Nocturnal Animals - Blu-ray

Blu-ray Start: 27.04.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 116 min

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Inhalt

Die Kunsthändlerin Susan Morrow (Amy Adams) führt in Los Angeles ein privilegiertes, aber unerfülltes Leben mit ihrem neuen Ehemann Hutton Morrow (Armie Hammer). Als dieser erneut zu einer seiner zahlreichen Geschäftsreisen aufbricht, erhält sie ein Manuskript mit dem Titel Nocturnal Animals, geschrieben von ihrem Ex-Ehemann Edward Sheffield (Jake Gyllenhaal), mit dem sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hat. In der beigefügten Notiz fordert Edward sie auf, das Buch zu lesen.
Der Roman ist Susan gewidmet, doch sein Inhalt ist brutal und niederschmetternd. Edward erzählt darin die Geschichte von Tony Hastings (ebenfalls gespielt von Jake Gyllenhaal), der mit seiner Familie durch Texas fährt und dort eines Nachts von Ray Marcus (Aaron Taylor-Johnson) und dessen Gang von der Straße abgedrängt wird. Machtlos muss Tony dabei zusehen, wie seine Familie entführt wird und seine größten Ängste Wirklichkeit werden.
Tief bewegt von Edwards Worten erinnert sich Susan an die intimsten Momente ihrer eigenen Liebesbeziehung zu ihm. Der Roman zwingt sie dazu, ihre selbst getroffenen Lebensentscheidungen in einem ganz neuen Licht zu sehen. Je weiter die Erzählung in Nocturnal Animals auf eine Abrechnung zuläuft, desto dramatischere Auswirkungen hat sie nicht nur auf ihren Helden, sondern auch auf Susan.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures
Tonformate:
D, I, E: DTS Digital Surround 5.1
GB: DTS-HD Master Audio 5.1
Bonus GB: Dolby Digital 2.0
Untertitel:
D, GB, I, E, P, DK, FIN, N, S, IS, AR, HI
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Making- Of NOCTURNAL ANIMALS

DVD und Blu-ray | Nocturnal Animals

Blu-ray
Nocturnal Animals Nocturnal Animals
Blu-ray Start:
27.04.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 116 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Nocturnal Animals Nocturnal Animals
DVD Start:
27.04.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 111 min.

Blu-ray Kritik - Nocturnal Animals

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 7/10
Ton: | 9/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 8/10


Es gibt viele Wege, die schlussendlich auf den Regiestuhl führen. Egal ob Drehbuchautor, Kameramann oder Schauspieler, kein Job in der Filmbranche ist zu abwegig, um in Kombination mit der richtigen Idee zum eigenen, cineastischen Projekt zu gelangen. Seltener ist es da, dass jemand außerhalb der Sphären Hollywoods sein Regiewerk in die Kinos bringt. Dies ist einer der Gründe, weshalb die Machenschaften des Fashion-Designers Tom Ford schnell Aufmerksamkeit generieren. Nocturnal Animals SzenenbildSo verhielt es sich auch bei seinem zweiten filmischen Machwerk, welches schon bei den Golden Globes und den diesjährigen Oscars einige Nominierungen für sich veranschlagte, und nun auch für das Heimkino erhältlich ist.

Erfolgreich, doch unglücklich, verbringt die Galeriebesitzerin Susan (Amy Adams) ihr langsam immer belangloser werdendes Leben, als sie plötzlich ein Paket ihres Ex-Mannes (Jake Gyllenhaal) erreicht. Der erste Kontakt seit Jahren entpuppt sich als dessen Erstlingsroman, den er auch noch ihr gewidmet hat und der für Susan eine willkommene Flucht aus der Wirklichkeit darstellt. Unwissend welche Sogwirkung das Buch ihres ehemaligen Mannes auf sie hat, beginnt die junge Frau zu lesen, ohne zu ahnen, wie viele Erinnerungen aus der gescheiterten Ehe zwischen den Zeilen stecken.

Nachdem sein Debüt „A Single Man“ sowohl von Kritikern, als auch von den Kinogängern wohlwollend aufgenommen wurde, widmet sich Regisseur Tom Ford erneut einer Buchverfilmung. Neben einem talentierten Cast setzt er dabei vorrangig auf eine sehr metaphorische und demzufolge auch sehr bedeutungsschwangere Inszenierung, die sich vor allem auf die Beziehung der beiden Protagonisten fokussiert. Besonders, wenn durch Bildsprache oder durch die Arbeit mit dem Drehbuch auf bestimmte Punkte in der Zeichnung der Charaktere vor und zurückgegriffen wird, funktioniert die Arbeit mit der Doppeldeutigkeit der Handlung am besten, auch wenn diese von Zeit zu Zeit etwas plump daherkommen kann. So wird beispielsweise die Grundthematik des Films auch kurzerhand einfach mal buchstäblich an die Wand geschrieben. Diese Art der nicht sehr subtilen Regiearbeit kann den Film teilweise amateurhafter wirken lassen, als er es eigentlich verdient hat. Intelligent wird hier nämlich die Vergangenheit zweier Figuren aufgearbeitet und das auf eine Art, die eine nähere Auseinandersetzung mit dem Gesehenen nicht nur fördert, sondern auch fordert. Nocturnal Animals SzenenbildParallelen zwischen den verschiedenen Handlungssträngen sind manchmal nur dann erkennbar, wenn man das Puzzlespiel der Metaphern richtig zusammensetzt und die Handlung dadurch deutlicher wird. Betrachtet man diesen Fakt so wirkt es fast merkwürdig, dass sich Ford dazu entschlossen hat, neben der doppelbödigen Charakterisierung auch noch Ansätze von Gesellschaftskritik in den Film einzubauen, welche dazu beiträgt, dass der Film an manchen Stellen etwas überfrachtet wirkt. Außerdem kann diese ohne den gegebenen Kontext auch abschreckend auf den Zuschauer wirken, was dafür sorgen kann, dass manche Leute den Film schon nach den ersten Minuten abschreiben.

Sollte man zu dieser Gruppe Menschen gehören, so verpasst man allerdings eine Palette an guten Performances von einem Cast der nur so mit Stars gefüllt ist. Allen voran natürlich Amy Adams und Jake Gyllenhaal, die beide auf dem gewohnten Level ihres Könnens agieren und somit den Film über die gesamte Laufzeit tragen. Und auch Michael Shannon und Aaron Taylor-Johnson machen ihren jeweiligen Nominierungen bei den Globes und den Oscars alle Ehre und besiegeln folglich eines der Verkaufsargumente dieses Films.

Während die akustische Gestaltung des Films, sowohl auf der originalen, als auch auf der deutschen Tonspur kaum etwas zu wünschen übriglassen, so ist der visuelle Aspekt des Films etwas anfechtbarer. Das Bild wird vorrangig im ersten Drittel des Films regelmäßig durch Unschärfe geplagt. Nocturnal Animals SzenenbildOb dies nun eine technische Macke ist oder doch eine künstlerische Entscheidung in diesem sehr artifiziellen Machwerk ist nun schwer zu sagen. Fakt ist, dass der Zuschauer es nicht immer mit einem klaren Bild zu tun haben wird.

Sollte man sich während des Betrachten der Geschichte etwas verloren fühlen, dann ist ein Blick in das Bonusmaterial die erste Hilfestellung. In mehreren kleinen Montagen gehen Cast und Crew auf die Rolle des Drehbuchs, der Kamera, des Kostümbilds und der Schauspieler auf die Entwicklung des Projekts ein, ohne jedoch den gesamten Mythos, der durch den Film aufgeworfen wurde zu zerstören. Doch abgesehen von diesen kleinen Extras bietet der Film keine weiteren Einblicke in und um die Entstehung des Films.


Fazit:
Mit „Nocturnal Animals“ beschert Tom Ford dem Zuschauer, den etwas anderen Thriller, was hauptsächlich dem Fakt geschuldet ist, dass er ihm die Thematik nicht direkt ins Gesicht brüllt. Vielmehr lädt er mit seinem Film dazu ein, selbst einmal über das Gesehene zu reflektieren und seine eigenen Schlüsse zu ziehen, auch wenn er dem Gewillten mit einem Übermaß an zusätzlichen Metaphern und überzogener Gesellschaftskritik, den ein oder anderen Stein vor die Füße legt. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei seiner zweiten Regiearbeit, um eine adäquate Alternative zu der einheitlichen Massenproduktion, die das Genre so oft überschwemmt.

by Marvin Schmidt
Bilder © Universal Pictures