Operation Olympus - White House taken - Blu-ray

Blu-ray Start: 29.11.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 88 min

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Inhalt

Der Ex-Marine Todd (Ray Liotta) fristet ein langweiliges Leben als Deputy in einer Kleinstadt. Er kann den Tod seines besten Freundes, den er im Krieg verloren hat, nicht verarbeiten und ertränkt deshalb seinen Frust im Alkohol. Als sich der Präsident in der Stadt ankündigt, soll ausgerechnet Todd diesen begrüßen. Kurz vor der Ankunft des Politikers kommen drei Attentäter unter der Führung von Barren (Dominic Purcell) in die Stadt und nehmen die Familie des verstorbenen Freundes als Geiseln, denn von deren Haus aus hat man perfekte Sicht auf die Begrüßungsfeier. Nun ist Todd der Einzige, der sowohl den Präsidenten als auch die Geiseln schützen kann...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: KSM GmbH
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,78:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Behind the Scenes, Trailer, Bildergalerie

Video on demand - Operation Olympus - White House taken

DVD und Blu-ray | Operation Olympus - White House taken

Blu-ray
Operation Olympus - White House taken Operation Olympus - White House taken
Blu-ray Start:
29.11.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 88 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Operation Olympus - White House taken Operation Olympus - White House taken
DVD Start:
29.11.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 85 min.

Blu-ray Kritik - Operation Olympus - White House taken

Blu-ray Wertung:
Film: | 4/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 3/10
Gesamt: | 5/10


Fließband-Dreher Uwe Boll („Alone in the Dark“, „Far Cry“) hat wieder zugeschlagen. Und einen Preis dürfte das neue Werk des 48-Jährigen schon vor der Heimkino-Veröffentlichung sicher haben: den für den dümmlichsten deutschen Titel des Jahres. Denn anscheinend haben die Vermarkter hierzulande auf eine Sichtung des in zwölf (!) Tagen runter gekurbelten Films (im Original „Suddenly“) lieber gleich ganz verzichtet und ihm stattdessen dreist den aus den diesjährigen themenverwandten Action-Blockbustern „Olympus Has Fallen“ und „White House Down“ zusammengeschusterten Namen „Operation Olympus - White House Taken“ verpasst. Ob dieser plumpe Publicity-Trick Früchte trägt und er die Verkaufszahlen des Trittbrett-Streifens steigert, bleibt abzuwarten. Schließlich waren die „Vorbilder“ auch nicht gerade Sternstunden der Saison. Ärgerlich ist trotzdem, so auf eine falsche Fährte gelockt zu werden. Denn an keiner Stelle ist in Bolls Schnellschuss von einer Operation Olympus die Rede. Immerhin: Das Weiße Haus ist zu sehen – wenn auch erst in der letzten Einstellung.

„Suddenly“ ist das Remake eines gleichnamigen Thrillers mit Frank Sinatra und Sterling Hayden aus dem Jahr 1954, der bei uns als „Das Attentat“ erschien. In der in Bolls Wahlheimat Kanada gedrehten Neuauflage schlüpft Ray Liotta (seine Glanzstunde in „GoodFellas“ ist lange passé) in die klischeehafte Rolle des abgehalfterten, versoffenen und latent aggressiven Irakkriegshelden Tod Shaw, der mittlerweile ein kümmerliches Dasein als Provinz-Deputy in der Kleinstadt Suddenly fristet. Plötzlich aber wird der Trunkenbold mit Marke und mit ihm das ganze verschlafene Nest aus der Lethargie geweckt, als sich der US-Präsident ankündigt, um in einer nahen Jagdhütte zu entspannen. Sicherheitskräfte fallen ein, riegeln alles ab und verwandeln die Geschäftsstraße in eine No-Go-Area. Auch bei Witwe Ellen, ihrem herzkranken Vater und ihrem renitenten Sohn Pidge klingeln zwei Herren im schwarzen Anzug an der Tür und geben sich als Agenten des Secret Service aus. Doch sie wollen vom Haus aus nicht die schöne Aussicht auf Suddenly genießen.

Profitierte das Original noch vom Charisma eines Frank Sinatra als Oberbösewicht Baron, ist Nachfolger Dominic Purcell („Prison Break“) leider ein Totalausfall. Selten hat man auch in B-Ware einen so lust- und leblosen Auftritt gesehen. Dazu wird es fast unfreiwillig komisch, wenn seine Figur gedankenverloren über die US-Flagge streichelt und vor Pathos triefende Sätze absondert. Seine Handlanger, zu denen ein verschenkter Michael Paré (gehört zum Stammpersonal von Uwe Boll) zählt, agieren auch nur minimal oberhalb der Schmerzgrenze. Weiterhin bleiben Motive und Beweggründe der Attentäter diffus und wirr. Von einem „Komitee“ ist die Rede, nähere Details: Fehlanzeige.

Ansonsten bietet „Suddenly“ wenig Aufregendes, von Hochspannung ganz zu schweigen, und schleppt sich eher träge über die rund 90 Minuten Laufzeit. Wobei: Einmal gehen die emotionalen Gäule dann doch mit Uwe Boll durch, als er versucht, seiner Story Drama mit dem Holzhammer zu verpassen. Wenn Tod Shaw zur eigenen Rehabilitation seiner (heimlichen) Angebeteten Ellen zu Hilfe kommt und ihr in der Gewalt der Gangster ein vollkommen aufgesetztes, unglaubwürdiges, aber bierernst gemeintes Geständnis macht, kommt einem wieder in den Sinn, dass hier der von vielen Kritikern als einer der schlechtesten Regisseure der Gegenwart bezeichnete „BloodRayne“-Macher am Werk ist. So plump kann es eben nur der Son of Ed Wood.
Putzig ist aber, wie Uwe Boll im Behind the Scenes (OmU) der Blu-ray auf Englisch mit Wermelskirchener Dialekt den sonst auf Kriminelle abonnierten Ray Liotta in seiner Rolle als Besetzungscoup feiert und erklärt, warum er das Ende des Films (mit Obama-Double) abgeändert hat. Dazu gibt es eine überflüssige Bildergalerie und Trailer.
„Operation Olympus - White House Taken“ kommt optisch eher wie ein dröger TV-Film daher. An der unspektakulären Szenerie kann auch das Blu-ray-Bild wenig ändern. Wenigstens verleiht der Schnee dem Ganzen etwas Atmosphäre.

Uwe Boll selbst hat sicher schon miesere Filme gedreht. Das macht „Suddenly“ aber noch lange nicht zu einem guten. Aus der soliden Vorlage hätte ein versierterer Regisseur sicher mehr rausgeholt. Aber das ist in zwölf Tagen Drehzeit wohl nicht machbar.


by Florian Ferber
Bilder © KSM GmbH