Offenes Geheimnis - Blu-ray

Blu-ray Start: 31.01.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 128 min

Offenes Geheimnis Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Anlässlich der Hochzeit ihrer Schwester kehrt Laura (Penélope Cruz) zurück in ihr spanisches Heimatdorf. Nichts scheint die ausgelassene Stimmung zu trüben – doch dann gerät das harmonisch wirkende Familiengefüge durch ein unvorhergesehenes Ereignis in der Hochzeitsnacht aus den Fugen…

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Eurovideo / ProKino
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Spanisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Spanisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- 3 verschiedene Making Ofs
- Interviews mit den Hauptdarstellern und dem Regisseur
- Deutscher und Original-Kinotrailer
- Wendecover

DVD und Blu-ray | Offenes Geheimnis

Blu-ray
Offenes Geheimnis Offenes Geheimnis
Blu-ray Start:
31.01.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 128 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Offenes Geheimnis Offenes Geheimnis
DVD Start:
31.01.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 128 min.

Blu-ray Kritik - Offenes Geheimnis

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 0/10
Ton: | 0/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 8/10


Zum zweiten Mal nach dem französischsprachigen „Le Passé“ dreht der iranische Regisseur Asghar Farhadi einen Film im Ausland und in einer anderen Sprache. Seine Filme „Nader und Simin“ sowie „The Salesman“ erhielten den Oscar als besten fremdsprachigen Film. Diesmal ist der Handlungsort Spanien und er hat mit Javier Bardem und Penélope Cruz zwei der besten spanischen Schauspieler sowie mit Ricardo Darín den vielleicht besten Darsteller Südamerikas an Bord geholt. Im Mai 2018 war er der Eröffnungsfilm beim Filmfestival in Cannes und letztlich wurde er von den Kritikern bei weitem nicht so enthusiastisch aufgenommen wie seine vorherigen Filme. Für einige ist er zu konventionell, er besäße leichte Züge einer Seifenoper oder Farhadi verrenne sich etwas zu sehr in seinen Verzweigungen und seinen vielen Handlungssträngen und Figuren. Natürlich spielt dieser Film nicht in einer Liga wie „Alles über Elly“ oder eben jener The Salesman, der vor zwei Jahren den Oscar erhielt. Dass er nicht im Ansatz mit Nader und Simin mithalten kann, war zu erwarten, so zählt Nader und Simin sicherlich zu einem der besten Filme in diesem Jahrtausend. Dennoch gingen die Kritiker mit seinem neusten Film „Offenes Geheimnis“ viel zu hart ins Gericht. Denn letzten Endes ist hier ein hervorragend gespielter, smart geschriebener und feinfühlig inszenierter Film entstanden, der ein Mix aus Familiendrama und Thriller ist.

Javier Bardem und Penélope Cruz in Offenes Geheimnis
Javier Bardem und Penélope Cruz in Offenes Geheimnis © ProKino
Zur Handlung muss man lediglich wissen, dass Laura (Penélope Cruz) aus Argentinien zu ihrem Dorf in Spanien zurückkehrt, da dort ihre Schwester heiratet. Der eigentlich perfekte Tag mit einer großen Familienfeier endet jedoch alles andere als fröhlich. In der späten Nacht während der Hochzeitsfeier im Dorf verschwindet Lauras Teenager-Tochter Irene und die Hintergründe sind hier zunächst völlig unklar. Mehr sollte nicht gesagt werden. Der Film ist aber kein reiner Thriller über ein vermisstes Mädchen in einem spanischen Dorf. Farhadi nutzt dieses Ereignis, um wieder eine Gesellschaftsschicht zu studieren und die zwischenmenschlichen Beziehungen innerhalb der großen Familie zu beobachten und zu analysieren. So gibt es hier eine Reihe von Konflikten, die tief vergraben wieder an die Oberfläche kommen, welche teilweise ihren Ursprung weit in der Vergangenheit haben. Dazu kommen Geheimnisse aus der Familie ans Tageslicht, die eigentlich keine Geheimnisse sind, da jeder Bescheid wusste, es aber totgeschwiegen wird. So passt auch der spanische Originaltitel Todos lo saben (auf Deutsch: Alle wissen es) sehr gut wie auch der deutsche Filmtitel. Farhadi geht aber hier wie immer sehr wertefrei vor und positioniert sich nie für oder gegen eine Figur. So lässt er auch hier das Geschehen laufen und die Story sowie die Figuren und deren Beziehung untereinander immer mehr zur Entfaltung kommen, sodass man als Zuschauer immer mehr mit fortschreitender Spiellänge entdeckt und erfährt. Farhadi hat diesen Film insgesamt auch etwas konventioneller inszeniert. Es gibt hier weniger Plansequenzen, deutlich mehr Schnitte und auch der Look des Films ist - natürlich auch begünstigt durch die Sepia-Farben des spanischen Dorfes - bei weitem nicht so kühl und trist wie bei seinen vorherigen Filmen. Gerade verglichen mit The Salesman ist der Film bei weitem nicht so sehr in einer depressiven Atmosphäre eingebettet.

Javier Bardemin Offenes Geheimnis
Javier Bardemin Offenes Geheimnis © ProKino
Javier Bardem zeigt hier die beste Performance seiner Karriere seit Biutiful. Im Vergleich zu seinen Figuren in Skyfall oder No Country for Old Men ist die Figur des Paco eine aus dem Alltag. Sie ist eine geerdete Figur und sie ist vor allem sehr glaubwürdig gespielt. So spielt hier Bardem mit der nötigen Zurückhaltung, aber gleichzeitig mit einer großen Ausdrucksstärke. Auch im Zusammenspiel mit den Familienmitgliedern Lauras brilliert er und so zeigt Bardem eine klasse Leistung. Cruz hat immer wieder den Hang zum Overacting. Zwar war das in Vicky Christina Barcelona überhaupt kein Problem, da dort die hysterische durchgeknallte Frau nahezu perfekt von ihr verkörpert wurde und ihr den Oscar bescherte. Hier ist sie zwar nicht ganz so stark wie Bardem, dennoch nimmt man ihr die besorgte Mutter ab und leidet mit ihr. Ricardo Darín hat natürlich eine unglaubliche Ausstrahlung. Er spielt den argentinischen Ehemann von Laura. Darín, welcher mit Rollen in Der Sohn der Braut, neun Königinnen, In Ihren Augen oder Wild Tales flexibel einsetzbar ist und einfach ein hervorragender Schauspieler ist, spielt ähnlich wie Bardem auf. So zeichnet sein Charakter eine gewisse Ruhe aus, die er mit einem demütigen, leicht schwerfälligen, aber insgesamt extrem passenden Schauspiel darstellt. Auch der restliche recht große Cast spielt hier mehr als stark auf. Hier beweist Farhadi wieder mal, wie stark er seine Darsteller castet und sie auf die Figuren vorbereitet. Zumal es hier eine Sprachbarriere gibt, da Farhadi kein Spanisch spricht und auch sehr wenig Englisch und daher ein Dolmetscher am Set war.

Javier Bardem, Penélope Cruz und Eduard Fernández in Offenes Geheimnis
Javier Bardem, Penélope Cruz und Eduard Fernándezin Offenes Geheimnis © ProKino
Im Vergleich zu seinen iranischen Filmen springt hier nicht gänzlich der Funke rüber. So ist der Film zwar über die ganze Lauflänge sehr spannend und unterhaltsam gehalten, so war es jedoch die latente Spannung, das langsame Drehen der Spannungsschrauben sowie auch die minutiöse Entfaltung der Konfliktverzweigungen unter den Charakteren, welche seine vorherigen Filme ausgezeichnet haben. Die Geschichte in Offenes Geheimnis ist als solches komplex, doch geradliniger und zu glatt auserzählt. Er bleibt daher etwas überraschungsarm. Man weiß recht früh, dass etwas im Argen liegt. Es gibt hier und da paar falsche Fährten und letztlich ist die Auflösung bei weitem nicht so beeindruckend wie beispielsweise in The Salesman, welches ein letztes Drittel bot, dass dem Zuschauer komplett von den Socken haute. Dennoch schafft es der Film, dass man sofort in der Handlung drin ist und auch im Laufe des Films tiefer eintauchen kann.

Da hier ein Streaming-Link zur Verfügung stand, kann zur Bild- und Tonqualität der Blu-ray nichts gesagt werden. Zudem lag nur die synchronisierte Fassung vor. Die Synchronisation ist insgesamt sehr gut gelungen.
Außerdem sind die Extras auf jeden Fall sehenswert. Hervorzuheben ist das Interview mit Asghar Farhadi, das ca. 35 Minuten dauert. Hier gibt es sehr interessante Fragen und auch schöne ausführliche Antworten, die dem Zuschauer einen guten Eindruck vermitteln, wie die Entstehungsgeschichte des Films war, wie die Produktion war oder wie auch das Casting, der Dreh oder auch das Schreiben des Drehbuchs und die aufwendige anschließende Übersetzung von statten gingen. Darüber hinaus gibt es zwei kurze Promo-Interviews mit Ricardo Darín und Javier Bardem im Rahmen der Premiere in Cannes, die dann doch sehr angenehm sind, weil vor allem Bardem in dem 3-minütigen Interview es schafft, dem Zuschauer einen präzise komprimierten Einblick in die Zusammenarbeit mit Farhadi zu geben. Dazu gibt es drei kleine Making-ofs über die Schauspielerinnen, Schauspieler sowie den Regisseur, welche überwiegend jedoch aus kurzen Interview-Ausschnitten mit dem Cast besteht und nur kleine Einblicke hinter den Kulissen gewährt.


Fazit:
Das für 8 Goyas (der „spanische Oscar“) nominierte Film von Asghar Farhadi hat sicherlich seine Schwächen. Unter dem Strich ist es jedoch ein fein gespielter und clever geschriebener Film, der mit seiner ruhigen Inszenierung unterhält und den Zuschauern in eine spannende Situation eintauchen lässt, bei der die Figuren allesamt sehr menschlich und glaubwürdig dargestellt werden. Daher gibt es hier eine klare Empfehlung für alle Kinofans. Für Farhadi-Fans ist der Film ein Must-See.

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by Morteza Wakilian
Bilder © Eurovideo / ProKino




Offenes Geheimnis - Trailer