Nomads - Tod aus dem Nichts - Blu-ray

Blu-ray Start: 12.05.2016
FSK: 18 - Laufzeit: 92 min

Nomads - Tod aus dem Nichts Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Es ist eine unheilvolle Nacht für die Ärztin Eileen (Lesley-Anne Down): Nicht nur stirbt ihr der eben eingelieferte Anthropologe Jean-Charles Pommier (Pierce Brosnan) unter den Händen weg, seine letzte Botschaft an sie hat auch verstörende Visionen zur Folge. Fortan durchlebt Eileen noch einmal das Leben des Wissenschaftlers, der sich zu Lebzeiten mit dem unheimlichen Phänomen der „Nomaden“ beschäftigte, die ihn schließlich in den Tod trieben. Zwischen Wahn und Wirklichkeit droht auch die Ärztin zum Opfer der Geister in Menschengestalt zu werden. Ihr einziger Ausweg ist die Flucht vor den Leder tragenden Kreaturen ...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media
Tonformate:
DTS-HD 2.0 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Englisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Trailer und Radiospots, Interview mit Darstellerin Lesley Anne-Down (ca. 16 Minuten), Interview mit Komponist Bill Conti (ca. 17. Minuten), Bildergalerie mit seltenem Werbematerial

DVD und Blu-ray | Nomads - Tod aus dem Nichts

Blu-ray
Nomads - Tod aus dem Nichts Nomads - Tod aus dem Nichts
Blu-ray Start:
12.05.2016
FSK: 18 - Laufzeit: 92 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Nomads - Tod aus dem Nichts Nomads - Tod aus dem Nichts
DVD Start:
12.05.2016
FSK: 18 - Laufzeit: 88 min.

Blu-ray Kritik - Nomads - Tod aus dem Nichts

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 6/10


„If you’ve never been frightened by anything, you will be frightened by „Nomads“! So lautete 1986 das mutige Versprechen des Marketings zu diesem faszinierenden Mystery/Horror-Kuriosum, das die Karriere von Action-Spezialist John McTiernan („Stirb langsam 1 + 3, „Jagd auf Roter Oktober“, „Last Action Hero“) begründete. Arnold Schwarzenegger sah das wohl ähnlich, denn wie er in seiner Autobiografie „Total Recall“ angab, bot er nach Sichtung des Films McTiernan die Regie zum heutigen Kultklassiker „Predator“ an. Nomads - Tod aus dem Nichts SzenenbildWas „Nomads“ mehr als alles andere ist, ist eine Fingerübung in Sachen dichter und unheilvoller Atmosphäre und weniger in einer schlüssig und nachvollziehbar erzählten Story. McTiernan, der hier auch das Drehbuch schrieb, hat hier nicht das geringste Interesse irgendetwas zu erklären, er will einzig und allein verunsichern und mit unheimlichen und surrealen Bildern spielen, die eher ins Unterbewusstsein zielen. Das ist sicher nicht jedermanns Sache, so floppte der ziemlich günstig produzierte Film damals an den Kinokassen und ließ auch den Großteil der Kritiker irritiert zurück. Heute ist der Film ein kleiner Underground-Kultfilm für Fans des Abseitigen, weshalb er bei dem liebevollen Label Koch Media mit dieser Neuveröffentlichung gut aufgehoben ist. Neben der Tatsache, dass es sich hier um McTiernans Erstling handelt, ist der Film auch interessant, da hier der spätere Bond Pierce Brosnan (der mit McTiernan 1999 bei „Die Thomas Crown Affäre“ erneut zusammenarbeitete) sein Debüt als Hauptdarsteller gab.

Zunächst macht „Nomads“ den Anschein, als sei die Ärztin Dr. Eileen Flax (Lesley-Anne Down) die Protagonistin. Sie ist völlig überarbeitet, als ein manischer und blutverschmierter Vagabund in die Notaufnahme eingeliefert wird, der scheinbar unentwegt Französisch redet. Kurz gelingt es Eileen den geheimnisvollen Fremden ruhigzustellen, doch nach einem kurzen Aufschrecken stirbt der Mann. Es stellt sich heraus, dass es sich hier um den renommierten Anthropologen Jean-Charles Pommier (Pierce Brosnan) handelt, der scheinbar dem Wahnsinn verfallen ist. Fortan wird Eileen von albtraumhaften Visionen geplagt, bei denen sie die Erinnerungen von Jean-Charles nachlebt. Dieser war vor kurzem mit seiner Frau Veronique (Anna Maria Monticeli) in ein Haus in Los Angeles gezogen, das scheinbar eine tragische Vergangenheit hat. Immer wieder tauchte dort ein mysteriöser schwarzer Van auf, in dem eine Punkrock-Gang in Lederkluft umherzieht. Nomads - Tod aus dem Nichts SzenenbildJean-Charles obsessive Nachforschungen zu diesen umherziehenden „Nomaden“ ließen ihm keine Ruhe und führten scheinbar in sein Verderben…

Der Großteil von „Nomads“ erzählt sich in Bildern, nur an zwei Punkten verteilt McTiernan Exposition in Form der telefonischen Aussage eines Professors (gesprochen von McTiernan selbst) und einer Nonne (Frances Bay), auf die Jean-Charles mitten in einem leerstehenden Gebäude mitten in Los Angeles trifft. Besonders erhellend sind diese Erklärungen aber wahrhaftig nicht und man muss sich beim Ansehen dieses sehr eigenartigen Films permanent fragen, wohin sich die Story bewegt. Das ist zwar alles angenehm unvorhersehbar, aber die zwischen zwei Erzählebenen umherspringende Story verwirrt nicht nur und ist hier und da etwas albern, sie sorgt auch nur leidlich für Spannung. Ohnehin geht es McTiernan hier augenscheinlich hauptsächlich um surreale Bilder, die das Unterbewusstsein ansprechen sollen. Hier muss man McTiernans offensichtliches inszenatorisches Können einfach loben, denn eine dichte und oft unweltliche Atmosphäre zwischen Tag und Nacht, die immer stärker beklemmt, kreiert er allemal.

Am Ende, das mit einer ziemlichen Überraschung aufwartet, ist man auch nicht unbedingt schlauer wie zu Beginn. Es wird natürlich etwas klarer, um wen es sich bei dieser ledernen Motorradgang handelt, besonders viel Sinn darf man aber nicht erwarten. Man muss „Nomads“ als das nehmen, was er ist, auf Zelluloid gebannte Albtraumlogik. Auf die Angst, von einer allgegenwärtigen Präsenz verfolgt zu werden, vor der es kein Entrinnen gibt. Auf das Gefühl, langsam den Verstand zu verlieren, nicht mehr Herr seiner Sinne zu sein, Dinge zu sehen, die sonst niemand wahrnimmt. Die Kameraarbeit von Stephen Ramsey trägt natürlich essentiell zur gelungenen Stimmung bei, sehr stylisch und beunruhigend sind beispielsweise die gelegentlichen extremen Zeitlupen zu Beginn oder eine hektisch geschnittene und dunkel beleuchtete Albtraumsequenz voller Suggestionskraft mit teils halbnackten und teils blutverschmierten Nonnen. Nomads - Tod aus dem Nichts SzenenbildStark und sehr präsent ist auch Bill Contis ominöser Synthesizer-Score, weniger effektiv, aber durchaus auch interessant sind die rockigen Passagen, die Ted Nugent beigesteuert hat.

In „Nomads“ steckt durchaus auch etwas Subtext drin, denn der Film kann womöglich als subtiler Kommentar auf Los Angeles selbst interpretiert werden, ein Ort, in dem Leute kommen und gehen, viele verlorene Seelen umherwandern. Ein guter Film im herkömmlichen Sinn ist „Nomads“ allerdings nicht, viel mehr ein eigenwilliges Kleinod bzw. eine Fingerübung, ein ungeschliffenes Juwel, das wohl am ehesten für Freunde des ungewöhnlichen Kinos eine Empfehlung wert ist.

Bild
Koch Media hat den Transfer der US-Blu-ray von Shout Factory übernommen. Dieser ist solide, sieht aber seines Alters entsprechend aus. Der Kontrast bewegt sich auf gutem Niveau, dunkle Szenen zeigen solide Schwarzwerte, die Farben sind natürlich. Filmkorn ist dauerhaft zu sehen, allerdings kein digitales Rauschen. Bei der Schärfe und Detaildarstellung darf man natürlich kein HD-Niveau erwarten, aber dennoch durchaus solide Werte. Alles in allem ein anständiges Bilderlebnis.

Ton
Tadellos ist die akustische Umsetzung, auch wenn man hier wahrhaft keine spektakulären Ergebnisse erwarten darf. Es handelt sich um eine 2.0 Tonspur, räumliche Akustik ist hier fehl am Platz. Nomads - Tod aus dem Nichts SzenenbildDafür ist die Klangwiedergabe äußerst klar, besonders was Stimmen und die Musik angeht. Allzu dynamisch ist die Tonspur allerdings nicht, dennoch eine absolut solide und saubere klangliche Umsetzung.

Extras
Das Bonusmaterial wartet mit zwei interessanten retrospektiven Interviews von Hauptdarstellerin Lesley-Anne Down und Komponist Bill Conti auf. Hinzu kommen eine Bildergalerie in Videoform mit zahlreichen Postern, Stills und Hinter-den-Kulissen-Fotos, der Us Trailer und ein kurzer Radiospot.
Interview mit Darstellerin Lesley-Anne Down (16:30 Min.)
Interview mit Komponist Bill Conti (17:26 Min.)
Bildergalerie (08:04 Min.)
US Kinotrailer (02:08 Min.)
Radio Spot (00:36 Min.)


Fazit:
John McTiernans Regiedebüt „Nomads“ ist ein für Fans durchaus sehenswertes Kuriosum, das mehr auf dichte und albtraumhafte Atmosphäre und das Unterbewusstsein anzapfende Bilder setzt als auf eine schlüssig erzählte Story. Einige interessante Momente sind dabei, die Schauspieler sind gut, an Spannung fehlt es aber oft sehr.

by Florian Hoffmann
Bilder © Koch Media