzt. Ein Umstand, der mir nach der Sichtung von „Passion“ tatsächlich nicht ganz begreiflich ist. Zwar hat De Palma bei weitem kein Meisterwerk abgeliefert, dafür setzt er seine ganz typischen visuellen Spielereien etwas zu repetitiv und wahllos ein, sorgt mit seinem Thriller aber dennoch für gute (und teils sogar herausragende) Kinounterhaltung, die vor allem visuell beeindrucken kann und stilistisch zu den überzeugendsten Erfahrungen des Kinojahres gehört.

Die eher introvertierte Isabelle (Noomi Rapace) hat eine geniale Idee für eine Werbekampagne und stellt diese ihrer narzisstischen Vorgesetzten Christine (Rachel McAdams) vor. Diese entschließt sich daraufhin, die Idee als ihre eigene auszugeben und rechtfertig das vor der naiven Isabelle mit der Behauptung, dass sie doch alle im selben Team spielen. Auf diesen Vorfall folgen eine ganze Menge weiterer fieser Demütigungen, die Christine mit unerbittlicher Härte auf die hilflose Isabelle niederprallen lässt. Christine liebt es zu manipulieren und setzt ihre Verführungskräfte mit einer solch berechnenden Kälte ein, dass Isabelle gar keine andere Wahl bleibt, als auf diese zu reagieren. Als es dann schließlich eine Leiche gibt, droht die Situation endgültig zu eskalieren…

Brian De Palma fährt bei seinem erotischen Mobbing-Thriller sämtliche Motive, Themen und visuelle Spielereien auf, die er sich im Laufe seiner inzwischen 38 Filme umfassenden Karriere angeeignet hat: Die seit „Carrie“ so beliebten Split-Screens, bedeutungsschwangere Close-ups, Zeitlupeeinstellungen und eine ganze Menge innovativer Kamerafahrten machen „Passion“ zu einem visuell überaus exquisiten Filmgenuss. Doch leider wirkt der „Thriller“, der eigentlich gar keiner ist, dadurch stellenweise auch wie ein banales Best-of von De Palmas eigenem Oeuvre - eine stilvollen Fingerübung wenn man so will. Das ist insofern ein Problem, da De Palma die Klasse der zitierten Vorbilder (seiner eigenen Filme) leider nicht mehr vollends erreicht. So scheitert er letztendlich auf hohem Niveau an der Gegenüberstellung mit sich selbst – aber besser von sich selbst übertroffen, als von jemand anderem.
Mit fortlaufender Spieldauer verabschiedet sich De Palma immer mehr von einem rational erklärbaren Handlungsverlauf und der typischen Thriller-Dramaturgie. Das letzte Filmdrittel erinnert mit seinen albtraumhaften Gefängnissequenzen dann auch eher an De Palmas Horrorfilm „Sisters“ (so wird auch eines seiner Liebglingsmotive, die Zwillingsschwester, wieder aufgegriffen) als an herkömmliches Spannungskino wie die direkte Vorlage „Love Crime“. De Palma schwelgt lieber in virtuos inszenierten Bildern der Täuschung und verleiht seinem Film somit eine äußerst rätselhafte Note. Und auch das grandios abrupte Ende weiß aufgrund der Unvorhersehbarkeit und ironischer Konsequenz ziemlich zu begeistern, auch wenn sich der ein oder andere Zuschauer vielleicht etwas daran stören wird. Der Film ist in kühle Farben getaucht und spielt hauptsächlich in klinisch eingerichteten Büros. Darüber hinaus ist „Passion“ von einer bedrückend modern wirkenden Architektur geprägt, die der Atmosphäre ebenfalls sehr zuträglich ist, obgleich konstatiert werden muss, dass man Berlin optisch deutlich mehr abgewinnen kann. Das hat Jaume Collet-Serra in seinem spaßigen Actionfilm „Unknown Identity“ beispielsweise deutlich besser hinbekommen.
Darstellerisch bekommt man von Rachel McAdams, Noomi Rapace und Paul Anderson ebenfalls einiges geboten, während Karoline Herfurth leider seltsam hölzern agiert. Das ist allerdings zu einem Großteil der etwas missratenen deutschen (Eigen-) Synchronisation geschuldet. Als ein echter Glücksfall erweist sich De Palmas erneute Zusammenarbeit mit Pino Donaggio, der einen eindrucksvollen, auch gut abseits des Filmes hörbaren Soundtrack komponiert hat, der Erinnerungen an längst vergangene De Palma Zeiten wachruft und allen Filmmusikliebhabern wärmstens zu empfehlen ist.

In technischer Hinsicht gibt’s an der Blu-ray nichts zu bemängeln. Bild- und Tonqualität sind sehr gelungen und ermöglichen einen ungestörten Filmgenuss. Nur die Extras enttäuschen ziemlich, da sie lediglich aus einigen kurzen Interviewschnipseln und dem Trailer bestehen.

Fazit:
Zugegeben, als herkömmlicher Thriller kann „Passion“ zwar nicht überzeugen, doch würde ich das dem Film keineswegs als Schwäche auslegen. Denn De Palma ist eben nicht daran interessiert einen solchen zu drehen. Der Inhalt wird daher auch ganz bewusst etwas vernachlässigt, wohingegen auf visueller Ebene ein wahres Feuerwerk zelebriert wird. Die inszenatorischen Tricks hat er also noch drauf, wenn auch nicht mehr ganz so gut wie früher.
Festzuhalten bleibt also, dass De Palma auf eine typische Thriller-Dramaturgie pfeift, sich lieber um Doppelbödigkeit bemüht und somit einen durchaus sehenswerten Film geschaffen hat, den sich kein Fan entgehen lassen sollte.

by Jonas Hoppe
Bilder © Ascot Elite Home Entertainment